Entbürokratisiert enthornen

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eklips 11-12-2019 13:51 - E-Mail an User
Entbürokratisiert enthornen
Habe gerade das Ansuchen, den "Antrag auf betriebsbezogene Ausnahmegenehmigung für bestimmte Eingriffe" gem. Art. 18 Abs 1 der Verordnung (EU) 2018/848 an die zuständige Behörde
Amt der steiermärkischen Landesregierung Abteilung 8 Gesundheit, Pflege und Wissenschaft; Fachabteilung Gesundheit und Pflegemanagement, Referat Lebensmittelaufsicht; Friedrichgasse 9; 8010 Graz abgesendet.

Also kurzgefasst: Dreiseitiger Antrag, damit ich als Biobetrieb weiterhin Kälber enthornen darf.
Der Antrag ist von der Behörde zu bearbeiten. Dazu bedarf es einer Plausibilitätsprüfung durch die Kontrollstelle und dann gibt es einen Bescheid.
Danke allen Verantwortlichen für dieses Musterbeispiel an Entbürokartisierung!


Richard0808 antwortet um 11-12-2019 15:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Entbürokratisiert enthornen
@eklips stimmt es das es Sache der Amtstierärzte ist vor Ort zu Kontrollieren ob Enthornung am Betrieb notwendig ist oder nicht?



eklips antwortet um 11-12-2019 17:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Entbürokratisiert enthornen
@richard
Das weiß ich nicht. Laut Formular muss auf jeden Fall die Biokontrollstelle ihren Senf dazugeben.



xaver75 antwortet um 11-12-2019 17:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich kann mir schwer vorstellen, das die Handelsketten das mitmachen.
Der Kunde wünscht Milch von behornten Kühen.
Wieder ein paar mehr, welche auf den Konvi-Markt drängen, schade..... ,-)

mfg


meki4 antwortet um 11-12-2019 17:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Entbürokratisiert enthornen
Ich wünsche den Biobauern, das da was gscheites rauskommt.
Warum müssten die jetzt unter Gesundheitsgefährdung arbeiten?
Es heisst ja immer so schön - man soll keine Ding kaufen, die unter Gesundheitsgefährdung hergestellt werden (z.B. Textilien aus Bangladesch, . . . )
Da wird man in Zukunft auch Biomilch und Biorindfleisch meiden müssen, weil die Bauern das unter Gesundheitsrisiko produzieren müssten.
Das sollte mal ins Hirn jener Hornochsen vordringen, die solche Gesetze erfunden haben.
BG M.


KaGs antwortet um 11-12-2019 18:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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"Der Kunde wünscht Milch von behornten Kühen."
so Xafer75
Welche Kunden sagen das?
In Wirklichkeit geben die Handelsketten solche Forderungen raus, und behaupten, der Kunde wünscht es!
Ein halbwegs normaler Kunde weiß sehr wohl, warum die Hörner entfernt wurden!
Ganz persönlich wäre ich auch für Hörner, geht aber in der Regel in den Laufställen ja nicht mehr. Mir würde aber nie in den Sinn kommen, nur Milch von Kühen mit Hörnern zu kaufen.
Wenn denen das durchgeht mit dem Enthornungsverbot, dann fällt ihnen gleich wieder ein neuer Blödsinn ein, wo sie die Bauern auseinander dividieren können. Das ist ihnen nämlich wichtig! Nicht das gesundheitliche Wohl der Rinderhalter!


Idealist antwortet um 11-12-2019 19:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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was habt ihr denn,ist ja eigentlich EU-Gesetz seit 2008.wurde nur im land der vielen ausnahmen nicht ernst genommen.m.f.g.


CX antwortet um 11-12-2019 20:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Idealist, Du verstehst das Problem wirklich nicht! Gib lieber keinen Kommentar ab! Mfg!


Idealist antwortet um 11-12-2019 20:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@CX,was ist deiner Meinung nach das Problem?????M.f.G:


ameise antwortet um 11-12-2019 20:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich würde vorschlagen, kein einziger Biobauer macht das Ansuchen und wir enthornen trotzdem.
Dan sollen sie uns alle eine Sanktion geben!! Nur so kann man der Bürokratie entgegen wirken.
Leider haben schon einige angesucht.


ewald.w(88y8) antwortet um 12-12-2019 08:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Dass hier eindeutig Sicherheitsmassnahmen erschwert werden ist eine ungeheuerlichkeit und macht Landwirte zu Menschen zweiter Klasse.undenkbar in anderen berufsgruppen


svoboda12 antwortet um 12-12-2019 09:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@KaGs "Ein halbwegs normaler Kunde weiß sehr wohl, warum die Hörner entfernt wurden!"
Entweder gibt es für dich nicht viele halbwegs normale Kunden oder du hast nur Kontakt mit deinen landwirtschaftlichen Berufskollegen. Es gibt genug Kunden die nicht wissen warum die Tiere enthornt werden. Und auch bei den Landwirten gibt es immer verschiedene Gründe, warum jemand enthornt.

Warum soll das in den heutigen Laufställen nicht gehen?? Es gibt auch Aufstallungen für behornte Tiere.

Bei einem gebe ich dir recht. Sollte irgendein Gesetz durchgehen, dann kommen die Behörden mit dem nächsten Verbot daher. Ich denke jetzt z.B. an das Rauchverbot. Zuerst war in Behörden rauchen verboten, jetzt in der Gastronomie und in 10 Jahren darf man nur mehr zuhause rauchen und in 20 Jahren ist es generell verboten. Und dann beginnen wir mit dem Alkohol;) hat aber nichts mit dem Thema zu tun.


Berg1 antwortet um 12-12-2019 19:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Wo gibts dieses Formular?


KaGs antwortet um 12-12-2019 19:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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"Es gibt genug Kunden die nicht wissen warum die Tiere enthornt werden"
so Svoboda
Weil die Konsumenten voll verblödet werden mit schwachsinniger realitätsferner Werbung! Brauch ma eh nur die Schweinderlwerbung hernehmen als Beispiel. Bei den Milchpakerln glaubt man oft, die grasende Kuh ist persönlich drauf. Kann mich zu meiner aktiven Zeit noch erinnern, als der Unfallverhütungsdienst die Merkblätter über den Tisch geschoben hat. Da war klipp und klar von Enthornen die Rede. Jetzt auf einmal wär das Enthornen nicht mehr wichtig. Zählt das Wohl der Tierhalter weniger, als das Wohl der Rinder? Was jetzt, pro oder kontra, Hörner weg? Noch dazu wo die Rinder immer mehr dem Menschen entwöhnt werden durch die großen Viehbestände. Wennst dich so einem wildgewordenen Rind näherst, geht's oft gar nicht mehr ohne Narkosegewehr. Über die Verletzungen durch Hornstöße, ob beim Menschen oder anderen Tieren, wird wohl nicht viel nach außen kommen.
Jetzt noch wegen der EU. Will diesen Verein nicht beschönigen, aber überall hat die EU nicht schuld an so weltfremden Verordnungen! Wie entsteht so eine EU-Verordnung? Ganz einfach, alle Länder sind mit "Fachleuten" da vertreten. (bewusst unter Anführungszeichen gesetzt) Genau diese "Fachleute" reden hier jetzt daher, das nur die EU schuld ist dran. Ist aber nicht Landwirtschaft alleine betroffen von solchen Machenschaften. Der neueste Blödsinn betrifft ja die Katzen, Jetzt sollten die Freigänger an die Leine! Diese Verordnung wird sicher mal auch mit österreichischer Beteiligung entstanden sein! Die Hunde dürfen überall herum laufen, auch wenn ein Anlaßfall wieder eintritt. Dürfen auch wildern. Haben Narrenfreiheit! Aber die bösen Katzen gehören eliminiert!


mostkeks antwortet um 12-12-2019 20:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Was sagt die auva dazu? Wenn mein mitarbeiter (zb praktikant) durch ein behorntes tier verletzt wird weil ich mich als betriebsleiter gegen die enthornung entschieden habe. Und dann sagt ein sachverständiger das wäre ohne hörner nicht passiert...


dietmar.s(2cz6) antwortet um 12-12-2019 21:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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ich hatte mal ein Anliegen... Da gings um etwas, was mir die Unfallgefahr reduziert hätte. Hab dann mit der SVB gesprochen. Die haben dann trocken gemeint sie geben dazu kein Gutachten ab. Gab mir wieder einen wichtigen Einblick wie der Hase läuft.


Vollmilch antwortet um 13-12-2019 07:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Dietmar bringt hier ein (auch für mich) wichtiges Thema auf den Tisch: auch ich habe das Gefühl, dass die Sozialversicherung(en) wenig an Unfall--und Krankheitsvermeidung interessiert sind.

Ich kenne das von den Impfungen. Bezahlt wird nur, was bezahlt werden MUSS!

Selbst bei Kindern, mit nachweislich geschwächtem Immunsystem, wo Ärzte Impfungen und Prophylaxe verschreiben, muss man die Kosten zur Vorsorge selbst tragen. Da ist es vorteilhaft, wenn man genug Geld hat.

LG Vollmilch


Aequitas antwortet um 13-12-2019 08:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich enthorne schon lange meine Rinder und würde sicher nichts anderes mehr machen.

Wenn ich zurückdenke was es an Verletzungen in der Zeit gab als die Rinder noch behornt waren.
Meinen Vater wurde das Kiefer gebrochen und X Zähne verloren dabei.
Ein Nachbar kam früher mal zu uns um eine Kuh von unseren damaligen Sprungstier decken zu lassen, da hat ihm seine Kuh auch das Horn in die Lunge des Nachbarn gestossen.

Die schweren Verletzungen gäbe es jetzt in der enthornten Zeit nicht mehr.
Und ich denke es gibt viele die auf solche Unfälle zurückblicken können.

lg


Tiroleradler antwortet um 15-12-2019 17:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Originaltext von KaGs:
Zählt das Wohl der Tierhalter weniger, als das Wohl der Rinder?
Zitat Ende
Antwort: JA! (Natürlich). Oder als Umkehrschluß: das Wohl der Rinder geht über das Wohl des Tierhalters.

Zur Gesetzgebung: Das große Problem in meinen Augen ist, dass die NGo's, die Tierschutzvereine etc. ein
derart massives Lobbying betreiben, dass unsere Vertreter nicht im Stande sind entsprechend mit
Argumenten Überzeugungsarbeit entgegenzuhalten. Ob jetzt mangelndes Wollen oder Können
daran Schuld trägt ist widerum Ansichtssache.


meki4 antwortet um 15-12-2019 17:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Die ganzen Problemsachen werden halt jetzt hinausgezögert bis nach den GR und LK Wahlen - damit ja viele das Kreuzerl an der gewünschten Stelle machen - und danach kriegen wir wieder eine voll auf dem Deckel.
Mit der Weideverpflichtung werden viele Biobauern wieder in den konventionellen Markt gezwungen.


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