Striegeln von Bio Wintergetreide

Antworten: 21
Pferdebetrieb 09-11-2018 10:54 - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Hallo, ich bin Bioumsteller in der Anfangszeit und habe Wintergerste (Anfang Oktober), Winterweizen und Triticale (2. Oktoberhälfte) angebaut. Die Bestände sind trotz dem fehlenden Regen sehr gut aufgelaufen. Leider auch viel Unkraut (vor allem im Weizen)... Da ich noch keine praktische Erfahrung im Bioland auf habe wollte ich hier fragen ob ich noch im Herbst striegeln soll, oder ob man das Unkraut im Frühjahr auch gut bekämpfen kann? Der Weizen ist im 2-3
Blatt Stadium, die Gerste hat bereits gut bestockt.

Und eine Frage hätte ich noch: Beim Striegeln am Traktor Breitbereifung (16.9) wegen verringerten Bidendruck oder Hackfruchtbreifung (9.5) weil man weniger niederfährt?
Mogwai antwortet um 09-11-2018 11:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Jetzt würd ich nicht mehr reinfahren, wenn dann hättest blindstriegeln sollen. Um welches Unkraut handelt es sich denn? Die meisten Unkräuter/Beikräuter sind sowieso harmlos und die die Probleme bereiten wirst du mit striegeln auch nicht bekämpfen können, Distel, Ampfer,...

Die Unkräuter/Beikräuter die man im Frühjahr bekämpft sind in der Regel Hirtentäschel, Taubnessel, Vogelmiere welche aber wie schon gesagt keinen Schaden machen, da striegelt man eher weil man die Bestockung und Mineralisation anregen möchte. Ich für meinen Teil möchte gänzlich auf das striegeln in Wintergetreide verzichten da man die Fahrspuren später doch noch schön sieht und es keinen merklichen Erfolg bringt aber es juckt einem dann doch immer wieder :-) und mit 12m ist das auch nicht der große Aufwand.

zu 2. Reifen so breit wie möglich!!!!!


Mein Vater nennt die Bios die im Herbst schon striegeln und im Frühjahr noch 2x usw und dann noch irgendwelche Wundermittel streuen und spritzen die konventionellen Bios, evtl ein bisserl zum Nachdenken das Weniger manchmal auch mehr sein kann.

Kannst ja auch bei deinem Verband (falls vorhanden) um eine Beratung anfragen.

Andi7 antwortet um 09-11-2018 12:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Hallo,

ich sehe das teilweise etwas anders als Mogwai.


Striegeln im Herbst kann durchaus sinnvoll sein, allerdings kann man auch sehr viel kaputt machen wenn man den richtigen Zeitpunkt nicht erwischt. Wenn die Wintergerste schon bestockt ist es eigentlich schon zu spät, denn mit dem Striegeldurchgang regst du die Bestockung noch mehr an, was vor dem Winter nicht unbedingt gut ist. Zu Weizen kann ich nichts sagen, aber die Triticale verträgt das Striegeln gut. Ab dem 2-Blatt-Stadium kann man einen vorsichtigen Striegeldurchgang wagen. Wichtig ist hier sehr langsam zu fahren (2-3 km/h) und den Striegel so aggresiv einzustellen, dass die meisten Beikräuter erfasst werden, die Kulturpflanzen aber unversehrt bleiben. Das erfordert Zeit und Geduld. Der Boden sollte zumindest soweit abgetrocknet sein, dass es beim Striegeln leicht staubt. Sind diese Bedingungen nicht gegeben ist es sinnvoller das Striegeln zu lassen. Manchmal ist eben weniger mehr...

Du kannst ja mal versuchen ein Teilfläche zu striegeln und einen Teil unbearbeitet zu lassen, dann hast du den besten Vergleich für die Folgejahre.


Peter1545 antwortet um 09-11-2018 12:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Ich striegl Getreide immer mit Normalbereifung.
Ich hab nur Dinkel aber den striegel ich erst im 3 Blattstadium, kannst du triegeln solange es geht - von der Bodenfeuchte.
Unkrautbekämpfung funktioniert nur im Herbst, im Frühjahr eigentlich gar nicht mehr.
Geschwindigkeit musst du dem Bestand anpassen, etwas Getreide darf ausgerissen werden.
Bei mir schaut das danach oft wild aus aber nach 2 Wochen kennt man nichts mehr.

biozukunft antwortet um 09-11-2018 20:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Striegle die Winterungen schon auch im Herbst seit 1995, wenn mögl. zu Mondkalender-Fruchttagen. WR ist empfindlich - hat es heuer gut vertragen. Dinkel u. WW sind unempfindlicher. WW hab ich blindgestriegelt. Es kommt auch darauf an, ob man nach Klee od. Erbse anbaut, da ist auch der Unkrautdruck niedriger u. striegeln unnötig. Striegle mit 5m-Gerät, kleinem Traktor u. 14.9er Bereifung, aber ein guter Biobauernkollege (südl. Wald/4) hat auch schon Fahrgassen u. fährt mit 12m-Striegel, Steyr-Multi u. breiten Reifen. Im "Blick ins Land" ist dzt. ein guter Beitrag.

Pferdebetrieb antwortet um 09-11-2018 20:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Vielen Dank für die Antworten! Ich finde es spannend wie unterschiedlich das Striegeln angegangen wird und offensichtlich alle Wege zum Ziel führen.
Auf meinen Feldern habe ich leider teils hohen Unkraut Druck durch eine suboptimale Bewirtschaftung in der Vergangenheit und nachdem mir zahlreiche Leute prophezeien dass mich in den ersten Jahren das Unkraut überwuchern wird, hab ich hald Angst wenn ich so auf die aufkeimenden Unkräuter sehe. Im Weizen ist's echt viel und bei diesem Feld weiß ich auch dass der Unkrautdruck hoch ist...

Andi7 antwortet um 10-11-2018 08:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Guten Morgen,

es gibt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie vom Freistaat Sachsen eine sehr interessante Videoreihe zum Thema Striegeln.

Schau dir die Videos mal an, vielleicht helfen sie dir weiter.

Hier der Link zu einem der Videos:

xaver75 antwortet um 10-11-2018 08:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Hallo, wie wurden die Flächen zwischen der Ernte und der Herbstaussaat bearbeitet?

Bin zwar konv., beobachte aber immer wieder, das auf vielen Flächen (konvi und bio) über den Sommer eine regelrechte Unkrautzucht aufgebaut wird.
Bin in einem eher Randgebiet für Ackerbau zuhause, da hat kaum jemand selbst einen Grubber, und bevor an den MR die Grubberarbeiten vegeben werden, passiert zum Teil den ganzen Sommer über NICHTS.

mfg

Pferdebetrieb antwortet um 10-11-2018 15:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Beim Weizen war die Vorfrucht Körnermais, welcher nach der Ernte geschlägelt und gegrubbert würde, vor dem Anbau wurde gepflügt. Vor Triticale war Soja, dieser wurde gegrubbert (nach Mistausbringung) und gepflügt, bzw. Nur gepflügt (ohne Mist). Vor Gerste war Weizen, 2x Grubber, vor der Saat Pflug.

mittermuehl antwortet um 10-11-2018 16:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Hat wer Erfahrung bei Untersaat in Biogetreide? Bei meinen Sonnenblumen und im Mais hat es das Unkraut unterdrückt. Zwar nicht ganz so wie gewollt aber doch ausreichend und mit weniger Arbeit aber mehr Saatgut. Zuvor habe ich da mit Striegel und Grubber (auf die Reihen eingestelle) gearbeitet.

Im Getreide werde ich es erst nächste Jahr Untersaat auf einer Testfläche versuchen in ZUKUNFT

Bisher lebe ich mit den Unkraut im Gedreide und lasse es halt reinigen. Aber Grubber und Striegel sind unverzichtbar.... ich denke aber das Untersaat und Gras/Klee/Landsbergerger Gemenge/ usw. die Lösung ist und die Lücken zu schließen.




Mogwai antwortet um 10-11-2018 18:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Pflug, Pflug, Pflug, also irgendwas liegt da ganz schön im Argen wenn du mich fragst und da meine ich jetzt nicht den Pflug als Bodenbearbeitungsgerät sondern vielmehr das massiv störende Beikrautproblem obwohl gepflügt wurde. Poste doch mal ein Bild von deinem "Unkraut" Acker, evtl bist du es nur nicht gewöhnt Beikräuter zu sehen? :-)

@Mittermühl

Ich mache nur Kleegras in Dinkel bzw Hafer als Untersaat und das geht problemlos.

Pferdebetrieb antwortet um 10-11-2018 18:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
So siehts im Weizen aus, bei der Gerste findet man nicht so viel. Ich hoffe eh dass mir irgendwer sagt, dass das kein Problem ist und ich das nur nicht gewöhnt bin.



 

Pferdebetrieb antwortet um 10-11-2018 18:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
2.



 

Pferdebetrieb antwortet um 10-11-2018 18:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
3.



 

179781 antwortet um 10-11-2018 19:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Wo siehst du da viel Unkraut? Da ist ja fast nichts. Das Getreide könnte für heurige Verhältnisse dichter sein. Aber das macht auch das Frühjahr recht, wenn sonst alles passt.
Die bei uns typischen Getreideunkräuter sind bei uns nur eine Begleiterscheinung die durchaus auch positive Effekte hat. Zur Gefahr werden die erst wenn viel Stickstoff gedüngt wird. Dann können sie sich so stark ausbreiten, dass sie das Getreide bedrängen und einen Schaden machen.

Gottfried

Mogwai antwortet um 10-11-2018 19:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Ja das is nix und sollte der Weizen im Normalfall überwachsen. Was aber auffällt ist der lückige Bestand und der unebene Boden (so aus der Nähe betrachtet), was wohl der Technik zu schulden kommt...

Was die Hauptkultur unterdrückt muss man auch nicht bekämpfen, Ziel muss es also sein der Hauptkultur die bestmöglichen Bedingungen zum keimen und wachsen geben.

Pferdebetrieb antwortet um 10-11-2018 20:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Das beruhigt mich dass die Verunkrautung nicht schlimm ist. Mich hat's Mal beim konventionellen Mais erwischt, da dachte ich das bissal Unkraut kann ich leicht wegspritzen und hab zulange zugewartet und dann hat's alles überwuchert...
Gebaut haben wir 170kg Z-Saatgut, gegenüber dem konventionellen Nachbarn (der richtig gut arbeitet) habe ich einen dichten Bestand. Dachte das passt so, und war eigentlich recht zufrieden...
Sonderlich uneben find ich das Feld nicht, außer an den Stellen wo Anschluss gefahren wird, da sind schon Hügel. Und Lücken finde ich auch nicht viel, sieht auf den Bildern schlimmer aus als in Natura.
Aber ihr habt Recht, die Technik könnte sicher noch verbessert werden, aber leider fehlt das Geld für eine Sämaschine mit Scheibenscharen und Andruckrollen...
Auf der anderen Seite habe ich letztes Jahr beim Weizen gesehen, dass er Nachbar mit neuseter, perfekter Technik und wunderschöner Aussaat und Feldaufgang letztendlich einen schlechteren Ertrag hatte als ich, also bin ich mir gar nicht sicher wie viel Einfluss die Aussaat Technik tatsächlich hat.

Pferdebetrieb antwortet um 10-11-2018 21:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
.

ANDERSgesehn antwortet um 11-11-2018 10:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
hmm, immer wieder interessant, die
Feststellung, das (neue/alte) Maschinen
doch nicht besseren ertrag hervorbringen.

an was wird das wohl liegen?
an der felgenfarbe?
oder doch am zu dicken grubberschar?


die Blickrichtung immer von traktorsitz
auf den boden.

warum nicht umgekehrt?
ist das wirklich so schwierig?
wurde das nicht in der lw. Fachschule gelernt?

oder ist das wort bodenchemie und
das einstellen der idealen nährstoffverhältnisse
sooo böse?




Mogwai antwortet um 11-11-2018 10:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Da wiederspreche ich dir aber schon :-) Wenn die Saatbedingungen und darauffolgenden Tage/Wochen fürs Saatkorn nicht optimal sind dann ist die bessere Technik am selben Feld mit Sicherheit im Vorteil, da bringt mir die Bodenchemie auch nix wenn auf 1m2 von 350 Körner nur 250 aufgehen oder? Aber im Ganzen gesehen hast natürlich recht, vorallem die Felgenfarbe wird nicht so entscheidend sein :-)

179781 antwortet um 11-11-2018 11:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Noch ein Widersprecher: Wenn die Bodenbiologie (die hängt teilweise auch von der Bodenchemie ab) in Ordnung ist, bringt man leichter ein gutes Saatbeet zusammen und hat dadurch auch mit einfachster Technik einen guten Feldaufgang.
Ich habe schon einmal ein halbes Feld "richtig" mit Pflug und Egge und Kreiseleggekombination angebaut und die andere Hälfte gegrubbert den Weizen mit dem Kunstdüngerstreuer hingestreut und eingeggt. Da waren dann bei der Ernte 15 % mehr Ertrag auf dem "Wildwestacker". Da gib es auch ein ganz einfache Erklärung dafür.
Also ist nicht die hochwertige Technik entscheidend, sondern nur, dass man für das Saatgut ideale Bedingungen schafft. Und da spielen andere Faktoren als die Technik eine sehr entscheidende Rolle.

Gottfried


179781 antwortet um 11-11-2018 11:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Striegeln von Bio Wintergetreide
Zum angesprochenen Problem: In dem Jahr wo wir ganz auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt haben hatten wir auf einem Acker nach Silomais Weizen gebaut und da ist beim Feldaufgang mehr als das fünffache an hauptsächlich Klettenlabkraut und Vogelmiere aufgelaufen wie auf den gezeigten Bildern. Da hab ich dann einige Zeit schlecht geschlafen, weil ich die Panik bekommen habe, das nicht in den Griff zu kriegen. Tatsächlich ist da ein ganz ordentlicher Weizenbestand draus geworden, mit kaum sichtbarer Verunkrautung bei der Ernte.
Warum: Die genannten Unkräuter sind Zeiger für leicht verfügbaren Stickstoff an der Bodenoberfläche, den sie auch aufnehmen. Und sie haben ein sehr fein verzweigtes Wurzelsystem mit dem speziell die Vogelmiere in der Lage ist, P aus Bodenteilchen herauszuholen, wo die Getreidepflanze mit ihren "patscherten" Wurzeln nicht hinkommt. Wenn die Getreidepflanze bei der Saat richtig am Acker etabliert wurde, dann wird sie in ihrer Entwicklung so stark, dass sie den erwähnten Unkräutern den Stickstoff wegnimmt, die verkümmern dann und geben dann auch die anderen Nährstoffe, die sie aufgenommen haben an ihre Umgebung ab.
In der herkömmlichen Landwirtschaft glaubt man nicht daran, dass sich die Pflanzen aus dem Boden ernähren können, und fährt fleißig Dünger auf Feld und zwar mehr als die Pflanzen wirklich brauchen. Damit bleibt für andere Pflanzen ein reichliches Nährstoffangebot übrig und die wachsen sprichwörtlich wie Unkraut.
Die Strieglerei als einzige Hilfe gegen Unkraut zu betrachten ist ein grundsätzlicher Fehler. Der Schlüssel zu wenig Unkrautproblemen am Acker liegt darin, dass die Funktionen im und auf dem Boden in Ordnung sind.

Gottfried

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