CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?

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DJ111 12-01-2020 06:55 - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Humusaufbau ist das neue Trendwort und für Bodenaufbau, Fruchtbarkeit und als CO² Senke unbestritten.

Was ich aber kritisch sehe, ist dass Bauern für Geld fast alles tun und nun beginnen sich für CO²-Zertifikate zu prostituieren!

Humusgehalte werden festgestellt, dann wird mit verschiedenen Methoden versucht den Humusgehalt zu erhöhen und dann für die Differenz umgerechnet in t CO² für die Entsorgung Geld kassiert. Der Kohlenstoff soll ja möglichst auf "ewig" entsorgt werden, wie er auch mal bei den fossilen Rohstoffen war.
Soweit ist das ja alles noch legitim, weil es ja natürlich auch für den Boden gut ist und vielleicht sogar Ertragssteigerungen bringt.

Natürlich noch besser, wenn das viele Bauern machen und alle Flächen und Humusgehalte kartiert und entsprechend erhöht werden.

Bleibt nur die Frage, was passiert wenn in 10, oder 20, oder was weiß ich wie vielen Jahren, mal der Humusgehalt abnehmen sollte und somit die Bauern dann die Klimasünder werden mit den "Sünden" die sie sich Jahre zuvor von anderen gegen Geld eingetauscht haben????

Müssen dann Bauern für teures Geld selbst Zertifikate kaufen???
Wenn vielleicht die Stückpreise für Zertifikate auch noch steigen sollten, kann das ganz schön an die Substanz unserer Betriebsnachfolger gehen.... oder???

Humusaufbau JA, aber für Geld, gneriert aus der Prostitution für die Abgasentsorgung der ganzen Gesellschaft…. ???

Wer kann von uns Bauern garantieren, dass die erzielten hohen Humusgehalte für "ewig" als Kohlenstoffspeicher erhalten bleibt …???
Sonst macht es ja auch keinen Sinn, sondern verschiebt das Problem ja nur um einige Jahre in die Zukunft...!!!

Es sollte uns schon bewusst sein, dass uns die CO² Schuld in diesem Maße verkauft wird und wir im Falle einer künftigen Humusreduktion und somit C-Freisetzung wir selbst zur Verantwortung gezogen werden!!!
Wenn andere für die C-Verbrennung zahlen müssen, was glaubt ihr, wie lange es dauert bis auch die Bauern dafür zahlen müssen, zumal sie davor ja auch für die Entsorgung kassiert haben …???

… nur mal so zum Nachdenken fürn Sonntag ...


Vollmilch antwortet um 12-01-2020 07:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Guten Morgen!

Sollte jemals das Zertifikatesystem auf die Landwirtschaft ausgedehnt werden, dann ist natürlich klar, dass man bei Humusabbau (=CO2 - Freisetzung) Zertifikate kaufen muss und dass dadurch Kosten entstehen.

Zuerst muss man es überhaupt erst schaffen CO2 (wirklich) zu binden!
Die Bäume wachsen (sehr langsam und) nicht in den Himmel!

LG Vollmilch


schellniesel antwortet um 12-01-2020 08:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@dj111

Das System kaindorf ist mir ohnehin ein Dorn im Auge.
Viele Ungereimtheiten für mich..
Größter Nonsens ist es des es keine Rolle spielt wie der Kohlenstoffeintrag in die Böden geschieht.
In der Praxis, so wie sie es verkaufen und auch oftmals beraten wird, wäre es gar nicht abwegig wenn die Bilanz in Wahrheit sogar negativ ausfallen würde.


Deshalb gibts eigentlich nur einen Weg co2 auf (Landwirtschaftlichen)Flächen zu binden und das ist der flüssige Kohlenstoff Transfer in der Pflanze.

Bei der Zulassung für die Zertifikate wurde meiner Meinung nach also mächtig gepfuscht.

Auch die Ermittlung des Humuswertes ist nicht richtig da es nur um c Org geht.
und auch schier unmöglich festzustellen ob nun Dauerhumus aufgebaut wurde.

Für mich ist der Zertifikate Handel deshalb keine Option.

Ein positives hat es aber. Die, die Teilnehmen schauen so mehr auf ihren Boden.

Mfg




Vollmilch antwortet um 12-01-2020 09:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Kaindorf ist kein wirkliches Zertifikatesystem, eher greenwashing. (jedenfalls so wie ich das verstanden habe)

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 12-01-2020 13:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Durch den vielgepriesenen Humusaufbau sind aber auch "nur" 2 bis 3 % an CO2- Bindung mehr möglich ... viel spannender wird's, wenn die Weltmeere mit CO2 gesättigt sind (Man geht davon aus, dass Weltmeere 50% des CO2 aufnehmen) und dann mehr oder minder von heut auf morgen die CO2-Konzentration um 100% ansteigt.

Wenn sich was ändern soll, wird überall angesetzt werden müssen- Allemvorran bei der gesamten Mobilität .... Muss ja nicht zwangsweise mit Einschränkungen verbunden sein ....


Vollmilch antwortet um 12-01-2020 13:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@textad: 2 bis 3% von was?
Humusaufbau ist ja an und für sich schon eine gute Sache, dass damit CO2 gebunden werden kann ist ein positiver Nebeneffekt. 1 Tonne CO2 pro ha Ackerland könnte man meiner Meinung nach jährlich schaffen.
Das würde die CO2 - Bilanz der Landwirtschaft doch wesentlich verbessern!

LG Vollmilch


179781 antwortet um 12-01-2020 14:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Die Bedenken, die gleich in den ersten postings geäussert wurden sind auf jeden Fall zu beachten. Mit einer Art Zertifikatehandel für CO2 Speicherung kann man sich in etwas versteigen, was auf einmal ein Bumerang wird. Richtig ist es zu definieren, welche Massnahmen notwendig sind um richtigen Humusaufbau im Boden zu schaffen. Mit passender Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, richtig angewandter Technik, angepassten Tierbeständen und richtiger Düngung. Dafür kann man analog zu CO2 Abgaben für Ausstoß Geld verlangen für CO2 Bindung.
Das CO2 Thema ist eine einmalige Chance für die Landwirtschaft etwas positives zu erreichen. Es gibt so gut wie keinen Wirtschaftszweig, der überhaupt in der Lage ist mit seinem Produktionsverfahren gleichzeitig CO2 nachhaltig zu speichern. Das Wissen und Können dazu ist da, und diejenigen unter den Bauern, die sich darum nicht kümmern wollen, müssten auch relativ leicht zu überzeugen sein.
Was fehlt ist eine bäuerliche Vertretung, die sich auch wirklich für die Bauern einsetzt und dieses Thema in der Öffentlichkeit und der Politik stark vertritt und durchsetzen will.

Gottfried


mittermuehl antwortet um 12-01-2020 17:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Zertifikatesystem auf die Landwirtschaft für Landwirte wird es nicht geben. Zu kleine Strukturen, zu viel Verwaltung, nicht zu überwachen. Man wird das über Förderungen regeln. Wer eine wirtschaftsweise hat die keine CO2 Bindet wird einfach keine Förderung bekommen. Aus der Sicht der Landwirte wird sich nur in dem Punkt etwas ändern, das die Förderregeln andere sein werden.

Es macht aus der Sicht des Staates auch keinen Sinn eine förderungsabhängige Landwirtschaft zu unterstützen die auch noch CO2 freisetzt. Es macht aber Sinn eine Landiwrtschaft zu unterstützen die CO2 bindet. CO2 das in rentablen Industriezweigen entsteht.

Eine parteiunabhänige Vertretung der Bauern fehlt wirklich. Der Bauernbund vertritt zu einem großen Teil die ÖVP bei den Bauern. Und er vertritt auch die Bauern bei der ÖVP. Er ist keine unabhänige Bauernvertretung. Er hat sich auch nie, wie es bei Gewerkschaften doch vorkommt, gegen seine Mutterpartei gestellt.


Vollmilch antwortet um 12-01-2020 17:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
... jedenfalls nicht nach aussen hin sichtbar.

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 12-01-2020 17:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@ Vollmilch: 2 bis 3 % mehr Bindung an CO2 als bisher ... so hab ich das verstanden ...


179781 antwortet um 12-01-2020 18:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Nach aussen sichtbar wird in erster Linie, dass sich der BB von der Vertretung der Bauern weitgehend verabschiedet hat und nur mehr am Gängelband der Wirtschaftsvertreter hängt. Eigenständig etwas für Bauern durchsetzen war einmal, heute ist in erster Linie Lobbying für die Partei bei den schwarzen Wählern angesagt.
Für die Bauern ist das ein großer Schaden. Weil die glauben in großer Mehrheit, dass sie von denen vertreten werden, anstatt dass sie Parteizugehörigkeit und Standesvertretung endlich auseinanderhalten. Soll jeder wählen wen er will. Aber um die Anliegen des Berufsstandes durchzubringen, bräuchte es eine Vertretung, die sich ausschliesslich für die Interessen der Bauern einsetzt, egal ob es der einen oder anderen Partei passt oder nicht.
Aktuelle konkrete Beispiele gibt es ja. Das Thema um das es hier geht ist genau so eines. Habs ja schon geschrieben, in der CO2 Geschichte hätte die LW einen dicken Trumpf in der Hand. Von Seiten des BB kein Wort davon, passt ja nicht ins Konzept der übrigen Wirtschaft.
Das selbe bei der dauernden Verunglimpfung "die Kuh als Klimasünder". Da geistern Behauptungen und Zahlen herum, die völlig falsch sind. Wer von der offiziellen Bauernvertretung hat dazu bis jetzt den Mund aufgemacht, oder zumindest sich bemüht, wenigstens die eigenen Leute mit richtigen Zahlen und Argumenten zu unterstützen?

Gottfried



stef0901 antwortet um 12-01-2020 18:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Gottfried und Mittermuehl haben Einiges völlig richtig erkannt.
Leder gibt es auch Andere.
ein Sprichwort lautet: nur die Dümmsten Kälber suchen sich Ihre Schlächter selbst !


Vollmilch antwortet um 12-01-2020 18:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@textad4091: Wo wird CO2 momentan nachhaltig gebunden und zwar zusätzlich zu den Vorgängen in der Natur? Wenn es von der gesamten CO2 - Umsetzung (Photosynthese, Aufnahme im Meer) 2 bis 3% sind, ist das recht viel (denk ich). Und momentan auch sicher günstiger, großflächig machbar und risikoärmer als großtechnisches CCS.

Und Humusaufbau ist auch ein wichtiger Punkt zur Anpassung an den Klimawandel (unabhängig ob natürlich oder menschlich verursacht).

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 12-01-2020 18:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Ok, ich muss mich selbst korrigieren: Was ich meine ist, dass die "CO2- Bindung" von Humusreichen Böden bzw. wohl auch von Pflanzen nicht der große Klimaretter sein kann bzw. gehen meiner Meinung nach die Signale in die falsche Richtung- "Können eh so weitermachen wie bisher, schließlich brauchen eh die Pflanzen CO2 und der Boden bindest es ja auch noch ... "


Vollmilch antwortet um 12-01-2020 18:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
... Ja, das Potential liegt eher in den humusarmen Böden. Wenn die mal humusreich sind, ist das Potential erschöpft. ;-)

Der Boden KANN es binden, dazu muss man ihm aber auch die Gelegenheit dazu geben.

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 12-01-2020 20:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Ok, ich muss mich selbst korrigieren: Was ich meine ist, dass die "CO2- Bindung" von Humusreichen Böden bzw. wohl auch von Pflanzen nicht der große Klimaretter sein kann bzw. gehen meiner Meinung nach die Signale in die falsche Richtung- "Können eh so weitermachen wie bisher, schließlich brauchen eh die Pflanzen CO2 und der Boden bindest es ja auch noch ... "


schellniesel antwortet um 12-01-2020 21:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@vollmilch


https://www.oekoregion-kaindorf.at/index.php?id=187

Nun der Zertifikate Handel läuft nun mal so ab.

Du meinst aber die eigene lawi Produktion damit als co2 neutral zu deklarieren?!

Mfg


Vollmilch antwortet um 12-01-2020 22:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Mal abgesehen davon, wie diese "Zertifikate" legitimiert werden, sollte es beim Handel zu einer freien Preisbildung kommen. In Kaindorf kauft man sich eher ein Label um einen Fixpreis.

LG Vollmilch


Vollmilch antwortet um 13-01-2020 08:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Guten Morgen!

Ich schließe mich mittermuehls Meinung an, dass ein CO2 - Zertifikatesystem in der Landwirtschaft aufwendiger ist als einen Lenkungseffekt über Förderungen zu erreichen.
Da wäre es aber gut die Förderung "näher" an den Kohlenstoffhaushalt zu bringen. Humusbilanz oder auch Fernerkundung wären Möglichkeiten...

LG Vollmilch


ewald.w(88y8) antwortet um 13-01-2020 08:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
co2-freisetzung geschieht im wesentlichen durch die umwandlung von grünland-weideland-welches rund 70 prozent der nutzbaren landwirtschaftlichen fläche weltweit ausmacht, in ackerland.

es macht also durchaus sinn, die bestehenden ackerflächen ertragsstark zu nutzen und möglichst grünland , aber auch wald zu belassen.

wie sehr unsere österreichischen oder europäischen böden zu spielwiesen mit zertifikatehandel, bilanzen, untersuchungen etz werden wird sich zeigen.

wehren dagegen sollte unsere pflicht sein und hier gilt den deutschen bauern wirklich dank und anerkennung für ihren aktionismus .

800 km von bayern nach berlin zu fahren ist ein enormer aufwand.


mittermuehl antwortet um 13-01-2020 10:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@ textad4091 hat recht das man nicht die falschen Signale setzen sollte. CO2 vermeiden muß der 1. Schritt sein. Die Landwirtschaftz wird nicht den CO2-Austoß der gangen Industrie, der Verkehrs und der Heizungen binden können. Die Bauern sollten aber mit CO2-bindende Landwirtschaft in Postition bringen. Das würde auch ein mehr an Förderungen in den Augen der Gesellschaft erlauben. Eine Landwirtschaft die mehr Treibhausgase freisetzt als sie bindet wird in Österreich keine lange Zukunft haben. Schon um die Methanfreisetzung zu rechtfertigen sollte es eine gehörige CO2-Bindung geben.
In Summer reicht es warscheinlich wenn man auf 5 Jahre gesehen eine eindeutig aufbauende Humusbilanz hat. Jedes Jahr ist es bei Ackerbau-Wechselwiesenumbruch ja nicht möglich. Die AMA sollte auch den Ackerstatus nicht mehr an diesen Umbruch knüpfen. Ich habe einige Pachtflächen die ich nur Umbreche weil ich den Ackerstatus erhalten muß (Pachtvertrag). Aus CO2-Sicht ein absoluter Blödsinn


powerjosl antwortet um 13-01-2020 20:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Bezüglich CO2. Bindung wäre Dauergrünland noch besser Dauerweide eine der besten Möglichkeiten in der Landwirtschaft!
Müssten nur die Förderungen dementsprechend angepasst werden.
Für die derzeitige EU. Agrarloby wird das sicher kein Thema sein!


schellniesel antwortet um 13-01-2020 20:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Powerjosl

Nö!

Dauerweide ist nicht die Lösung! Mob grazing ist das Stichwort.

Mfg


falkandreas antwortet um 13-01-2020 20:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?

 


falkandreas antwortet um 13-01-2020 21:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
siehe link.
https://www.iva.de/iva-magazin/umwelt-verbraucher/kohlendioxid-schlucker-und-sauerstoff-kraftwerke-der-landwirtschaft
 


Vollmilch antwortet um 14-01-2020 08:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Guten Morgen!

@falkandreas: dein link zeigt ein interessantes Diagramm (leider ist die Quellenangabe dazu etwas ungenau, auf den Seiten vom BMU, BMELV könnte ich die genannten Zahlen so leider nicht finden).
- danach werden in der deutschen Landwirtschaft (inkl. Forst) jährlich 39 Millionen t CO2 gespeichert. Wo befinden sich diese gespeicherten Mengen? Lt. BMU im Forst und Holzprodukten 14,5 Mt, die restlichen 24,5 Mt müssten dann auf den 16,7 Millionen ha landwirtschaftlicher Fläche verteilt sein, also rund 1,5 t CO2 / ha! Das wäre ganz schön viel! - unglaublich viel!

Vielleicht lassen sich diese Zahlen irgendwie erklären, ich habe meine Zweifel, ob iva.de (Industrieverband Agrar) da eine verlässliche Quelle (diesbezüglich) ist.
Zur Position vom IVA: " Der IVA vertritt die Interessen der deutschen Pflanzenschutz- und Düngemittelindustrie gegenüber Politik, Verwaltung und Medien."

(falls der link ironisch gemeint war, bitte das nächste Mal für mich kennzeichnen!)

LG Vollmilch


joko68 antwortet um 14-01-2020 09:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Hallo
Humus aufbau steht da was im Regierungsprogramm?



Vollmilch antwortet um 14-01-2020 10:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Ja. Beim Agrarumweltprogramm steht auch der Humusaufbau drinnen. Was das genau bedeutet, steht aber nicht im Programm (sondern in den Sternen).

LG Vollmilch


falkandreas antwortet um 14-01-2020 10:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Ist insofern ironisch zu vverstehen das jede Gruppe für sich die Größte Co2 speicherung reklammiert. Forst,Grünland,Ackerbau. Was jedoch unumstritten ist ist die Tatsache das jede Pflanze je stärker das Wachstum ist umso mehr Co2 braucht die Pflanze.. Ob jetzt intensive oder extensive Landwirtschaft besser für die Umwelt ist versucht jeder so zu berechnen das es für ihn passt. Ich persönlich halte die ganzen Bereechnungen für nicht möglich. Gerade ein intensiver Viehbetrieb betreibt in der Regel massiven Humusaufbau


Juglans antwortet um 14-01-2020 10:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Durch Zukaufstroh und Soja...…
mfg


dietmar.s(2cz6) antwortet um 14-01-2020 11:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
https://de.wikipedia.org/wiki/Versauerung_der_Meere


Vollmilch antwortet um 14-01-2020 11:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
... ich denke von diesem "Gruppendenken" sollten wir weg.

Diese Berechnungen braucht man als Entscheidungsgrundlage, wo man ansetzen kann, was es bringt und was es kostet. Dabei geht es um Größenordnungen, nicht um 1Mt CO2 - Äquivalent auf oder ab.

In der Landwirtschaft haben wir die Möglichkeit durch Humusaufbau CO2 zu binden. Humusaufbau hat daneben auch viele andere Vorteile, die gerade bei zunehmenden Extremwetterereignissen vorteilhaft sind.

Humusaufbau ist aber nur sinnvoll, wenn er nicht mit Humusabbau auf anderen Flächen einhergeht. Sojaimporte und Strohzukauf,... sind keine Lösung.

LG Vollmilch


falkandreas antwortet um 14-01-2020 11:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Heist das jetz Viehhaltungmit Vollspalten und Raps Aktiprot Plus Einheimischen Soja ist die ideallösung.übrigens soll es angeblich auch Betriebe geben die Tierwohlställe haben und kein Stroh zukaufen


zweigelt antwortet um 14-01-2020 12:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
zum besseren Verständniss möchte ich hier ein bar Zahlen hereinstellen.

Mit jedem kg CO der in unseren Kulturpflanzen mit Hilfe der Sonneneinstrahlung eingebaut wird.
werden 3,67 kg CO2 aus der Luft entnommen und 1,07kg Sauerstoff abgegeben.
Der CO Gehalt unserer Kulturpflanzen liegt bei 40 - 49 % in der Trockensubstanz. (Je nach Glucose und Ölgehalt)

Also
10 to Trockensubstanz enthalten ca 4.3 t reinen Kohlenstoff x3,67 = 15,78 t Co2 Aufnahme /ha



Vollmilch antwortet um 14-01-2020 12:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Eigenes Stroh, eigenes Futter sind eine gute Lösung.

LG Vollmilch


falkandreas antwortet um 14-01-2020 12:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Vollmilch schreibt 1,5 t pro hektar wäre sehr viel du schreibst 1,5 t pro Tonne Ts was stimmt da jetzt,oder verwechsle ich da etwas


zweigelt antwortet um 14-01-2020 12:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Manche rechnen grob mit Biomasse x0,5
Also 20t Biomasse incl Feuchtigkeit = 10t CO2 Aufnahme/ha
Ist aber egal Dieser Kohlenstoff wird durch die Verrottung ,Verbrennung oder Verdauung
so und so wieder zu CO2 (Auch zugekauftes Stroh oder Futter)


hubhel antwortet um 14-01-2020 12:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@Dj111
Tja, das kurzdenken ist leider immer mehr üblich

Und wie sie alle hier gleich zu rechnen anfangen, ist fasse es nicht

Respekt vor deinem Beitrag, aber solange in der LW die Kasse klingelt, machen die Bauern sprichwörtlich ALLES

Und wenn der Tag eintritt, wie du vermutest, wird man sich wieder an den Grundeigentümern schadlos halten, so wie immer

Vielleicht sollten die Bauern einmal nachdenken, wenn sie Bäume schlägern, dass sie dafür vielleicht bald einen CO2 Ausgleich zahlen müssen, oder wie bei uns üblich, das x-fache wiederaufforsten müssen.
Hat schon einmal jemand daran gedacht, das sowas kommen könnte ?

In den Städten bei uns, muss man vorher ansuchen, wenn man auf Eigengrund im Garten einen Baum fällt, jeder, auch ein Privater.
Darauf wird ein Bescheid erstellt, wie beim Amt üblich, mit extremen Auflagen
Zumindest eine gleichwertige Bepflanzung ist das mindeste und natürlich kostet das Amt Geld, reichlich
Wien ist darin Vorreiter


Die Politiik war und ist immer schon erfinderisch gewesen, und es reicht ja schon, wenn die Werte der Humusaufnahme nach unten geändert werden, damit wieder Geld fließt
Die Gesichter möchte ich dann sehen,den vom ursprünglichen Betrag, den man erhalten hat, wird es ein vielfaches kosten
Das nennt man dann negativ wirtschaften :-)

Immer und überall werden die Grenzwerte herabgesetzt.
Dem Staat und der Wirtschaft geht es nicht um Ökobilanzen
Es geht nur ums Geld, dass man damit verdient !!


dietmar.s(2cz6) antwortet um 14-01-2020 13:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@hubel
mein Nachbar hat mir erzählt, dass das 18er Jahr das beste bisher war in der Konzerngeschichte und echt supa Konjunktur.
(Ökobilanzmäßig vermutlich das schädlichtste Jahr in der Firmengeschichte, zählt aber beim Finanzamt nix)






hubhel antwortet um 14-01-2020 13:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Man soll und muss etwas für die Umwelt tun, ganz klar, so kann es nicht weitergehen

Aber solange sich die Hauptverursacher "rauskaufen" können , wird das nie was

Und den Betrag, der für die Co2 Zertifik bezahlt wurde, den zahlt jeder Käufer mit dem Produktpreis aliquot mit


dietmar.s(2cz6) antwortet um 14-01-2020 13:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@hubel
also mußt schauen , dass du dabei bist bei jenen , die sich "rauskaufen" können. Wenn du darauf verzichtest, wird's für andere leichter dein Platzerl einzunehmen.


Vollmilch antwortet um 14-01-2020 13:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@falkandreas:
1 ha bindet im Jahr durchaus 15 t CO2 (10 t Trockenmasse), wie zweigelt schreibt. Wir Landwirte bauen aber nicht jedes Jahr neue Silos und speichern diesen gebundenen Kohlenstoff sondern wir verkaufen unsere Produkte und führen sie dem üblichen Kreislauf zu, in dem bei der Verdauung (durch Tier oder Mensch) wieder das gebundene CO2 freigesetzt wird.
Also soweit CO2 neutral.

Interessant wird es dann, wenn wir es schaffen längerfristig CO2 zu speichern. Humus wäre da eine Möglichkeit. Und da halte ich eine CO2 - Speicherung (nur in Humus) von 1t / ha pro Jahr für einen sehr guten Wert (wenn man auf externe Zufuhr organischer Substanz, die ja anderorts dann fehlt, verzichtet).

LG Vollmilch


zweigelt antwortet um 14-01-2020 13:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@ falkandreas
Meine Zahlen sind die Co2 Aufnahme oder auch Umsatz
Vollmilch schreibt von der Co2 Speicherung
Problem ist auch das mit verstärkter Zuführung von Humus das Bodenleben gefördert wird
und dadurch die CO2 Abgabe aus dem Boden wieder erhöht wird.
dadurch stellt sich je nach Zuführung von Kohlenstoff wieder ein Gleichgewicht ein.
Der Bodenhumusgehalt lässt sich daher nur begrenzt Steigern.
Einzig verkohlter Humus ist im Boden schwer angreifbar.


falkandreas antwortet um 14-01-2020 14:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Dh Bodenleben ist schlecht für die co2 Bilanz? :) was sagen die Fachleute unter euch zu meinem Lösungsvorschlag: Den Plastigmüll möglichst tief vergraben da ja der sehr viel Kohlenstoff enthält. Beim recycling gelangt er ja wieder in den Kreislauf? Und vielleicht ist er in tausenden jahren die neue Energieform?


dietmar.s(2cz6) antwortet um 14-01-2020 15:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
gute Idee, wenn dir jemand nachrennt mit einem Plastik Fetzen, hebst vorher eine Grube aus und sagst ihm dort hineinschmeissen. Wenn du sehr fleißig bist und talentiert, was du schon bewiesen hast , wird sie schnell voll sein.


mittermuehl antwortet um 14-01-2020 15:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Die Klimaerwärmung hilft ja eh Energiesparen... man heizt ja weniger.. ;

... . es gibt viele absurde Ideen zu dem Thema. In der zwischenzeit verbrenne Australien und Indonesien sauft ab. Beide Seite an Seite. Mit der selben Kohle-Politik. Man kann sich viel schönreden...




Vollmilch antwortet um 14-01-2020 15:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Beim Recycling von Kunststoff gelangt der Kunststoff wieder in den Kreislauf und nicht der Kohlenstoff. Erst bei der energetischen "Endnutzung" wird das fossile CO2 wieder frei und damit treibhausrelevant.

LG Vollmilch


hubhel antwortet um 14-01-2020 16:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@dietmar
Nö Danke
Mir sind diese falschen Typen und Firmen einfach nur zuwieder
Die scheren sich um nichts, machen mit dem Menschen und mit dem Planeten was sie wollen, aber die Welt gibt es nur einmal !

Und auch, weil immer die breite Masse dafür bezahlen muss


falkandreas antwortet um 14-01-2020 16:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
5% von Kunststoffmüll werden Recyclet 95 % verbrannt bzw deponiert


mittermuehl antwortet um 14-01-2020 16:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Wenn Kunststoff richtig verbrannt wird, ist das immer noch besser als Öl zu verbrennen. Über den Kunststoff wird das Öl wenigstens zweimal verwendet.


waldbiolux antwortet um 14-01-2020 18:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Wenn hier über langfristigen CO² Speicherung diskutiert wird, wurde noch nicht über die Speicherung
in Holzbauten geredet. 1 m³ Holz speichert 1 to CO² und dieses Holz langfristig verbaut, bindet es über die
gesamte Nutzungsdauer und dies kann über mehrere Jahrhundert sein.
Im Regierungsprogramm wurde deshalb auch die verstärkte Holzverwendung in öffentlichen Bauten
( Schulen ) vereinbart.


mittermuehl antwortet um 14-01-2020 18:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Holzbau ist eine guter CO2-Speicher.....
Dämmstoffe aus Stroh, Flachs usw. auch




Beton-Ziegel-Stahl setzt viel CO2 frei. Polystyrol auch...



Alte Häuser sanieren setzt auch weniger CO2 frei als Neubauten. Mein Wohnhaus ist2-300 Jahre alt. Stein-Ziegel-Holz. So eine lange Lebensdauer darf auch etwas CO2 kosten...


waldbiolux antwortet um 14-01-2020 18:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Die globale Zementindustrie ist nach China und den USA der größte CO² Emitent.
https://www.holzbauaustria.at › technik › 2018/12 › beton_groesster_co2-e...


179781 antwortet um 14-01-2020 19:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Wie geht sich die Rechnung aus, dass 1 m3 Holz, der vielleicht 0,8 t wiegt 1 t CO2 speichert?
Überhaupt wird bei dem Thema soviel mit Zahlen herumjongliert, dass man damit irritiert wird. Es gibt kaum wissenschaftlich belegte Zahlen zu dem Themenbereich. Das meiste ist mittels Inhaltsstoffen und Mengenströmen hochgerechnet.
Und was auf jeden Fall unterschieden werden muss ist CO2 AUFNAHME von Pflanzen und CO2 SPEICHERUNG im Boden. Letzteres ist das, was die Landwirtschaft ohne großen zusätzliche Aufwand leisten kann. Und das sollte sie auch in der Öffentlichkeit erklären, dann kann man dafür eine Gegenleistung verlangen.


Gottfried


Vollmilch antwortet um 14-01-2020 19:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Im Holz ist der Kohlenstoffanteil höher als im CO2. Umgerechnet auf CO2 ist deshalb mehr gespeichert.
Wenn ein Kilo Kohlenstoff verbrennt, entsteht 3,67 kg CO2, weil das Gewicht vom Sauerstoff dazukommt.

LG Vollmilch


DJ111 antwortet um 18-01-2020 06:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Die "freiwilligen" Zertifikatskäufe wie auch in Kaindorf, dienen ja in erster Linie den Käufern, da diese sich dann die CO² Neutralität kaufen und das dann auf ihren Produkten und Dienstleistungen ausloben können.

Das ist scheinbar ja mittlerweile wichtiger geworden als ein gutes, ein regionales oder gar ein Bio- Produkt.

Hauptsache irgendwie CO² neutral und die Welt ist gerettet ;-))


Peter06 antwortet um 18-01-2020 07:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Das heisst jetzt, Du hältst die Initiative "Humusaufbau" der teilnehmenden Landwirte für wertlos und auch für eine Täuschung der Öffentlichkeit?

Nur zur Klarstellung.


Vollmilch antwortet um 18-01-2020 07:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Guten Morgen!

Wenn die Zertifikate echt sind (also wirkliche CO2-Neutralität hergestellt wird) dann würde ich davon ausgehen, dass man damit eher die "Welt retten kann" als mit Bio oder "regional".

LG Vollmilch


reinhold.g(hbn7) antwortet um 18-01-2020 09:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
ich finde, daß nicht wir Bauern die CO2 Zertifikate handeln sollten. Der Staat, oder genauer die AMA sollten uns faire Beiträge zahlen für die CO2 Bindung, die wir durch die dieversen Auflagen und Produktionseinschränkungen ohnedies leisten müssen. Das soll dann nicht in den diversen "Förderungen für Bauern" untergehen, sondern als CO2 Beitrag ausgewiesen werden.


DJ111 antwortet um 18-01-2020 12:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@ Peter06:

Der Humusaufbau an und für sich ist natürlich eine Super Sache Für Boden und Umwelt und steht ausser Zweifel!

Nur insgesamt ist der Beobachtungszeitraum zu kurzfristig uns somit wieder mal nur Geschäftemachterei!

Meines Wissens findet die letzte Beprobung einige Jahre (ich glaub 10) nach Abschluss des "Humusaufbaues" statt.

Richtigerweise im Sinne des C-Speichers sollte der Humusgehalt ja dann auf "ewig" so hoch bleiben.

Was wenn der Humusgehalt dann nach - sagen wir mal - 15 Jahren wieder abgefallen sein sollte?

Muss der Landwirt dann selbst Zertifikate kaufen???

Normalerweise JA!

Wenn nicht, ist es ja wieder nur eine Täuschungsaktion oder eine zeitliche Verschiebung, da damit das C halt einige Jahre wieder in die Luft abgegeben wird... oder nicht ???


Vollmilch antwortet um 18-01-2020 14:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Eine zeitliche Verschiebung ist ja schon mal gut. Wenn ich aber auf einer Fläche Humus abbaue um auf der anderen (Zertifikat-) Fläche Humus aufbauen zu können, dann wird es "seltsam".

LG Vollmilch


ewald.w(88y8) antwortet um 18-01-2020 15:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
wird zeit, bei all dem herumeiern auch mal das kind beim namen zu nennen:

wenn die landwirtschaft einen substanziellen beitrag zum mumusaufbau machen soll, muss die förderung für mais, zuckeerübe und kartoffel --das sind die grossen brocken--zurückgefahren und jegliches grünland besser gefördert werden.

schlagbezogene periodische humusuntersuchungen und finanzielles abgelten in beide richtungen wäre doch irrsinn!


SEPPLPEPPL antwortet um 18-01-2020 15:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
ewald.w(88Y8), welche Förderung gibt es für Mais, Zuckerrübe und Kartoffel??


Vollmilch antwortet um 18-01-2020 16:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Ich denke einzelne Feldfrüchte braucht man da nicht beachten. Es gibt gute Programme, die für die gesamte Fruchtfolge eine Bilanz berechnen.

Neben dem Humuseffekt muss man auch bedenken, dass Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln sehr viel und effektiv CO2 binden und hohe Erträge liefern können. Gleichzeitig schaffen sie auch Zeit für intensiven Zwischenfrüchte.

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 18-01-2020 16:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
@ Vollmilch: Bei Kulturen mit kurzen umtriebszeiten/Jährlichen Kulturen bin ich da immer äußerst vorsichtig, was diversen Angaben zur Bindung von CO2 betrifft. Vor allem "grantig" gemacht hat mich einmal der Vergleich mit Wald/Bäumen ... Was im Zuge des Aufwandes ein wenig kurzsichtig ist, finde ich. Da kann man gleich sagen, Biogasanlagen sind sowieso unangefochten am "besten", weil ma da ja zuerst Mais haben (der CO2 bindet) und dann auch noch Energie draus gewinnen. Was direkt und indirekt verblasen wird, ist halt die andere Sache ...


falkandreas antwortet um 18-01-2020 16:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Wo ist da viel Zeit für zwischenfrüchte,meist wird nach diesen Früchten Weizen spätestens 2wochen nach der Ernte angebaut. Für bedenklich halte ich auch wenn ein Computerprogramm meinen humusaufau berechnet


Vollmilch antwortet um 18-01-2020 17:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
VOR den genannten Kulturen kann man Zwischenfrüchte bauen.

Natürlich ist eine repräsentative Bodenprobe aussagekräftiger als ein berechneter Wert. Ich bezweifle nur ob nicht die Kosten des amtlichen Probeziehers nicht den Ertrag übersteigen. ;-)

Noch cooler wäre natürlich die CO2 Bindung über Fernerkundung zu messen.

@textad4091: der Aufwand bei kurzlebigen Kulturen wird eh automatisch gegengerechnet, sobald das CO2 - Äquivalent seinen Preis hat.

Im Grünland ist das Potential zum Humusaufbau meiner Meinung nach nicht sehr groß.

LG Vollmilch




DJ111 antwortet um 18-01-2020 18:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Nebenbei finde ich es überhaupt bedenklich, den CO²-Ausstoß monetär zu bewerten …?

Man denke an die Geschichte von Rübenkontingenten, Milchontingenten u. ä. …



Vollmilch antwortet um 18-01-2020 18:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Ich finde es bedenklich, dass der CO2 - Ausstoß in vielen Bereichen kostenlos ist.

Man denke an den Klimawandel.

LG Vollmilch


DJ111 antwortet um 18-01-2020 18:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Ist hier zwar nicht ganz das Thema:
Warum eine neue CO²-Besteuerung, wenn eine Erhöhung der Mineralölsteuer doch den gleichen Effekt hätte? Vor alle sollte man die mal bei den Flugzeugen und Schiffen global einführen!!!


Vollmilch antwortet um 18-01-2020 19:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Weil es nicht nur um Treibstoffe geht! Es geht auch um Öl, Gas, Kohle beim Heizen, es geht um CO2 Emissionen in der Industrie, bei der Stromgewinnung und auch in der Landwirtschaft,... Und natürlich auch Luft- und Schifffahrt.

Und klar wäre ein globaler Ansatz besser (sogar notwendig), nur dafür sehe ich leider keinen Funken Hoffnung.

LG Vollmilch


mittermuehl antwortet um 18-01-2020 19:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
Und es geht um die Haltbarkeit von Konsumartikeln. Eine Waschmaschine die schnell Schrott ist, sollte mehr Steuerlast haben als eine die 15-20 Jahre halten kann ... sie sollte zumindesr zu reparieren sein... Die Waschmaschiene ist nur ein Beispiel.


Vollmilch antwortet um 18-01-2020 19:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO² Zertifikate als finanzielle Zeitbombe?
... natürlich! In allen Produkten steckt graue Energie drinnen. Dann wird es eben wirtschaftlich interessant nachwachsende Rohstoffe einzusetzen, Ökostrom zu kaufen, Dinge zu reparieren statt wegzuschmeissen, Kunststoff zu recycln, weniger Fleisch--und Milchprodukte zu essen,...

Das günstige Produkt ist dann nicht mehr das klimaschädliche Produkt.

LG Vollmilch


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