Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!

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kbg 01-12-2013 10:13 - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
Die Definition des heutigen Bauern:
Ein faktisch Staatsbediensteter (Beamter aber natürlich ohne dessen unglaublicher Sonderbegünstigungen),
mir der Arbeit- bzw. Einsatzleistung eines Unternehmers (aber ohne echte Möglichkeit es am freien Markt zu etwas zu bringen)
und mit dem Stundenlohn eines normalen Arbeiters ( der aber hat wenigstens seinen bezahlten Urlaub und Krankenstand, eine geregelte Arbeitszeit und ein freies Wochenende).

Und zu verdanken haben wir diesen Zustand einen Standesvertetung (wohlgemerkt aber selbst verschuldet weil auch immer wiedergewählt) die in einer Allmacht agieren darf, wie man sie nur aus dem Kommunismus kennt.

Lg Christian Perner



179781 antwortet um 01-12-2013 10:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
Solltest du nicht KGB heißen?

Gottfried


Fallkerbe antwortet um 01-12-2013 10:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
@kbg,
du solltest nicht von dir auf andere schließen.
Nur weil du es durch grobe Fehler nicht geschafft hast, es am Markt zu was zu bringen, muß das nicht für alle Bauern gelten. Ich kenne durchaus unternehmerisch sehr erfolgreiche Bauern.

Sei es in einer Niesche oder im LW Nebengewerbe, beim MR, mit Urlaub am Bauernhof oder dergleichen.
Diese Bauern sehen sich freilich als Unternehmer und agieren auch so.

Manche Bauern sehen sich eher als unterbezahlte Arbeitnehmer der AMA oder der Gesellschaft.
Sie sehen sich als Hingebungsvolle Helden, die aus ihrer sicht billiges Futter für die Konsumenten bereitstellen und die zuwenig Anerkennung und Dank für ihre Hingabe erhalten.


Dann gibts noch jene, die sich permanent als Opfer sehen.
Als Opfer der ungerechten Rohproduktpreise, Opfer der hohen Pachtpreise, Opfer der Ama (kontrollen, Rückforderungen, Sanktionen usw) , Opfer der Politik und der EU, Opfer der weichenden Erben, Opfer der Altvorderen, oder wer grad sonst schuld sein soll am aktuellen Elend am Hof.
Keinesfalls sind diese Opfer selbst verantwortlich für die Misere. Denn Selbständig, das waren sie in ihrer selbstwahrnehmung eigentlich nie.







sisu antwortet um 01-12-2013 11:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
KBG Beruf verfehlt.


Christoph38 antwortet um 01-12-2013 11:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
Die Definition finde ich nicht schlecht, trifft sie doch gut u. pointiert einige bäuerliche Rahmenbedingungen. Dass einzelne trotz dieser Umstände sehr gut wirtschaften, ändert am schwierigen Umfeld nichts.

Die Schlussfolgerung dass daran die Standesvertretung schuld sei, geht völlig daneben. Die Zeiten ändern sich und die Landwirtschaft ist überall im Rückzug befindlich.
Allgemeine Entwicklungen sind nicht Schuld einer Standesvertretung, auch dann nicht wenn diese unglücklich agiert. Hauptfaktor jedes Betriebes ist immer noch die Eigenverantwortung. Zudem ist die kollektive Verantwortung des Bauerntums selber von der Verantwortung der Standesvertretung zu unterscheiden.

Wenn das bäuerliche Kollektiv nicht in der Lage ist Preiserhöhungen einzufordern, kann dieses Manko keine Vertretung wettmachen.
Kernfrage dabei: Wo und wie oft, habe ich selbst versucht Preise zu erhöhen ?


biozukunft antwortet um 01-12-2013 11:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
Die Standesvertretung versucht zwar einiges. Es gelingt ihr aber nicht sehr unterschiedliche Bauerninteressen wie Groß- und Kleingrundbesitz, verschiedene Betriebssparten gleichmässig zu vertreten. Zum Bsp. sind für Krankheit, Kurzurlaub,... keine ausreich. Vertretungen organisiert. Die BBK u. LWK, sowie BB haben zu starke Eigeninteressen u. müssen auf den Selbsterhalt bes. achten. BBK´s gehören auf das Land hinaus zu den Bauern, ev. flex. auf die Gemeindeämter - aber nicht in teuren Bezirksstädten logieren.


Haa-Pee antwortet um 01-12-2013 12:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
würde nicht sagen beruf verfehlt.
aber in groben zügen nicht unrecht!
es ist nicht die aufgabe eines landwirtes mit "nischen" udgl sein wirtschaftliches überleben zu sichern!
denn sehr viele haben sich mit diversen nischen schon regelrecht "verzettelt" !

landwirtschaft ist einer der produktivsten wirtschaftszweige nur kommt das leider nicht in der monetären form bei den betreibern an wie z.B bei einem Staatsdiener!
die arbeiten die hälfte und verdienen im schnitt das doppelte eines landwirtes.

das grundproblem sind von der produktion entkoppelte preise und das bewusste politisch und gesellschaftlich gewollte niederhalten mit der globalisierungskeule der lw rohstoffe!

ich kann immer nur als beispiel meine urgrossväter für erfolgreiche landwirte hernehmen die hatten beide für ihre zeit einen sehr hohen lebenstandard ermöglicht durch ihre arbeit als bauer,den heutzutage nur einige wenige berufsgruppen erreichen! (jagdreisen,wirtschaftgebäude,wohngebäude schuldenfrei auf einmal gebaut,angestellte,das erste auto im ort usw) da führen im vergleich der durchschnittsarbeiter noch lange mit dem fahrrad.

dh für landwirte war rein einkommens und vermögensmässig seit den 60er jahren ein suzessiver sinkflug!

und bitte nicht als jammern abtuen, dafür gibts fakten in zahlen gegossen!


Hausruckviertler antwortet um 01-12-2013 12:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
Der Bauer ist Unternehmer, er besitzt Land und Betriebstätten, ob im Eigentum oder gepachtet ist da nebensächlich. Nur vergleichen sich von der Einkommenssituation viele mit den unselbständigen Arbeitern. Man liest bzw. hört bei Einkommensverlusten immer wieder "Die Arbeiter lassen sich das nicht gefallen". Mag schon sein, dass der Bauer bei der Preisbildung etwas zu wenig Einfluss hat, aber welche Produktionsbetriebe haben das schon? Nur wer absolutes Nischenprodukt erzeugt oder etwas worauf er ein Patent hat, kann den Preis machen. Der Preis wird weitestgehend vom Handel diktiert.
Veränderungen passieren immer. Hat es nach dem Krieg die kleinen Gewerbebetriebe erwischt, die es ja nur gegeben hat weil die Mobilität der Bevölkerung nicht vorhanden war und es deshalb notwendig war vor Ort mit allem versorgt zu werden. Um ein Beispiel zu nennen, sind doch alle großen Landmaschinenhändler bzw. Reparaturwerkstätten aus kleinen Schmiedebetrieben entstanden. Die Müller, die kleinen Gemischtwarenhändler, insgesamt alle, die früher für die Nahversorgung verantwortlich waren, sind mehr oder weniger überflüssig geworden. Die haben den Strukturwandel schon hinter sich. Die kleinen Landwirte stehen grad mittendrin.
Auch wenn die Entwicklung traurig stimmt und man geneigt ist nostalgischen Gefühlen Raum zu geben, aufzuhalten ist sie nicht. Obwohl ich glaube, dass die Landwirtschaft das Glück hatte so lang auszuhalten (gilt für die, die jetzt noch bestehen) und durch den zukünftigen Lebensmittelmangel eine Preisbildung erfolgen wird, die es auch den kleineren noch erlaubt weiter zu wirtschaften, wenn sie die Rahmenbedingungen dazu schaffen können. ich denke da an die Vereinbarkeit von Beruf und Hof. bzw. an die Nachfolge, die beide für einen Weiterbestand vom kleinen Betrieb von essenzieller Bedeutung sind.


Fallkerbe antwortet um 01-12-2013 17:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
@hapee,
mit einem nischenprodukt hättest du es vieleicht geschafft, ähnlich erfolgreich zu sein, wie dein großvater.
Wer sich dafür zu gut ist, bzw nicht als seine unternehmerische Aufgabe ansieht, marktgerecht zu produzieren, der wird halt ausgesiebt.

Jetzt produzierst du kleine Mengen von etwas, das andere in grossen Mengen billiger produzieren, und wunderst dich, das du Einkommensmäßig im Sinkflug bist.


Darki antwortet um 01-12-2013 17:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
und a "Seisn" die ihresgleichen sucht hast vergessen...


soamist2 antwortet um 01-12-2013 17:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
in 20 jahren werden 50 % der viehhaltenden betriebe aufgelassen sein. und von den verbliebenen höfen noch einmal die hälfte hobbybetriebe. und österreich wird trotzdem nicht verhungern.


Fallkerbe antwortet um 01-12-2013 17:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
@darki
was ist a "seisn" ?


bionix antwortet um 02-12-2013 18:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Der heutige Bauer (Beamter, Unternehmer, Arbeiter)!!
A 'Seisn' is a Sudara!


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