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fertig0_4 14-07-2016 22:35 - E-Mail an User
Milchpreis
Seit längerem lese ich allerhand Rezepte fürs Erreichen eines höheren Milchgeldes.
Bin selber Melker mit 40 Kühen. Hier ein paar Vorschläge:
1. Bei Viehaustellungen dürfte die Milchmenge keine Rolle mehr spielen. "Stillststand ist Rückschritt" ein Wahnsinnspruch aus der Wirtschaft.
2. Bei eventuellen Förderungen muß die bewirtschaftete Fläche herangezogen werden.
3. Wenn europaweit die Menge zB. 5% zu hoch, sollte 10% weniger geliefert werden. Das geht aber nur mit einer Mengenregulierung. Diese aber an die derzeitige Lieferung zu binden wäre verrückt, die ohne Hirn Liefernden würden belohnt.
4. Die Eu muß jedem Landwirt ein Lieferkontingent zuteilen welches an die Lieferungen der letzten 5 Jahre und an die Fläche zu binden ist.
5. Die Eu muß den Import von nicht Eu-Milch unterbinden, so wäre ein viel höherer Preis möglich.

Das eine muß man bedenken. Die Milch brachte schon 5 Schillinge und mehr für den Landwirt. Das wäre heute mit Rücksicht auf alle Teuerungen sicher 1€/Liter. Bin gespannt auf euere Raktionen mfg



2587 antwortet um 14-07-2016 22:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Ja das ist schon alles richtig wie du schreibst aber wen du 40 Kühe hast zum melken, wen du um !0 weniger hättest du weniger Arbeit brauchst wenigr Futter und die Milch wäre auch weniger und wen der Preis höher wäre dann hättest du das gleiche Geld wie mit 40 Kühen! Nur müssten das alle machen die 70,80 und 100 Kühe haben würden dann mit 50 oder 60 Kühe auch leben können???


Ziegenbua antwortet um 15-07-2016 07:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Zitat:
Bei Viehaustellungen dürfte die Milchmenge keine Rolle mehr spielen.

Wozu dann überhaupt Kontrollen? Damit der Bauer weiß welche Tiere er verkaufen muss damit die anderen weniger liefern?
Abgesehn davon hängt die Milchmenge überwiegend von der Fütterung ab. Wenn die nicht stimmt hilft dir die beste Kuh nichts. Auch als Heumilchbetrieb wirds mit einer Silomais-Soja-Kuh nicht glücklich werden.


explicit antwortet um 15-07-2016 12:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Jetzt lass mich mal raten, du bist rein zufällig ein Betrieb mit komfortabler Flächenausstattung, der in den letzten 5 Jahren nicht gewachsen ist. Ich fordere im Übrigen ein sofortiges Verbot der tierquälerischen Anbindehaltung, so wie bei allen anderen Nutztierarten. Das würde noch viel mehr bringen.


farmerJT antwortet um 15-07-2016 13:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Liefermengen an Flächen zu koppeln, steigert wiederum die Pachtpreise, und kann als direkte Förderung der Sofamelker (Verpächter) gesehen werden....
Dennoch. Es ist gut und das wir Landwirte selbst Gedanken machen über Lösungsmöglichkeiten. Hilft womöglich mehr als Sudern und Schimpfen.


stallbub antwortet um 15-07-2016 14:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Lieber explicit.
Anbindehaltung abschaffen-Spaltenboden abschaffen-Weidehalung einführen usw.
Hoffentlich erwischt es auch dich einmal.


explicit antwortet um 15-07-2016 15:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Mit ein wenig Hirn hätte man erkennen können, dass mein Vorschlag nicht ernst gemeint war. Er sollte nur illustrieren, wie scheinheilig es ist willkürlich Maßnahmen zu fordern, die einen selbst möglichst wenig betreffen.


JD 6120 antwortet um 15-07-2016 15:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
@ziegenbua Ist das jetzt eine neue rasse die silomais-sojakuh?


rbrb131235 antwortet um 15-07-2016 17:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Milchsee der nicht mehr leer zu bekommen ist, Rekordernten bei Getreide, Rekordmengen in der Schweine und Rinderhaltung, ausufernder Produktion bei Geflügel und Eiern.

Da redet man von vernünftigen Preisen und gibt Gott und der Welt schuld.
Hinunter mit der Hälfte der Produktion und der Preis wird passen.


rbrb13


179781 antwortet um 15-07-2016 21:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Es gibt ja Bauern, die versuchen ohne oder mit sehr wenig zugekauften Futtermitteln, Düngemitteln und was da sonst zur Leistungsteigerung noch dazugehört, ihre Landwirtschaft zu betreiben. Die machen momentan genau das Richtige und sind auch die Sparte in der gesamten Landwirtschaft, die noch einigermaßen etwas verdient.
Genau die sind aber bei den führenden Köpfen in der Landwirtschaft unerwünscht und auch die tüchtigen Berufskollegen, die eifrig große Mengen für den Markt produzieren, stehen ihnen reserviert bis ablehnend gegenüber.
Also sehe ich keinen Anlass zum jammern. Jeder darf das machen was er für richtig hält und bekommt dafür was es der Gesellschaft wert ist. Wenn man bewusst etwas macht, was nicht viel wert ist, dann ist man auch selbst verantwortlich dafür, wenn dabei nicht wirklich was herausspringt.

Gottfried

Gottfried




fertig0_4 antwortet um 15-07-2016 21:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Steigern der Pachtpreise, das tun die Förderungen auch. Aber auch hier liegt es an der Einigkeit der Landwirte. Im übrigen bin ich der Meinung, daß der Besitzer einer Fläche auch etwas verdienen darf.
mfg


fertig0_4 antwortet um 15-07-2016 21:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Hallo Gottfried! Das ist schon richtig, aber leider büßen die "normal" Wirtschaftenden die Unvernunft der anderen. Im übrigen war es auch zu Kontingentzeiten so. Die Superabgabe war viel zu harmlos.mfg


fertig0_4 antwortet um 15-07-2016 21:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Hallo rbrb13! Das traurige ist ja, daß wir nicht viel zuviel Milch liefern. Nicht die Hälte, sondern 15% würden schon reichen. Die Milchmenge gehört so eingestellt, daß keine Übermenge vor uns hergeschoben wird. Lieber 95% der möglichen Absatzmenge erzeugen, und nicht den Russen und Chinesen als Absatzmarkt nachjammern. mfg


fertig0_4 antwortet um 15-07-2016 22:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Hallo explicit! Das mit dem Wachsen stimmt, aber was ist daran schlecht. Das ist ja der Ursprung allen Übels. mfg


fertig0_4 antwortet um 15-07-2016 22:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Nochmal hallo explicit! Wen einer normal, also ohne Soja aus Südamerika usw. wirtschaftet, kann man doch nicht von scheinheilig reden. Es wäre doch ein Hohn wenn die Liefermengen vom heurigen Jahr bei jedem Bauern prozentuell zurückgefahren werden, um die Menge zu reduzieren. Dann haben die Überlieferer wieder ihren Erfolg. mfg


Vollmilch antwortet um 16-07-2016 06:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Hallo fertig0_4!

"Überlieferer" gibt es nicht mehr.

LG Vollmilch


WP88 antwortet um 16-07-2016 09:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Förderungen für Tierlose Betriebe
Oder Prämien für weniger intensiv genutze Flächen (1mähdige wiesen z.b.)
Oder gar stillgelegte Flächen...
Dann würden wir Nebenerwerbler vllt aufhören zu spielen und die es notwendig haben können weiter immer mehr und mehr produzieren ;-)


leo.b1 antwortet um 16-07-2016 15:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
- Der Bauernmilchpreis ist in den letzten 2,5 Jahren um knapp 40 Prozent auf 0,26 Euro netto gesunken
- Die Ausgleichszahlungen, die beim EU-Beitritt für die rund 30 %ige Preisrückgang geschaffen wurden, werden seit 2015 massiv gekürzt und
- die Einheizwerte werden neu berechnet und so gut ich es aus meiner Gegend sagen kann um durchschnittlich 70 Prozent erhöht und somit auch alle Gebühren, Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge!
DIESE drei Sachen gleichzeitig ist derzeit das große Problem!


Vollmilch antwortet um 16-07-2016 16:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Hallo!

Wenn der Einheitswert um 70 % steigt, hat das in der Regel seine Berechtigung, ansonsten Einspruch erheben.
Wenn der Einheitswert um 70 % steigt, steigen die SVB Beiträge um wesentlich weniger. Bei mir steigt der Einheitswert um 23 %, der SVB Beitrag um ca. 7 %.

LG Vollmilch


kleegras antwortet um 17-07-2016 16:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Verbot von antibiotischen Trockenstellern in ganz Europa.In 4-5 Monaten wäre der Milchpreis auf 60.-cent


mbc antwortet um 17-07-2016 20:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Kraftfutter weniger keine höhere Genetik einsetzen.


norbert.s(suk5) antwortet um 17-07-2016 23:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
@mbc hm ich bin bei der Milchleistungskontrolle. Wenn ich mit der Qualität der Tiere herunterfahre, kannst die Tiere dann beim Alteisen verschenken! Kauft dann keiner mehr aus der Fleischhacker!


veti antwortet um 18-07-2016 07:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Wieso soll man "keine höhere Genetik" einsetzen, wenn man Kraftfutter sparen will? Auch bei Low Input braucht ich "gute Genetik". Die Frage dabei ist nur, wie man "gut" definiert. Eine hohe Milchleistung bedeutet nicht automatisch gute Genetik.



norbert.s(suk5) antwortet um 18-07-2016 23:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
das stimmt schon, alles ein frage der definition. Heute im Magazin Faire Milch gelesen, und ich denke auch hier ist ein großer Hund begraben. In Österreich wird zuwenig Milch konsumiert. Alles nur auf Vegan Shit Trip. Soja und der Dreck. In einem anderem Forum grad mit einer Veganerin diskutiert: Wunder das die noch ein Mensch ist und keine Sojabohne... nur Soja alles andere Scheiße. Und ja gibt es chon bio Soja, ja sicher aber wo?
Ich scheiß auf Soja !

Grad am Weekend wieder einen Wettkampf (Lauf) gehabt:
Gute Kohlenhydrat basis, geht nur über Käsefrühstück morgens
da geht schon mal 200 g weg!


Vollmilch antwortet um 19-07-2016 08:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Hallo Norbert!

Ich glaube aber nicht, dass es recht viel bringt, wenn man andere Ernährungsgewohnheiten oder (noch schlimmer) Personen mit anderen Ernährungsgewohnheiten schlecht macht. Das macht die Milch nicht besser!

Dass der europäische Milchproduktekonsum praktisch stagniert oder sogar sinkt ist klar und bekannt, darum sucht man ja neue Märkte.

LG Vollmilch


veti antwortet um 19-07-2016 14:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Vollmilch, deinem ersten Absatz ist weitgehend zuzstimmen. Vor allem wenn man sich als tierhaltender Landwirten auf das dünne Eis der Diskussion mit Veganern od, Vegateriern begibt, sollte man sich das zuerst gut überlegen. Grundsätzlich muss die Kritik an Ernährungsgewohnheiten (irgendwer muss die gesundheitlichen Probleme der adipösen Leute ja mitzahlen) schon erlaubt sein. Aus gesellschaftspolitischer Sicht wird da m.E. zu wenig getan.

Und in dem Zusammenhant müssen auch Vegatarier und vor allem Veganer es genaus wie "Vielfleischesser" aushalten, dass ihre Ernährungsweisen nicht das non plus ultra sind. Dabei kann man ja auf wissenschaftlicher und v.a. objektiver Ebene bleiben und muss niemanden ppersönlich angreifen.

Beim europäischen Milchkonsum ist auch interessant, welche Produkte in der Milchschiene weniger konsumiert werden und welche mehr.



Vollmilch antwortet um 19-07-2016 17:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Natürlich muss Kritik erlaubt sein, aber wenns geht bitte sachlich. Sonst geht der Schuss schnell nach hinten los.

LG Vollmilch


norbert.s(suk5) antwortet um 19-07-2016 22:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
@Vollmilch und @vetoi ich mache andere Ernährungsstile nicht schlecht!
Ich biete meist Argumente. In Öterreich ist es ja relativ klar, keine Milchwirtschaft mehr dann ist Schluß mit vielem vorallem im alpinen Gebiet. Hab durch meine Ausbildung und Arbeit früher im Krankenhaus vieles gelernt, essen kann man alles, man muss nur die Kalorien abarbeiten falls man zuviele hat. Und hier liegt der Hund: Sport -b esser Bewegung machen, und das machen eben viele nicht.
Ich kann mir keinen Wettkampf vorstellen ohne eine gute Eiweißgrundlage und die besteht bei mir aus Käse!
Hab mit Ärtzen darüber schon gesprochen, diese Milchverteuefelung ist reiner Bullshit.

Problematisch sehe ich die Entwicklungen am Milchmarkt neue Joghurts mit Zuckerersatz.
Wie gesagt der klassische Hartkäse ... war neulich sehr verwundert als ich gelesen habe das mein Lieblingskas´echt Top Eiweiswerte hat, die nix veganes übertrifft!


Vollmilch antwortet um 20-07-2016 07:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Hallo Norbert!

"vegan shit Trip, Soja und der Dreck", "ich scheiß auf Soja" , "Wunder das die noch ein Mensch ist und keine Sojabohne" fällt für mein zartes Gemüt schon unter schlecht machen.

Bei den sachlichen Argumenten gebe ich dir weitgehend recht.

LG Vollmilch


thomas.t3 antwortet um 20-07-2016 12:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Da sollte man doch zu einer etwas anderen Wortwahl greifen ;)

Sinnvoller scheint mir da sie aufzuklären, wo der Soja und das Palmfett usw herkommt, dass zuhauf in diesen veganen Produkten steckt...
damit sie verstehen was für diese Produkte alles zerstört wird und welche Bedingungen da herrschen...
Meistens sind die Hauptargumente, keine Tiere essen u einsperren, Tierquälerei ... dennoch werden für ihre Produkte wo anders Tiere abgemurkst, vertrieben und Lebensräume zerstört, teilweise unwürdige Arbeitsbedingungen bei den Leuten dort...
Sie wollen sowieso kein Fleisch, aber warum immer dann diese Versuche Fleisch zu imitieren?
Oder sollte man ihnen vl einfach den Glauben lassen... die Realität sieht halt anders aus.


Andreas B.8447 antwortet um 10-08-2016 15:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreis
Der einzigste gute Weg um die Milchmenge zu sinken, wäre die Investionsforderung wegzulassen. Das so einer mit 80 Kühen nicht für gleich 160 oder noch mehr bauen darf sondern nur die Forderung bekommt wenn er für wieder 80 Kühe baut zum Beispiel einfach wieder auf dem neusten Stand der Technik zu sein wenn der alte Stall kaputt oder veraltet ist

Schreibt bitte ein Kommentar

Mit freundlichen Grüßen

Andi


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