Umweltschutz ernst genommen

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krähwinkler 08-05-2013 12:40 - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Jetzt liegt es auf dem Tisch, dass Umweltschutz nicht ausreichend honoriert wurde. Die Maisbauern werden Extrazahlungen für Einkommensausfälle durch Beizverzicht bekommen.

Gerade in ackerbaulichen Gunstlagen ist die Schere zwischen Bioeinkommen und konventionellem Einkommen groß. Gerade dort wäre aber der Nutzen für die Natur viel größer als in ohnehin heilen Bergbiowelten.

Einerseits wäre Umweltschutz in benachteiligten Gebieten billiger zu haben als jetzt, andererseits sind die finanziellen Anreizen in Gunst-Tallagen auf Bio umzustellen oder ähnliches fast nicht vorhanden. Berlakovich sei Dank wird es etwas Geld geben, aber bei Weitem zu wenig und nur als Momentmaßnahme statt langfristig einplanbar.

Der BB sollte dieses Missverhältnis stärker kommunizieren. Damit ich nicht als Bergbauernfresser übrig bleibe: Bergbauern sollen ihre Zahlungen vermehrt aus dem Titel Bewirtschaftungserschwernis bekommen.


biolix antwortet um 08-05-2013 13:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Hallo !

ja da fragst mal die Menschen im Eferdinger Becken, war gestern erst mit einem zsam, oder in den anderen Intensiven Ackerbaugebieten... das fällt dir als Biologie und Umweltschutzfachlehrer echt nichts dazu ein ?

lg biolix


krähwinkler antwortet um 08-05-2013 14:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Auch die Muichwirtschaft wird in manchen Gebieten auf dem Acker praktiziert.

Aus der Fülle von Massnahmen darf sich der Ackerbauer sein Umweltmenü zusammen stellen. Allein er tut es nicht in dem Ausmaß, das ökologisch und gesellschaftlich wünschenswert wäre. Das heißt, es wird zu wenig geboten. Das Neonic-Moratorium kostet die Bauern 50 Mille, sagt der Wlodkowski. Vielleicht übertreibt er ein bisschen. Kann aber auch gut das Gegenteil sein.

Wenn schon Steuergelder für Umweltmaßnahmen ausgelobt werden, dann muss die Vermarktbarkeit gewährleistet sein. Deshalb: keine blöden Zwischen- und Halbmassnahmen, sondern gleich die volle Kanne, wenn ich mir eine Metapher aus der Milchwirtschaft erlauben darf.

Man mag an Bio rummäkeln können, aber volkswirtschaftlich ist der Umwelteuro am effizientesten im Biolandbau eingesetzt, weil Preiszuschlag. Aber die Einheitlichkeit der Bioflächenprämie ist vom erzielbaren Nutzen her gesehen mangelhaft. Schau dir doch an, wo die Bioflächen liegen. Nicht bei den intensiv wirtschaftenden Kleinbauern in den Gunstlagen.

Ja, du wolltest wissen, wo bio besser ist als konvi. Mach halt einen eigen Thread auf!



Tyrolens antwortet um 08-05-2013 15:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Aus Volkswirtschaftlicher Sicht müsstest du Österreich auf Großbetriebe mit möglichst effizienten Strukturen umstellen. Das, was wir uns hier leisten, ist eine Mischung aus Luxus und Romantik.
Schön, wenn man so viel Geld über hat, volkswirtschaftlich sinnvoll ist etwas anderes.



krähwinkler antwortet um 08-05-2013 18:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Der Tourismus liebe/-r Tyrolens zieht seine Erträge zu einem wesentlichen Teil aus der kleinteiligen Landwirtschaft. Ich möchte nicht ausrechnen müssen, wieviel touristische Wertschöpfung verloren ginge, sähe es bei uns aus wie in Meckpomm oder Iowa. So viel zu Luxus und Romantik statt Öde und Perfektion.

Das betriebswirtschaftlich Effiziente würde ich dem nationalökonomischen Ganzen gegenüber stellen.

Die Effizienz der unter dem Umweltschutz gezahlten Prämien kann man schon noch steigern. Selbst wenn - Gott behüte - das Budget knapper werden sollte. Das öst. Umweltprogramm ist gestrickt nach der Muster: Wir haben genug Bürokraten, die wir beschäftigen müssen. Finden wir was für die! Die Gelder für die Begrünung könnte man beispielsweise in Bio integrieren. Der Nutzen der Begrünung ist längst erkannt und trägt sich wirtschaftlich auch ohne Prämie selbst. Dafür werden mich jetzt die Biobauern wieder durch Sonne, Mond und Sterne wünschen!




Tyrolens antwortet um 08-05-2013 18:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Der Tourismus ist einfach ein Argument, das nicht zieht und schon gar nicht in Ostösterreich, wo es gar keinen Tourismus gibt und auch nicht in Tirol, wo der Tourismus fast nur im Winter statt findet und da ist bekanntlich alles weiß.

Und selbst wenn es so wäre, schließt das eine das andere nicht aus. Ich kenne viele, die machen in Mecklenburg Vorpommern Urlaub, wegen der unendlichen weiten dort und da stören auch keine 100 ha Schläge, die ja niemand verlangt. Machst du eine Aufteilung auf, sagen wir, 20 ha Schläge, wird das niemanden stören, eher im Gegenteil und ob die nun von 20 ha Betrieben oder von 2.000 ha Betrieben bewirtschaftet werden, sieht denen ja niemand an.

Das Problem, um es zu verdeutlichen, ist die Produktivität und die ist in der österreichischen Landwirtschaft einfach mies. Bei der Saatgut-Zulassungs-Diskussion wurden Kleinbetriebe im Saatzucht und -bau Bereich genannt. 2. Mio Umsatz wurden da als Grenze benannt. Zeig mir mal einen durchschnittlichen landwirtschaftlichen Kleinbetrieb, der das schafft. Viele erreichen nicht mal ein Prozent davon.


krähwinkler antwortet um 08-05-2013 19:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Ich laß mich nicht davon abbringen, dass die Effizienz der Steuergelder für Umweltmaßnahmen vereinzelt an der Grenze zur Verschwendung schrammt. Ihr wißt selber am besten, welche Maßnahmen das sind.

Wenn nach Hochwassern die halben Äcker in den Kellern der Anrainer liegen, dann darf die Überlegung nicht in die Richtung größerer Rückhaltebecken gehen, sondern in die Richtung: Was kann die Landwirtschaft zur Minimierung der Hochwasserfracht beitragen und wieviel Geld würde sie dafür brauchen und wie viel Zeit braucht sie dafür.

Bei den Neonics haben eure Vertreter euren Minister verschlissen und Reputation und wertvolle Zeit verloren. Gewonnen haben sie etwas Geld.






179781 antwortet um 09-05-2013 11:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Die Geschichte mit den vielen Leuten, die nach Meckpom auf Urlaub fahren, weil es dort so schön ist, kommt mir schon recht komisch vor.
Zu den "volkswirtschaftlichen" Überlegungen, dass die dort um so viel besser arbeiten als bei uns, hab ich auch so meine Bedenken.Da sind wohl eher kaufmännische Überlegungen in der Denkweise eines Bilanzbuchhalters gemeint, der sich von einer Jahresbilanz zur anderen hantelt. Eine Volkswirtschaft sollte neben dem momentanen monetären Gewinn auch Überlegungen wie das soziale Umfeld der Menschen, nachhatliger Umgang mit wichtigen Resourcen wie Boden, Wasser usw. in ihre Überlegungen mit einschließen. Und da stehen wir in Österreich sicher nicht schlechter da als die in Mitteldeutschland. Was gar nicht heißen muss, dass man auch bei uns nicht allerhand verbessern könnte.

Gottfried


helmar antwortet um 09-05-2013 11:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Der Bienenzirkus ist fürs erst mal vorbei, aber der nächste Prügel wartet schon......wie Melanchton schreibt, wird das Thema mit jedem Hochwasser akuter, besonders dort wo Ackerbau in Hanglagen betrieben wird. In einigen Interviews mit Bürgermeistern der betroffenen Gebieten ist es ja schon angeklungen.........dass man mit den Bauern "reden muß"......und auf kurz oder lang wird auch kommen dass als vom Huber-Bauern der Maisacker noch eine Wiese gewesen ist, auch beim ärgsten Gewitter nur Wasser da runter gekommen ist.
Dann hat der Huber-Bauer umgestellt, und mit dem Erlös aus den Baugründen am Wiesenrand neben der Straße in seinen Betrieb investiert. Und alle freuten sich am Land ein Haus zu haben.
Mfg, Helga


zehentacker antwortet um 09-05-2013 11:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
melachton, hallo!
Die Landwirtschaft ist auch an manchen Hochwasserschäden schuld, das ist klar. Die Quadratkilometer versiegelten Boden,der Siedlungs und Strassenbau der letzten siebzig Jahre und wo die Leute ihre Häuser gebaut haben, sind aber der Hauptgrund für die Schäden. Häuser, die hundert Jahre alt sind, erkennt man am Baustil, wieviele stehen im natürlichen Überschwemmungsgebiet und wieviele wurden in den letzten fünfzig Jahren in dieses gebaut. Keller wurden früher fast nicht gebaut, und wenn waren das welche zur Kartoffel und Gemüselagerung, bei Hochwasser war der Schaden gering. Dass jede Fluss,- und Bachregulierung auf schnellen Abfluss des Wassers ausgerichtet war und Wasserspeicherung erst in den letzten zwanzig Jahren modern geworden ist, auch sicher.


Tyrolens antwortet um 09-05-2013 12:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Gottfried, 30 Mio Nächtigungen sind doch nicht so wenig. Das ist Tiroler Niveau.

ich kenne viele Länder und eines kann ich dir sagen: Die Landwirtschaft ist in jedem Land gleich gut oder schlecht wie anderswo. Diese Homogenität ist fast schon erschreckend, aber eigentlich logisch nachvollziehbar.
Raus reißen tun's immer nur einzelne, hüben wie drüben.




krähwinkler antwortet um 10-05-2013 22:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umweltschutz ernst genommen
Vielleicht weiß das wer, ob die Wirksamkeit der Umweltzahlungen und deren Effizienz von irgenwem geprüft worden ist oder wird. Es wird ja sonst auch jeder Furz evaluiert!

Ceterum censeo plus agros biologicos cirum urbes creandos sunt. Her mit mehr Bioflächen in den Gunstlagen!


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