Hydralik als Retarder missbrauchen.

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kehrer1994 24-07-2020 13:10 - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Beim Bergabfahren mit Rückewagen auf steilen Forstwegen kam mir letztens die Idee mit einem Steuergerät, dass gerade nicht in Verwendung ist auf Druck zu gehen und so die Motorbremswirkung zu erhöhen. Halt wie ein Retarder eigentlich. Was denkt ihr, schinde ich da die Hydraulik nur unnötig und sollte ich lieber einfach normal bremsen, wenn die normale Motorbremswirkung nicht ausreicht?

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ek antwortet um 24-07-2020 13:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Der Hydraulik wirds eine Zeit lang egal sein, mach Dir Gedanken darüber was der Motor macht wenn Du im Schiebebetrieb die Hydraulik dazuschaltest.


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jakob.r1 antwortet um 24-07-2020 13:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Grüß Dich Kehrer, wirkungsvoller wird eher eine Stauklappe im Auspuff sein. Habe ich im 1500er Trac eingebaut, aber ich weiss nicht ob die heutigen Motoren das aushalten.
Beste Grüße
Jakob

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dirma antwortet um 24-07-2020 14:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
wennst einen kapitalen Hydraulikschaden haben willst, dann nur zu. ( ist bei uns schon mal einem unabsichtlich passiert, Steuergerät auf Druck eingerastet, tut enorm Öl heizen, Pumpe kaputt, alle Steuergräte rinnen wie Seihpfanne, alle Dichtringe, O-Ringe verheizt.)
Ein Retarder ist ganz was anderes. Auspuffstaubremse: je mehr Hubraum und Zylinder = bessere Wirkung.
Mit freundlichen Grüßen.


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dirma antwortet um 24-07-2020 14:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Retarder

https://www.youtube.com/watch?v=1k3oQK9snlk

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Peter1545 antwortet um 24-07-2020 17:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Ich schliesse mich Dirma an. Bringt nicht viel und belastet nur die Hydraulik.
Für sowas gibts Retarder für die Frontzapfwelle.

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dirma antwortet um 24-07-2020 19:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Eine Frage habe ich gerade zu dem Thema Retarder bzw. Wirbelstrombremse für Frontzapfwelle?
Welche Auswirkung hätte das z.B. auf Variogetriebe, wo doch normalerweise behauptete wir, dass durch das Abbremsen übers Getriebe schon vorzeitig Defekte auftreten.
Mit einer FZ Wirbelstrombremse ist die Belastung ja noch wesentlich höher ???
Erfahrungsberichte erwünscht.
mfg.

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Peter1545 antwortet um 24-07-2020 20:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
FZ Wirbelstrombremse hat nichts mit dem Variogetriebe zu tun. geht über Reduziergetriebe direkt auf Motor.

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dirma antwortet um 24-07-2020 20:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
@ Peter, Mißverständnis, ich weiß schon, die FZ Wirbelstrombremse bremst über die FZ direkt die Kurbelwelle des Motors, aber das Variogetriebe muß erhöhte Bremswirkung des Motors weiter übertragen auf die Räder,....


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gbgb antwortet um 24-07-2020 20:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Hallo,

beim Ziehen geht die Kraft vom Motor über das Getriebe an die Räder.
Beim Bremsen ist es umgekehrt, die Kraft kommt von den Rädern über das Getriebe zum Motor, der dann im Fall einer vorne angehängten Wirbelstrombremse gebremst wird.
Eine zusätzliche Belastung wird das auch für ein normales Getriebe sein, bei einem stufenlosen ist der Kraftfluss noch schwieriger durchschaubar.
Die Frage ist halt, wie hoch diese Belastung ist?
Wäre das möglich, dass die Räder bergab viel mehr Kraft erzeugen als der Motor?
So dass eventuell das Getriebe überlastet werden könnte? Vermutlich würde aber die Wirbelstrombremse gar nicht so viel dagegenhalten können.

Über die Hydraulikpumpe auf Gegendruck zu bremsen würde, glaube ich, nicht recht spürbar sein, um so mehr wären das dann aber die vom dirma beschriebenen Folgen.
Der kehrer1994 befindet sich da aber in bester Gesellschaft mit Technikern und Konstrukteuren.
Überlegt darf alles werden, aber nicht alles ist dann wirklich durchführbar und empfehlenswert.

Eine einfache, massive LKW-Anhängerachse samt robuster, großzügig ausgelegter Bremse würde im Gebirge bei schweren Lasten (Rückewagen) auch recht gut bremsen, denke ich.

Freundliche Grüße

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golfrabbit antwortet um 25-07-2020 07:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Schließe mich @dirma an - auch mir ist es nicht geheuer meinen 200er von der FZW über Kurbelwelle bis Triebsatz zu belasten. Unsere Lösung war dann eine ausgediente Wirbelstrombremse aus den kleinen Mercedes-Bussen(laufen auf 12 Volt) am /unterm Kipper zu montieren und per Gelenkwelle über die Heckzapfwelle das Gespann zusätzlich zu verzögern. Da hier alles rein mechanisch abläuft denke ich wirds meinem hochverehrten Triebsatz nicht schaden, der Abrieb an den Hinterreifen ist wahrscheinlich gestiegen. Nachteil der Eigenbaulösung: funktioniert eben nur mit diesem Hänger - weil der aber zu 80 % der Betriebsstunden gezogen wird, war es ein annehmbarer Kompromiss und heisse/stinkende Hängerbremsen sind seither Vergangenheit - und mit mir gehts sehr viel sehr steil bergab;-))

Hannes

Ps.: Die "Steuergerätebremse" wurde auch hier von Kollegen schon genutzt - teilweise um bei den Kompakt Steyr im Winter das Öl schneller aufzuheizen um überhaupt das Power-Shuttle zur Funktion zu überreden - längerfristig ein RICHTIG teurer Spass...

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Peter1545 antwortet um 25-07-2020 08:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Stimmt war ein Denkfehler. Aber das Getriebe wird nicht mehr belastet als bei einer Bergauffahrt. Auf einen steilen Berg fährt man langsam, also dürfte es nicht anders sein langsam Berg abfahren.

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habjoe antwortet um 25-07-2020 10:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Soweit ich informiert bin sind Retarder von Fendt nicht für den Gebrauch frei gegeben. Da logischerweise die Belastung für das Getriebe enorm steigt. So schnell wie man einen Berg hinauf fährt sollte man ihn auch wieder runter fahren (mit selbem Gewicht)

@Golfrabbit

Hab ich einen Denkfehler oder ist es nicht ziemlich egal ob man einen Retarder an der FZW oder HZW anschließt? Bei Stummel gehen ja zuerst zum Motor dann auf das Getriebe und dann zu den Rädern oder nicht?

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chn antwortet um 25-07-2020 10:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Hallo Golfrabbid

Kannst du mir bitte sagen welche Busse du da meinst. Ich bin auch schon länger am Überlegen ob ich so eine Bremse wie du sie beschrieben hast an meinen Kipper anbauen soll.
Vielen Dank
LG CHN

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jakob.r1 antwortet um 25-07-2020 11:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Grüße Euch, ein wenig wird es auch eine Kostenfrage sein. Wer sowieso Druckluft am Schlepper hat, der sollte so bis 500 Euro auskommen zum Einbau einer Auspuffinnenklappe. Der Retarder für die Frontzapfwelle hat zwar den Vorteil das er zugleich Frontgewicht darstellt, aber auf einer Messe ist mir mal ein Preis von um die 10Tausend Euro genannt worden. Ich kann mit der Auspuffklappe ca. zwei Gänge schneller bergabfahren als bergauf (bei gleichem Gewicht des Anhängers) ohne die Betriebsbremse zusätzlich benutzen zu müssen.
Beste Grüße
Jakob

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schellniesel antwortet um 25-07-2020 11:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Nur ganz kurz @jakob Thema #auspuffklappe, ausführlicher zu Thema eventuell später...

Auspuffklappe als motorstau ist mit Motoren die DPF haben nimmer ganz einfach! Erste einfachere Möglichkeit wäre vor Abgasreinigung und sensorik verbauen. Technisch schwierig. 2te Möglichkeit auch nicht ganz einfach geht aber unter Umständen auch, nur muss es der Hersteller softwaremäßig auch zulassen.

Sprich das Motorsteuergerät muss Bescheid kriegen das die motorstaubremse betätigt ist den sonst erfasst er über staudruck oder differenzdruck Sensor das der paetikelfilter zu wäre,....

Mfg

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dirma antwortet um 25-07-2020 12:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
@ habjoe:
stimmt, kein Denkfehler, auch wenn der Retarder an der Heckzapfwelle hängt, geht die Bremswirkung voll über den Triebsatz.
Ich verstehe trotzdem eines nicht, dass man sich bei Triebsatzschäden aufs Bremsen aussiredet, obwohl so ein, mit wenig Hubraum, weniger Zylinder, Turbo, Ladeluftkühlung, Commonrail,.... hochgezüchteter Motor, im Vergleich zur Zugkraft sehr wenig Motorbremswirkung hat.

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ek antwortet um 25-07-2020 12:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
Sind die Lagerstellen für hohe Belastungen in beide Richtngen ausgelegt?

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golfrabbit antwortet um 25-07-2020 19:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
@habjoe
Natürlich hast du recht, wahrscheinlich habe ich zuviel an meinen Lego-Technik-Unimog gedacht - da geht die Heckzapfwelle wirklich direkt über das Hinterachsdifferntial..., bin aber trotzdem zufrieden, da so mein Traktor kompakt in der Front bleibt, oder ich Frontlader und andere Frontgeräte ohne Einschränkung mitnehmen kann. Es stünde auch noch ein Triebachskipper zur Verfügung, wo wir den Retarder über die Kardanwelle rein auf den Hänger wirken lassen könnten - bei Leerfahrt aber evtl. schleudergefährdet.

@chn
Ist aus einem Unfall-Sprinter im Citybuseinsatz. Gebaut von Fa. Telma., habe ich auch schon in IVECO Dailys gesehen.

Hannes

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stromengl antwortet um 25-07-2020 22:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hydralik als Retarder missbrauchen.
@ golfrabbit
Hat dein Traktor eine Wegzapfwelle (keine Ahnung, ob sowas noch verbaut wird)?
Wenn vorhanden, so müsste diese zumindest nach dem Triebsatz angekoppelt sein, sonst würde ja die Drehzahl für eine Triebachse nicht passen.
Damit würden dann nur die Zahnräder hinter dem Triebsatz bei der Bremsung belastet.

Kann die Wirbelstrombremse bis nahezu Stillstand bremsen, oder ist eine gewisse Drehzahl notwendig?

VG, stromengl

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