Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?

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mausilugner 10-03-2019 13:54 - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Hallo.
Da ja hier teilweise sehr gut vernetzte Leute sind, würde mich interessieren was bei euch so hinter den Kulissen bezüglich Mutterkuhprämie NEU geredet wird. Die Verhandlungen dazu sind ja voll im Gange.
Lt. meinen Informationen wird es jedoch diesmal mehr an die tatsächlichen geborenen Kälber und nicht nur auf die Kuhzahl gebunden.

LG



JD 6120 antwortet um 10-03-2019 14:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Ersten Informationen zufolge ist das in etwa so angedacht. Anscheinend sollen davon aber nur fleischrassetiere betroffen sein bzw muss das vatertier ein fleischrassestier sein, also fleckvieh nicht.


meki4 antwortet um 10-03-2019 15:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Als Mäster würde ich mich auch über eine Lösung freuen, das es wieder mehr Mutterkuhhaltung gäbe, damit wir wieder qualitative Einsteller bekommen würden.
a bissl nebenbei: weiß jemand von Euch, warum es die Mastprämie auf Stroh (€ 100,-) nur für Stiere gibt - und nicht für Kalbinnenmast? Wer ist an dieser Diskriminierung schuld?
BG M.


179781 antwortet um 10-03-2019 15:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Es gibt noch gar nichts konkretes. Nur die Aussage von verschiedenen Verantwortlichen in Politik und Standesvertretung, dass es in dem Bereich wieder eine Unterstützung geben soll. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es nicht sinnvoll ist, überall wo Futter für Kühe vorhanden ist, dieses ausschliesslich über Milchkühe zu verwerten.
Von Seiten der möglichen Empfänger einer angedachten Förderung gibt es allerdings noch viele verschiedene Meinungen wie das gehen soll. Da gehört als erstes und dringend angesetzt. Wenn man etwas erreichen will, muss EIN Vorschlag von ALLEN kommen, wie man das haben möchte. Da ist man auch gleich bei der Ursache warum Mutterkuhhalter in der letzten Periode durch den Rost gefallen sind. Es gibt keine Lobby die diesen Bereich ernsthaft vertritt. In die Hand genommen haben das jetzt die Vertreter verschiedener Erzeugergemeinschaften und der Fleischrinderzüchter und es sieht danach aus, dass sich etwas bewegt. Aber es gibt auch genug andere, teilweise viel stärkere Lobbys, die aus dem selben Topf Geld für ihre Leute locker machen wollen.
Eine Mutterkuhprämie wie gehabt kommt auf jeden Fall sicher nicht mehr. Die war auch falsch angelegt, weil sie nur dazu da war ein vorhandenes Budget auf möglichst viele Bauern zu verteilen. Was dazu geführt hat, dass viel Geld bei Förderungsoptimierern gelandet ist.
Was an ehesten umsetzbar ist, ist eine Unterstützung für Absetzer aus Mutterkuhhaltung die gewissen Qualitätskriterien entsprechen. Der Bezug auf bestimmte Rassen fällt alleine dadurch schon weg, weil man diese Ansprüche mit Kühen die auf Milch spezialisiert sind nicht hinbekommt. Also ist die mehrheitlich eingesetzte Rasse Fleckvieh-Zweinutzung nicht ausgeschlossen. Was auch gefordert wird, ist der Anspruch dass nur Vatertiere eingesetzt werden sollen, die eine positive Bewertung in der Fleischvererbung haben. Und wie man die Qualtätsanforderungen an die Absetzer definiert ist noch vieles offen. Aber auf jeden Fall wird es nur über den Weg der Förderung von Qualitätsproduktion möglich sein etwas umzusetzten. ´


Gottfried

@ meki: das was du ansprichst ist ein politisches Problem. Vielleicht freut es mich heut am Abend noch dazu genaueres zu schreiben.


jakob.r1 antwortet um 10-03-2019 16:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Grüße Euch, also ich kann nicht glauben das Österreich nochmal die Genehmigung bekommt eine Prämie für ein Produkt auszuloben welches eh schon im Überfluss produziert wird. Eher wird es vermehrt Prämien geben für extensive Wirtschaftsweise im Grünland und Ackerbau, damit bei den Überflussprodukten ein Anreiz gegeben wird die Produktion zurückzufahren. Da haben dann beide Seiten was davon. Einmal die Förderungsoptimierer die sich Nichtproduktion bezahlen lassen und einmal die Produzenten die durch Rücknahme der Menge mehr Erlös pro produzierte Einheit erwarten dürfen.
Beste Grüße
Jakob


JD 6120 antwortet um 10-03-2019 16:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Gottfried was das fleckvieh betrifft habe ich andere Informationen als du. Das heißt jetzt aber natürlich nicht dass das auch so kommt.


meki4 antwortet um 10-03-2019 17:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Hallo Jakob!
Ich sehe die Mutterkuhhaltung nicht als Überschußsegment. Ich bin weg von der Milch (. . . .), mäste jetzt Kalbinnen. Nur mit Ende der Mutterkuhprämie ist es immer schwieriger, genug qualitative Einsteller zu bekommen. Und mit den fertigen Kalbinnen muß ich niemanden nachlaufen. Der Einkäufer fragt immer wieder - wann hast du wieder eine Box.
Je mehr Mutterkühe, desto mehr besseres Ausgangsmaterial für die Mäster - sonst müssen wir immer mehr mit den Nebenprodukten (Kälber) der Milchkuhhalter arbeiten.
BG M.


2472660 antwortet um 10-03-2019 17:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
meki4, der markt regelt auch das.....


2472660 antwortet um 10-03-2019 17:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
in wahrheit haben wir in europa viel zu viele kälber (kalbinnenexporte, wertlose milchrassekälber,...) - da brauchen wir aus diesem blickwinkel betrachtet keine zusätzlichen mutterkühe....
findes es ökonomisch und ökologisch viel sinnvoller, kalbinnen oder ochsen auf den extensiven grünlandflächen zu halten als mutterkühe.
qualitätsprämie für fertige mastrinder (ochsen, kalbinnen) wäre viel sinnvoller (kriterien zb grünlandanteil, weide, fettklasse3+,...)


Hofknecht antwortet um 10-03-2019 17:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Es hat ja schon in der Vergangenheit "Experten" gegeben die einen Wegfall der MUKU Prämie als ausgeschlossen hingestellt haben. Und gekommen ist es dann ganz anders wie man gesehen hat.

Aber jedenfalls, ein zurückfallen in alte Muster und die Muku Prämie wie schon gewesen erneut einführen, möchte ich nicht. Viel lieber wärs mir wenn ein "weg von der Anbindehaltung" Standard für Mutterkuhherden wird! Sowas sollte dann auch gefördert werden.


meki4 antwortet um 10-03-2019 18:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Hallo 2472660!
Ich mäste Kalbinnen mit Grünland und auf Stroh, aber um die "Strohmastprämie" werden wir beschissen.
Weißt Du vielleicht, warum das so ist?
BG M.


Hofknecht antwortet um 10-03-2019 18:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@meki4 Ich schätze mal weil Stiermast nicht üblicherweise auf Stroh stattfindet sondern auf Spalten, und man dies durch die Prämie mehr in Richtung Tiefstreu/Tretmist-Stroh ändern möchte. Kalbinnenmast ist in der Regel oft mit Weide gekoppelt was tierfreundlicher ist im Vergleich zur Stiermast auf Spalten.


2472660 antwortet um 10-03-2019 18:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
ausser schlecht verhandelt bzw. wie oben erwähnt keine lobby fallen mir da auch keine objektiven gründe ein
ist wahrscheinlich genau so unfair wie der umstand, dass es auf grünland keine begrünungsprämie gibt...


179781 antwortet um 10-03-2019 18:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Die öfter zu dem Thema vorgebrachte Meinung mit dem Überschussprodukt ist im Bereich Mutterkuhhaltung falsch. Hier werden überwiegend hochwertige gut masttaugliche Jungrinder von besonderer Qualität erzeugt, oder gleich spezielle Fleischrinder, deren Fleisch ansonsten aus dem EU Ausland importiert wird. Also eine absolut wünschenswerte Sache. Dazu kommt, dass die Mehrheit der Mutterkuhbetriebe Grünland in schwierigen Lagen nutzt und gerade diese Betriebe ohne wirtschaftliche Perspektive in Zukunft aufgegeben werden. Genau letzteres ist etwas, was aber wohl kaum jemand will.
Das sehen jetzt auch viele Verantwortliche so, und das gibt ein bisschen Hoffnung, dass in dem Bereich in Zukunft wieder eine Förderung möglich wird.

Gottfried


peter.z(cgu8) antwortet um 10-03-2019 18:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Natürlich wärs ökologisch und ökonomisch sinnvoller Weidemast mit Kalbinen und Ochsen zu betreiben. Aber nur wen die Kälber auf dem Geburtsbetrieben abgetränkt werden, viele Landwirte sind aber nicht bereit für die Mehrarbeit und das erhöhte Risiko.
In der Schweiz haben wir im Bio Bereich die Problematik das 50 % der Kälber mit Bio Status im Konventionell Segmente landen, da der Biopreis gute 30 Cent höher ist als im Konventionell, zusätzlich sind F1 und Zweinutungsrassen so gut Bezahlt mit 75 kg das es nicht lukrativ ist diese 5 Monate selber abzutränken. Immerhin ist man bei den Milchbetonten Rassen soweit das es Projekte mit Aldi gibt.
Im EU raum wird der Export von Kälber einfacher und mit weniger Verluste machbar sein als schöne Einsteller.
Finde es Falsch das bei extensiver Mast davon gesprochen wird das dies auf extensiven Flächen erfolgt, ich finde das extensive hat mehr damit zu tun das nichts zugefüttert wird.


Harpo antwortet um 10-03-2019 22:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@2472660
Hast Du Deine Empfehlung in der Praxis schon umgesetzt??? Auf der Weide Fettklasse 3+wenn es Dir gelungen ist kannst Dich wieder melden mit Deinem Top Vorschlag.


textad4091 antwortet um 10-03-2019 22:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@ 2472660: "in wahrheit haben wir in europa viel zu viele kälber (kalbinnenexporte, wertlose milchrassekälber,...) - da brauchen wir aus diesem blickwinkel betrachtet keine zusätzlichen mutterkühe....
findes es ökonomisch und ökologisch viel sinnvoller, kalbinnen oder ochsen auf den extensiven grünlandflächen zu halten als mutterkühe."

Na eh, keine Frage, nur: Wie viele Mäster in Österreich würden es sich antun, die Kälber, die derzeit in Österreich in den Export gehen, zu mästen? Die hab ich recht schnell abgezählt ... vielleicht kann Meki4 mehr zur Ausmast von den derzeitigen Exportklassikern sagen? Da schau ich gleich, dass ich es im Stile von Jakob mache und so viel Förderung wie möglich mit allem anderen als Tierhaltung auf der Fläche, lukriere (sofern und soweit in Österreich möglich) - Und dann stell ich das rauf, wo ich am wenigsten Einsatz und Risiko hab. Was ich übertrieben sagen will: Es ist nicht die explizite Aufgabe der Mastbetriebe, Sameriter für männliche Absetzer reiner Milchleistungsrassen zu spielen (Kreuzungen ausgenommen).


yamahafzr antwortet um 11-03-2019 01:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Meki über welches Programm vermarktes du deine Kalbinnen ?? Wenn man nur Hofstätter , also unter 2 Jahre vermarktet ist der Preis für Kalbinnen gegenüber den Stieren schon eher gering!


meki4 antwortet um 11-03-2019 07:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Ich hab AMA-Gütesiegel. Mit Fa. Strohmer - geschlachtet werden die bei Fa. Marcher und gehen meist zu Spar. Preis ist Stierpreis.
Mit der Ausmast von Milchrassekälbern kann ich nicht mitreden, weil ich ja nur Kalbinnen mäste - und von den Milchrassen ja nur die männlichen als "ungewolltes Beiprodukt" anfallen.
Als ich noch Milchbauer war, hatten wir auch enige Schwarzbunte. Die Stierl haben wir versucht als Milchmastkälber, gezwickt als Ochsen zu mästen - mit unterschiedlichem Erfolg. Mancher wurde gut fleischig - andere blieben immer ein Kleiderständer.
BG M.


mountainbiker antwortet um 11-03-2019 09:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Meki da ich in ein paar Jahren in Pension gehe,und mein Sohn und seine Freundin eine gute bezahlte Arbeit haben, sind wir
auf der Suche nach einer Alternative zur Milchvieh Haltung, Ochsen Mast ist kaum noch möglich weil man fast keine Einsteller mehr bekommt,darum täte ich gerne Wissen wie das mit der Kalbinnen Mast aussieht. Wir würden ein Rein Raus Verfahren bevorzugen, gibt es Händler die dir ca. 30 Kalbinnen auf einmal herstellen könnten? Arbeitest du auf Basis Tagegeld? Oder musst du sie kaufen?
Vielleicht könnten wir einmal Kontakt aufnehmen.
Ich weiß das hat jetzt nichts mit dem Thema Mutterkuh Prämie zu tun würde mich aber trotzdem über eine Antwort freuen.
MFG. MOUNTAINBIKER


MC122 antwortet um 11-03-2019 10:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Hallo,

Jetzt bin ich schon verwundert. Es wird immer geredet es gibt zu wenig Einsteller. Ein Großteil unserer Einsteller letztes Jahr ging nach Italien weil in Österreich kein Bedarf war. Waren alles fleischbetonte Fleck oder Charolais Kreuzungen mit Tageszunahmen zwischen 1,4 und 1,8 kg pro Tag - also keine schlechte Ware.


jakob.r1 antwortet um 11-03-2019 10:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Grüß Dich Mountainbiker, -- mache es doch betriebswirtschaftlich einfach so, das Du Deinen voraussichtlichen Stundenlohn nach der Umstellung ermittelst und danach die Umstellung angehst. Da werden dann alle Arten von Tierhaltung ziemlich alt aussehen. Wenn Du ein paar verrückte Nachbarbetriebe hast, die sehr hohe Pachtpreise zahlen, wäre verpachten die erste Option, weil dies sicher die höchste Stundenentlohnung einbringt. Ansonsten einfach Förderprämienoptimierung betreiben und mit geringstem Aufwand maximale Stundenlöhne generieren.
Beste Grüße
Jakob



fgh antwortet um 11-03-2019 10:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@meki4:
Weil es mehr Stiermäster als Kalbinnenmäster, vor allem mit weit höheren Stückzahlen und wir ja immer auf die kleinen Strukturen Rücksicht nehmen... sprich bessere Lobby.

Meine Letztinfo war, dass es überhaupt nicht sicher ist, dass da noch was kommt...


textad4091 antwortet um 11-03-2019 11:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@ MC122: Wie werden die Einsteller vermarktet? Ab Hof/via Händler oder St. Donat?


MC122 antwortet um 11-03-2019 11:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@textad: Vermarktung über die BVG Kärntner Fleisch


179781 antwortet um 11-03-2019 12:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Das dürfte eher eine Preisfrage sein bei den Einstellern von C 122. Solche Tiere werden auch von österreichischen Mästern stark nachgefragt. Aber für die beschriebenen Qualitäten gibt es in Italien einen Markt, wo deutlich mehr zu erlösen ist als bei uns. Deshalb gehen die auch dort hin. Ganz einfach weil die italienischen Mäster Preise bezahlen können, wo die unseren nicht mitkönnen.
Genau das ist aber etwas, warum es sinnvoll ist, wenn es auch Betriebe gibt, die mit ihren Kühen solche Produkte erzeugen. Die machen Wertschöpfung. Wenn man die dazu zwingen will stattdessen Milch zu erzeugen, dann machen sie nur Umsatz.

Gottfried


tomsawyer antwortet um 11-03-2019 19:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Bin gespannt wie viele ehemalige Zuchtkalbinnenaufzieher auf Kalbinnen Mast umsteigen. Ich glaub da wird es dann genug gemästete Kalbinnen geben, vorausgesetzt man bekommt gute weibliche Kälber. Ich als Zuchtkälber Verkäufer belege bereits Fleischrassen auf meine Kühe, den Zuchtkälber kosten derzeit nichts und die Zuchtkalbinnen kosten auch viel zu wenig.


Fallkerbe antwortet um 11-03-2019 19:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@179781
wer zwingt jemanden, Milch zu erzeugen?





meki4 antwortet um 11-03-2019 19:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Die Versorgung mit Einstellern ist in letzter Zeit eh wieder besser - da hab ich nach 1 oder 3 Tagen wieder welche bekommen. Vorher waren es teilweise bis 4 Wo. Leerstand der Quarantänebox.
Es ist zukunftsweisend, das Milchbauern einen Teil der Kühe mit Fleischrassen belegen.
Schön langsam sehen die Bauern, das die Zuchtverbände nur kassieren wollen, aber wenig für die Mitglieder leisten.
BG M.


JD 6120 antwortet um 11-03-2019 19:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@ meki Das hat wohl kaum etwas mit den Zuchtverbänden zu tun sondern wohl eher mit zuviel angebot. Ist dir eigentlich bekannt dass die Zuchtverbände die exporttiere zt monatelang vorfinanzieren damit die Bauern ihr Geld bekommen?


JD 6120 antwortet um 11-03-2019 19:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@ meki Das hat wohl kaum etwas mit den Zuchtverbänden zu tun sondern wohl eher mit zuviel angebot. Ist dir eigentlich bekannt dass die Zuchtverbände die exporttiere zt monatelang vorfinanzieren damit die Bauern ihr Geld bekommen?


meki4 antwortet um 11-03-2019 20:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Das mag eh so sein, ist eine gute Sache für die Züchter. Andrerseits werden bei den Viehmärkten immer höhere Gebüren verrechnet - für immer weniger Gegenleistung.
In NÖ ist der GF vom Zuchtverband auch GF vom LKV - arbeitet der auch 80 h pro Woche für seine 2 Bonzengehälter? Umd wenn man ein Problem hatte -"da kann man nix machen" - für was ist er den der Chef?


2472660 antwortet um 11-03-2019 20:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
harpo, textad,...
ich will ja darauf hinaus, dass eben die milchkühe nicht mehr soviel mit milchrassen belegt werden, sondern mit fleischrassen und dann der überschuss an exportkalbinnen und hf-stierkälbern geringer wird.

und ich sag ja nicht, dass es reine weidefütterung sein muss, aber einen gewissen anteil als förderkriterium sehe ich sinnvoll


179781 antwortet um 11-03-2019 20:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@fallkerbe: Zwingen ist übertrieben formuliert. Aber bei den Verhandlungen für die jetzt laufende Förderperiode ist die Abschaffung der MK Prämie unter anderem von dem Argument begleitet worden: "Die sollen ihre Kühe melken, dann brauchen sie eh keine Prämie" Wenn der Schmarrn von einem Vertreter der Rübenbauern wäre, dann könnte ich das noch verstehen, weil der will das Geld auf seine Seite ziehen. Aber diese Aussage ist in ziemlich ähnlicher Form von mehreren hochrangigen Vertretern der Milchproduzenten gekommen. In einen ohnhin mit Übermengen strapazierten Markt noch mehr Produzenten hineinzutreiben: da sieht man, wie weit die in Sachen Marketing neben den Schuhen stehen.

Gottfried


mausilugner antwortet um 11-03-2019 21:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Es wird wohl (leider) wieder die stärkere Lobby das Rennen machen.
Würde mich auch nicht wundern wenn die Bio Prämien sinken.


Kernarnold antwortet um 13-03-2019 08:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Was ich mich erinnern kann, ist eine Finanzierung der Maßnahme Mk-Haltung durch eine Reduzierung der Flachenprämien über 30ha angedacht.

MfG Arnold Kern


179781 antwortet um 13-03-2019 09:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Das ist ein Vorschlag, der auch schon gekommen ist. Der ist auch bei Leuten beliebt, die eine MK Prämie verhindern wollen. Weil mit dem Argument Flächenprämie kürzen bringt man sehr viele dagegen auf, dass mit dem so eingesparten Geld jemand eine spezielle Förderung bekommen soll. Ganz egal ob das eine Tierart, oder die Rüben oder sonst wer sein soll.
Generell ist aber quer über alle politischen Vertreter eine große Mehrheit dafür, dass in der neuen GAP eine Degression bei den Flächenprämien nach Betriebsgrößen kommen soll. Ist aus meiner Sicht auch richtig so. Weil ein Betrieb der 200 ha Fläche bewirtschaftet schon eine ordentliche Fixkostendegression hat, gegenüber einem mit 50 ha. Und bei 2000 ha ist da noch einmal etwas drin.
Nur die Vertreter der Landwirtschaft lehnen sich massiv gegen so etwas auf. Weil die sind eben von Lobbys der Agrarindustrie stark beeinflusst. Da geschehen dann solche Sachen, wie dass der saubere Herr Orban in Brüssel deponiert, dass er sogar bereit wäre mehr Geld in die böse EU einzuzahlen, damit nur ja die Förderung der Großbetriebe beibehalten wird. Wenn man dazu noch weiß, dass sein Schwiegersohn über etwa 400.000 ha Land verfügt, und die Mehrzahl der anderen Großbetriebe in HU Freude des Machthabers sind, dann versteht man diesen Winkelzug.

Gottfried


2472660 antwortet um 13-03-2019 10:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
ich bin grundsätzlich auch dafür, dass mehr prämien in richtung produktion gekoppelt werden und die flächenabhängigkeit der förderungen reduziert wird, weil das ist förderung von besitz und nicht von bewirtschaftung!! (klingelts da auch?? wo der wind herweht....)
aber da gäbs mm. mehrere (auch sinnvollere) möglichkeiten, als das nur auf die MUKU-prämie zu reduzieren (eben die erwähnte grünlandbasierte qualitäts-rindfleischproduktion auf GVE bezogen, berücksichtigung der arbeitskräfteanzahl, ...)


Ziegenbua antwortet um 13-03-2019 11:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
2472660 dein letzter Vorschlag gefällt mir: warum soll man einen Betrieb mit einem Betriebsführer und meinetwegen noch einer Teilzeitkraft für Arbeitsspitzen mehr Förderung zukommen lassen als den durchschnittlichen Netto-Jahreslohn eines Vollzeitfacharbeiters?
Natürlich wird es dann schwierig sowas EU-weit anzugleichen, weil ein Rumäne deutlich weniger bekäme als ein Deutscher. Dafür würde der Deutsche aber in Deutschland bleiben und den Rumänen ihr Land selbst bewirtschaften lassen - was er ja eigentlich macht, nur die Föderung und Ernteabrechnung laufen über sein Konto.


eklips antwortet um 13-03-2019 11:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
ich bin als Nicht-Mukuhalter dafür, dass der Muku-Haltung wieder ein Zuckerl geboten werden sollte.
Generell fürchte ich, dass das Regierungswörding auch bei den Finanzverhandlungen greifen wird und das wird dann in etwa so klingen: Wir wollen die Eigenverantwortung der Bäuerinnen und Bauern in diesem Land stärken und unnötige Abhängigkeiten von Subventionen verringern. Darüber hinaus wollen wir Unterstützung dafür bieten, dass die Bäuerinnen und Bauern bei der Entwicklung ihrer Talente am freien Markt ncht behindert werden und sie sämtliche Chancen ungehindert nützen können.....Um die Gefahr zu vermeiden, dass die Falschen in Genuss staatlicher Leistungen kommen, haben wir uns dazu entschlossen.....


Vollmilch antwortet um 13-03-2019 11:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Warum sollte eine spezielle Produktionssparte gefördert werden?
Ich verstehe es bei "Eiweißpflanzen" - Verringerung von Importabhängigkeit, aber bei Mutterkühen?

LG Vollmilch


2472660 antwortet um 13-03-2019 11:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
....du solltest dich bei der regierung bewerben, eklips! du hast echt talent !!
wir haben auch bei qualitätsrindfleisch importbedarf (aber eben nicht bei jungrind...) und einen bedarf, bewirtschaftungsanreize für grünland in ungunstlagen zu schaffen


2472660 antwortet um 13-03-2019 11:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
das "problem" ist in gewisser weise nur, dass wir us-soja und us-beef aufs aug gedrückt bekommen durch trumps handelspolitik - daher muss auch ein bedarf an diesen dingen generiert werden und die eigenversorgung ist gar nicht so gewünscht....


Vollmilch antwortet um 13-03-2019 11:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Bewirtschaftungsanreize im Grünland muss man aber nicht zwangsweise durch Mutterkühe schaffen. Das geht doch auch über Flächenprämien.

Dass wir bei Qualitätsrindfleisch Importbedarf haben, war mir nicht bekannt. Da sollte man bei der Förderung von Mutterkühen auch entsprechende Qualitätskriterien festlegen.

LG Vollmilch


2472660 antwortet um 13-03-2019 11:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
schau in die ganzen steakhäuser und gehobene gastronomie, da findest sogut wir nirgends österr. fleisch, schon gar kein jungrind
flächenprämien sind förderungen für grundbesitzer (sind mehr oder weniger durchreichungsposten beim pachten) und mit dem strukturwandel steigt der pachtflächenanteil kontinuierlich in der aktiven landwirtschaft


Vollmilch antwortet um 13-03-2019 11:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
In die "gehobene Gastronomie", die du meinst, komme ich fast nie.
Der Pächter ist übrigens der GRUNDBESITZER. Du meinst sicher den Grundeigentümer. Wenn der Pächter bereit ist (trotz erschwerter Bewirtschaftung), die Förderungen an den Verpächter weiterzugeben, ist er aber selber Schuld. Der Öffentlichkeit ist in dem Fall nur wichtig, dass die Flächen bewirtschaftet werden. Wer dafür das Geld letztendlich einstreift, wird der Öffentlichkeit wurscht sein.

LG Vollmilch


2472660 antwortet um 13-03-2019 12:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
...aber als aktiver landwirt ist es mir nicht wurscht...
es ist unbestritten, dass flächenprämien unweigerlich zu erhöhung der pachtpreise beitragen und viele kapieren nicht, dass wir uns da gerne vor den karren der (gross)grundEIGENTÜMER spannen lassen...


179781 antwortet um 13-03-2019 12:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Man könnte so etwas auch über eine Flächenprämie fördern, wie Vollmilch meint. Nur bringt man damit einen wesentlichen Teil des Geldes aus der LW hinaus. Fast überall wo Pachtflächen bewirtschaftet werden, kassieren die Verpächter alle Flächenprämien. Und der Pachtflächenanteil bewegt sich mit steigender Geschwindigkeit gegen 50 %.
Deshalb werden pauschale Flächenprämien eher verringert werden und damit Spielraum für andere Massnahmen geschaffen werden. Man kann dann im Grünlandbereich schon überlegen, was man am besten macht. In der MIlchproduktion zusätzliche Anreize zu schaffen ist kontraproduktiv, das sollte eigentich jeder, der halbwegs kaufmännisch denken kann erkennen. Es gäbe ja auch andere Wiederkäuer, die man dazu einspannen kann und bedingt auch Pferde oder Geflügel. Aber Rinder sind in Österreich auch vermartkungstechnisch einmal ein Schwerpunkt. Also bieten sie sich hier besonders an. Und diejenigen, die da meinen, das geht dann eh mit Kalbinnen und Ochsen noch besser, vergleiche ich mit Leuten die behaupten, man braucht keine Milchkühe, weil die Milch gibt es eh beim Hofer oder Billa zu kaufen. Wo sollen ordentlich Kalbinnen oder Ochsen herkommen für Weidehaltung? Aus der Milchviehhaltung kommt da nur sehr bedingt etwas, das zur Fleischproduktion taugt.
Wenn man von einem Potential von um die 100.000 Kühe in Österreich ausgeht, die in Mutterkuhhaltung genutzt werden, ist das ja kein so Betriebszweig, denn man einfach nicht mehr haben will. Da sind sehr viele Betriebe dahinter, die genau deshalb noch bewirtschaftet werden, weil eine Einkommenskombination aus extensiver Viehwirtschaft, Forst, Fremdenverkehr und ev. einem Zuerwerb gut funktioniert. Wenn man denen ein wichtiges Standbein abdrehen will, dann ist das das Aus für den ganzen Betrieb. Und damit verschwinden in Gebieten, die ohnehin von Abwanderung bedroht sind noch zusätzlich Arbeitsplätze.

Gottfried




2472660 antwortet um 13-03-2019 13:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
in deutschland verbietet ein bundesland nach dem anderen die tierexporte - das thema ist auch in der gesellschaft sehr relevant.
warum soll aus den überwiegend fleckviehdominierten milchwirtschaft mit gebrauchskreuzungen keine ordentlichen kalbinnen und ochsen zu kriegen sein - viel mutterkuhhaltung wird auch mit fleckvieh betrieben....

beim rest geb ich dir aber voll und ganz recht, gottfried!



Vollmilch antwortet um 13-03-2019 13:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Ich wage zu bezweifeln, dass sich bei der Umschichtung von der Flächenförderung auf "Produktförderung" oder "arbeitskräftebezogene Förderung" eine große Auswirkung auf den (zum Teil) überhöhten Pachtzins ergibt.
Es wird soviel Pachtzins bezahlt, wie es "gerade noch geht" und soviel, dass der Nachbar die Fläche nicht bekommt.

Aber man kann es gerne (wieder) mal mit Produktförderung probieren!

Übrigens verkauft die "gehobene Gastronomie" vielleicht gerne das argentinische Steak, weil man damit Exklusivität vermitteln will. Mit Qualität hat das unter Umständen gar nichts zu tun. Es ist ja (gefühlt) nicht so, dass es bei uns kein Angus beef oder Hochlandrind geben würde.
Aber mit (gehobenen) Rindfleischansprüchen kenne ich mich wirklich nicht aus.

LG Vollmilch


179781 antwortet um 13-03-2019 19:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Die "gehobene Gastronomie" ist ein eigenes Thema. Die können auch mit besonderen Qualitäten aus Österreich die gewünschte Exklusivität vermitteln. Und es gibt auch welche die das machen. Aber die Mehrheit der Gastronomie Küchen kauft beim Großhandel ein und zwar das, was am billigsten zu kriegen ist. Und da sind die Südamerikaner ganz stark vertreten. Dort kostet Schlachtvieh um etwa 30 % weniger als bei uns. Und die Kosten für Schlachtung und Verarbeitung sind auch viel niedriger.
Aber das alleine macht die Qualitätsansprüche an die Schlachttiere gar nicht aus. Wir importieren in die EU mehr Rindfleisch als wir exportieren. Der Saldo ist bei etwa - 2 %. Da gehen aber nicht auf einer Seite Schlachthälften herein und auf der anderen hinaus. Es werden mengenmässig hauptsächlich hochwertige Teile importiert und auf der anderen Seite schwache Qualitäten exportiert. Mit hochwertigen Schlachttieren, wie sie mit Mutterkühen hauptsächlich erzeugt werden, kann man da ein wenig dagegenhalten und etwas produzieren, was im Inland gut zu vermarkten ist, anstatt Massenware, die zu Dumpingpreisen verschachert werden muss.

Gottfried



falkandreas antwortet um 13-03-2019 20:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Ich glaube da verwechseln einige die Rindfleischqualitäten. Ein Rind hat ein Vorderviertel und ein Hinterviertel,und die Vorderviertel können in Europa nicht zur Gänze abgesetzt werden. Darum werden sie exportiert und Hochwertiges Fleisch aus Hinterviertel gibt es zeitweise zuwenig( Lungenbraten, Steak usw) ich habe in Österreich noch nie Gulaschfleisch aus Argentinien gesehen. Auch aus dem besten charolaisstier wirst du aus dem Vorderviertel keinen Lungenbraten rausbringen. Wenn wer glaubt ein Steak von einem Jungrind ( 12 Monate alt) kann einen Rindfleischesser begeistern wird enttäuscht sein weil dem noch der typische Rindfleischgeschmack fehlt. Warum mit Kälbern aus der Milchviehhaltung keine Spitzenqualitäten erzeugt werden können verstehe ich nicht. Der große Vorteil von Fleisch aus Übersee ist der lange Transport weil da die nötige Reifezeit automatisch gegeben ist.


meki4 antwortet um 13-03-2019 21:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Hast Du schon mal ein HF Stierkalb zu einem Stier gemästet? Die Fleischqualität ist sicher gut - aber höherer Knochenanteil und schlechte Ausschlachtung und Klassifizierung.
Das ist ungefähr so wie die Mast von Hähnen von Legerassen - die brauchen auch fast doppelt so lange wie ein richtiges Masthendl.
Ic hab bei meinen Einsteller auch reine Fleck dabei, Fleck mit Fleischrasse und reine Fleischrassenkreuzungen. Manche Fleck Kalbin (wahrscheinlich von Milchbetrieben) werden auch nicht viel besser als HF.
Deswegen würde ich mich über eine neue Ausgleichszahlung für Mutterkuhhaltung freuen, damit es wieder mehr hochwertige Einsteller gibt.
BG M.


meki4 antwortet um 13-03-2019 21:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Hallo mountainbiker!
Ist meine PN angekommen - oder funktioniert das auch nicht mehr seit dem neuen System?


falkandreas antwortet um 13-03-2019 21:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Ich mäste nur Kälber aus Milchviehbetrieben aber natürlich fast nur Fleckvieh aber ca. 2% Rf sind auch dabei.Was verstehst du unter Fleck mit Fleischrasse und reine Fleischrassekreuzungen,wird da zB charolais mit blau weis gekreuzt??


meki4 antwortet um 13-03-2019 21:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Mutter Fleck - Vater Fleischrasse, alle nur möglichen Variationen schon gehabt.
Von Fleischrasse kreuzungen hatte ich schon alles mögliche - z.B. zuletzt 6 Stk. BAxLI oder LIxWB oder PIxWB oder PIxLI, . . . .
Die Fleck mit einem versteckten RH-Anteil sind auch meist so Kleiderständer.
reine Fleck werden vielleicht was, wennst von klein weg Vollgas mit Maissilage fütterst.
Bei mir nur mit Grassilage bleiben sie immer hinten.
BG M.


falkandreas antwortet um 13-03-2019 21:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Li Kreuzungen mag ich garnicht, zu kleinrahmig,da kann eine Hf-Fv Kreuzung wesentlich besser sein.Meinst du mit Pi Pinzgauer oder Piemonteser,weil Pinzgauer sind alles andere als eine Fleischrasse,die Kosten nicht mehr als Schwarzbunte


179781 antwortet um 14-03-2019 01:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Der meki spricht etwas an, was den wenigsten bewusst ist: Je mehr ein Rind Richtung Umsatztyp gezüchtet wird umso weniger taugt es zur Mast. Die Futterverwertung wird schlechter, der Fleischanteil am Schlachtkörper geringer, besonders bei den wertvollen Teilstücken.
Gebrauchskreuzung mit passenden Fleischrassen kann bei Kühen die noch halbwegs im Zweinutzungstyp stehen hier einiges verbessern. Aber das wird nur in geringem Umfang gemacht. Die Mäster müssen mit dem zufrieden sein, was sie an Nebenprodukten aus der Milchproduktion zu kaufen kriegen.
Für solche die besonders gute Masttiere zusammenbringen wollen, gibt es das Angebot von Einstellern aus der Mutterkuhhaltung. Für die Qualität der Mastrinder spielt ja nicht nur die Genetik eine Rolle, sondern auch Haltung und Fütterung. Ein Rind, das frei herumlaufen kann, den größten Teil des Jahres auf der Weide und sich zu großem Teil aus Gras ernährt, entwickelt eine bessere Fleischqualität als eines das nur auf ein paar m2 im Stall hin und her gehen kann und nur Mais und Soja kennt.
Falkandreas hat auch ein paar wissenwerte Dinge angeschnitten aber nicht fertig ausgeführt. Das mit Vorderviertel und Hinterviertel ist ein richtiger Hinweis. Nur wenn im Handel von "Vorderem" und "Hinterem" gesprochen wird, ist das nicht ganz das selbe. Auch im Vorderviertel sind Teilstücke, die als Hinteres (= z. b. Braten) gehen und am hinteren auch welche, die nur als Gulasch oder Kochfleisch gehen. Und noch ein wesentlicher Unterschied ist, dass bei richtig fleischbetonten Mastrindern auch Teilstücke wie die Rippe ein schönes Stück Fleisch abgeben, wo bei MIlchtypen nur so eine Haut da hängt, die nur in die Wurst geht. Und der Vorteil der langen Reifung beim Transport aus Südamerika stimmt auch. Aber auch unser Fleisch kann entsprechend lang gereift werden. Es kostet halt was und das wollen viele Einkäufer nicht bezahlen.

Gottfried


2472660 antwortet um 14-03-2019 07:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
die mutterkuhhaltung ist im prinzip die intensivste mastform überhaupt! da werden sehr hohe zunahmen über extrem hochwertige (tierische) futtermittel (milch) erfüttert und die tiere erreichen zum frühest möglichen termin ihre schlachtreife, was der ausprägung eines intensiven rindfleischaromas nicht dienlich ist.
auch war im "landiwirt" kürzlich ein rassenvergleich zur mast von männlichen rindern drin, wo es darum gegangen ist, ob auch milchrassekälber mastfähig sind und da war auch eine verkostung dabei, wo die milchrassen sogar etwas besser abgeschnitten haben, als die fleischrassen.

mein fazit:
* einsatz gesexten spermas zur remontierung der milchkühe und der rest der milchkühe soll mit fleischrassen eingekreuzt werden
* keine kälber- oder zuchtviehexporte mehr in über grössere distanzen
* gekoppelte prämie für grünland- und tierwohlbasierte qualitätsrindermast - "grassfed" (damit man in hochwertigen sortimenten auch besser konkurenzfähig ist gegenüber überseeimporten)
* marketingmaßnahmen zur vermarktung dieser hochwertigen fleischqualität


kraftwerk81 antwortet um 14-03-2019 10:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
... hört sich vernünftig an.

zum Thema Kälberexporte... es ist ja nicht so dass die Bauern kalt lässt.. hab grad 3 Stierkälber abgegeben, eama sagt Export 2x Italien (und danach ws. Algerien oder sowas), 1x Polen. Aber was willst machen, für einen Biobetrieb ist es betriebswirtschaftlicher Wahnsinn ein Stierkalb länger als unbedingt nötig zu behalten. Das sauft am Tag fast das doppelte an Milchwert als es an Fleischwert zunimmt + hat man das Risiko dass man ev. den TA braucht.. der nimmt dann sowieso gleich die Wertschöpfung vom Kalb mit...


JD 6120 antwortet um 14-03-2019 12:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Ich hab für meine Kälber fast ausschließlich Bauern als Abnehmer. Egal ob rein fleckvieh oder fv/ch . Auch HF/WB Kreuzungen sind im Verkauf kein Problem. Die einzigen die der Händler bekommt sind fleckviehkälber über 20% RF Anteil aber die sind ohnehin im auslaufen. Vor allem mit fleischrasse gekreuzte Kälber werden einem förmlich aus der Hand gerissen. Bei den derzeitigen zuchtviehpreisen brauch ich da nicht nachzudenken womit ich meine Kühe belege.


179781 antwortet um 14-03-2019 12:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Das Fazit von 2472660 ist ein interessanter Vorschlag. Wenn man da noch dazuschreibt, dass diese Kälber nicht mit gepanschtem Zeug, sondern mit ausreichend Vollmilch aufgezogen werden, am besten in muttergebundener Aufzucht, dann ist das sicher förderungswürdig. Da hätten dann auch die Milcherzeuger einen Zusatznutzen, weil Milchmenge aus dem Markt genommen wird.
Die Aussage dass Mutterkuhhaltung die intensivste Mastform ist, geht ein wenig am Thema vorbei. Das trifft ev. auf Betriebe zu, die in die diversen Jungrindfleischprogramme liefern. Ansonsten ist das Produkt der Mutterkuh ein gut entwickeltes Jungrind, etwa 8 - 10 Monate alt. Das will man gar nicht fett gefüttert haben.
Und zum betriebswirtschaftlichen Wahnsinn der Kälberaufzucht möchte ich anmerken, dass da irgendwo ein Hund in der betriebswirtschaftlichen Rechnung ist. Wenn man den Kälbern ihr wichtigstes Futtermittel vorenthält, weil man es in einen Markt pumpen muss, wo die Preise durch Übermengens strapaziert sind, dann ist das nicht ans Ende gerechnet.

Gottfried


meki4 antwortet um 14-03-2019 13:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Mein Händler sucht die Einsteller, Fresser und Kälber aus halb Österreich zusammen, damit er uns wieder was einstallen kann. Zuletzt wieder gleich nach ein paar Tagen, hab aber auch schon bis 4 Wo. gewartet.
Futter hab ich genug, da sollen die Ställe immer voll sein.
Kannst Dich freuen, das Du die Kälber gleich abHof verkaufen kannst.
Als ich noch Kühe hatte, der Kälbermarkt war immer so eine Lotterie, dann hat sie mein jetziger Händler immer geholt, da hab ich wenigstens schon beim holen den Preis gewußt.
BG M.


kraftwerk81 antwortet um 15-03-2019 15:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
@179781,
.. , weil man es in einen Markt pumpen muss, wo die Preise durch Übermengens strapaziert sind, dann ist das nicht ans Ende gerechnet...

..was ist in der LW schon zu ende gerechnet, würde das Kalb nach 3-4 Monaten den Wert haben den es an Kosten verursacht hat wär ich ja schon zufrieden. Aber nachdem man halt quasi mit jedem Tag was herschenkt und ich leider nix zu verschenken hab is es halt so.
btw.. bei der Sorte Milch die ich produziere ist die Nachfrage aktuell größer als das Angebot.


FraFra antwortet um 17-03-2019 06:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Wo sollen ordentlich Kalbinnen oder Ochsen herkommen für Weidehaltung? Aus der Milchviehhaltung kommt da nur sehr bedingt etwas, das zur Fleischproduktion taugt.


das sieht man dann eh an den fleckvieh stierkälberpreisen


wie alt wird eigentlich so ein südamerikanisches rind bis zu schlachtung?


patrick.m(g1h16) antwortet um 17-03-2019 10:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie NEU_wohin geht die Reise?
Frag einfach google
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