Keine Gnade für Nebenerwerbler

Antworten: 66
eklips 06-12-2018 13:26 - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Textempfehlung:

Letzter Absatz (nicht nur) für Nebenerwerbler relevant



xaver75 antwortet um 06-12-2018 13:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Hallo, bei den Konvis nennt man das "am Markt vorbeiproduzieren".

Es wurde wahrscheinlich keiner gezwungen, bei ZZU mitzumachen?

mfg


ewald.w(88y8) antwortet um 06-12-2018 13:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
ich hab kürzlich diese riesen Problematik unter der Überschrift "Politik ist zum Handeln da"zur Diskussion gestellt.
es ist aktueller denn je.
die Politik muss hier schützend eingreifen und darf es nicht mehr so weiter laufen lassen.


falkandreas antwortet um 06-12-2018 13:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Was ist dagegen einzuwenden das es für Nebenerwerbsbauern keine Ausnahmen geben soll ?


textad4091 antwortet um 06-12-2018 14:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Bevor ich weiteren Senf dazugeb, werfe ich ein, dass jene Standards, die derzeit Bio betreffen, meiner Meinung nach in 10, oder 20 Jahren auch für Konvis zutreffen werden ... Fernab diverser Diskussionen um Auslauf und Laufstall.

Was die Sache betrifft: Wie zum Teufel soll man da draußen erklären, dass die Viecher von einem Nebenerwerbler keinen Auslauf erhalten "können" ... DAS ist das eigentlich Problem. Ob es Berufsintern fair ist, natürlich das andere.
Aber da gibt's ja auch diese Ausnahme im Tierschutzgesetz, wenn die Frau am Betrieb ist und der Mann arbeiten geht, sei es für die Frau beispielsweise zu gefährlich, die Viecher vom Auslauf zu holen, etc. ... Wenn dies der Fall ist, sollte man den Wirtschaftszweig überdenken ...

@ xaver75: "Es wurde wahrscheinlich keiner gezwungen, bei ZZU mitzumachen?" Ich denk mir das auch oft, niemand wird gezwungen, überhaupt irgendetwas zu zun, aber wieso wird dann so viel herumlamentiert? Scheinbar stimmt das mit dem "nicht zwingen" nicht so ganz, oder die Menschheit hat ein großes Problem ...

Zur BioErnte Mitgliedschaft: Für mich wär das eine einseitige Vertragsveränderung, wär sowas nicht ein Fall für die tolle Whistleblowerseite vom Ministerium? xD

P.S. Am Freitag gibts auf FM4 eine Fragestunde mit der Frau Köstinger, bis dahin kann man per Sprachnachricht-Whatsapp noch Fragen stellen: "Hast du eine Frage an Umweltministerin Köstinger? Dann schick uns Whatsapp-Sprachnachricht an 0664/2884444"
Das wär ja eine Möglichkeit, oder? xD


xaver75 antwortet um 06-12-2018 14:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@textad
Das Bio auch irgendwann Überschüsse produziert, war vorherzusehen.
Ob jetzt mit BIO-Milchaustauscher, wo die Hälfte pflanzlichen Ursprungs ist, die Menge in den Griff zu bekommen ist?
Oder man ändert eben die Auflagen, sodas die einen gezwungen werden, aus den gewissen Programmen auszuscheiden oder andere freiwillig das Weite suchen.

mfg


textad4091 antwortet um 06-12-2018 14:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@ xaver75: Jop, das denk ich mir auch. Zwecks zwingen, aufzuhören. Allerdings werden bei ZZU da noch einige blöd schaun, wenn's um Auslauf für Kälber ab der 2. Lebenswoche etc. ... geht. So manche Berufskollegen nehmen ja gerade das auf die leichte Schulter und meinen, dem Kontrolleur halt irgndwas zeigen zu können, und er wird scho glauben, dass de Kälber dort am Vormittag draußen waren^^


philipp.h(3w83) antwortet um 06-12-2018 15:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Was ich mir eher denke: Wie kann man an ZZU leifern, ohne Bio zertifiziert zu sein?

Zum allgemeinen Problem: Niemand wird gezwungen an Ja! Natürlich oder Zurück zum Ursprung zu liefern. Wer den Mehrerlös jedoch haben will, der muss eben auch die geforderten Standards erfüllen. Damit werben diese Marken und darum werden diese Marken auch gekauft. Viele kaufen sie weil sie davon ausgehen, dass darauf geschaut wird, dass es den Tieren besser geht und dafür zahlen die Kunden auch gerne.

Ich bin ehrlich gesagt froh darüber, dass der Handel solche Marken ins Leben gerufen hat. Die Bauern haben ja verschlafen ihre Produkte selbst zu einer Marke zu machen.

Und noch einmal: ZZU oder Ja!Natürlich und jedes andere BioProgramm sind nicht die bösen, denn es ist niemand verpflichtet an diese zu liefern, es steht jedem frei weiterhin seine 0815 Industriemilch zu produzieren. Dann muss man halt schauen, wer die in nächster Zeit noch kaufen wird und welchen Preis man dafür bekommt. Oder man macht das was jedes gut geführte Unternehmen macht: Man produziert Produkte die Kunden haben wollen! Nennt sich Markt und nicht Diktat!


textad4091 antwortet um 06-12-2018 15:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@ philipp.h: Ein Bio- oder ZZU Betrieb zu sein hat nichts damit zu tun, Mitglied beim Ernteverband (BioAustria) zu sein. Du kannst nur BioAustria Mitglied sein, wenst Bio bist, du MUSST aber nicht Mitglied sein, nur weilst Bio bist ^^ Das wär so als würd jeder Bauer Mitglied beim Bauernbund sein MÜSSEN


179781 antwortet um 06-12-2018 15:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Das ist doch eh für jeden ein erstrebenswertes Ziel, endlich einem Bioverband anzugehören. Oder etwa nicht?
Gottfried


dietmar.s(2cz6) antwortet um 06-12-2018 15:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@philipp.h

ich trink am liebsten die Rohmilch die es ab Hof gibt. Die ist naturbelassen. Da schmeckt sie mir viel besser als die industriemilch vom Tetrapackal egal ob ZzU oder janatürli oder sonst was xbeliebiges. Dass sich jetzt die Tetrapackalmilchhändler aufspielen sie haben so was tolles seh ich als Marketinggag. so simpel.



kraftwerk81 antwortet um 06-12-2018 16:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
..sofern man mit Milchproduktion weitermachen will ist man unter Umständen sehr wohl gezwungen sich auf das einzulassen.. scheint so als betreibt betreibt ja bewusst genau die Strategie um die Lieferanten erpressen zu können >> man suche sich eine Region am Arsch der Welt die sich mangels Alternativen auf den ganzen Schwachsinn einlassen muss verspricht denen irgendwas und wenn die Sache läuft werden die Daumenschrauben nachträglich und rückwirkend angezogen. Blöd für diejenigen die noch ein paar Jahre bis zur Pension haben.. für die Jungen stellt sich die Frage ws dann nicht mehr..


... also mal ehrlich.. auch wir haben den ZZU Katalog von der Molkerei bekommen bez. könnte man sich da was vorstellen... wenn's irgendeine Alternative dazu gibt macht das kein Bauer freiwillig!


philipp.h(3w83) antwortet um 06-12-2018 16:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@dietmar.s

Das verstehe ich! Die ist mir auch am Liebsten, aber diese Möglichkeit ist halt nur für wenige verfügbar. Außerdem macht es auch direkt aus der Kuh einen Unterschied, ob diese nach rein biologischen oder besseren Standards gefüttert wurde und gelebt hat oder ein konventionelles Leben führte.

@kraftwerk81

Ich kenne einige ZZU Bauern die damit überaus zufrieden sind. Komplett freiwillig!


Richard0808 antwortet um 06-12-2018 18:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Ich bin ZZU Heumilch Lieferant (freiwillig) und eigentlich sehr zufrieden damit.
Bin auch froh ZZU liefern zu können, alles andere wäre für mich als Heubauer im Nebenerwerb nicht mehr Rentabel
Und auch seit meinem Umstieg Bio Austria Verbandsmitglied, einfach aus Solidarität.


Vollmilch antwortet um 06-12-2018 18:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Hallo!

Ich glaube nicht, dass hier in bestehende Verträge eingegriffen wird, so blöd sind die nicht. Die Bedingungen werden verschärft, wer nicht mithalten will oder kann, ist bei nächster Gelegenheit draußen.

Das ist aber nicht zwangsläufig das Ende, die Produkte sind dann eben nicht mehr ZZU sondern "nur mehr" Bio!

Solange es Bauern gibt, die es mit sich machen lassen, wird sich die Spirale weiterdrehen. Erst wenn Zzu (oder andere) zuwenig Milch hat, wird sich etwas daran ändern.

Selbst bei den wenigen Zzu - Lieferanten, deren Milch nicht (einfach) austauschbar ist, gibt es zuwenig Solidarität um übertriebene Auflagen abzuwehren.

LG Vollmilch




dietmar.s(2cz6) antwortet um 06-12-2018 19:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@philipp.h

Am Land ist es sicherlich machbar, weil hier haben die meisten sowieso ein Auto. Und Stadtmenschen die Auto haben können die Milch zb auch Samstags und Sonntags kaufen wenn sie rausfahren bzw. bei Milchautomaten. Und wenn sie sich organisieren in Gruppen werden sie liebend gern von Bauern beliefert. Dafür sollte konventioneller IQ reichen, um das nachzuvollziehen ;-) Also welche Möglichkeiten man sieht und nutzt. Wenn dir Ökologie wichtig ist, wirst du sowieso eher der Typ sein der vieles ab Hof kauft und nicht auf diese Marketinggags eingepackt in Zelofan oder Tetrapack reinfällt. mfg



muk antwortet um 06-12-2018 20:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
auf grund der großen milchmenge kann man sich die lieferanten jetzt aussuchen .

und woher kommt die große milchmenge ? ?? i glaub diese menge kommt von den bauern .

und was haben bauernvertreter gesagt : das milchquotenende ist die große chance für die bauern .

und jetzt stellt sich die frage : das miclhquotenende W A R eine große chance für die bauern .

aber so wie immer : jetzt gibt es diese BLÄRER wieder , ohne stratgie und marktkenntniss hat man im freien markt keine chance .
befürwortet hat man den freien markt - das steht wohl auser zweifel


textad4091 antwortet um 06-12-2018 22:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Vollmilch " ... Das ist aber nicht zwangsläufig das Ende, die Produkte sind dann eben nicht mehr ZZU sondern "nur mehr" Bio! ... "

Da muss ich etwas ansprechen und Fragen, was mich interessiert, weil du das so schreibst: Wie viele "Touren" fahren denn die Milchwagenfahrer in eurem Gebiet? Bzw. wie viele Touren will die Molkerei, dass gefahren werden, um es von dem Punkt auszudrücken?

Wenn man in einem Gebiet neben ZZU und Konventionell der einzige Biomilchlieferant ist, wird's das mit "nur Bio und halt nicht ZZU" wohl nicht spielen, vor allem derzeit, wo scheinbar der Biobereich gesättigt ist. Umgekehrt ebenso- Nur als Konventioneller kann man hoffen, dass ma mit dem Lackl Milch nicht zu irgndeiner Sammelstelle fahren muss. Das war bzw. ist für Betriebe in Gebieten ein Grund gewesen, wieder von Bio auf Konventionell umzustellen oder es erst gar nicht zu probieren- Weil Touren eingestellt wurden oder weil sie gar nicht zusammenkommen. Und wennst dann mal gemütlich 10km mit deim weissen Gold irgndwo hinzuckeln kannst, vergehts dir halt schnell. In diesem Fall rede ich über Betriebe, die direkt neben der öffentlichen Sraße liegen, nur in einem "unwegsameren" Gebiet gleich westlich der Stadt Graz.

Ich schätze den Ernteverband schon sehr, aber ich fühle deswegen nicht, dass ich aus Solidartät Mitglied sein soll. Ich verstehe Betriebe, die das machen wollen, und Betriebe, die über "die Ernte" etwas vermarkten, aber nur dafür, dass ma schlussendlich Mitgliedsbeitrag zahlt, wär's mir das nicht wert.






Vollmilch antwortet um 06-12-2018 23:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Hallo!
In meinem Gebiet gibt es nur konventionelle Milch.
Ich gehe davon aus, dass die osttiroler Zzu-Lieferanten zukünftig "nur" Bio Milch liefern werden, oder? Sonst wird sich doch nichts ändern?

LG Vollmilch


kraftwerk81 antwortet um 06-12-2018 23:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
.. dem ist nicht so.. friss oder stirb..


Richard0808 antwortet um 07-12-2018 04:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Im Artikel vom Standard steht das Herr Lampert von Laufställen im Berggebiet spricht die ab 40.000Euro zu realisieren sind.

Die Ställe möcht ich gerne sehen, wird dort die Güllegrube aus Holz vom eigenen Wald gebaut oder wie?

Und das Gerede von den 2 cent mehr als Entschädigung für die neuen Auflagen ist nur die halbe Wahrheit.
Ein Jahr zuvor wurde der ZZU Zuschlag um 2 cent gekürzt aufgrund der Liefermenge, das schreibt natürlich keiner.

Thema Freiwillig trifft bei weitem nicht auf jeden zu, ich bin in einer Gunstlage kann es mir zum Glück aussuchen aber kenne betroffenen wo die Molkerei sagt entweder du Lieferst auch ZZU so wie die Nachbarn oder deine Milch muss zu einer Sammelstelle gebracht werden.


Vollmilch antwortet um 07-12-2018 06:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@kraftwerk81: echt? Die 125 osttiroler Milchbauern haben KEINE Alternative zu ZZU? Die beenden allesamt die Milchproduktion!?

Einen Umbau um 40 k€ kann schon möglich sein. Das hängt von der Ausgangslage ab, Lagerkapazität muss ja jetzt auch schon vorhanden sein. Bei einem Neubau reicht es für 2 Kühe vielleicht auch.

LG Vollmilch


eklips antwortet um 07-12-2018 07:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@vollmilch
Wenn eine Molkerei im Gebiet 4 Milchsorten sammelt (Konvi, Heu, ZZU-Heu, ZZU-Silo), wieviel Spielraum glaubst du, dass für "nur Bio" vorhanden ist?


Peter06 antwortet um 07-12-2018 07:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Jetzt ist die österreichische Agrarpolitik als Ganzes gefordert, endlich klar Stellung zu beziehen, inwieweit sie die Landwirtschaft im Berggebiet erhalten will, oder sehenden Auges durch die Launen der Einzelhandelsgiganten dem Begräbnis erster Klasse beiwohnen will. Förderung von weit überteuerter Spezialmechanisierung allein wird nicht ausreichen....


Vollmilch antwortet um 07-12-2018 07:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung.
Ich denke, wenn man einen Lastwagenzug (25 t) zusammenbringt, dann gibt es Spielraum.

LG Vollmilch


Vollmilch antwortet um 07-12-2018 07:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Wieviele Lieferanten hat Zzu überhaupt? Zzu-Milch ist nicht (einfach) austauschbar. Haben die Lieferanten gar nichts zu sagen?
Gibt es keine Solidarität unter den Lieferanten?

Politik!? - Der war gut!

LG Vollmilch


2587 antwortet um 07-12-2018 08:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Nein leider der Erzeuger hat nichts mehr zu sagen es dominiert der Handel der gibt vor was sein muss damit er seine Verkaufszahlen halten kann und das mit allen Mittel und das ganze Spiel wird aber sicher noch mehr den die was die Vorgaben machen haben mit der Produktion nichts zu tun und haben auch teilweise keine Ahnung nur vom Papier her wissen Sie es und Papier ist geduldig und da geht auch alles. Es gibt keine freien Bauern mehr wie es immer geheissen hat der Bauer ist der Knecht des Handels und die Politik hätte da schon lange was machen müssen denke der Zug ist schon abgefahren! Lg. und allen viel Glück!


birgmann antwortet um 07-12-2018 08:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Bis auf wenige Ausnahmen ist Biomilch, Eigenmarke der Handelskette. Man hat es aus der Hand gegeben, für eine kurzfristige Umsatzsteigerung hat man seine Seele verkauft.
Wer wirklich geglaubt hat, Deutschland lässt sich von der österreichischen Biomilch überschwemmen der bekommt jetzt die Rechnung präsentiert. Die Menge kommt jetzt wieder zurück aber in einem anderen Ausmaß. Und die Umstellungszeit beträgt ein viertel von uns. Wie man jetzt sieht geht es auch anders.
Wenn man Biomilch Quer durch Europa karrt, wo bleibt da der biologische Fußabdruck.
Der Gewinn beim Handeln zählt, nicht Tierwohl oder andere Dinge.
Und den Bauern hat man zu seinen Sklaven gemacht.





muk antwortet um 07-12-2018 20:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@ 2587

du schreibst :
Nein leider der Erzeuger hat nichts mehr zu sagen es dominiert der Handel der gibt vor was sein muss

frage : hätte der bauer überhaupt die ausbildung und die inteligenz das er etwas dominiert und dem anderen was vorgibt - würde ein bauer das wirklich schaffen .

wennst die ausbildung der bauern ansiehst - z.b. UBB schulung , dann soll jedem ein licht aufgehen zu welchen inhalten die bauern ihre zeit für weiterbildung verwenden .


Harpo antwortet um 07-12-2018 22:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@muk
Wenn Dein Horizont nicht weiter reicht ist das Dein Problem aber reihe nicht alle Bauern in Deinen Wissenshorizont ein.
Die UBB Schulung sind nur Beschäftigung für arbeitslose Akademiker und dienen den Bauern nur dazu um Ausgleichszahlungen zu bekommen. Das ist nur Arbeitsplatzbescheinigung auf Kosten der Ldw

Die Bauern hätten sehwol die Intelligenz und das Wissen dazu nur es wurde ihnen jede Möglichkeit das umzusetzen genommen.
Ich würde Dir empfehlen vorher nachzudenken bevor Du schreibst.!!!!


jakob.r1 antwortet um 08-12-2018 09:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Grüß Dich Harpo, ist es wirklich notwendig andere persönlich anzugreifen? Das bringt uns doch keinen Schritt weiter. Du hast recht, das Bauern teils die Intelligenz und das Wissen hätten um Ihre Produktpreise auf ein höheres Niveau zu heben. Wieso aber schreibst Du, das den Bauern jede Möglichkeit das umzusetzen genommen wurde? Wir Bauern machen zwei riesige Fehler:
Wir produzieren in übervolle Märkte und versuchen dadurch sinkende Erzeugerpreise durch weitere Erhöhung der Produktion zu kompensieren.
Zum Zweiten rechnen wir uns keine mindestens notwendige Stundenentlohnung aus, unter der wir dieses Produkt eben nicht mehr produzieren,- da wird nur eine bestimmte Summe an Einkommen angepeilt damit der Betrieb läuft --- egal mit wieviel eigene Arbeitsstunden und kostenlose Mithilfe der Geschwister und /oder Kinder dies zu erreichen ist, und vielleicht noch die Pension der Altenteiler in den Betrieb fließen muss.
Wir brauchen eine eigene europäische Lösung, -- einfach ein Preislimit für jedes erzeugte Produkt unter dem dieses Produkt eben nicht mehr abgegeben wird. Ich habe ja schon öfters angeführt das z.B. bei der Milch der Preis 5 Euro/ Liter für den Bauern sein müssen wenn wir nur den Einkommensstand von vor 30 Jahren wieder erreichen möchten. Dies gelingt auch über ein freiwilliges Kontigent für jedes Produkt pro Hektar welches monatlich an die Marktlage angepasst wird. Die Bewirtschaftungseinschränkungen z.B. für Berggebiete würden ja weiterhin bestehen bleiben.
Schauen wir einfach zu den Franzosen mit Ihrem Gelbwestenprotest. Wenn diese Ihre zerstörerischen Aktionen die absolut nicht gut zu heissen sind, in sanfte Energie für eine europäische Lösung stecken würden, dann wäre ein Anfang gemacht.
Solange aber die Bauern den völlig gegensätzlichen Weg weitermachen , um alle Stellschrauben für eine Ausweitung der Produktion in eh schon übervolle Märkte,--bei immer weiterer "Gürtel-enger-schnallen-Methode" dann wird für viele bald das letzte Loch im Gürtel erreicht sein.
Wenn wir in die freie Wirtschaft schauen sind die Bauern das einzige Völkchen das bei gleichbleibender oder sinkender Nachfrage eines Produktes --- die Produktion weiter erhöht um sinkende Produktpreise dadurch zu kompensieren. Alle anderen Wirtschaftszweige senken sofort die Produktionsmenge wenn die Nachfrage sinkt.
Beste Grüße
Jakob



Vollmilch antwortet um 08-12-2018 09:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Hallo Jakob!

Deinem letzten Absatz widerspreche ich. Es gibt genug andere Bereiche die es "über die Menge" probieren. Nennt sich auch Verdrängungswettbewerb.

LG Vollmilch


jakob.r1 antwortet um 08-12-2018 09:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Grüß Dich Vollmilch, stimmt -- obwohl ich den Verdrängungswettbewerb nur als Zwischenlösung sehe von Firmen bei denen "nur" das Geld der Aktionäre verbraten wird wenn der Versuch nicht funktioniert. Bei denen, die Erfolg haben wird dann nach kurzer Zeit wenn es auf dem Gebiet nur noch wenige Mitbewerber gibt durch Preisabsprachen und wieder Zurückfahren der Produktion der Erlös wieder passend gemacht.
In der Landwirtschaft haben wir durch die Verderblichkeit der Produkte diese Möglichkeiten nur sehr eingeschränkt. Wir haben im Laufe der letzten Jahre viele gigantische industriell geführte landwirtschaftliche Zusammenschlüsse pleite gehen sehen sofern kein potentieller Geldgeber (Staat, Hedgefond….) dahintersteht. Zudem sind die gigantischen Volkswirtschaften Russland und China welche bisher landwirtschaftliche Produkte importieren mussten in Zukunft Selbstversorger oder noch schlimmer Agrarexporteure.
Wenn sich also durch kriegerische Ereignisse oder Naturkatastrophen oder ein folgenschwerer Unfall in einem unserer Nachbaratomkraftwerke nichts ändert sehe ich z.B. den Milchpreis in 10 Jahren bei 10 Cent/kg bei gleichbleibend steigenden Betriebskosten.
Beste Grüße
Jakob


179781 antwortet um 08-12-2018 11:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Es gibt schon Hersteller, die über die Menge einen Verdrängung swettbewerb betreiben. Nur legen die auf marketing einen sehr hohen Stellenwert und produzieren keine leicht verderblichen Produkte.
Milchbauern, die auf VerdrängungswettBewerb setzen und bei denen marketing dort aufhört, wo der Tankwagen den Schlauch hinein steckt handeln grob fahrlässig oder einfach nur dumm.
Gottfried


2587 antwortet um 08-12-2018 14:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Hallo Jakob ich bin ganz Deiner Meinung man brauch ja nur lesen das die Milchproduktion Weltweit steigt da kann der Preis nicht steigen jeder dachte wen das Kontingent weg ist kann jeder liefern was er möchte obwohl es manche Leute vor her schon gesagt haben wie es kommt es ist auch so gekommen. Lg


mittermuehl antwortet um 08-12-2018 16:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
China ... habt ihr gewußt das China der größte Hersteller von Tomatenmark ist. Dabei haben sie fast keinen eingenen Verbrauch. Die haben das know-how des Anbaus und der Herstellung aus Italien bezogen und liefern jetzt Tomantenmark nach Italien. Dort wird es dann gewürzt und ist "Made in Italy"

Nicht vergessen das China groß das know-how von Molkerein eingekauft hat. Und und die passenden Milchkühe haben sie auch schon.

Ich denke wir werden bald billigen Michprodukte aus China bei uns am Markt haben.


Richard0808 antwortet um 08-12-2018 18:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@jakob geb dir voll recht!!!

Man würde eine Plattform brauchen wo alle Europäische Bauern dabei sind und 1 Monat keine Milch liefern.
Das wäre ein Streick der in die Geschichte eingehen würde.



179781 antwortet um 08-12-2018 18:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Nicht nur die Milchprodukte mittermühl!
Die Fläche die sie dafür brauchen eignen sie sich in Afrika an. Und die Leute, die sie dort vertreiben schicken sie nach Europa.


Richard0808 antwortet um 08-12-2018 18:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Wie könnte man einen Europaweiten Milchstreick herbeiführen?


Vollmilch antwortet um 08-12-2018 18:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Hallo!

Wir Milchbauern (bzw. die meisten davon) setzen ja nicht selbst auf einen Verdrängungswettbewerb, wir befinden uns einfach darin. Nach Jahrzehnten der Planwirtschaft sind wir nun den Kräften des Marktes stärker ausgesetzt.

China: bei der Sprengelversammlung wurde uns mitgeteilt, dass Bio-H-Milch für China gesucht wird. Während man im Vorjahr noch vom Umstieg auf Bio abriet.

Die Weltmilchproduktion wird noch weiter wachsen, das halte ich für gesetzt. Die Nachfrage aber ebenso! Die Frage ist, was wächst stärker und zu welchen Kosten kann produziert werden?

LG Vollmilch


Vollmilch antwortet um 08-12-2018 18:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Milchstreick [sic!]?
Funktioniert nicht, wurde schon probiert, hatte einen "regen" Meinungsaustausch zur Folge, mehr aber auch nicht.

Wir könnten uns nicht mal auf gemeinsame Forderungen einigen. Nicht mal die Zzu-Lieferanten können sich gegen neue Regeln wehren, obwohl ihre Milch nicht (leicht) auszutauschen ist.

LG Vollmilch


Richard0808 antwortet um 08-12-2018 19:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Genau das unterscheidet uns von z.B.: einer Metallergewerkschaft.
Ein jeder regt sich auf warum Metaller(bin einer davon) Lohnerhöhung bekommen und Bauern immer leer ausgehn.
Wenn Streik angesagt ist wird es gemacht und kostet den Unternehmen Milionen


Was ist wenn in Europa alle zusammenhalten und 2 Wochen keine Milch mehr in den Regalen steht?
So schnell können Russen, China, USA die Milch garnicht liefern.

Schon klar wenn ein paar Bauern in Österreich nicht liefern das das keinen Juck, das müsste Europaweit passieren

Und zum Thema Lierfervertrag, wenn keiner Milch liefert wollen sie alle raus Haun?

Aber Hauptsache alle kritisieren den Bauernbund und die Regierung, was sollen die leicht machen wenn es keinen Zusammenhalt unter den Bauern gibt?



Vollmilch antwortet um 08-12-2018 19:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Ich bin den Metallern nichts neidig, freue mich über höhere Steuereinnahmen.

"Bei einem Streik kostet es dem Unternehmen Millionen" , ist nur blöd dass ich bei einem Milchstreik der Unternehmer bin!

Wenn zwei Wochen keine Milch in den Regalen steht, kommen manche vielleicht drauf, dass sie das weiße Gold gar nicht brauchen.

LG Vollmilch


Richard0808 antwortet um 08-12-2018 19:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Ok Vollmich, dann geht es weiter wie bisher.
Jeder der nicht als Bio 7000 Liter abliefert an die Molkerei oder als Knovi 9000 Liter ist dem Untergang geweiht.

Da gibt es nur eins besser werden oder man kommt unter sie Räder



muk antwortet um 08-12-2018 20:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
für alle die es nicht wahr haben wollen

haben bauern das wissen und die strategie für den freien markt ???????????????????

nur einige beispiele :

vielleicht kann sich so mancher noch an die AGROSSERTA erinnern , hat doch den bauern gehört . daraus wurde AMF ( Austria Milch und Fleisch ) und weiters - es war das ende .
es waren die gut ausgebildeten bauern am werk welche das werk an die wand fuhren .
nur zum vergleich : MARCHER fleisch gibt es auch heute noch ,

und wo liegt der unterschied zwischen AMF und marcher ? ? im denken natürlich, im marktorientierten denken .

weiters : lagerhausgenossenschaften - was wurde daraus - in kärnten die WHG .

und in weiterer folge kamm die BAYWA .

was machen BAYWA führungskräfte anders als bauern - sie denken scheinbar anders .

und anderes denken liegt an anderer ausbildung .........................


Harpo antwortet um 08-12-2018 21:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Muk Du hast schon recht.
BayWa Manager denken anders sie sind einfach brutal gegenüber allen Bediensteten und Lieferanten. Ist in manchen Fällen fürs Überleben notwendig und das sehe ich auch so.
Nur dazu sind viele Bauern in den Aufsichtsräten im Denken zu kleinkaririert
und glauben auf viele unwichtigen Dinge Rücksicht nehmen zu müssen.
Dann ist in manchen Fällen das Ende vorprogrammiert.
Dazu fehlt vielen Bauern die nötige Brutalität. Das müssen noch viele lernen.
Schönen Abend.





Vollmilch antwortet um 08-12-2018 23:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@richard : 9000 kg - ich glaube nicht, dass es so einfach ist.

Ständig besser werden, sonst kommt man unter die Räder - seh ich genauso.

LG Vollmilch


golfrabbit antwortet um 09-12-2018 08:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@Harpo
---"Dazu fehlt vielen Bauern die nötige Brutalität.---
Als Befürworter des Genossenschaftsystems komme ich da in einen großen Gewissenskonflikt - soll ich mich als (zugegebenermaßen kleiner) Funktionär weiterhin für ein von gegenseitiger Solidarität und Demokratie getragenes "Leben und Leben lassen" einsetzen (zB. Milchabholung, Mengenstaffelung...) oder nach deinen Vorstellungen den geradlinigeren, aber eben auch (zumindest für die Kleinen) brutalen Weg beschreiten?
Die Ideen eines Raiffeisen u. A. waren in der Zeit ihrer Entstehung richtungsweisend und haben Generationen von Bauern ein annehmbares Auskommen mit dem Einkommen gesichert - daß wie überall sich mit der Zeit und den wechselnden Personen Fehler einschleichen, ist ein trauriges, aber altbekanntes Problem - trotzdem sehe ich im nunmehr modernen und sogar von Bauern propagiertem Raubtierkapitalismus die Gefahren für die Bauernschaft als ein Vielfaches größer an.
Sämtliche weiter oben genannten Lösungsansätze haben ihre Berechtigung - aber eben nicht für die Gesamtheit. Als Bauer, der Bauer bleiben will, wird sich wohl oder übel jeder einzelne den für ihn am ehesten passenden Ausweg aus der derzeitigen Misere aussuchen müssen - d. h.: vom Gesundschrumpfen über Direktvermarktung, Spezialisierung, Standortvorteile ausnützen/neue Geschäftsfelder erschließen, Kooperationen, Neben- oder Zuverdienst oder evtl. auch weiteres Wachstum. Zusperren soll der, dessen Hirn und Herz sich schon früher von der Landwirtschaft verabschiedet haben.

Hannes(nachdenklich)
Ps.: Das Herumwerfen mit Produktionszahlen und Stalldurchschnitten ist entbehrlich und sagt nur zu einem verschwindend kleinen Teil etwas über die finanzielle Gesundheit eines Hofes aus - sämtliche Zuchtverbände können sich da ruhig auch einmal selber an der Nase nehmen.




Vollmilch antwortet um 09-12-2018 08:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Guten Morgen!

@golfrabbit: ich gebe dir recht. Aber wo siehst du die "derzeitige Misere"? Marktdruck und sich verschärfende Auflagen sind (waren und bleiben) unsere ständigen Begleiter.

LG Vollmilch


golfrabbit antwortet um 09-12-2018 09:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@Vollmilch
Misere entsteht durch das aus Zaghaftigkeit, Sturheit oder auch purer Faulheit allzulange Beibehalten alter Denk-/Arbeits- oder Betriebsmuster. Ist man schlußendlich unter einem notwendigen Liquiditätslevel, entfällt in der Regel die Möglichkeit des aktiven Agierens, es bleibt nur noch passives Reagieren oder gar auf die vorhandene Substanz zurückzugreifen.

Hannes


jakob.r1 antwortet um 09-12-2018 09:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Grüße Euch, -- die Einzelfallsuchlösungen um ein erträgliches Einkommen aus der Landwirtschaft sind eigentlich nur anstrengend und die Gefahr besteht darin, das eben laufend immer mehr und neue Anstrengungen nötig sind damit man das "letzte Loch im Gürtel" vermeiden kann. Nur mal als Gedankenspiel für eine Lösung bei den Milchbauern, die in ähnlichen Formen auf andere landwirtschaftliche Produkte übertragbar sein dürfte.
In ganz Europa schreiben die Milchbauern Ihren Molkereien einen Brief am Monatsanfang, das sie ab nächsten Monat nur noch 30% der Milchmenge liefern bezogen auf den aktuellen Monat.
Dafür aber der Molkerei eine Rechnung schicken über 5 Euro pro gelieferten kg Milch. Man kann eventuell darüber nachdenken ob man diese Lösung schrittweise über ein halbes Jahr machen möchte. Wichtig ist nur, das sich alle europäischen Bauern daran halten, --- dies dürfte machbar sein wenn in deren Köpfen sich festsetzt das ja die Produktion von einem Drittel der jetzigen Milchmenge ungeahnte Einsparungen an Produktionskosten (z.B. Weglassen des Kraftfutters, Weglassen des Handelsdüngers, massenhaft Einsparungen an Arbeitsstunden und weiteren Verbrauchsmaterialien wie Diesel, Strom, Weglassen oder Verringern von Pachtflächen....
Und nun die weitere Folge: Das Einkommen steigt durch das Weglassen von 90% aller bisherigen Bemühungen zur Sicherung des Einkommens ganz alleine um den Unterschied von jetzigen Milchpreis zu 5 Euro/kg abgelieferter Milch.
Jetzt aber noch das Beste:
In der Bevölkerung wird der Bauernstand wieder aktzeptiert weil plötzlich Tierwohl und Umweltschutz ganz einfach zu bewerkstelligen sind. Die verbleibende notwendige Kuhzahl hat in jedem Stall eine Menge an mehr Platz, und wenn auf den Feldern dadurch weniger Gülledruck herrscht, kein Handelsdünger mehr ausgebracht wird, kein Kraftfutter mehr eingesetzt wird welches bisher bei der Produktion zur Dezimierung des Regenwaldes geführt hat, gewaltige Reduzierung der Umweltbelastung durch Reduzierung des Kuhbestandes und damit der "Treibhausgase".
Mir ist klar, das die genauen Durchführungsmodalitäten noch ausgetüftelt werden müssen, aber für den Anfang braucht es die schriftliche Zustimmung aller europäischen Bauern, die bei den zu erwartenden "goldenen Zeiten" ohne größere Anstrengung innerhalb eines Jahres ja wohl möglich ist. Anschließend kann alles sofort in die Tat umgesetzt werden.
Wenn Ihr meint, das dieses Denkmodell ausbaufähig ist, dann bitte ich um Weiterspinnen meines Gedanken, aber auch Meldungen warum der Eine oder Andere da nicht mitmachen will sind willkommen, oder auch Gedanken warum so eine Idee nicht funktionieren wird,-- aber bitte dazuschreiben aus welchem Grund das nicht so geht.
Beste Grüße
Jakob


thomas.t3 antwortet um 09-12-2018 09:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Hallo Jakob, nach einer Milchgeldauszahlung wären alle Molkereien insolvent... die Leute kaufen keinen Liter Milch um 7 Euro im Geschäft!
Und was dann?
Lg


ek antwortet um 09-12-2018 09:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Den Milchpreis auf 5 € zu bringen stelle ich mir sehr einfach vor, die Anliferungsmenge auf 1/3 zu reduzieren auch- was ich mir noch nicht vorstellen kann ist: die Tierzahl auf den notwendigen Stand zu bringen. Wohin mit den überzähligen Tieren?

Dafür gibts sicher eine gute Lösung.... wenn sich alle Bauern einig sind kann man den Fleischpreis ver X fachen......

Jakob s Ansatz ist zu begrüßen- es wird ihm sicher gelingen alle europäischen Bauern unter einen Hut zu bringen- ich bin sicher dass sich auch die Verpächter ins gleiche Boot setzen werden.

Wenn es geschafft ist, kann ich mit guten Gewissen meinen Stundensatz verfünfachen :-)

mfg
Ernst Krampert




Vollmilch antwortet um 09-12-2018 09:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
"ganz Europa" und "alle Milchbauern" sind eine unerfüllbare Phantasie. Viele kommen mit den derzeitigen Produktionsbedingungen gut zurecht.
Bei 5€/kg steigen viele (sogar Jakob) wieder in die Produktion ein (das beginnt schon bei 40 Cent).

Dieses Preisdiktat würde sich der Konsument nicht gefallen lassen. Man kann auch ohne Milchprodukte leben.

LG Vollmilch


muk antwortet um 09-12-2018 11:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
an alle die nichts wissen und in diesem forum ihr wissen verbreiten wollen welche diese nicht haben .
und vor allem an die gesteuerten und bezahlten schreiber welche eine unrealistische situation einfach schönschreiben wollen .

milchquote und milchmarkt :
https://de.wikipedia.org/wiki/Milchquote

folgender sachverhalt sollte doch vielen zu denken geben :

Die zugeteilte Quote lag rund 10–20 % über dem Verbrauch, so dass dieser Teil der Erzeugung weitgehend subventioniert abgesetzt wurde (als Futtermittel, zur industriellen Verwertung oder als Export in Drittländer). Diese Aussage relativierte sich allerdings im Milchwirtschaftsjahr 2007, als erstmals weniger Milch auf dem europäischen Markt verfügbar war als nachgefragt wurde, was zu Milchpreisen von 50–100 % über dem Vorjahrespreis führte. Des Weiteren wurde seitdem die Marktordnung für Milch ausgesetzt, so dass seitdem keine Milchprodukte mehr subventioniert werden.

und wie wurde gehandelt :
und das alles haben die bauernvertreter mitgetragen um die milchmenge zu erhöhen und dank ihres guten wissens - in wahrheit wissen sie nix - über den freien markt , haben diese von guten milchpreisen geträumt ohne tatsächliches wissen zu haben .

die bauern haben die milch in der hand und könnten diktieren - nur die ausbildung und das wissen reicht nicht dazu .


naturbauer antwortet um 09-12-2018 12:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Muk! Recht host, sama scho zwoa wos a so dengan.


dietmar.s(2cz6) antwortet um 09-12-2018 12:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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lets face it, jemand, der den Betrieb unbedingt an die nächste Generation weitergeben will kann man auch prima gefügig machen.


Richard0808 antwortet um 09-12-2018 18:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Vollmilch wir habe 40cent Milchpreis aber das wer neu in die Milchproduktion einsteigt hätte ich noch nicht wahrgenommen.


golfrabbit antwortet um 09-12-2018 18:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Richard
Die Bauern im Wipp- und Stubaital haben seit ihrem Umstieg auf den Milchhof Sterzing vor ca. 5 Jahren die Milchanlieferung um über 100 % gesteigert. Ein Durchschnittspreis von 52 Cent (für konventionelle Silomilch) haben Jungviehaufzüchter und Mutterkuhbetriebe wieder zum Neueinstieg veranlasst, andere Lieferanten haben ihr Jungvieh ausgelagert um Platz für mehr Kühe zu schaffen.

Hannes


Vollmilch antwortet um 09-12-2018 18:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Also bei Nöm und Bergland sind wir bei 35 Cent netto für konventionelle Milch (gtf).

LG Vollmilch


may antwortet um 09-12-2018 19:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
habe gerade gerechnet:
40 000€ Umbaukosten / 0,02 €/kg Milch Zuschlag = ...sehr viel Milch für ein paar Kühe
fragt den Lambert ob er auch schon gerechnet hat



Richard0808 antwortet um 09-12-2018 20:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@golfrabbit, sehr gut führ diese 2 Regionen freut mich wirklich und die haben sich das sicher verdient!! Aber warum haben sie solch einen Milchpreis?

Ich bin derzeit bei 61cent Auszahlungspreis und relativ zufrieden damit. Aber trotzdem muss ich etwar 7000liter Abliefern um einigermaßen Wirtschaftlich zu sein.

@Vollmich bei der OM seit Anfang November 40,9cent Auszahlung
36,6cent Netto


Vollmilch antwortet um 09-12-2018 20:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Netto hätten mich über 40 Cent auch wirklich überrascht.

LG Vollmilch


textad4091 antwortet um 09-12-2018 20:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
@ golfrabbit: Was wird bzw. wurde draus, dass bei Anlieferung in Sterzing (Oder war's ein anderer Milchhof in Südtirol?) die Jungvieaufzucht am eigenen Betrieb stattfinden MUSS, also nicht mehr ausgelagert werden darf? Weißt du da etwas?

@ richard0808: Das mit dem höheren Milchpreis ist eine Gute Frage ...
Ich kenn nur Gschichtln, die angeblich Bauernbundgruppen forciert haben, Milch zu den Milchhöfen von Südtirol zu liefern- Zu höheren Preisen wie bei uns, aber geringern wie bei denen^^


179781 antwortet um 09-12-2018 22:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Da wäre es aber schon interessant zu wissen, warum die Sterzinger "normale" Milch in Österreich zu Südtiroler Preisen kaufen, obwohl sie die auf der Stelle bei anderen Lieferanten deutlich billiger bekommen würden.

Gottfried


golfrabbit antwortet um 10-12-2018 07:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
Südtirol/Italien ist anders.
1. Italien ist ein Land mit zuwenig eigener Milch.
2. Italien/Südtirol hat eine andere/bessere Kochkultur erhalten können - Regionalität ist ihnen wichtig.
3. In Südtirol gibt es keine großen Supermärkte - das Nichtwidmen ist sehr wohl eine Möglichkeit mittels Politik Einfluss auf Märkte zu nehmen.
4. Die Förderpolitik in Italien läuft mehr Richtung Investitionen - Genossenschaften fallen dabei sehr günstig - moderne, praktisch schuldenfreie Sennereien.
5. Die Molkereien waren/sind so gescheit sich auf gewisse Produktgruppen zu spezialisieren (Sterzing z. B. nur Trinkmilch und Joghurt)- spart Anlagen und Arbeitskosten.
6. wenn es Preisabsprachen untereinander geben sollte, ist man so schlau sich nicht dabei erwischen zu lassen.

Das Nordtiroler Wipptal (das Stubai ist ein Seitental davon) ist die nordseitige Verlängerung des Einzugsgebietes der Sterzinger, verkehrstechnisch ideal und strukturell ähnlich.
Unser ehemaliger BB-Obmann und LH-Stv Toni Steixner schaffte es als eine Art Abschiedsgeschenk die oft propagierte Landeseinheit auch in die Tat umzusetzen - die Betriebe sind auch keine bloßen Lieferanten, sondern vollwertige Genossenschaftsmitglieder mit allen Rechten und Pflichten.
Von der Anlieferungssteigerung selbst überrascht wurden gewisse Sanktionen eingeführt (Abschläge bei sehr ungleicher Anlieferung...), ansonsten werden Biomilchbetriebe derzeit noch aufgenommen.
Natürlich hätte auch unsere Genossenschaft mit ähnlicher Anlieferungsmenge gerne mitgemacht, aber Inntaler.Milch war den Südtirolern dann leider doch zuwenig regional.

Hannes




179781 antwortet um 10-12-2018 12:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keine Gnade für Nebenerwerbler
So hab ich mir das eh gedacht, dass die deshalb so gut bezahlen, weil das so quasi eine Verlängerung eines Südtiroler Tales ist und deshalb als regional durchgeht.
Gut für die betroffenen Bauern, aber ein Damoklesschwert ist es auch.
Bei uns hat es da schon einiges an Durcheinander gegeben, mit der Regionalität der lw. Produkte. Das erste waren die deutschen Stiermäster, die fast keine Kälber mehr bei uns kaufen, weil sie sonst nicht ins deutsche Qualitätsprogram passen. Letztes Jahr hat es eine kleinere Gruppe Milchlieferanten erwischt, die an eine bayrische Molkerei geliefert haben. Eine ganz große Liefergemeinschaft kann noch liefern, weil die recht gute Verträge haben. Aber bei denen steht auch schon die Rute im Fenster. Der wichtigste Abnehmer produziert nur mehr Qualität aus Bayern und die österreichische Milch wird zur Zeit in andere Betriebe umgelenkt, wie etwa Trockenwerk. Da kann man sich auch schon ausmalen, dass da über kurz oder lang Ende ist.
Und bei der Milch ist das ein wirkliches Problem. Weil die heimischen Molkereien lassen solche Abtrünige so lange zappeln, bis ihnen alles recht ist.

Gottfried


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