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KatharinaZ 02-03-2013 19:58 - E-Mail an User
Projektarbeit
Hallo! Ich schreibe zurzeit für die Schule eine Projektarbeit über Rinder. Mich würde interessieren, wie eure Meinung dazu aussieht:
Glaubt ihr, dass es besser ist eine Kuh mit hoher Leistung und kurzer Nutzungsdauer oder eine Kuh mit mittlerer Leistung und langer Nutzungsdauer zu züchten? Wie steht ihr zu diesem Thema? Was ist auch aus Sicht der Wirtschaftlichkeit für euch sinnvoller? Ein herzliches Danke für eure Beiträge schon im Voraus! Katharina


traktorensteff antwortet um 02-03-2013 20:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Wo soll das enden, wenn man die Tiere auf immer mehr Leistung züchtet, um sie so intensiv wie möglich auszuquetschen? Heute ist es schon bei manchen Holstein-Rindern so, die haben Äuter so groß wie Medizinbälle, das man denkt, die platzen jeden Moment. Hierbei darf man einfach nicht nur an den Gewinn denken, sondern an die Tiergesundheit. Solche hochgezüchteten Nutztiere sind auch immer anfällig gegen Krankheiten, Stress usw. Und diese Höchstleistungen sind auch für die Tiere belastend und wie du schreibst, werden sie kurz ausgepresst und dann "entsorgt".


textad4091 antwortet um 02-03-2013 20:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Nehm mal stark an es geht um Milchkühe- Prinzipiell ist mir lieber, eine (verlässliche) Kuh länger zu haben und a bissl weniger Leistung als eine Turbokuh die nur 3 Laktationen durchhält ....
Ist auch immer eine Frage ob man selber Nachstellen kann oder nicht, den Platz für die Kalbinnenaufzucht (zum Nachstellen dann) hat oder ned, ob ma ein geschlossenes System ohne Zukauf (Im Falle eines Ausfalls den man schnell ersetzen muss) haben will oder nicht ...

Bei Mutterkühen (um die's zwar nicht geht, aber egal) natürlich zweifelsohne: Je älter mehr Kälber, desto besser, denn nur durch die Kälber hat ma auch Einnahmen ...



fgh antwortet um 02-03-2013 21:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Ich würde auch mittel-hohe Leistung empfehlen und dafür eine längere Nutzungsdauer.
Ich bin aber auch der Überzeugung, dass dieses System auch wirtschaftlicher ist unterm Strich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirtschaftlich ist, dass wenn eine Kuh 3 bis max. 4 Laktationen aushält und nach jeder Abkalbung von Haus aus der Tierarzt kommen muss. Das glaube ich weil a) Tierarzt teuer ist b) Kraftfutter teuer ist c) Nachzucht auch nicht billig bzw. arbeitsintensiv ist.


mosti antwortet um 02-03-2013 23:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
hallo wo lebt ihr denn???
lebenserwartung bei den turbokühen liegt bei 1,6 laktationen, wennst auf 4 laktationen kommst bist schon spitze!


fgh antwortet um 03-03-2013 08:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Sorry mosti, lebe scheinbar noch ein wenig abgeschieden von der Zivilisation.



golfrabbit antwortet um 03-03-2013 08:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Gibt für alles Spezialisten. Wenn der eine es schafft fast alle Reparaturen selbst zu erledigen, der andere seine Bauarbeiten in Eigenregie bewältigt, gibts eben auch wirkliche Fachleute für Milchkühe. Wissen allein ist da aber auch noch zu wenig, wenn man nicht mit vollem Einsatz und auch Herz dahintersteht ists sicher besser(für Bauer, Kuh und Geldbeutel) man bleibt auf gutem Mittelklasseniveau, aber weshalb kann man nur weil man selber das nicht schafft anderen schon aus Prinzip ihre Leistungen schlechtreden.
Sind für manche aufgrund verschiedenster Umstände(Lage, Rasse, Fütterung, Management...) 4500 kg/Kuh und Jahr perfekt, melkt der Nächste 10000 kg+ ohne großen Probleme. Schwierig/unrentabel wirds wenn mittelmäßige Fütterer, mit mittelmäßigem Management genetisch hochveranlagte Tiere/Rassen haben wollen - dort schließt sich für mich der Kreis, einen mit Elektronik vollgestopften Vario trau ich mich ja auch nicht selbst zusammenzubauen.
Hannes (FL + RF, ca. 8300 kg - leider nicht immer problemlos)


mostkeks antwortet um 03-03-2013 16:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Weniger Leistung heißt nicht "automatisch" gesunde Kühe!!!
Standplatz und Arbeitskraft sind in unseren Breiten sehr! teuer daher macht eine hohe Leistung meiner Meinung nach Sinn. In der Biologie gilt aber das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs und da muss jeder Betrieb für sich die richtige Rasse, den richtigen Kuhtyp und die richtige Ration finden. Das kann bei einem Betrieb mit Silomais und Feldfutter mit HF ohne weiters bei 11.000kg sein (vor allem bei Preisen KF: Milch 1:2) für einen Grünlandbetrieb mit großzügiger Flächenausstattung und Weide 5.000kg.
Wenn Arbeitskraft- und Stall/Technik Kosten gegen 0 tendieren (Australien) kann auch die Einzeltierleistung von 1.200kg ganz interessant werden.

Ganz einfach mit der Linearen Optimierung für den jeweiligen Betrieb die limitierenden Faktoren herausfinden und darauf abstimmen.
=>jedem Betrieb die richtige Kuh

Ein gutes Ziel sind sicher 100.000kg Lebensleistung (oder 1000kgF-EW) für den einen 12*8500, für den anderen 20*5000

Mit dem Schädel durch die Wand wird sicher teuer! Bsp. 5500 Herdendurchschnitt und kommt von der Versteigerung mit einer netten jungen Dame von stolzen 40l Einsatzleistung nach Hause

LG

Einen Versuch ists wert:
Wenn du eine Buchführung hast, die Tierarztrechnungen,... den Tieren zuordnen, KF Verbrauch von Transponder detto, Allgemeine Kosten aufgeteilt und der verkauften Milch je Kuh+Erlös(Wert) Kalb gegenübergestellt und nach diesen Kriterien gereiht. Plötztlich wechselt so manche Kuh aus dem Mittelfeld(Reihung nach Leistung) an die Spitze.



mostkeks antwortet um 03-03-2013 16:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Hab etwas vergessen, was mir eigentlich sehr wichtig ist:
Der Stall mit den Tieren ist mein Arbeits(und Freizeit) umfeld, Es motiviert wenig eine Herde kranker Mitarbeiterinnen um sich zu haben, deren Stoffwechsel am obersten Limit fährt und sie schon nach wenigen Jahren im Einsatz vor dem "Burn out" stehen.


179781 antwortet um 03-03-2013 20:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Projektarbeit
Dazu müsste man vielleicht einmal definieren, was wirlklich eine "Leistung" ist. Aus Gras und anderem Rauhfutter Milch und/oder Fleisch zu erzeugen, ist auf jeden Fall etwas wert. Getreide und Soja in großem Stil in Milch oder Fleisch umzuwandeln ist - speziell in Zeiten steigenden Bedarfes an Grundnahrungsmitteln - wohl eher eine Fehlleistung.

Gottfried


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