Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern

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heribertniessl 25-05-2013 18:44 - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Hallo Leute, lasst uns doch darüber diskutieren wie wir den Pflanzenschutzmitteleisatz reduzieren können.
Ich behaupte, dass wir im Feldbau minestens die Hälfte der chem- Pflanzenschutzmittel einsparen könnten. Vor allem bei Herbiziden ist dies machbar.
Durch die mechan. Unkrautbekämpfung ist ein mehrmaliges Überfahren am Feld nötig. Dies verursacht mehr Arbeitszeit , mehr Kosten und in der Regel ist auch ein höherer mechanisierungsgrad nötig.
Ist denn noch niemand auf die Idee gekommen im Öpul einen Herbizidverzicht zu installieren? Dies wäre eine echte Umweltleistung und müsste auch dementsprechend abgegolten werden. Vielleicht sollte man das Geld von den Almen in den Feldbau lenken?

Die Konsumenten wollen nicht, dass soviel gespritzt wird, und ich meine doch wir Bauern wollen es eigentlich auch nicht. Zumindest kenne ich keinen Landwirt der die Spritzarbeit mit Freude und aus Leidenschaft macht.

Ich hasse zumindest das Spritzen.
Über die Gefährlichkeit der Spritzmittel könnte ich euch noch einiges erzählen.

Wie denkt ihr darüber?

Warum wird nicht auf dem Sektor biologische Bekämpfung des Maiswurzelbohrers mehr geforscht?



G007 antwortet um 25-05-2013 19:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
@ heribertniessl

ich glaub du kennst das Öpul Programm für Ackerflächen nicht.



misches antwortet um 25-05-2013 19:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Ja der herbizidverzicht ist bei der Biologischen Bewirtschaftungsweise schon mit eingeschlossen.
Die sache ist die, dass man einfach nur ordentlich pflügen muss vor der Saat jedoch hat man dann andere Probleme.

Kein vernünftiger Ackerbauer spritzt wenn es sich nicht auszahlt (es gilt das Schadschwellenprinzip)

UNd es wird sehr viel gegen den Maiswurzelbohrer geforscht (Nemathoden usw) eher Problematisch ist der Drahtwurm. der leider jetzt mit dem Verbot wieder mehr an Boden gewinnen wird.



Piaui antwortet um 25-05-2013 19:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Hallo Heribert
Ich denke mal das kaum jemand aus reiner freude Chemischen Pflanzenschutz betreibt, da steckt schon meistens ein wirklicher Grund dahinter und "Billig" ist er ja auch nicht. Ich betreibe Konventionellen Ackerbau und bin auch als MD-Fahrer vom Seewinkel über S-W Steiermark bis in die Obersteiermark unterwegs und kenne genug Konv. sowie Bio Flächen. Und "Ja" es gibt sie die richtig guten Biologischen Ackerbau betreiben das sieht man oft nur an den fehlenden Fahrgassen im Getreide und bei der letzten Maisernte´hatte ich einen Kunden da war bis aufs Vorgewende fast keine spur von Unkraut bei fast 11t/ha. Jedoch ist der Arbeitsaufwand um einiges höher und er hat nur alle 5 Jahre Mais.


ah1 antwortet um 25-05-2013 20:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
eine lösung wären zwischenfrüchte wie schwarzhafer, grünroggen,... und darauffolgende direktsaat.
eine mechanische unkrautbekämpfung ist dann allerdings nur mehr schwierig möglich.


heribertniessl antwortet um 25-05-2013 20:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Zu deiner Erinnerung ÖPUL 2007

Biologische Wirtschaftsweise (Herbizidverzicht enthalten)
◾ Umweltgerechte Bewirtschaftung von Acker- und Grünlandflächen
◾ Verzicht auf ertragssteigernde Betriebsmittel auf Ackerflächen (Herbizidverzicht enthalten)
◾ Verzicht auf ertragssteigernde Betriebsmittel auf Ackerfutter- und Grünlandflächen (Herbizidverzicht dnthalten)
◾ Verzicht auf Fungizide auf Getreideflächen

Warum kann es nicht einen Herbizidverzicht in ein´zelnen Kulturen geben und man kann trozdem düngen? Warum gibt es eine 5 jährige Bindung? So steigt da keiner ein, was ist wenns nicht funktioniert?


heribertniessl antwortet um 25-05-2013 20:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Das mit dem Schadschwellenprinzip stimmt wohl. Wenn man zusätzlich eine ÖPUL Prämie erhält erhöht sich die Schadschwelle ab wann eine chem. Unkrautbekämpfung ökonomisch sinnvoll ist. Die Pramie muss halt so hoch sein, dass die mechan. Unkrautbekämpfung billiger ist. Es hängt von den Rahmenbedingungen ab, ob der Landwirt auf den Spritzmitteleinsatz verzichtet.


heribertniessl antwortet um 25-05-2013 20:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Ich meine man muss ja nicht gleich Biobauer werden. Aber derzeit unternimmt einfach niemand etwas den Spritzmitteleinsatz zu veringern. Es gibt gute und weniger gute Biobauern, ich kenne auch konventionellle Flächen die trotz chem. Pflanzenschutzes stark verunkrautet sind.
Dein Beitrag gefällt mir.



heribertniessl antwortet um 25-05-2013 20:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Ja, es gibt sie die Lösungen, für jeden Betrieb individuell, doch die Rahmenbedingungen gelten derzeit den Mehraufwand für diese individuellen Lösungen nicht ab. Da ist doch ein Fehler im System.
Ich nehme selbst an einem Arbeitkreis Ackerbau teil. Da hab ich noch nie etwas von der mechan. Unkrautbekämpfung gehört.


G007 antwortet um 25-05-2013 20:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Getreidestriegel!!!!


Fidelio antwortet um 25-05-2013 22:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Hallo !

Ich meine einmal gelesen zu haben, das sämtliche Hobbygärtner und Kleingartenbesitzer mehr

Pflanzenschutzmittel anwenden als die gesamte Landwirtschaft.


tch antwortet um 25-05-2013 22:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Ich habe mal gelesen das nur 20% der Unfälle von Betrunkenen verursacht werden- 80% hingegen von nüchternen Fahrern.

tch


biolix antwortet um 25-05-2013 23:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Hallo !

also fidelio, das wird gerne verbreitet inkl. ÖBB etc.. wennst dann den Zahlen nachgehst inkl. die die aus der Landwirtschaft selbst kommen, kanns das gar nicht sein.. aber die Chemiemultis haben sicher ihre Zahlen und veröffetnlichen sie gerne. dann braucht sich nicht einer immer auf einen Anderen ausreden..

WEiters könnt ihr ja bald das PSM Verbot für Kleingärten unterstützen bzw. den Verbot des freien Verkaufes in den Baumärkten..

lg biolix

p.s. herbert wie meinst das, ein jahr spritz ma nicht, dann wieder schon ? Wie willst das im ÖPUL unterbringen, wie du schon zitiert hast, gibts das schon, aber dann Verpflichtung auf 5 Jahre und Äcker oder Wiesen, oder eben ganz bio.. DIe Sache ist "wie ein bißchen SChwanger.." gibts halt nicht.. und vermarkten musst dus auch können, d.h. es gibt einige konv. Vermarktungsschienen wo in einem Jahr auf die eine Frucht nichts gespritzt wird, dann gibts einen höheren Preis und das ist ok...


Cirsium antwortet um 26-05-2013 10:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Ja inklusive der ÖBB - jetzt erstrahlen die Bahndämme wieder in auffälligen braun,
ich kennen genug Bauern die die Umweltkripo am Hals hatten und Bodenproben auf Atrazin gezogen wurden, bis man drauf kam, das ÖBB atrazin in unvorstellbaren Aufwandmengen eingesetzt hatte.,das man heute noch feststellen kann. Hatte das rechtliche Konsequenzen?

Ich bin froh dass die Bahn die Dämme nicht verwildern läßt. Im Gegensatz zu meines Nachbarn Distelreinkultur.


heribertniessl antwortet um 26-05-2013 11:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Jeder Pflanzenschutzmitteleinsatz ist sowiso aufzuzeichnen. Für mich steht ein totaler Verzicht an oberster Stelle. Aber ist es nicht schon ein Erfolg an der Umwelt wenn man den Verzicht 2 Jahre durchhält? Es geht um die Rahmenbedingungen.
Ich meine nicht dass hier eine neue Vermarktungsschine aufgebaut werden soll. Der Landwirt soll freiwillig versuchen den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu veringern. Dies ist die Umweltleistung und dafür soll er Geld erhalten. Z.B. Ein Betrieb mit Zuckerrüben Mais Getreide und Sojabohnen verzischtet bei Mais und Getreide auf den Herbizideinsatz. Warum soll das nicht möglich sein. Der Preis für die Produkte bleibt der gleiche, aber ich bekomme eine entsprechende Öpul Prämie als Abgeltung.

Vieles ist möglich wenn man nur will.


heribertniessl antwortet um 26-05-2013 11:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Interessierte sollen auf meine Facebookseite gehen unter Heribert Niessl Gruppe "Gesunde Landwirtschaft"


1. Ausgangssituation

Durch diverse Medienberichte ist die Bevölkerung in Österreich was die Gesundheit der Nahrungsmittel anbelangt zunehmend sensibilisierter.
Dazu beigetragen haben auch die Medienberichte über das rätselhafte Bienensterben. Imker und Umweltvertreter geben bestimmten Pflanzenschutzmittel (Neonicotinoide) die Schuld.
Auf jeden Fall ist der chemische Pflanzenschutz in letzter Zeit ziemlich in Verruf gekommen. Dabei liefern sich Imker und Agrarvertreter auf der einen Seite sowie Umweltvertreter und Vertreter der Chemiekonzerne eine Schlacht mit oft nicht nachvollziehbaren Argumenten.
Egal wer am Bienensterben beteiligt ist, Faktum ist, dass die Bevölkerung gegen den hohen Chemieeinsatz bei der Nahrungsmittelproduktion ist. Auch unter den Landwirten wird die Spritzarbeit meist als notwendiges Übel angesehen. Ich kenne keinen Landwirt der mit viel Freude mit der Feldspritze über seine Acker fährt.

Für viele meiner Berufskollegen ist es bald unerträglich wegen des Spritzmitteleinsatzes angeprangert zu werden. Vielen Landwirten fehlen die Argumente in der Diskussion, welche den Chemieeinsatz begründen würden.
Einige Landwirte sind unter anderem aus dieser Motivation heraus zur biologischen Landwirtschaft gewechselt. Doch viele Landwirte können aus betrieblicher oder finanzieller Sicht nicht in die biologische Landwirtschaft einsteigen. Es ist jedoch der Wille bei vielen Bauern erkennbar den Spritzmitteleinsatz zu reduzieren.
Es gibt viele Beispeile in der konventionellen Landwirtschaft, wo durch biologische, physikalisch mechanische oder sonstiger Maßnahmen der chemische Pflanzenschutz stark reduziert werden kann. Teilweise ist dies unter den Landwirten serwohl bekannt, teilweise fehlen praxisnahe Versuche dafür und teilweise gibt es auch unbekannte neue Methoden.

Auf jeden Fall ist derzeit von Seiten der Offizialberatung (Fachberatung der Landwirtschaftskammern) oft nicht der Wille vorhanden den chemischen Pflanzenschutz zu reduzieren. Auch von Seiten der Agrarvertreter wird oft der Spritzmitteleinsatz vehement verteidigt. Argumentationen, wie die Gentechnik müsse zum Einsatz kommen wenn gewisse Pflanzenschutzmittel verboten würden, sind aus der Luft gegriffen und nicht im Sinne der Bauern. Hier wird auch von Seiten der Konzernvertreter oft Öl ins Feuer gegossen. Neulich empfahl ein Mitarbeiter den anwesenden Bauern folgende Argumentation: „Sagen sie den Nachbarn wenn wir spritzen beseitigen wir auch die Läuse auf ihren Salat, der wird sozusagen gratis mitgeschützt.“

Umweltnahe Parteien setzen vermehrt auf das Thema Pflanzenschutz und die öffentliche Diskussion wird daher nicht so schnell oder überhaupt nicht enden.
Es werden in Zukunft noch weitere Pflanzenschutzmittel verboten werden. Immer genauere Analytik macht es leicht fast überall in der Umwelt Pflanzenschutzmittelrückstände nachzuweisen. Der Agrarlobby werden schließlich die Argumente ausgehen.


Mein Ansatz die ZIELE zu erreichen basiert auf Freiwilligkeit und Leistungsabgeltung ohne dass dadurch die Nahrungsmittel für den Endverbraucher teurer werden.

2. Ziele

MittelfristigeVerringerung des chemischen Pflanzenschutzmitteleinsatzes um die Hälfte.

Ich behaupte, dass viele Landwirte dazu bereit sind wenn die Rahmenbedingungen passen.
Nun geht es darum diese Rahmenbedingungen zu schaffen.



heribertniessl antwortet um 26-05-2013 11:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
meinst du?!?



mostkeks antwortet um 26-05-2013 11:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Ja die OBB... Größter Abnehmer an Glyphosate!

Und das Schadschwellenprinzip...gut dass das bei euch schon so weit durchgedrungen ist. Bei uns gibt es noch Bauern die ins Lagerhaus kommen:
"I brauch was fiad Gersten"(da Nachbar hat schon gspritzt)
Frage ist dann nicht "was" sondern nur "wie viel"

So viel zum Thema Schadschwelle

LG


Josefjosef antwortet um 26-05-2013 11:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
heribertniessl,

dein Grundgedanke ist ja nicht schlecht, aber wer und wie sollen die Kontrollen dafür gemacht werden?
Daran alleine wird es schon scheitern. Das Geld bekommt dann sowieso nicht der Bauer, sondern das wird für die noch aufwendigeren AMA Kontrollen verwendet.
gruß
Josef



lenkrad antwortet um 26-05-2013 14:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Interessanter ansatz, aber andere Frage, was ist der Herbizidverzicht für den Bauer wert? Ist das allenfalls schon entschädigung genug?
Ich möchte behaupten: In einer abwechslungsreichen Fruchtfolge liesse sich Mais, Getriede, mit mehr Aufwand auch Kartoffel ohne probleme Herbizidlos oder nur punktuell gegen Problemunkräuter realisieren.
Dazu bräuchte es: etwas Mut, geeignete Geräte, beobachtungsgabe.
Der Landwirt gewinnt: unabhängigkeit gegenüber Chemie, mehr akzeptanz in der Bevölkerung, Bodenleben!
Zählt auf euren Betrieben die Jährlich wiederkehrenden kosten für Herbizide für z. B. die nächsten 10 Jahre zusammen, setz dies der Anschaffung eines Hackstriegels gegenüber und nehmt den verbleibenden Rest als entschädigung für Traktor und Arbeit, notabene Geld was euch im Betrieb bleibt!


mostkeks antwortet um 26-05-2013 16:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Der Hackstriegel hat nicht nur Vorteile. Sollte genauso wie Herbizide sparsam eingesetzt werden.

Die Rebhenderl und die kleinen Haserl vertragen Herbizide besser als den Hackstriegel!
Und einmal Round up als Notbremse ist besser als 5x Grubbern gegen die Distel und dann erst recht mit dem Pflug rein.

Es ist halt oft Fingerspitzengefühl und ich meine es wäre besser die jungen Bauern ordentlich (und unabhängig) auszubilden, anstatt sie mit Vorschriften und Auflagen einzuengen!

LG


1144 antwortet um 26-05-2013 17:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
man sollte nur mal genau schauen, denn auch ÖBB und Strassenverwaltungen setzten genug Unkrautvernichter ein um ihre Böschungen rein zu halten.


fgh antwortet um 26-05-2013 18:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
kA aber eigentlich halte ich den PSM-Einsatz schon allein aus wirtschaftlichen Gründen so niedrig wie möglich, versuche auch immer den optimalen Zeitpunkt für den Einsatz zu finden. Beim Weingarten konnte ich damals mit dem gezieltem Einsatz einige Spritzungen erfolgreich einsparen.


heribertniessl antwortet um 26-05-2013 18:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Es gibt ja jetzt schon einen Fungizidverzicht, wie wird denn das kontrolliert?
Der Wille muss vom Bauern bis oben nach Brüssel vorhanden sein.


heribertniessl antwortet um 26-05-2013 18:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Gebe dir voll recht, auch die Kartoffel wäre ohne Herbizide machbar. Dein Posting gibt mir recht, dass viele gut ausgebildete alte und junge Bauern lieber auf die Spritzmittel verzichten würden.


heribertniessl antwortet um 26-05-2013 18:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Glyphosphate sind aber nur ein kleiner Teil im chem. Pflanzenschutspektrum.
Ich weiss schon, dasss die meisten Bauern sorgvoll mit den Mittelchen umgehen, aber denk nach, wie könntest du auf deinem Betrieb Spritzmittel einsparen und wie müssten die Rahmanebedingungen dazu aussehen.
Gib uns bescheid.



Hirschfarm antwortet um 26-05-2013 18:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Wenn da oben irgendetwas dahergeschwafelt wird wonwegen viele Bauern würden nicht gerne spritzen und so weiter. Also ich würde sehr oft lieber spritzen als 3 mal mit dem Hackgerät drüberfahren!
Die wirtschaftliche Vorzüglichkeit von Bio Ackerbau gegenüber konventionell Ackerbau gibt es trotz höherer Förderung seit einigen Jahren nicht mehr.( Biopreise stagnieren- konventionelle steigen).
mfg
p.s.: Wohin die Richtung geht entscheidet maßgeblich wie das neue Öpul aussehen wird - wenn es eines geben sollte.


weizenfeld antwortet um 26-05-2013 19:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Ich weiß ja nicht wo du zuhause bist,
bei uns überlegt sich schon jeder Bauer wie oft und womit er ins Feld reinfährt. Dazu sind die Pflanzenschutzmittel längst zu teuer.
Die Einbindung von Wetterdaten über proPlant ist ein sehr gutes Beispiel, wie man Fungizide gezielt anwenden kann. Auch an der Ausbringtechnik hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan.

Ich halte nichts von Förderprogrammen die stark in den sinnvollen Ackerbau eingreifen. Wir sollen die Kulturen so führen dass die Pflanzen und der Boden gesund und Ertragsstark bleiben und uns dabei nicht nach Förderprogrammen orientieren.



misches antwortet um 26-05-2013 19:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
@ weizenfeld: absolute zustimmung
Nur ein Leistungsstarke Landwirtschaft kann die Welt ernähren von Bio wird niemand satt. Bio und Bioenergie aus Futter bzw. Nahrungsmittelflächen waren alles überlegungen aus zeiten in denen zu viel produziert wurde und Produkte nichts mehr kosteten. und man künstliche verknappung schaffen wollte damit die Preise wieder steigen.
Jetzt ist die verknappung da und jetzt wollen irgendwelche BIO und Ökofundis eine weitere verknappung des Angebotes?
Ich sage jetzt mal das was sehr viele Leute denken.
Es wird leider wieder mal zeit für eine Hungersnot damit die Bevölkerung die ertragsstarke Landwirtschaft wieder zu schätzen lernen.


heribertniessl antwortet um 26-05-2013 20:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
In meinen Überlegungen gehe ich davon aus, dass die Allgemeinheit den Pflanzenschutzmitteleinsatz verpönt. Mein Ansatz ist jener, dass wir Landwirte freiwillig mit unterstützenden Rahmenbedingungen auf den Pflanzenschutnitteleinsatz teilweise verzichten, bevor uns ein Mittelchen nach dem anderen verboten wird. Das mit pro plant ist eine gute Sache im Kartoffelbau beim Beginn der Krautfäulebekämpfung, wende ich selber an. Das mit dem Herbizidverzicht soll ja auch freiwillig sein und ich akzeptiere auch deine Haltung als Ackerbauer alle -Register auszunutzen um Höchsterträge einzufahren.


heribertniessl antwortet um 26-05-2013 20:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
die Leute werden die Landwirtschaft mehr schätzen wenn sie versucht den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu minimieren meinst du nicht auch?
Das mit der Nahrungsmittelknappheit sehe ich nicht so. Sicherlich wird es immer wieder Jahre geben in denen es auf Grund von Wetterkapriolen etc. Mißernten geben wird.


lenkrad antwortet um 26-05-2013 21:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Leider haben viele hier noch nicht begriffen dass es nicht immer darum geht bio und konvi oder Bundesbahn oder Strassenmeisterei und die Privatleute sowieso schlecht zu machen. Sondern um die Frage ob eine mechanische Unkrautbekämpfung eine Alternative ist oder nicht. Es wäre keinem konvi verboten einen Striegel einzusetzen, heisst noch lange nicht dass er dabei auf Ertrag verzichten muss, denn Striegeln hat ja auch noch gewisse positive Nebenwirkungen.
Obs dazu auch noch eine Förderung braucht oder ob die Landwirtschaft sich auch mal eigenständig aus den alten bequemen Denkmuster befreien kann sei dahingestellt.
(Ich nehm auch Förderungen)


mfj antwortet um 26-05-2013 21:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern


@lenkrad - die einzige Antwort dazu heißt "gv-Pflanzen"

Aber dazu sollte man die Sache nicht verteufeln sondern fördern, kapiert ?

Und genau das fordern seit Jahren viele "weitblickende Menschen" - gehörst Du auch dazu ?

Bild zeigt die gv-Pflanzen Anbau-Hektare in Mill. an:



 


schellniesel antwortet um 26-05-2013 22:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Wenn ein PSM nicht Ertragsteigernd oder zumindest Ertragssichernd ist wird es wohl keiner anwenden??
Totalherbizide ausgenommen ausgenommen Sikkation!

Oder spritzt ihr zur gaudi alles was es derzeit auf den Markt gibt?

Wo meiner Meinung nach der Hacken angesetzt werden muss und da nehme ich mich nicht aus das Fachwissen über Wirkstoffe u div Mittel sowie auch das wissen über unkräuter u schädlinge,... und deren Natürlichen Eigenschaften!
so kann man schon mal individuell je nach Befall zumindest selektiv die Flächen behandelt....
doch die Breitband kombipackungen sind auf dem vormarsch...

Dazu noch die Anwender-Mentalität (des is guat des spritz i jetzt immer) die zu Prima Resitenzbildungen führt!


Mfg Andreas


schellniesel antwortet um 26-05-2013 22:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@mfj

Mh was ist nun der große Vorteil wenn GV-pflanzen das " gift" selber produzieren??
Richtig ich kauf das Psm schon mit dem Saatgut und ist somit immer schon präventiv Angewandt...

Bei PSM kann ich wie schon gesagt anhand einer Schadschwelle abwiegen ob der einstatz gerechtfertigt ist oder nicht!

Die GV-Pflanze kann das nicht!

Was ist dann besser Neonic Beize oder BT-Mais?

Mfg Andreas




mfj antwortet um 26-05-2013 22:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@schellniesel:

Mit und aus welchem Erfahrungsschatz sprichst Du ?




schellniesel antwortet um 26-05-2013 22:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich stell ja nur fragen an dich und behaupte nix!
Von daher fragst du nun mich aus welchen Erfahrungsschatz ich die fragen Formuliere? Aus dem gefählichen Halbwissen meienrseits ;-)

Wie gefährlich ist nun das Gutationswasser von Bt -Mais. Ist das gift von Bakterien weniger gefährlich als ein Synthetisches?

Die "biologiosche" MWB-Bekämfung mittels Nemadoden macht im Prinzip doch auch nix anderes?

Mfg Andreas


MF7600 antwortet um 27-05-2013 04:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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wär vielleicht zeit mal positivwerbung für die landwirtschaft zu betreiben.
so wie in anderen produktionsstarken ländern auch...


 


baerbauer antwortet um 27-05-2013 08:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@mfj
es ist zu bedenken, dass gvo kulturen die resistenzbildung auch beschleunigen.



Piaui antwortet um 27-05-2013 08:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@MF7600
Da bin ich voll deiner meinung denn die Konsumenten wissen ja oft nicht das "wir" die Lebensmittel produzieren und nicht Rewe. In Brasilien ist der Konsument immer mit der LW. konfrontiert ob in der TV Werbung oder im Restaurant selbst dort sind Plakate der Landtech. Firmen auch einige Agrarsender gibt es wo ständig die Probleme in der kulturführung usw.diskutiert werden. Warum gibt es den bei uns keine TV Werbung wo dem Konsumenten klar wird das "wir" Lebensmittel Produzieren und nicht nur Gestank und die Umwelt vergiften.


Piaui antwortet um 27-05-2013 08:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User




biolix antwortet um 27-05-2013 08:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User

Hallo !

genau baerbauer..

Und ich finds überhaupt mal arg, das sich irgend wer traut zu sagen "er ernährt die Welt " !?

Erstens tut das keiner, denn es gibt auf dieser WElt noch 60% Kleinbauern und Selbstversorger... weiters möchte ich persönlich sehen wie es aussehen wird, wenn die fossile Energie zu Ende geht...

lg biolix

p.s. Und bitte, so lange ihr in der konv. LW nicht mal das Totspritzen verbietet, wo nachher das Korn nicht mehr keimfähig ist, solange bitte nicht von "Lebens"mittel sprechen, danke... das sind eher "Totmittel".. ;-(




Piaui antwortet um 27-05-2013 08:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hier der link
 


biolix antwortet um 04-06-2013 09:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Guten Morgen !

also nehm ich extra den threat weil er, dank dir Heribert,halbwegs einen positiven Beginn hat und da zu etwas gutem anregen möchtest... genau deswegen fördere ich ja auch seit Beginn dem Biolandbau... ;-)

Also Piaui super, nur die PSM Aufwandsmengen werden dort halt leider auch immer mehr, statt weniger.. ;-(

Siehe Aufwandsmengen in der BRD, seit den 70 er Jahren von 19500 Tonnen auf 35 500 Tonnen 2005 gestiegen... soviel zu "die Dosis macht das Gift".... ;-(

Inkl. lest euch mal die ganze PSM Geschichte auf Wiki durch, hier ist der link..

http://de.wikipedia.org/wiki/Pflanzenschutzmittel



Ja und für alle die meinen es gibt keine Beweise für Bienen SChädigungen, wenn schon mal die EFSA, die sonst ja immer Chemielobby lastig ist, das meint, na dann wirds wohl stimmen...

04.06.2013
EFSA hält Fipronil im Mais für bienengefährlich

Parma/Ludwigshafen - Das Insektizid Fipronil stellt ein hohes akutes Risiko für Honigbienen dar, wenn es zur Saatgutbehandlung von Mais eingesetzt wird...

http://www.agrarheute.com/fipronil-im-mais

tg biolix




Tyrolens antwortet um 04-06-2013 09:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Zwischen 1970 und 2005 ist Deutschland auch um fünf agrarisch sehr starke Bundesländer gewachsen.
Die Tonnage ist kein brauchbares Maß, weil daraus nicht hervor geht, wie viel, sagen wir mal "Wirkung" auf die Äcker kam. Es gibt PSM, die werden mit Gramm dosiert, andere mit kg.

Alles in allem ist das ein kläglicher Versuch, eine persönliche Meinung mit Fakten zu untermauern. Nur funktioniert das so nicht, außer beim Biostammtisch vielleicht.


biolix antwortet um 04-06-2013 10:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Pflanzenschutzmitteleinsatz verringern
Sers tiroler !

ich will gar nichts untermauern, du willst nur immer relativieren, wos wenig zu relativieren gibt,, kommst immer mit den Argumenten der Chemielobby, weils ja einer von Ihnen bist..

Ich hab nur mal wieder nachgelesen, weil lesen bildet auch hin und wieder..

hier sind die Zahlen für Österreich: schwanken die letzten jahren zwischen 3000 und 4000 Tonnen.. auch genug... alte Zahlen aus den 70 ern habe ich keine gefunden..

Ach ja noch eine Zahl hab ich gefunden, ca. 19% der PSM werden in Hausgärten verwendet.. also die Ausrede zählt auch nicht ganz,, wäre aber trotzdem gut diese zu verbieten, aber ihr unterstützt ja dann nicht mal diese Forderung, obwohl ihr sonst meint die sind die Verursacher...

Also nichts für den Biostammtisch, sondern Fakten für eine ordentliche Diskussion hier, wie man wirklich den PSM verbrauch seken kann..

lg biolix



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