Sehr niedrige ph-Werte - Unkraut - welcher Kalk ?

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christoph.b(1wc23) 16-01-2018 00:36 - E-Mail an User
Sehr niedrige ph-Werte - Unkraut - welcher Kalk ?
Hallo zusammen,

Letztes Jahr hatten wir auf zwei übernommenen Schlägen, starke Unkrautbildung in der Sommergerste. Zunächst kam das Saatgut wunderbar heraus und wurde urplötzlich, flächendeckend vom Unkraut verdrängt. Der Boden wurde im Frühjahr 20 cm tief gepflügt und mit Mineral-Dünger versorgt.
Bodenproben haben teilweise ph Werte von 4,4 beziehungsweise 5,5 ergeben.
P,N,K sind hingegen optimal bis leicht erhöht.
Humus Werte hingegen ebenfalls schlecht.

Habe mich nun dazu entschieden Festmist und Kalk einzufahren und im Frühjahr Hafer auszusäen.

Dazu meine Frage :

Welchen Kalk würdet ihr wählen ?
Welche Mengen sollte man max pro Jahr ausbringen, immerhin ist hier eine starke Aufkalkung notwendig.

Momentan ist immernoch starke, flächendeckende Verunkrautung trotz Bodenbearbeitung im Spätherbst vorhanden. Frost bleibt wohl weiter aus. Wie würdet ihr damit umgehn ?
Vor der Bodenbearbeitung abspritzen oder erst nach der Saat, Herbizide einsetzen ?

Danke schonmal vorab !

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beglae antwortet um 16-01-2018 06:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sehr niedrige ph-Werte - Unkraut - welcher Kalk ?
Auf solchen Flächen sollte über Jahre Roggen Hafer ( kein Stroh abfahren und Zwischenfrüchte anbauen oder mal ein paar Jahre als Wiese nutzen ) angebaut werden und aufgekalkt werden die ersten Kalk gaben mit Brandkalk mengen mit einen Berater abklären .

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BreiHu antwortet um 16-01-2018 07:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sehr niedrige ph-Werte - Unkraut - welcher Kalk ?
Hallo. Welche Ergebnisse sind sonst noch bei der Untersuchung herausgekommen? Hast du die Kationenaustauschkapazität auch untersuchen lassen?
Zu den verschidenen Kalkdüngern:
Brantkalk wirkt schnell (komplett Jahreswirksam) min. 90% CaO, würde max 2to ha und Jahr einsetzen. Preis ca 170€/to
Mischkalk 1/3 Brantkalk 2/3Kohlensaurer Kalk,
Brantkalkanteil wirkt sofort, Rest langsamer die nächsten Jahre, max 3 to/ha, preis ca 95 €
Gibt dan auch noch den Kohlensauren Kalk Preis ca 50€/to.
Rückstandskalke können für dich auch interessant sein, je nach Mengenbedarf und Preis.
Schau mal auf der Homepage von Bodenkalk, da sind alle Kalksorten noch mal genauer Beschrieben.
Ist Magnesium im Mangel? Solltest du auch noch beachten.
MfG
BreiHu


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ANDERSgesehn antwortet um 16-01-2018 11:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sehr niedrige ph-Werte - Unkraut - welcher Kalk ?
hallo christoph

mit Analyse nach lufa/önorm (ph, p, mg ,k)
kann man mit keiner Methode die kalkmenge
geschweige kalkform errechnen/ermitteln.
(falls man im Bereich der idealen Verhältnisse
nach System lufa ist, sagt es dieses System
auch das es richtig ist, aber den weg bis
dort hin ist leider nicht ohne weiteres einfach
möglich und benötigt umfangreiche Daten)
- Dr. müller (naturkalk) hat eine "erweiterte
Tabelle" gemacht, dort teil er in 3 Klassen
humus und 5 Klassen bodenschwere ein.

ich habe das mal für mich geprüft mit
albrechtmethode versus lufa/önorm und
seine Tabelle. dabei kam ich auf keinen
grünen zweig. die zahlen könnten auch
frei erfunden sein. zu mindest sind sie
ordentlich überdimensioniert (vielleicht
weil sein brötchengeber auch ein Kalkwerk
ist???)

mit ph 4,4 (ich nehme hier mal ph cacl2 an,
denn es gibt weitere) wächst nach dem
das nährstoffdepot korn von Wintergerste
sicher nicht mehr, und als bsp würde hier
neben Ampfer auch Franzosenkraut gut
gedeihen. bei 5,5 ph cacl2 könntees im
Idealfall wachsen aber auch sicher
ertragsdepressionen geben.

ich kann dir nur raten eine Bodenprobe
mit kationenaustauschkapazität zu machen
(bei cewe wäre hier kak-packet und ph (h2o)
nötig um den weg zum richtigen kalk und
kalkmenge zu finden, und wenn jemand
das System Albrecht in punkto "optimieren
der bodenfruchtbarkeit" investiert, da sind
auch Spurenelemente hier ganz wichtig,
die hier blockierende Wirkung auf hauptnährstoffe
haben (und nicht nur können), könnte ich
wenn es wunsch ist, es berechnen. dazu
würde ich dann bei cewe das ackerpacket
zzgl benötigen).

- - -

in einen boden bis zum Bereich areob und
anaerob sind im Großteil der meisten Felder
ca. 10-20t kalk enthalten. es gibt hier natürlich
ausreisser nach unten und nach oben.
jüngst habe ich für einen freund Felder
dabei gehabt der hatte umgerechnet
59,6t kalk als bodenvorrat gehabt (und wird
calziumkalk brauchen, weil es fürs ideale
Verhältnis ca:mg:k:na an calzium fehlt). den
höchsten bodenvorrat war bis jetzt
138t kalk (als calziumkalk) und zusätzlich
über 6000 kg mgco3 (braucht aber dringend
magnesiumhältigen dünger für fruchtbare
böden, obwohl Magnesium schon in
versorgungstufe "F" ist).

ich will damit sagen, das mit dem System
lufa es nicht möglich ist mit den 4 zahlen
hier eine Empfehlung abzugeben fürs
kalken.

aus meiner Erfahrung heraus kann ich
zum schlag 4,4ph (egal welcher es jetzt ist)
wirst du Dolomit (magnesiumhältiger kalk)
brauchen (menge unbekannt!!!) um den
wert an "Zuviel säure" (h+) fürs sanieren
brauchst. da gerne Landwirte diese
Empfehlung mit eigenen Gedanken,
geiz ist geil, auch auf das nächste Feld
um legen, muß ich hier sagen, das kann
und wird sehr wohl falsch sein und
sogar die bodenfruchtbarkeit stark
negativ beeinflussen.

falls du Interesse an diesen System hast
melde dich bei mir per pn.

am sonntag den 28. jänner mache ich
in wels dazu einen vortrag, weil viele
an mich herangetreten sind und das
System erklären soll.




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