Fragebogen Wirtschaftswissen

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se123 antwortet um 19-07-2013 12:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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das Schöne bei solchen Fragen ist ja immer, dass man mit dem weglassen von ein wenig Wahrheit wunderbar Populismus betreiben kann, weil keiner mehr hinterfragt, ob dies eigentlich stimmt, was hier so niedergeschrieben wird.

aber der größte Schwachsinn der gerade so richtig populär ist, ist der, dass die Zinsen an allem Schuld sind. Was richtig ist, ist das der Zinseffekt und v.a. der Zinseszinseffekt ein ganz schöner Hund sein kann, aber darum lernt man das ja auch in der Hauptschule, dass dem so ist!!!

Die Entstehung der menschlichen Zivilisationen ist ganz eng damit verbunden, dass der Mensch damit begonnen hat vorausschauend zu denken und dadurch Vorräte angelegt hat. Kann gerade in diesem Forum jeder nachvollziehen, dass es wichtig ist, dass man sich im Sommer schon darüber Gedanken macht, wie man im Winter die Tiere füttert. In Regionen mit durchgehender Vegitationsphase ist dieses Denken übrigens viel schwächer ausgeprägt. Manche selbsternannte linke Wirtschaftspropheten möchten also jetzt, dass genau dieses Denken "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not" bestraft wird, sprich der Besitz von Vermögen soll bestraft werden (durch negative Zinsen (haben wir real betrachtet schon) oder durch Steuern) und dazuführen, dass die Menschen gleich mehr ausgeben.

Aber denken wir uns mal eine Welt ohne Zinsen (haben wir übrigends gerade fast). Kann man sich dann Geld überhaupt Geld ausborgen? wenn jemand der Meinung ist, nein, dann sollten wir mal darüber diskudieren, warum Minikredite aktuell eine der effizientesten Form der Entwicklungshilfe sind, wie sich junge Menschen ein Eigenheim finanzieren sollen und auch wie die mitteleuropäischen Bauern ihren Weg aus der Abhängigkeit der Grundbesitzer schafften und welche Rolle dabei die Genossenschaftsbanken spielten.
okay, nehmen wir einfach an auch ohne Zinsen kann ich mir Geld borgen: Warum sollte ich als Geldbesitzer jemanden Geld borgen, dem ich persönlich nicht sehr nahe stehe? Ich kann mein Geld aktuell nicht selbst verwenden falls ich es brauchen würde, ich bekomme keinerlei Gegenleistung dafür (den das sind ja die Zinsen) und v.a. ich habe das Risko, dass mir derjenige dem ich das Geld geborgt habe, dieses nicht mehr zurückzahlen kann. Warum also sollte ich unter diesen Umständen mein Geld herborgen???
Jetzt die andere Seite: ich besitze kein Geld, brauchen tut man aber immer eines. Warum sollte ich versuchen meine Schulden zu reduzieren, kostet ja nichts wenn ich es noch länger habe. Wenn wir Inflation zulassen (wenn nicht, dürfte es auch keine automatischen Lohnerhöhungen mehr geben) dann würde das heißen, je länger ich meine Schulden halte umso weniger muss ich zurückzahlen. Die nächste Frage ist, warum sollte ich überhaupt versuchen anders zu Geld kommen als über ausborgen? Vielleicht weil mir irgendwann mal keiner mehr eines gibt? Dann kommen wir aber wieder zur mittleren Frage: Warum sollte mir ohne Zinsen jemand Geld leihen wollen? Womit wir wieder beim ersten Thema wären: Eine Welt ganz ohne Schulden??? Wie kann dann aber jemals ein mittellos geborener, sich jemals etwas aufbauen? Er müsste zuerst mal sein halbes Leben für jemanden arbeiten, alles Geld sparen und dann wenn er körperlich am Ende ist, hat er genügend Geld, dass er auf eigene Rechnung arbeitet. Das blöde ist nur, dadurch dass diejenigen die schon genügend Geld haben, nicht befürchten müssen, dass deren Arbeiter plötzlich auf eigene Rechnung zu arbeiten beginngen (dazu fehlt ihnen ja das Startkapital), die Arbeiter auch nicht sonderlich gut bezahlen müssen und so schaffen es die Arbeiter dann plötzlich ein ganzes Leben lang nicht, sich genügend anzusparen.... Hier helfen faire Kredite und das ist auch der Grund warum Minikredite in Afrika so erfolgreich sind und warum die Genossenschaftsbanken für unsere Entwicklung so wichtig waren.


se123 antwortet um 19-07-2013 13:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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zu den eigentlichen Fragen:
Banken 1: Einlagen der Bankkunden werden definitiv nicht zu Eigenkapital der Banken und somit auch nicht zu deren Eigentum. Das ist einfach falsch
Banken 2: in einem bestimmten Ausmaß, in Abhängigkeit vom Eigenkapital - so wie es hier steht ist es zwar nicht ganz falsch, aber mehr falsch als richtig
Banken 3: keine Ahnung
Banken 4: sollte eigentlich jedes Kind wissen

Zinsen 5: sollte jedem mit Hauptschulmathematikwissen bewusst sein.
Zinsen 6: ist logisch - das Viertel halte ich übertrieben. Gegenfrage: Wussten Sie, dass alle Produkteinkäufe zu den offenen Steueren auch noch versteckte Steuern enthalten. Aktuell gesamt ca. 75% des Produktpreises (wenn man dann berücksichtigt, dass der Staat damit v.a. Zinsen von alten Wahlversprechen zahlt, kommt auch das mit den 25% Zinsen wieder hin - aber nicht weil es Zinsen gibt, sondern weil der Staat nicht haushalten kann)
Zinsen 7: diese Zahl bitte belegen. Aber ja, selbstverständlich will derjenige, der die Produktionsmitteln für das Produkt das ich kaufe zur Verfügung stellt eine Gegenleistung dafür dass er sie zur Verfügunge stellt). Für den Traktor mit dem der Bauer fährt muss er entweder Zinsen zahlen, oder will zumindest eine Verzinsung für das vorher angesparte Geld und ja dieser Betrag ist natürlich auch im Milchpreis enthalten. In der gewählten Form ist aber die Fragestellung mehr als polemisch
VWL8: So wie die Frage gestellt ist, ist sie falsch. Richtig wäre sie, wenn sie lauten würde. Wussten Sie dass die Buchschulden und das Buchgeldvermögen spielgelgleich sind. Dann ist sie aber eine NoNaNet-Frage. Wenn ich Geld auf die Bank lege, habe ich Buchgeldvermögen, gleichzeitig schuldet mir die Bank aber was. Somit muss dies per Definition so sein.
VWL 9: ist so nicht zwingend korrekt
VWL10: und jetzt kommen wir auf das Niveau der Zeugen Jehovas. Ich würde vorschlagen, der Threateröffner sollte einfach mal die Begriffe „vollkommener Wettbewerb“, "Wohlfahrt" und "Unternehmenstheorie" erklären. Dabei handelt es sich um volkswirtschaftliche Fachbegriffe, die man nicht so ohne weiteres diskudieren kann. Genauso wie wohl die wenigsten Volkswirte so ohne weiteres wissen, was der Unterschied zws. einer Heuraupe und einem Schwader ist. Das beim Merger nicht zwangsweise zwei Firmen zusammengeführt werden, sondern ich auch dasselbe machen kann wie mit einem Schwader und das ein Zetter ganz was anderes ist. So ist die Fragestellung Polemik pur.


se123 antwortet um 19-07-2013 17:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Zum Zitat von Faltermeier: schon wieder einer der den Politikern auf den Leim gegangen ist. Es waren die Politiker die die Zukunft geplündert haben, damit sie gewählt werden. Die Banker haben dabei nur mitverdient!



Hirschfarm antwortet um 19-07-2013 23:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Man braucht kein Wirtschaftswissen.
Einfach qui bono fragen - wem nützts - und dann sieht man sehr viele Dinge viel klarer.
mfg

se123: Du scheinst ja ein viffes Bürscherl zu sein. Stell du mal eine These auf warum alles in die falsche Richtung geht.


se123 antwortet um 22-07-2013 07:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Hirschfarm:
Weil die meisten Menschen, v.a. die die an der Macht sind, nur noch an sich denken und nicht mehr für ein besseres Gesamtes arbeiten. Aber auch vielen "Kleine Leuten" geht es nur noch um sie selbst. Gewählt wird der, der mir am meisten verspricht, Geldanlage wird die genommen mit den meisten (unrealistischen) Zinsen - wenn die dann Pleite geht, wird geklagt,...
Könnte man lange darüber reden - aber dafür ist der heutige Tag zu schön!!!


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