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Biogas Zukunft?

Antworten: 29
tristan 22-11-2016 12:23 - E-Mail an User
Biogas Zukunft?

Geldvernichtung im Biogasfermenter
Günther Strobl - Der Standard

21. November 2016, 17:26
Wien – Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Angesichts der Geldvernichtung, die in Biogasfermentern der ersten Generation geschieht, denken sich das viele. Noch einmal aber soll es der Gesetzgeber richten – mit einer Anschlussfinanzierung an die auf 13 Jahre beschränkte Förderung mittels Einspeisetarife. Und mithilfe einer Abwrackprämie für Anlagen, die besser vorgestern als gestern zugesperrt hätten. Die müsste allerdings in Brüssel genehmigt werden.

2003 ging in Österreich der erste Schwung von Biogasanlagen ans Netz. Steirische Landwirte waren die Ersten, die Ratschlägen bäuerlicher Interessenvertreter gefolgt sind und in der Hoffnung auf sprudelnde Einnahmen in ein zweites Standbein neben dem Ackerbau investiert haben. In der Grünen Mark stehen 37 der österreichweit 291 Biogasanlagen. Bauern aus Niederösterreich folgten kurz darauf. In beiden Bundesländern brennt spätestens jetzt der Hut. Nach Auslaufen der garantierten Einspeisetarife fallen heuer die ersten Anlagen aus der Förderung.

Erste Anlagen im Herbst aus Förderung

In Oberösterreich, wo im Bundesländervergleich nach Niederösterreich (91) die zweitmeisten Biogasanlegen stehen (62), ging es wegen strengerer behördlicher Auflagen erst zeitverzögert los. Dort fallen die ersten Anlagen kommenden Herbst aus der Förderung. Oder auch nicht.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will eine Rettungsaktion starten. Ihm sitzen Bauernvertreter im Nacken, die eine Anpassung der Zahlungen an die technische Lebenszeit der Anlagen – 20 statt 13 Jahre – fordern.

Widerstand gegen die "Bauernförderung" kommt aus der Arbeiterkammer. Dort argumentiert man, dass mit "Klientelpolitik" Schluss sein müsse. Konsumenten, die über ihre Stromrechnung den Ausbau der Ökoenergie zahlen, dürften nicht noch stärker belastet werden. In Summe hat die Biogasbranche rund 450 Millionen Euro investiert; knapp 150 Millionen sind dem Vernehmen nach noch immer nicht ausfinanziert, weil sich der Rohstoffeinsatz massiv verteuert hat. An Förderungen sind allein im Vorjahr knapp 100 Millionen geflossen.

Investoren sind weg

Institutionelle Investoren, zu denen die Hypo Alpe Adria gehörte, haben längst das Weite gesucht, verkauft oder Ausgleich angemeldet. Sollte die Anschlussfinanzierung platzen, seien jetzt 800 bis 900 landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gefährdet, sagen Interessenvertreter.

Um die wurde auch am Montag noch gerungen. Die SPÖ machte ihre Zustimmung zur Freigabe der Begutachtung für die kleine Ökostromnovelle unter anderem von Hilfen für die Wiener Stadtwerke abhängig. Weniger Zählpunkte sollten den Wiener Linien zu Millioneneinsparungen verhelfen, KWK-Punkte den Kostendruck bei Gaskraftwerken lindern helfen.

Die Industrie wiederum befürchtet, dass die Kosten entgegen der propagierten Aufkommensneutralität in die Höhe schnellen werden, weil zum Beschluss im Parlament eine Zweidrittelmehrheit nötig ist und das wohl nicht ohne weitere Zugeständnisse abgehen werde. Biogas sei im Vergleich zu anderen Technologien zur Stromerzeugung so und so unterlegen. Stützungszahlungen würden den Tod nur hinauszögern. (Günther Strobl, 21.11.2016

Hoffentlich steigen die jetzt nicht in die Milchproduktion ein. Siloanlage und Güllegrube wäre schon da ...

amerst1 antwortet um 22-11-2016 14:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Hallo,
Geldvernichtung im Biogasfermenter. Stimmt nur teilweise, denn wäre die Biogastechnologie weiterentwickelt worden, könnte diese bereits sehr zuverlässig und rentabel sein. Ich spreche in dieser Sache aus Erfahrung, denn ich betreibe zuhause selbst eine dieser Biogasanlagen.

Wie bereits im Artikel angesprochen soll dieses Problem nun der Gesetzgeber richten. Hier aber ein kleiner Zwischenbericht. Als wir die Biogasanlage planten wurde uns von Seite der Regierung ein Nachfolge Einspeistarif für weitere 7 Jahre zugesichert. Unsere werte Regierung hatte nun 13 Jahre Zeit um einen Nachfolge Tarif zu bestimmen oder eine andere Lösung zu finden. Die Organisation "Agre Kompost & Biogas" hatte bereits vor einigen Jahren einen Lösungsansatz für dieses Problem vorgestellt, jedoch wurde diese von unserer Regierung nicht beachtet. Also ja ich finde dieses Problem hat der Gesetzgeber zu lösen, denn das hat er bereits vor 12 Jahren versprochen.

Dass Biogasstrom teurer ist als Strom aus AKWs ist mir durchaus bewusst, aber man sollte sich auch vor Augen halten das Biogasanlagen Klimaneutral arbeiten und nebenbei auch Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in der Industrie schaffen. (Wartung der verbauten Technik, Betreiber, Zulieferer)
Biogas könnte auch durch weitere Erforschung die CO2 Belastung durch den Verkehr nahezu aufheben. Ansätze durch Erdgasautos gibt es bereits.

Zum Schluss noch einige persönlichen Dinge
Hätte ich gewusst das wir nur 13 Jahre bekommen um mit der Biogasanlage Gewinn zu erzielen hätte ich diese nie gebaut den in 13 Jahren kann die Biogasanlage bei laufenden Rohstoff und Wartungskosten nie abgezahlt werden. Unsere Anlage ist auf Versprechen der Regierung auf 20 Jahre Laufzeit mit dem aktuellen Einspeis Tarif ausgelegt worden.

Bevor die Regierung darüber entscheidet ob die Biogasanlagen weiterlaufen dürfen sollte man darüber nachdenken, wie viele Landwirtschaftliche Betriebe mit der Abstellung in den Ruin gestürzt werden oder wie viele Landwirtschaftliche Betriebe nach dem Aus der Biogasanlagen den Betrieb einstellen.


Mfg

longjohn000 antwortet um 22-11-2016 17:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Biogasanlagen sind meiner Meinung nach reine Bestäftigungstherapie und keineswegs Klimaneutral. Anstatt das 'Futter' von Feldern und Wiesen für Menschen oder Tiere zu nutzen schmeißt man es in Betonbunker und lässt es verfaulen (Mist und Gülle ausser acht gelassen)?!! Reine Spritverschwendung.

Frage an -amerst1- als Betreiber einer solchen Anlage: Wie sieht das Verhältnis Input/Outputleistung aus?

MfG

Peter1545 antwortet um 22-11-2016 18:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Also ich würde die Sache unter unternehmerisches Risiko einordnen, dass die Maispreise auf dem Niveau von Anfang der 2000er Jahre bleibt hat sicher keiner zugesichert, es war schlichtweg nicht absehbar wohin sich diese hinentwickeln!

Ich finde wenn schon weitergefördert wird dann sollte auf Spitzenstromerzeugung umgestellt werden! Es gibt genung Stromspitzen durch Wind und Pv da braucht man nicht auch noch Biogasstrom dazu!!


@amerst: Wer hat den Nachfolgetarif versprochen? Die ÖVP der Bauernbund? die Regierung kanns nicht gewesen sein, sonst gebe es schon eine Verlängerung!
Wie hätte man die Technologie weiterentwickeln können? Mir fällt nichts ein was auch rentabel wäre.

Mogwai antwortet um 22-11-2016 19:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Hoffentlich keine Zukunft! Allein die Bezeichnung BIOgas ist schon eine Frechheit sondergleichen!

Boden, Klima, Pachtpreise etc wirds freuen und mich natürlich auch.

Klimaneutral *kopfschüttel*




Vollmilch antwortet um 22-11-2016 19:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Hallo!
@amerst1: Wer hat damals was genau versprochen? Hast du was schriftlich?

Biogasanlagen haben imho schon ihre Berechtigung, da sie einen speicherbaren Energieträger erzeugen, den wir gut in der Mobilität brauchen könnten. Ziel muss es natürlich sein vorrangig Gülle, Mist, Stroh, Maisstroh, ... zu vergären und die Abwärme sinnvoll zu nutzen.
Dann würde ich eine Weiterführende Förderung begrüßen.

LG Vollmilch


amerst1 antwortet um 22-11-2016 19:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
@Longjohn000
Bezüglich der Input/Outputleistung kommt es ganz auf das verwendete Substrat an. In meinem Fall benutze ich hauptsächlich Gras und Maissilage in Kombination mit der Rindergülle aus meinem Mutterkuhbetrieb.
Mit dieser Mischung lässt sich die Anlage sehr gut betreiben.

@Peter1545
Versprochen wurde es damals von der ÖVP genauer gesagt vom Wirtschaftsministerium.
Die Forschung könnte in Richtung beinahe Klimaneutralen Verkehr gehen
(Pflanze=Substrat
Substrat=Biogas
Biogas=Treibstoff
Treibstoff=Fahrende Autos
Fahrende Autos=CO2
CO2=Wichtiger Pflanzennährstoff)

@Mogwai
Ich glaube du bist dir des Begriffs Biogas nicht bewusst
Biogas ist ein aus Pflanzen hergestelltes Methangas. Mit Pflanzenschutzmittelverzicht hat der Begriff nichts zu tun.

@Vollmilch
Nein Schriftlich bekommen haben wir leider nichts, obwohl wir um eine Schriftlich Bestätigung gebeten haben. Mich persönlich stört aber am meisten das auch auf Vorschläge und Lösungsansätze unsererseits nicht eingegangen wird.

Mogwai antwortet um 22-11-2016 19:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Naja, Agrargas hätts z.b auch getan :-)

Man hatt sich mMn halt dem dazumal startenden Bioboom angeschlossen, kann aber auch nur ein Hirngespinnst meinerseits sein oder aber ein kluger Schachzug von der Biogaslobby, gutes Marketing ist halt alles.

Was mich bei dem Klimaneutral stört, wieviel Input wird denn verbraucht bis es zum klimaneutralen Substrat kommt? Und da meine ich nicht nur den Treibstoff von den Traktoren usw. Wie schaut es denn mit dem Humusabbau aus? Ist Humus nicht der größte CO2 Speicher(oder doch die Meere?) der Welt? Wäre da Aufbau nicht sonnvoller? Mit Klärschlamm wird das wohl nicht gelingen, wobei ich davon auch nix gutes höre, wie auch, ist ja keine Energie mehr drinnen.



baerbauer antwortet um 22-11-2016 20:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
also wenn etwas permanent gefördert werden muss, dann läuft etwas verkehrt. eine förderung soll ein anreiz sein, eine art startunterstützung, dann sollen es mehr machen und es soll dann standardtechnik werden. aber wenn jemand nicht auf 13 jahre gerechnet hat, dann ist er selbst schuld.
die politk verspricht ja soooooo viel. das nulldefizit, weniger steuern, staatsreform etc.....

rotfeder antwortet um 22-11-2016 20:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Hallo!
Biogas ist m.M nach nur Beschäftigungstherapie und Umsatzbringer für Anlagenbauer usw.
Wenn das Barrel Öl um die 40 Dollar kostet, ist das unsinn, mit erneuerbaren dagegenzuhalten.
Wenn man für die Umwelt gutes tun möchte, so müsste man das heizen mit fossilenergie verbieten und stattdessen Biomasse verbrennen. Es gehen sicher mehr als die hälfte von Öl und Gas zum heizen auf. Mit Kurzumtieb holz erzeugen und dann Wärme ist viel effiezienter, als Maissilage abfaulen und dann Strom .

amerst1 antwortet um 22-11-2016 20:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Das gleiche könntest du einen Milchbauern fragen, denn der Fermenter einer Biogasanlage lässt sich sehr gut mit dem Magen einer Milchkuh vergleichen. Was in der Biogasanlage mit dem Substrat passiert ist keinerfalls ein Grund dafür das Humus abgebaut wird. Weiters möchte ich erwähnen, dass die Biogasgülle und der Biogasmist KEIN Klärschlamm ist, da im Fermenter die organische Substanz nicht abgebaut wird. Die Methanbakterien verdauen nur das im Substrat vorhandene nutzbare Rohprotein.

Außerdem ist der Humusabbau nicht nur von der Düngung abhängig, sondern auch von mehreren anderen Faktoren, wie zum Beispiel von der Fruchtfolge. Also kann jeder Bauer der uns Substrat zuliefert den Humusabbau oder auch Aufbau selbst bestimmen.


Mfg
Amerst

Vollmilch antwortet um 22-11-2016 20:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Hallo!
Okay, jetzt verstehe ich warum der Wirtschaftsminister sich für Nachfolgetarife einsetzt. Hat das Ministerium also doch ein Gewissen!;-)

Den Betreibern muss aber doch klar gewesen sein, dass man sich da auf ein riskantes Spiel, mit einem unzuverlässigen Partner, eingelassen hat.

Ich habe mir das auch mal durchgerechnet und bin mit 13 Jahren auf keinen grünen Zweig gekommen. Mit 20 Jahren hätte ich mich nicht zu rechnen getraut.

Schade um das investierte Kapital und um das erworbene Know-how!

LG Vollmilch



Kernarnold antwortet um 23-11-2016 07:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Wäre interessant zu wissen was passieren würde, wenn die ganzen Biogasflächen in Europa wieder in den Lebensmittelbereich zurückkehren würden. Ich glaube, der Milchpreis würde durch den Boden schießen. Die Milchbauern sollten sich das lieber nicht wünschen.
MfG Arnold Kern

Vollmilch antwortet um 23-11-2016 08:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Ich glaube die Milchbauern wünschen sich das eh nicht. Die Ackerbauern vermutlich noch weniger.

Aber nicht alle Wünsche sind realisierbar.

LG Vollmilch

thomas.t3 antwortet um 23-11-2016 08:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Sehe ich auch so Arnold, sind wir doch froh, wenn diese Flächen nicht für die Lebensmittelproduktion verwendet werden.
Die Pachtpreise wären auch die selben, ich kann mir nicht wirklich vorstellen dass es einen Unterschied machen würde wer die Flächen Pachtet.
Mit dem Thema Förderungen sollten wir vorsichtig sein, denn seit 1995 beziehen die alle Bauern immer jährlich und durchgehend, da ist es auch so, dass die noch nie nur ein "Anreiz" war, sondern ist eine überlebenswichtige Zahlung auf dauer....
Sollen sie doch eine Förderung bekommen, die Flächen sind wenigstens nicht in der Lebensmittelproduktion.

ducjosi antwortet um 23-11-2016 13:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Leider ist es so dass die Biogasbranche keinerlei Rückhalt mehr hat, selbst in den eigenen Reihen, liest man ja auch schon aus manchen Kommentaren heraus. Ja Biogasanlagen haben einiges an Flächen beansprucht. Man stelle sich den diesjährigen Maispreis vor und dann die zusätzlich am Markt verfügbare Maismenge, sehr rosiges Szenario!
Biogasanlagen können wichtige Bandlast liefern, sie können aber mit nur geringen Umbauten für den wichtigen Spitzenlastausgleich sorgen, wie schon erwähnt auch Treibstoff mit hohem CO2 Einsparungspotential.
Selbst der Betrieb und die Versorgung mit lw. Nebenprodukten wurden in den letzten Jahren entwickelt. Mit den passenden Adaptionen ist der Einsatz von Silage wenn überhaupt nurmehr in geringsten Anteilen erforderlich, eine Tank Teller Diskussion damit völlig hinfällig.
Biogasanlagen sind, sofern es ein gutes Gesamtkonzept gibt, äußerst effizient in der Rohstoffausnutzung.
Die bestehenden Anlagen auf das Abstellgleis zu schicken und Industrieruinen zu generieren grenzt an Irrsinn.
Wenn hingegen für Atomkraftwerke 11 ct/kWh gesichert auf 35 Jahre inkl. Inflationsausgleich beschlossen werden ist das in Ordnung. Bravo!
Vermutlich wird man die nächsten Jahre noch von weiteren Ökostromanlagen (über Biogas hinaus) bzw. deren Wegfall, die Auswirkungen auf den Markt bitter zu spüren bekommen.
Diese politischen Entscheidungen sind natürlich eine koordinierte Entwicklung hinsichtlich der Erzielung der Klimaziele von Paris. Jetzt wird Geld vernichtet indem man bestehende Anlagen nicht in einen zukunftsfähigen Status überführt und um die Klimaziele zu erfüllen werden wir Projekte tausende km entfernt fördern um die entsprechende CO2 Einsparung zu generieren. Wo wurde das Geld dann besser aufgewendet?

Leo1982 antwortet um 23-11-2016 17:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
@amerst 1

Jetzt sag ich dir eines, die EHW sind 2010 erhöht worden, den Bauern ist da ein "Zuckerl" gegeben worden.
2014 wurde die ganze Sch... wieder zurückgenommen und neu (über)reguliert. Vor allem noch mit falschen Zahlen...
Jetzt willst du hier Erzählen dass du enttäuscht bist weil jemand ein Versprechen nicht einhält? Und darum sollen jetzt weitere Fördergelder investiert werden?

Ernsthaft jetzt?

Dein Hausverstand hätte dir sagen sollen dass solche Versprechungen sehr Riskant sind!

Und Lebensmittel/Futtermittel zu verbrennen um überteuerten Strom zu produzieren sehe ich als Grundsatzfehler.
Hättest damals in die PV-Technik investiert (aber damals hat in der Kammer noch niemand dazu geraten) hättest heute leicht lachen. So lachen bald vl andere über dich...

Rotax antwortet um 23-11-2016 17:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
ich bin mir schon auch sicher das die Pachtpreise ohne Biogas nicht so hoch wären. Es macht schon einen Unterschied ob in Gegenden wo Ackerfläche knapp ist 150 ha von der Biogas Gepachtet werden, oder ob sich das Ganze auf 10 Pächter aufteilt

baerbauer antwortet um 23-11-2016 21:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
@ducjosi
wenn es für 13 jahre der tarif schriftlich garantiert ist, dann darf man nicht jammern wenn es keine nachfolgeregelung gibt.
@Leo1982
...hättest in pv investiert...... im nachhinein ist man immer gescheiter. ich habe auch erst eine pv gebaut, als es sich mit 13 jahre rechnete.
und wenn es so einen förderansturm gibt, dass man die anträge mehr oder weniger verlost, dann ist die förderung viel zu hoch. bzw. man braucht sie nicht, wenn sowieso pv anlagen gebaut werden....


Gerhardd antwortet um 24-11-2016 07:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Kann oder will sich noch so mancher erinnern, was man vor 15 Jahren zu hören bekam, wenn man das Vergasen von besten Ackerfrüchten und das Verbrennen von Getreide als Frevel bezeichnet hat?
Wohl lieber nicht.
Hubert von Goisern hat das Verbrennen am treffendsten besungen.
Davon, dass die freiwerdenden Flächen ohnehin nicht frei wären, weil enorme Kraftfuttermengen aus Raubbau aus dem globalen Süden importiert werden, habe ich in dieser Diskussion auch noch nichts gelesen.



Vollmilch antwortet um 24-11-2016 07:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Also stehen wir vor der Wahl: importieren wir Futtermittel oder Energie (Gas, Kohle, Atomstrom,...) mit allen daraus resultierenden Konsequenzen (Klimawandel, Migration,...) oder verändern wir unsere Lebensgewohnheiten (und essen z.B. weniger Fleisch)?

Duck und weg!

LG Vollmilch

Znarf86 antwortet um 24-11-2016 08:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Ich würde den Biogasbauern die Umstellungszeit auf biologische Wirtschaftsweise halbieren das heißt nur 1 Jahr.
Und die Biogasanlagen mit Gülle und Grünabfällen aus den Stadtgebieten weiterhin betreiben.

Natürlich muss hier der Staat und die Landwirtschaftskammer ihre Verantwortung tragen, denn Sie haben Biogas gefördert.




Mogwai antwortet um 24-11-2016 10:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Da werden sich die Kompostieranlagen aber freuen.
Kann eine Biogasanlage die Abfälle auch neutralisieren so wie beim Prozess des Kompost? Weil du Bioumstellung ansprichst.

ducjosi antwortet um 24-11-2016 12:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Ich jammere nicht über einen auslaufenden Tarif, ich bedauere die Entwicklung dass vorhandene Infrastruktur weggeschmissen wird anstatt sie auf ein neues Level zu heben, den Einsatz von Hauptfrüchten weg zu bekommen und statt dessen Nebenprodukte zu verwenden, dagegen wird wohl wenig sprechen, dies entspannt auch die Pacht/Flächen Situation, Technologie um die durch PV und Wind (über)belasteten Netz zu entschärfen.

Jetzt abstellen, Know-How vernichten und in ein paar Jahren fest CO2 Strafe zahlen wie schon bei Kyoto: 2014 hat Österreich 500 Mio. Euro berappt. Wäre es nicht klüger gewesen das Geld in Österreich zur Erreichung der CO2 Ziele einzusetzen? Österreich hat damals als einziges EU Land die Ziele nicht erreicht.
Und genau dahin geht wieder die Richtung, eine Entwicklung die den Weg dahin ebnet ist der Umgang mit Biogasanlagen.



Vollmilch antwortet um 24-11-2016 13:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Btw: ob PV und Wind die Netze belasten, lässt sich vortrefflich diskutieren. Ich bin eher der Meinung Kohlestrom und Atomkraft belasten die Stromnetze wesentlich mehr. PV- und Windstrom lassen sich vortrefflich regulieren. (Biogasstrom auch, wenn man das will)

LG Vollmilch

baerbauer antwortet um 24-11-2016 13:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
@ducjosi
förderungen sollen eine technologie marktfähig machen, und anreize schaffen, damit mehr mitmachen. wenn es nur permanent mit förderungen geht, dann gibt es eine marktverzerrung und ist auch volkswirtschaftlicher unsinn.
ursprünglich war ja auch gedacht, gülle, abfälle etc. zu nutzen. doch leider hat der mais doch eine höhere energiedichte und rechnet sich vieeeeeel mehr. und wenn man die kalkulation auf billigen mais ausgelegt hat, dann tut mir niemand leid.
es ist leider immer politische kurzsicht, etwas nicht zu ende zu denken bzw. nur mündlich eine förder-nachfolgeregelung zu versprechen.
die co2 geschichte bekommt man ganz prima in den griff, wenn man alle fossile Energieträger mit einer äquivalenten co2 steuer belegt. wenn bei uns der sprit billiger ist, wird mehr verkauft und der finanzminister nimmt auch um einiges mehr steuern ein wegen des tanktourismus.... des hat sich schon gelohnt fürn staat..... und die ö setzen sich halt sehr hohe ziele, damit man diese ja nicht erreicht (kyoto....)

ducjosi antwortet um 25-11-2016 10:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
PV und Wind lassen sich damit regulieren indem man sie abstellt zu Zeiten an denen sie produzieren könnten. Macht die Auslastung auch nicht unbedingt besser, sehr effizient, schade drum, wenn es die Einstrahlung und Wind zulässt sollten die auch produzieren.
Hier ist auch eine unterschiedliche Wertigkeit gegeben: Bandlast günstiger, Spitzenlast teurer

Komisch bei Ökostromanlagen heisst es Förderung und ist damit böse, Wenn Atomkraftwerke Einspeisetarife zugesichert bekommen, die aus meiner Sicht im Vergleich zum Börsenpreis alles andere als niedrig sind, um sie wirtschaftlich abzusichern kräht kein Hahn danach.

Welche Technologie ist momentan marktfähig am Stromsektor? Der Markt ist derart verzerrt und der Strompreis am Boden das außer Wasserkraft und da auch nur abbezahlte Laufkraftwerke eventuell mitkommen

Die Technologie marktfähig machen war meinem vernehmen nach das ursprüngliche Ansinnen, jedoch sind einige Annahmen nicht eingetroffen, damals ist man davon ausgegangen dass sich der Strompreis (damals mehr als doppelt so hoch wie jetzt) weiter nach oben entwickelt und die geförderten Anlagen nach Ablauf der Verträge mit dem Marktpreis auskommen, passiert ist das Gegenteil, der Strompreis ist in den Keller gerasselt und wie oben geschrieben bleiben da nicht viele übrig die mitkommen können.
Jetzt muss man sich fragen was man will, aber mit der derzeitigen Stillstandspolitik ist das Resultat klar, es wird max. irgend eine halbseidene Geschichte rauskommen damit bei der Abstimmung alle mitgehen, von einer entsprechenden Weiterentwicklung gar nicht zu sprechen.

Riewo antwortet um 25-11-2016 11:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
@amerst1..... Rohprotein wird im Fermenter abgebaut ...... ??? lol....
Hast wohl in Chemie gefehlt.
Methan ist CH4 ( Kohlenwasserstoff )

da kommt kein N (( Stickstoff ( Rohprotein ))
Wird in der Biogas N ( Protein ) umgewandet können sogar Costridium bodelinum Bakterien dabei beidteiligt sein und dabei ensteht Botox. Und was Botox is das goggelst einfach mal. Gibt genug beiträge auf You Tube.
Des somit Sondermüll wenn das passiert.

Ausserdem woher glaubst kommen die super Stickstoff gehalte in dem Substrat.......
Sicher nicht vom vergären von Rohprotein......

Also seids ma nicht böse..... aber Biogasler müssten jedesmal das Substart auf Botox untersuchen lassen bevor ein Tropfen davon auf die Erde fällt.


Also wird sehrwohl Humus abgebaut. Und argumentiert das die Restpflanzenteile auf den Feldern den Humus wieder ersetzen.

Empfehle mal einen Grundkurs Chemie zu besuchen.

Vollmilch antwortet um 25-11-2016 14:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
Ohne viel Ahnung von Chemie zu haben, denke ich dass auch Methanbakterien N brauchen und ihn im Fermenter "verdauen". Dieser N bleibt großteils im Gärrest zurück, ein Teil gelangt als NH3 ins Biogas.
Amerst hat das vielleicht nur nicht klar genug beschrieben. Humusabbau muss nicht zwangsläufig mit Biogas zusammenhängen. Kann aber, wie andere Bewirtschaftungsformen auch.

@riewo: hast du in Mikrobiologie gefehlt? Es heißt nämlich Clostridium botulinum. ;-). "bodelinum" klingt eher danach, als hätte es ein Schifahrer entdeckt!

LG Vollmilch


Cirsium antwortet um 25-11-2016 19:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Biogas Zukunft?
ich bin kein biogasler

da haben wir wieder ein thema, wo die einen bauern den anderen bauern etwas neidig sind,
wobei ich nicht wüsste wieso man einem biogasler etwas neidig sein könnte

anscheinend können sich viele nicht mehr erinnern was wir vor 2010 zeitweise für getreide und mais preise hatten - unter 100 pro tonne
denke mal in ö 50000 ha ist dann mehr getreide auf dem markt ohne biogas

-regionale stromerzeugung benötig keine überlandleitung - welcher bauer will solche vor der haustür
-biogas könnte teuren spitzenstrom erzeugen
- biogas war vor 40 jahre schon so benannt @ mogwai
-es ist ein frevel intakte anlagen abzustellen

lieber gas aus russland importieren
lieber öl von unseren freunde aus dem nahen osten
lieber atomkraftwerke an der grenze
lieber ein akw in england damit die marode französische atomindustrie noch ein bisschen länger lebt und die chinesen von der eu geförderten super investment machen ohne für supergau und a-müllentsorgung grade stehen zu müssem ( wie schon erwähnt 11 cent für 35 jahre inflatinsgesichert !!!!!)
zum vergleich - was bekommt ein wasserkraftwerkbetreiber -ich denke nicht einmal 2cent

du scheinheiliges österrech, das klimaziele unterschreibt

ach ja der strom kommt ja aus der steckdose

p.s.
in meiner gegend sind nicht die biogasler sondern milchviehbetriebe und biobetriebe die pachtpreistreiber


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