Verbot von Pflanzenschutzmittel

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wawiland 06-07-2013 09:26 - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Wer weiß, was der Nationalrat gestern bezüglich der Pflanzenschutzmittel genau beschlossen hat?

Was sagt die AGES dazu, die betroffenen Mittel wurden doch geprüft, als unbedenklich erklärt und registriert? Oder haben diese Damen und Herren um die Registrierung gewürfelt oder haben Chemie-Firmen genügend bezahlt damit eine Registrierung möglich wird?

Oder haben unsere Politiker (ÖVP, Bauernbund, .........) einfach nicht den Mut nach unabhängigen Fachlichen Kriterien durch Amtliche Prüfstellen Ihre Entscheidung zu Treffen?
Gibt es noch unabhängige Prüfstellen?

Ich bin Pflanzenschutzmittel - Anwender, nach diesen Diskussionen der letzten Monate kenn ich mich überhaupt nicht mehr aus, hab kein Vertrauen in Pflanzenschutzmittelfirmen, AGES und keinesfalls der Politik.

Am besten wir Produzieren Bio - logisch, der Versorgungsgrad der Österreicher od. der EU wird dadurch erheblich gesenkt (nach meiner Erfahrung bei Getreide rund 50% weniger, dadurch sinkt auch der Fleisch und Eier Selbstversorgungsgrad um mehr als 50%) die Preise werden dadurch Steigen, wir die Bauern könnten dadurch mehr Verdienen, wer sich dann diese Lebensmittel nicht mehr leisten kann der wird wohl auf jene Produkte zugreifen müssen die in Ländern produziert werden wo die Produktons-standards und Kontrollen sehr gering sind. Dort gibt es heute schon gravierende und Großflächige negative Einflüsse in die Natur und der Westeuropäer hat dort sicher keine Möglichkeit dort etwas zu ändern.
Sind die Bürger und Konsumenten auch wirklich diesbezüglich Aufgeklärt?



fgh antwortet um 06-07-2013 10:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Gar so viel Ahnung vom Pflanzenschutz hast aber nicht... sonst wüsstest das bei Bio auch gespritzt und teils sogar giftiger gespritzt wird, weil da Wirkstoff "ja natürlich" ist....

Dia Ages hat sicher gut geprüft, aber momentan brauchen die Parteien stimmen und PSM zu verbieten gefällt einem breiten Teil der Bevölkerung... ob sinnvoll oder nicht steht da nicht im Vordergrund - es geht um Stimmen!


cyber antwortet um 06-07-2013 12:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
naja, Wawiland, ich bin kein Anwender, somit richtiger Laie, und mein Halbwissen dazu kommt jetzt nur aus den Medien, bestenfalls unseren landwirtschaftlichen Fachzeitschriften.
Aber was die Prüfung betrifft, so dürfte diese sehr wohl nach den üblichen Kriterien ordnungsgemäß geschehen sein.
Neu und nicht geprüft sind weitergehende Auswirkungen, zb. auf vordergründig die Bienen, wahrscheinlich auf noch andere Insektenarten, bei dennen die möglicherweise ebenfalls schädliche Wirkung nicht auffällt, weil sei eben keine direkten Nutzinsekten für uns Menschen sind.
Kann es sein, daß wir, wobei du der erfahrene Anwender bist, soweit einer Meinung wären?

Und gleich vorweg: wenn ich - wahrscheinlich falscherweise - in deiner Argumentation herauslese, man sollte mögliche Auswirkungen auf zb Bienen solange ignorieren, solange bis keine von deinen angesprochenen Lobbyingorganisationen mehr etwas dagegen hat .......... ja dann, dann sind wir da gewiß nicht einer Meinung!



fgh antwortet um 06-07-2013 12:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
@cyber:
Ob PSM bienengefährlich sind oder nicht wird schon jahrelang getestet und ebenfalls gibt es zur Anwendung dahingehend Auflagen....


cyber antwortet um 06-07-2013 12:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
noch ein Frage, Wawiland, zu deinem letzen Absatz:

Du argumentierst vorher mit notwendigem möglichst hohem Selbstversorgungsgrad, auch, und das ist jetzt meine Interpretation, wenn er im Falle von Getreide, zum größten Teil durch Fremdenergieeintrag aus fossiler Energie zustande kommt.
Wenn der hohe Selbstversorgungsgrad - so wie in der konventionellen Tierhaltung - zu einem ebenso großen Teil durch Futterimport aus hauptsächlich Südamerika ermöglich wird - also Ländern mit geringen Prduktionsstandarts und Kontrollen, und wie du schreibst, gravierenden und großflächigen Einflüssen in die Natur, wo ist das deiner Meinung nach schon gerechtfertigt?
Wieso?
Also zu aufgeklärten Bürgern und Konsumenten braucht´s da inzwischen schon ein wenig mehr, als deine bequemen Schlußfolgerungen.
Ich glaube auch, daß BioAustria mit "wir schauen aufs Ganze" nicht das gelbe vom Ei in die Tat umsetzt, aber eine etwas breitere Betrachtungsweise als deine Argumentationskette kann in Zukunft nicht schaden

lg


cyber antwortet um 06-07-2013 12:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
hallo fgh

ja, da kann ich nicht mitreden, dazu weiß ich zu wenig.
aus anderen Ergebnissen, die sich auf breite Auswirkungen von irgendwelchen Einflüssen beziehen, ist allerdings klar, das die Forschungen dazu oft jahrzehnte brauchen
zb kann man oft erst heute Änderungen erklären, die mit der unkontrollierten Überdüngung in den siebziger.-u. achziger Jahren einher gingen.
die Anwender, also Bauern, haben das damals auch "zu Recht" gemacht, und trotzdem ist es heute aus mehreren Gründen nicht mehr handhabbar

und ich bin ja auch nicht für oder gegen das Verbot, allerdings sehr für Vorsicht in diesen Bereichen

lg


wawiland antwortet um 06-07-2013 14:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Es gibt da einen Teilbereich bei der Registrierung von Pflanzenschutzmittel und der heißt "Umweltverträglichkeit" und aus diesen Namen leite ich ab, dass dies auch auf Bienen und andere Insekten und Wildtiere geprüft ist sowie auf mögliche Eintragung in das Grundwasser, wann, wie, unter welchen Umständen wird das Produkt abgebaut ......! Also dürft auch der Einfluss, """"wenn es einen gibt""", auf die Bienen nicht unbekannt sein!

Ich behaupte nicht, dass Gravierende negative Einflüsse auf die Natur Irgendwo auf der Welt gerechtfertigt sind!! Ganz im Gegenteil, ich wollte nur aufzeigen wenn wir die Produktion bei uns zu stark einschränken, dann wird anderswo auf der Welt produziert zum Nachteil von Mensch und Natur (Textilindustrie).

Jetzt wird ein Umweltprogramm verhandelt, in dem eine Düngung für zb. Weizen mit einem Eiweißgehalt der zur Vermahlung notwendig ist, wo es rein Rechnerisch nicht mehr möglich einen Durchschnittsertrag zu erreichen!
Ich möchte schon unter möglichst Umweltfreundlichen Bedienungen Produzieren, in jedem Fall mache ich was auch erlaubt ist, (geprüft durch die AGES) daher ist es mir auch unverständlich dass man als Biobauer manche Produkte mit eine doppelt so hohe Aufwandmenge einsetzen darf als ein Konventioneller Betrieb!?

Was ist mit Glyphosat, wie kommt der in den Menschenharn und in welchen ausmaß?
Ist es möglich diesen Wirkstoff durch die " gesunden Sojaprodukte" - Fleischersatz vom Soja aus Übersee der mit einer Vielfachen Aufwandmenge an Glyphosat als bei uns behandelt wurde kommt???
Ich glaube nicht das es möglich ist, wenn ich Glyphosat spritze danach Mais anbaue und im darauf folgendem Jahr damit meine Schweine füttere, und dieses Fleisch am Teller landet, hier noch dieser Wirkstoff nachweisbar ist.
Auch dieser Wirkstoff wurde mehrmals geprüft und für unbedenklich erklärt. Was ist heute anders: die Lobby, der Mensch, die Natur, die Politik, die Globalisierung........?????

Meine Argumentationsreihe ist natürlich nur ein Auszug - Ich möchte ja keinen Roman schreiben, und Konsumenten werden wir in diesem Forum ohnedies nicht ausreichend Aufklären können.







mostkeks antwortet um 06-07-2013 18:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Meine Freundin war ein paar Jahre in der AGES bei den Registrierungen und da wird "leider" recht wenig geschmiert )-:
Die Entregistrierungen gehen schon sehr langsam, und bei Registrierungen mit "Gefahr im Verzug" wird auf grund des Zeitmangels nicht sehr genau geschaut.

Aber die Richtlinien an die sich die AGES hält werden von der Politik (Wirtschaft) vorgegeben.

Und es währe nicht das erste mal, dass ein Grenzwert nach oben korrigiert wird (aus gegebenen Anlass).

Und wie fachlich unsere Politiker und Medien arbeiten, darüber möchte ich mich heute eigentlich nicht mehr ärgern! Damit kann man heute einfach nicht mehr Stimmung machen und alleine darum gehts.
"Brot und Spiele" (A billigs Papperl und a gute Unterhaltung vor dem Fernseher)

LG


JD6230 antwortet um 06-07-2013 19:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Das Problem beim Roundup (GLYPHOSATE) ist, das eine Behandlung zur Ernteerleichterung erlaubt ist - also auf das fast reife Korn gespritzt wird (wäre derzeit möglich in Gerste, wenn Felder befahrbar). Sinn und Zweck dieser Anwendung ist es Zwiewuchs und die lästige Verunkrautung abzutöten.

Die Ernte ist aber erst nach zwei Wochen erlaubt. Wird früher geerntet, sind Rückstände möglich. Somit kommen die Rückstände des Wirkstoffes und dessen Abbauprodukte in die Nahrungskette (Qualitäts- u Mahlweizen --> Mehl --> Brot und Gebäck --> Mensch)



Berschl antwortet um 06-07-2013 19:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Zum Glyphosat:
Die jetzt groß zitierte Studie auf die Global 2000 sich beruft, soll aus nur 156 Teilnehmern bestehen- ein bischen arg wenige um das einfach so auf ganz Deutschland hochzurechnen.
Sikkation ist in Norddeutschland weit verbreitet, weil vorteilhaft beim Drusch.


melchiorr antwortet um 06-07-2013 20:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel

Hallo!
Bei einem Gespräch mit meinem Nachbarn, er ist Imker, sagte dieser es gäbe Studien, nach denen die Handystrahlen viel mehr Bienensrterben verursachen als die PSM. Auch wenn es nicht hundert prozentig erwiesen ist, warum verbietet man nicht vorsorglich die Handys, genau so vorsorglich wie die PSM???
lg.


fgh antwortet um 06-07-2013 20:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Weil du mit einem Handyverbot nicht gerade Stimmen bei der Wahl machst...
wobei ich wäre sofort dafür.


frank100 antwortet um 06-07-2013 21:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Warum wird Glyphosat verboten weil es einfach zu billig ist.
Nächstes Jahr gibt es sicher was anderes aber natürlich zu einem ganz anderen preis.



fgh antwortet um 06-07-2013 21:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verbot von Pflanzenschutzmittel
Wie recht du hast Frank... Monsanto mit dem neuen patentierten Wirkstoff wieder 10 Jahre 1a verdienen...


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