Selbstversorger-Hobbygarten

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katharina.t(b665) 27-08-2020 09:22 - E-Mail an User
Selbstversorger-Hobbygarten
Liebe Landwirte,

erstmals freu ich mich diese Plattform gefunden zu haben. Das hier ist mein erster Beitrag.

Als Stadtmensch mit großem Wunsch ein Stück Land nach eigenem Wunsch zu gestalten habe ich leider wenig Ahnung und bin gerade im Internet am Recherchieren, wo ich die entsprechenden Informationen enthalten.

Ich würde gerne einen Grund mit Widmung "Grünland" von ca 1ha in Österreich kaufen (habe mom. etwas in der Südsteiermark in Aussicht, aber ist nicht sicher).
Das Grundstück soll dem Anbau von Obstbäumen, Sträuchern, Beeten und der Haltung von Schafen dienen, ohne den Anspruch zu erheben, damit Geld zu verdienen. Ein sehr großes Freizeit--und Hobbygrundstück.

Welche Informationen sind vor einem Kauf wichtig und wo erhalte ich sie, wenn der Makler mir das nicht sagen kann? Könnt ihr mir bitte etwas helfen?

Ich habe hier ein paar Punkte, aber falls jemandem noch mehr einfallen, bitte ergänzen.

1) Wie bring ich in Erfahrung, ob die Möglichkeit eines Wasseranschlusses besteht oder ob ich einen Brunnen graben lassen kann (Kosten?)? Ich weiß, das geht über das Bauamt, aber ich würde gerne vor einem Kauf wissen, wie gut meine Chancen sind. Ohne Brunnen ist ein Gemüsegarten ja nicht viel wert.

2) Wie sieht es mit dem Bau eines Gewächshäuser aus?

3) Darf ich einen Stall errichten (Haltung von Hühnern, Schafen, Hasen) ?

4) Darf ich eine Garten- oder oder Gerätehütte errichten?

5) Darf ich einen Schuppen zur Lagerung von Heu bauen?

6) Wie sieht es mit der Errichtung eines Zauns aus? Angeblich ist das kein Problem, aber hätt das gerne verbindlich.

7) Wie sieht es mit Bodenproben aus? Ich wünsch mir natürlich einen fruchtbaren Boden, am besten lehmig (?) sodass ich nicht viel gießen muss. Liegt da normalerweise etwas vor oder ist es denkbar bei einer Besichtigung darum zu bitten Bodenproben zu nehmen oder kauft man normal "die Katze im Sack"? Am Nachbargrundstück ist Weinanbau - lassen sich dadurch Rückschlüsse auf den eigenen potentiellen Grund ziehen oder nur auf das Klima, da alles andere durch Düngung etc anders sein kann? Hat jemand Tipps zu den Bodenproben selbst, wo man die am besten einschickt, wo man die nimmt und worauf ich achte soll bzw wie er sein soll, damit der Boden zu meinen Bedürfnissen passt?

8) Wie bringe ich in Erfahrung, wie viel der Grund ca. kosten darf?

Herzlichen Dank schon mal!

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Vollmilch antwortet um 27-08-2020 10:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Naturfee!
Willkommen!

Viele Fragen!
Ob ein öffentlicher Wasseranschluss vorhanden ist kann dir das Gemeindeamt sagen (bei Grünland eher nicht). Einen Brunnen kannst du nach wasserrechtlicher Bewilligung (Land) graben/bohren lassen, je nach Tiefe wird das ab 10.000€ kosten. (Pumpe per Hand oder Solar?)

Bauen darfst du im Grünland eigentlich nichts, ausser du bist Landwirt und brauchst die Gebäude zu einem landwirtschaftlichen Zweck. Bauordnung ist aber Ländersache. Manches ist nur anzeigepflichtig, anderes genehmigungspflichtig! Wenn du also das Bundesland nennst, kann man hier besser Auskunft geben.

Um welchen Boden es sich handelt, kannst du auf der digitalen Bodenkarte einsehen. Natürlich kannst du den Boden auch (chemisch) untersuchen lassen, bei einem Bodenlabor deines Vertrauens.

Wieviel der Grund kosten "darf", wird dir der Verkäufer sagen. Je nach Lage (Weinbau! - geeignet?) schätze ich zwischen 10.000 € - 200.000€/ha.

Hmmm - ich befürchte meine Antworten helfen nicht viel weiter!

Alles Gute!
Vollmilch

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katharina.t(b665) antwortet um 27-08-2020 10:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Liebe Vollmilch, herzlichen Dank!

Das 'Wo' weiß ich noch nicht 100%. Momentan habe ich einen Grund in der Südsteiermark in Aussicht (habe meinen Beitrag ergänzt).
Dh. Hobbytierhaltung im Grünland ist nicht möglich, wenn ich nicht damit etwas erwirtschafte? Hätt gerne 5-8 Schafe oder so.
Der Nachbar dort hätt Weinreben. Die muss man doch ggf auch gießen, oder? Wasser müsste es also wo geben?
.

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Peter1545 antwortet um 27-08-2020 10:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich würde sagen mit langfristig pachten bleibt dir einiges an Bürokratie erspart. Am Besten in der Nähe von einem Bauernhof um die Infrastruktur mit zu nutzen. Die meisten deiner Fragen kannst du auf dem Gemeindeamt klären, da viele Bauvorschriften von Gemeinde zu Gemeinde anders sind.


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mittermuehl antwortet um 27-08-2020 14:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@katharina.t(b665) Komm uns besuchen. Dann erkläre ich es dir.

Im Prinzipg ist alles was du willst möglich.

Wein muß man nicht gießen.

Schafe darfst du auch haben wenn du damit Verlust machst. Gibt ja auch Bauern die Kühe halten. Und da ist der Gewinn auch nicht so sicher.. ;)

Schuppen - Weideunterstand darfst du in der Regel bauen WENN du eine Betriebsgebäude anderswo nachweisen kannst. Wenn unten Räder drauf sind ist es noch leichter ;)

Zaun ist kene Problem solange du ihn nicht genau auf die Grenze setzt.

Sozialversicherung bei der SVS wirst du auch zahlen müssen. Ist bei 1 ha aber sehr wenig.

Aber komme einfach vorbei und ich zeig dir ca. womit du mit "nur eine paar Schafe" und "ein oaar Obstbäume" usw. zu rechnen hast.

www.mittermuehl.at

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hans-peter.b(mjq7) antwortet um 27-08-2020 15:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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mostkeks antwortet um 27-08-2020 17:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Viele Fragen!
Also als Hobby würd ich das an deiner Stelle nicht titulieren, da machst du dich überall unbeliebt.
Ab 0,5 ha Intensivkultur bist du ein ordentlicher Bauer - und mehr als ein Bauer kann ein Mensch nicht werden!

Gut wär für dich ein Facharbeiter. zB. Landwirtschaft, Gärtnerei, Obstbau,..... das erleichtert dir den Grunderwerb erheblich.
Dann bekommst du eine Betriebsnummer usw.
Wenn du dann als kleiner Gartenbaubetrieb um eine Genehmigung für die Entnahme von Grundwasser ansuchst sind deine Chancen um viel besser als als Hobbygärtner!

Der nächste Punkt sind Bauanzeigen und Baugenehmigungen. Stall, Folientunnel usw. kein Problem. Kenn ein ähnliches Projekt, da war dann ein kleines Gebäude mit WC/Dusche Büro , Lager und Aufenthaltsraum dabei. Irgendwann wurde dann ein Lagerraum als Schlafzimmer umfunktioniert .........
Du brauchst als kleiner pauschalierter Betrieb auch keinen Gewinn machen (im Gegensatz zum Gewerbe)

Frohes Schaffen und viel Glück


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179781 antwortet um 27-08-2020 21:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Dazu kann ich eine Geschichte erzählen. Wir haben so ein Grundstück gepachtet. 0,8 ha rundherum mit "Maschndrohtzoan" eingezäunt. Da waren früher zwei kleine Ackerparzellen und rundherum Wiese und zwei kleine Schuppen drauf, einer für Heu und einer für Brennholz und ein Brunnen mit Handpumpe. Gehört hat das einem alten Mann, der etwa 0,5 km davon entfernt sein Haus gehabt hat. Dort hatte er auch einen Esel. Den hat er jeden Tag in der Früh an einen kleinen Leiterwagen angespannt und ist damit zu dem Grundstück gefahren und hat dabei den Mist von dem Esel mitgenommen. Dort angekommen hat er den Mist abgeladen, Futter für den Esel aufgeladen und auf einem Bankerl bei der Holzhütte seine Pfeife geraucht. Dann ist er wieder auf den Leiterwagen gestiegen und heimgefahren. So hat der seinen Vormittag recht sinnvoll verbracht. Wenn ich ihm begegnet bin und gegrüßt habe, dann hat er auf dem Kutschbock Haltung angenommen und zackig salutiert. Er war im 1. Weltkrieg Unteroffizier in einem Dragonerregiment.
Die Pächter die das Grundstück vor uns hatten, haben die Hütten und den Brunnen weggeräumt und alles umgeackert, wie es halt so ist in der Landwirtschaft. Aber immer wenn ich dort arbeite muss ich an den alten H........ denken, den manche für einen Spinner gehalten haben. Ich bin mir dabei nicht sicher, ob nicht er der Kluge war und wir die Spinner sind.

Gottfried

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little antwortet um 28-08-2020 06:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Gottfried, du wirst doch nicht die Vorgaben von unseren Landwirtschaftskammern und Bauernbundvertretern in Frage stellen.
Man kann nur mit Vollgas gegen die Wand donnern. Außerdem brauchen Raiffeisen und die Industrie unseren Boden damit sie dort ihre Gewinne und Schwarzgeld verstecken können.
Hut ab von Katharina wenn sie das durchziehen will.
little

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richard.k(p6614) antwortet um 28-08-2020 07:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Gottfried, deine Gechichte erinnert mich an die Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral von Heinrich Böll. Zwischen dem alten H.... und dem Turbobauern liegt jedoch ein riesiger Bereich, in dem man sein Plätzchen finden muss, um angenehm und zufrieden zu leben.

LG und schönen Arbeitstag!
Richard


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sarah.b(xvi13) antwortet um 12-09-2020 11:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hi! Oh wie aufregend. Man kann fast sagen, dass das wie eine kleine Reise ist. Ich habe meine schon begonnen und ich finde ihr habt schon eine tolle Sammlung an Sachen, die zu beachten sind. Ich kann dir noch was empfehlen, an das man vllt nicht direkt denkt: Schneckenfallen. Da habe ich die Tage auch einen tollen Ratgeber gelesen. Ich verlinke ihn dir mal.
 

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sarah.b(xvi13) antwortet um 13-09-2020 14:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Katharina, schön gehst du unter die Selbstversorger mit eigenem Garten! Wenn ich mir die Antworten so durchlese, dann hat man dir viele deiner Fragen ja eigentlich schon beantwortet - in der Hinsicht kann ich mich nur anschliessen, zum Beispiel was den öffentlichen Wasseranschluss angeht. Da musst du dich wirklich an die Gemeinde wenden.

Ich kann dir noch einen persönlichen Tipp geben, was die Bewässerung deines Gartens betrifft. Ich rate dir zu einer Wassersäule. Damit erleichterst du dir die Bewässerung deines Gartens ungemein. Ist für Landwirte wie auch für "Hobbygärtner" gut geeignet. Mir hat dieser Artikel hier weitergeholfen, da steht viel wissenswertes über Wassersäulen drin: https://www.gartenbook.de/wassersaeule-test/

So musst du nicht mühsam mit deiner Giesskanne dein Beet / deine Pflanzen bewässern.

Liebe Grüsse, Sarah

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