Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!

Antworten: 20
freidenker 30-11-2013 10:21 - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Hallo,
die Kurzmitteilung ist aus der aktuellen Ausgabe. Und die Frage die sich mir stellt ist warum die Övp-Jungbauernschaft so scharf drauf ist die Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abzuschaffen bzw es anzudenken. Schneidet man sich mit solchen Vorschlägen nicht ins eigene Fleisch? Warum die Hagelversicherung dieses thema so pusht ist mir klar die verdienen ja drann,

danke für Hinweise

mfg



 


Fallkerbe antwortet um 30-11-2013 11:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!

Niemand zwingt die Bauern, ihre Böden zu verkaufen bzw zu versiegeln.
Und bei den Grundstücken die jemand anderem gehören, geht es die Bauern nicht wirklich was an, was der Eigentümer mit seinem Boden anstellt.
Es gibt keinen rechtsanspruch auf pachtflächen.

mfg






walterst antwortet um 30-11-2013 11:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@fallkerbe:

Bist Du ganz sicher, dass Du das auch glaubst, was Du gerade geschrieben hast?



Fallkerbe antwortet um 30-11-2013 12:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@walterst
welchen teil meiner Aussage bzw. Meinung kannst du nicht glauben?


josefderzweite antwortet um 30-11-2013 12:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Diese Forderung kommt mindestens 40 Jahre zu spät. in der Vergangenheit haben auch viele Landwirte nichts gegen Zersiedelung auszusetzen gehabt. haben sie doch ihren acker als baufläche verkaufen und wertsteigerungen zeichnen können.
nun kommt der bumerang jedoch retour und nirgendwo kann man mehr einen größeren stall aufstellen ohne die emisionswerte und geruchtsbelastungen für die nachbarschaft einzuhalten und nicht auf böses blut zu stoßen.


walterst antwortet um 30-11-2013 13:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@fallkerbe

Wie Du bei einem Straßenbau Deine Aussage "Niemand zwingt die Bauern..." umsetzen willst, würde mich interessieren.


baerbauer antwortet um 30-11-2013 14:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@fallkerbe:
wenn eine umfahrungsstraße, kreisverkehr, stromleitung etc. im öffentlichen interesse gebaut wird, dann wird sie gebaut - ob du oder ein anderer verkaufen wollen ist da zweitrangig - da wird enteignet.
lg


Fallkerbe antwortet um 30-11-2013 15:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@Walterst, @bearbauer
in dem fall hast du sicher recht. Und kann einen einzelnen hof wirklich dramatisch treffen.

in unserer Umgebung ist aber öfter der neue Premiumtraktor der auslöser für Grundstücksverkaufe,
kaum mal der Strassenbau.

Aber wenn es jemanden trifft mit den Strassenbau, dann muß man halt schleunigst zusehen, das man da Ablösegeld wieder in Grundstücke investiert bekommt. Das ist sicher nicht immer leicht, denn erstmal muß Boden überhaupt am Markt verfügbar sein, erstmal ganz unabhängig vom Preis.


Fallkerbe antwortet um 30-11-2013 16:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Aber mit der Veränderung der Raumordnungskompetenzen hin zu zentralistischeren Strukturen würde sich der Grundstücksbedarf mit öffentlichem Interesse (Umfahrungsstrassen usw) doch nicht verändern.
Ändern würden sich nur die Genemigungsmodalitäten für den kleinen Bauherrn oder vieleicht auch für die Bauträger.
Und die können wohl kaum enteignen usw.

mfg


freidenker antwortet um 30-11-2013 16:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Hallo Leute,

fallen euch noch weitere Pro und Kontra
Argumente ein?

bisher wart ihr ja sehr sparsam unterwegs ;-)


textad4091 antwortet um 30-11-2013 17:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Politiker, die mitzubestimmen haben, machen auch keine Raumordnung, sondern das, was ma machen muss, um es sich mit niemanden zu verscherzen ... Die Grundsätze einer orndtlichen Raumplanung und Raumordnung sind recht logisch, somit kennt die auch, unbewusst oder bewusst, ein Jeder; Nur werden die dann gerne vergessen, wenn's darum geht "Wer wird nächster Bürgermeister" oder "Mach'ma wos, dass ma kurzfristig unser Beliebtheit anheben" ...

Bringen würd's nix, sofern sich bei der Umsetzung und Durchsetzung der Raumplanung auch nix ändert


Woodster antwortet um 30-11-2013 19:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!

Die Regierer setzen mit dem "Grundstücksverbrauch" der Presse eine Laus ins Ohr und alle plappern brav hintendrein. Hindergrund war seinerzeit wohl die Einführung der Immobiliensteuer. Damit man eine lausige Begründung für eine neue Steuer liefern kann. Aber das Gedächtnis des Volkes ist kurz...

Mit kommt hier die thematische Abhandlung wie eine Selbstgeiselung vor.
Ich meine, man soll sorgsam mit Resourcen umgehen. Aber nicht Hopp oder Tropp. Endweder, Oder.
Einen wirksamen Schutz vor mehr Bodenverbrauch stellt nur ein Stop des Bevölkerungszuwachses dar.
Aber ohne Wachstum ist unser Wirtschaftssystem hin. Man kann sichs also aussuchen.

Und wer wieder nach mehr Bürokratie schreit, dem ist sowieso nicht zu helfen.
Wie würden unsere Altstadtzentren mit unseren heutigen Bauordnungen wohl ausschauen?
Warum müssen immer irgendwelche Hofräte dem "blöden" Volk vorschreiben, was sie zu tun haben?

Ein bischen mehr Mut zum Chaos, d.h. Selbstorganisation der Bürger, würde von selbst eine dauerhaftere innere und äußere Ordnung bringen. Denn das Gesetz von Chaos und Ordnung ist genial, wie einfach.



Christoph38 antwortet um 01-12-2013 11:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Was mit der Verlagerung der Raumordnungskompetenz bezweckt werden soll ist mir ein Rätsel.
Der Verbrauch wird damit nicht grundsätzlich anders. Aber gewiss ist vor allem, dass zB das Land über die Grundeigentümer mehr drüberfährt als die Gemeinde.

Hält man sich noch vor Augen, wie sich Landespolitiker äussern zur billigen Baugrundbeschaffung. sollte man erkennen, wohin eine solche Kompetenzverlagerung führt.
Bereits jetzt werden vom Land die Grundeigentümer mit "freiwilligen" Nutzungserklärungen beglückt, die von den Gemeinden vollzogen werden müssen, um die Aufsichtsbehörde nicht zu vergrämen.
Wer "Vorbehaltsflächen für sozialen Wohnbau" und ähnliche Schlagwörter nicht versteht, dem ist nicht zu helfen.

Mag der Erhalt der Erhalt von Agrarflächen auch eine nette Vorstellung sein, so ist damit verbunden den finanzmaroden Bauern die Lebensader Grundverkauf abzudrehen, vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluss ?


Neuer antwortet um 02-12-2013 08:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Eine überregionale Raumordnungskompetenz könnte den irren Bürgermeistern mit "ihren" Betriebsbaugebieten, Gewerbe- und Industrieparks, Wohnsiedlungen endlich mal die Grenzen aufzeigen. Wo und wie heute überall gebaut werden kann und darf, ist doch ein Wahnsinn. Allein bei uns im Umkreis von gut 5 km sind in den letzten 15 Kahren mehr als 10 "Gewerbegebiete" entstanden. Jedem Provinzbürgermeisterchen seine(n) Gewerbepark(s). Und wenn auch nur für eine oder zwei Firmen.

Eine vernünftige Planung von wenigen, dafür größeren Betriebsansiedlungsgebieten könnte den Platz- und vor allem KOSTENbedarf für Aufschließungsstraßen, Infrastruktur wie Wasser, Gas, Strom bedeutend reduzieren. Die Zersiedelung, auch und vor allem im Wohnbau, ist ein gewaltiger Kostentreiber im öffentlichen Bereich, man denke zB. an Gehsteige, Lärmschutzbauten, an den öffentlichen Verkehr (Schulbus), die Schneeräumung etc.


Fahrt mal durch Oberösterreich und dann nach Bayern. Oder fliegt drüber, der Unterschied wird euch von den Socken hauen!


golfrabbit antwortet um 02-12-2013 11:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Das Kirchturmdenken ist gerade bei den Gewerbeparks extrem hoch und hier brauchen sich unsere Schwarzen nichts drauf einbilden - sie hätten seit gut 60 Jahren dafür sorgen können daß die Kommunalsteuern gerecht auf alle Gemeinden aufgeteilt werden. So ist Tirol zweigeteilt - einerseits "Reiche" wie Wattens, Kundl... andererseits die armen Schlucker Wohnsitzgemeinden - die zwar für die Infrastruktur herhalten müssen aber durch Betriebsmangel wenig Steuer lukrieren. So wird von deren BM versucht eben auch ein Gewerbegebiet aufzureißen - egal wie unmöglich Verkehrsanschluß usw. aussehen.
Obwohl Grund bei uns sauteuer ist, ist er anscheinend immer noch zu billig - es kommt meist ein ebenerdiger Bau mit mords Parkplatz billiger als in die Höhe und Tiefe zu bauen - schade, denn schaut man von unseren schönen Aussichtsbergen, sieht man die Zersiedelung von eh schon so wenig Land mit Erschrecken.



textad4091 antwortet um 03-12-2013 11:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@ golfrabbit: Und bei Gemeindezusammenlegungen wollen dann klarerweise jene mit Industrie- und Gewerbegebieten überhaupt nicht, "weil wir hab'n jo genug Geld"
Wo die Arbeiter aber wohnen, wissen's scheinbar nicht^^


Christoph38 antwortet um 03-12-2013 12:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
Mich wundert immer die Einstellung von Politikern, wonach Wettbewerb in der Wirtschaft nur positiv ist, während es gerade bei öffentlichen Hand gilt "schädlichen Wettbewerb" zu verhindern.

3 Gemeinden die um Betriebsansiedlungen buhlen, pfui Teufel Wettbewerb, 3 Betriebe die um einen Gemeindeauftrag kämpfen ist guter Wettbewerb.


Fallkerbe antwortet um 03-12-2013 12:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@christop38
volle zustimmung




Fallkerbe antwortet um 03-12-2013 14:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@textad4091
dafür haben die sogenannten "wohngemeinden" (ohne nennenswerte Gewerbeansiedlung) auch nicht die Belastungen, die mit den Gewerbeansiedlungen einhergehen. (Verkehr, Schwerverkehr, Lärm, Staub, Flächenverbrauch durch Gewerbegebiet. Flächenverbrauch der verkehrsflächen usw.)

Aber manche Rosinenpickergemeinden möchten natürlich beides, Die Ruhe einer Wohngemeinde und die Steuereinnahmen einer Gemeinde mit Gewerbegebiet. Wasch mich, aber mach mich nicht nass, scheint die devise.




mfg





textad4091 antwortet um 03-12-2013 14:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@ Fallkerbe: Die Ruhe in der Wohngemeinde hast aber auch nur dann, wo die Leute nicht zur Arbeit fahren oder grad heim kommen ;)
Das "Haus im Grünen" ohne öffentliche Verkehrsanbindung bzw. Arbeit außerhalb der Radfahrweite is ein Teufelskreis
Die Gewerbegebiet werden mittlerweile eh dorthin gebaut, wo's "niemanden" stört ... Eine Autobahnabfahrt in der Nähe wär halt a Hit, aber des war's auch schon ...


Fallkerbe antwortet um 03-12-2013 16:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raumordnungskompetenz auf Gemeindeebene abschaffen!
@ textad4091 @golfrabitt
ich bin auch der meinung, das jede Gemeind sich bemühen sollte, Ihren (jung) Unternehmern die möglichkeit zu bieten, sich vor Ort selbständig zu machen und vor Ort ihren Betrieb anzusiedeln.
Kurze Wege zwischen Wohnen und Arbeit, ein lebendiges miteinander von Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismuß, das wäre mm nach erstrebenswert und auch fruchtbar für alle.

Gemeinden, die sich bewusst gegen Gewerbeansiedungen entscheiden, entscheiden sich ja damit auch gegen die steuereinnahmen. Dann (finanzielle) Solidarität von jenen Gemeinden einzufordern, die sich aktiv für arbeitsplätze eingesetzt haben erscheint mir geradezu unverschämt.

mfg






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