Mutterkuhprämie ab 2014

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stefan_k1 07-12-2012 08:43 - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Wie sieht das mit der Mutterkuhprämie ab 2014 genau aus?
Diese wird ja bekanntlich abgeschaft dafür wird meines Wissens eine Flächenprämie von angeblich 300€ pro Ha als Ersatz eingeführt. Ist das irgendwie mit dem Kuhbestand gekoppelt oder ist es dann egal wieviele Kühe man pro Ha hat vorrausgesetzt Obergrenze 2 GVE pro HA nehme ich mal an. Stimmt das so wie ich es hier geschrieben hab oder wer von euch kann mich darüber informieren?


steyrm9000 antwortet um 07-12-2012 09:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Naja,

Aber die Flächenprämie (EBP) bekommen ja wieder alle nicht nur Muku Betriebe.
Hier wurde nicht auf Muku Betriebe Rücksicht genommen sondern allgemein auf Grünlandbetriebe - Anpassung Acker - Grünland!

Ob sich das für die Muku Betriebe so Positiv auswirkt???
Wenn man davon ausgeht das pro ha ca. ein Muku am Betrieb ist müsste der Betrieb vorher eine Flächenprämie von nur 70 € (300€ neue Flächenprämie - 230€ Muku Prämie) gehabt haben um den Verlust der Muku Prämie wieder auszugleichen?

Also bei mir geht es sich nicht aus...habe auf jedenfall mehr als 70€ Flächenprämie erhalten ob wohl ich absolut nicht in einer Gunstlage bin...

Aber ja, ich bin gern Landwirt (BAUER) und ich werde versuchen mit den mir zu verfügung stehenden Mitteln und Resourcen auch weiterhin meine Arbeit nach besten wissen und gewissen zu machen ... und vielleicht kann ich ja auch irgendwann mal davon leben...

Bitte korrigiert mich wenn ich hier etwas falsches geschrieben habe!

LG.


fgh antwortet um 07-12-2012 18:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Will dich nicht beunruhigen, aber die Tierprämien fallen angeblich komplett. Die Flächenprämie ist kein Erstatz für die Muku-Prämie sondern kommt für alle in gleicher Höhe und hängt nicht mehr davon ab ob Tiere gehalten werden oder nicht, viehlose Betriebe bekommen die gleiche Flächenprämie - zusätzliche Motivation zur Viehaltung oder sowas in der Art...?



stefan_k1 antwortet um 07-12-2012 19:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Hab gehört, das die Prämie für Generhaltungsrassen bestehen bleibt. Oder?


MUKUbauer antwortet um 07-12-2012 19:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@ stefan - meinst du die seltenen Nutztierrassen?
das ist wenn ich´s richtig hab in der Säule 2 drin, und da sind irgendwie alle am hauen und stechen um´s Geld
wenn man die Medien in letzter Zeit etwas "quer" liest wird für ÖPUL etc. nicht viel Geld da sein

und mit den Übergangsfristen soll das so sein wie fgh schreibt bis 2019
allerdings, sind das alles Vorschläge - es gibt noch kein EU Budget und so wirklich beschlossen abgesegnet ist das alles nicht


dali1 antwortet um 07-12-2012 20:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Dann müssen halt die Kälber mit Herkunft AT um ein paar Hunderter teurer werden, sonst werden die lieben Mäster nur mehr RO, ES LT ET oder PL bekommen, und die Molkereien sollten auch darüber nachdenken woher Sie dann Ösereichische Milch nehmen wollen.


schellniesel antwortet um 07-12-2012 21:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@veltliner

Ja genau mein reden das gleiche gilt für jeden bereich den man durch dei öffentliche Hand unterstutzt!
Auch die Energiesparförderungen kommen eigentlich nur der Bauindustrie zu gute bzw besser gesagt der Dämmstoffindustrie.....

Sind ja auch in den Letzten Jahren um einiges teurer geworden!

Aber der anreiz zum Sanieren wird gegeben....

Mfg Andreas





stefan_k1 antwortet um 07-12-2012 22:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@ veltliner
was würde sich deiner Meinung nach ohne Förderung für uns Bauern verändern.
Ich glaube das ausnahmslos alle Kleinbauern wegsterben würden, es würde nur noch Großbauern geben, die Lebensmittelpreise würden steigen, und der Bauer würde sich noch schwerer tun ohne Förderung wenn er investieren müßte. Zudem würde die Landschaftserhaltung auf der Strecke bleiben. Ich finde es jetzt schon schade wenn man sieht wie manche Bauernhöfe die verpachtet wurden bewirtschaftet werden oder dem Verfall zum Opfer fallen. Schon klar die Handarbeit wird nicht mehr bezahlt aber erst recht nicht ohne Förderung deshalb wäre ich für eine gerechtere Aufteilung große weniger kleine mehr dadurch würde die kleine Struktur erhalten bleiben und viele könnten in der Landwirtschaft tätig bleiben und man müßte dadurch die Arbeitslosenzahlen nicht nach oben korrigieren. Meine Meinung!


schellniesel antwortet um 07-12-2012 22:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
glaub net das die kleinen bei wegfall der förderung es mehr treffen würde als die großen...


Fetzerl antwortet um 08-12-2012 00:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Die Abschaffung der Mutterkuhprämie ist eine politische Entscheidung, um hauptsächlich den Ackerbauern ihre Prämienhöhe zu erhalten und den Hunger auf alle möglichen Koppelungen von vornherein abzudrehen.
Lt. Aussage eines Insider hat der NÖ. Kammerpräsident Schultes gemeint, dass alle gekoppelten Prämien weggehören - logisch, seine Zuckerrübenbauern wollten ja auch gekoppelte Beihilfen, obwohl es dort die Kontingentierung noch gibt und dir Rübenbauern dem freien Markt nicht so ausgesetzt sind wie z.B. die Milchbauern.

Für einen Teil der Mutterkuhbetriebe wird die höhere Grünlandprämie den Wegfall der Mutterkuhprämie ausgleichen; für diejenigen, die Mutterkühe auf hohem Niveau halten (Zucht, intensive Haltung) wird es garantiert Verluste geben. Da in Österreich nur wenige Mutterkuhbetriebe im Vollerwerb stehen, wird das vorerst wenig Auswirkungen haben; langfristig jedoch sicher - die Anzahl der Mutterkühe wird abnehmen und die Mäster (so wie ich) müssen dann schauen, woher sie die Kälber und Einsteller bekommen.

Die Effekte werden sich in einigen Jahren zeigen, wenn die Alpentäler und Almen noch mehr zuwachsen; das Gejammere darüber kann ich jetzt schon hören...
Damit wird ein Betriebszweig, der Flächen bewirtschaften kann (extensives Grünland), die sonst niemand nützt, nachhaltig geschädigt; über den Wert für Landschaft, Tourismus und Nahrungsmittelproduktion denkt keiner der Entscheidungsträger nach.

Und es ist halt wieder typisch Bauernbund: unüberlegt, nicht durchdacht, mach ma halt was - aber wählen sollten wir sie dann schon wieder...

Sarkastisch bemerkt hat die Abschaffung der Mutterkuhprämie durchaus einige positive Effekte:
* weniger landwirtschaftliche Nutzfläche, auf die man die Flächenprämie aufteilen muss, bleibt mehr für jeden übrig; allerdings auch weniger Fläche zur Nahrungmittelproduktion
* mehr Kohlendioxidbindung durch größere Wälder
* kein Problem mehr mit der Übermenge Rindfleisch, die exportiert werden muss

Es ist schon komisch: früher ist der Mensch in die Alpen hinauf, um sie nutzbar zu machen und davon leben zu können; jetzt ziehen wir uns wieder zurück....

LG, Franz


Franz_H antwortet um 08-12-2012 08:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Hallo !
Was stefan_k1 hier schreibt mit gerechterer Aufteilung kann ich mich nur anschliessen, aber da gehört gleich mal bei den Sozialversicherungsbeiträgen begonnen,sprich große und kleine Bauern,Wieviel zahlt der Bauer mit 10 ha und wieviel der mit 100 ha pro ha ein ?????????
Aber Förderung bekommt der mit 100 ha das gleiche obwohl er mit der Sozialversicherung pro ha viel besser dasteht als der kleine.
Das nehne ich gerrechte Aufteilung eine Frechheit ist das, aber was soll man dagegen machen ???????

mfg. Franz_H


ah1 antwortet um 08-12-2012 08:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@franz:
das mit der sv ist ein leidiges thema. eigentlich erschreckend, wie unwissend betriebsführer sind. es besteht für jeden die möglichkeit zu optieren, wer zu dumm dazu ist, ist selber schuld.


stefan_k1 antwortet um 08-12-2012 08:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Ganz am Anfang war einmal die Rede davon, daß es für Kleinbetriebe (Definition Kleinbetrieb unbekannt) eine Sonderregelung geben wird. Hab aber schon lange nichts mehr davon gehört.


fgh antwortet um 08-12-2012 09:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@Franz_H:
Das liegt daran, dass die SV-Beiträge anhand des Einkommens bestimmt werden und der Großbauer nicht das 10-fache Einkommen hat und wie schon gesagt, es steht jedem frei zu optieren!

Der Wegfall der Förderungen würde zwar etliche kleine Betriebe die sowieso schon vom aufhören reden bzw. jedes darüber nachdenken zusätzlich motivieren aber bei einer Streichung von heute auf morgen würde es die großen Betriebe der Reihe nach sterben lassen - für die ist die Förderung nämlich ein unverzichtbarer Einkommensteil!


steira8075 antwortet um 08-12-2012 09:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Also mir würde die neue Mutterkuhregelung sehr gut gefallen! Bin Nebenerwerbsbauer, 18 ha LN und habe 8 Mutterkühe........ :-)


STPP antwortet um 08-12-2012 10:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Ist schon großes Kaberett was einem hier geboten wird!!!! Jeder gegen jeden, großer gegen kleiner, so haben die Politiker leichtes spiel, und zum schluß hat jeder Bauer etwas verloren. (Einheitswert, MwSt. Option, Ausgleichszulagen, Agrardiesel) Gut das wir die ÖVP haben, so konnte das schlimmste noch verhindert werden!!! Ich sage nur weg mit den alten "Granden" diesen Sesselklebern. Alle Förderungen müssen abgeschafft werden dann sind wir Bauern wieder frei, und müssen uns nicht von den Politmorionetten verarschen lassen. Die Förderungen sind nur da damit man die Bauern unterkontrolle hat, und viele Beamte eine daseins Berechtigung haben.
Ich finde es weiters sehr unterhaltsam das Stiermäster angst haben das Kälber zu einem realen Wert gehandelt werden, es könnte ja passieren das, dann ein Stier auch einen realen Marktwert hat. Es könnte passieren das alles ohne Bürokratie u. ohne darauf zu achten ob man noch am 31.07.? genug Kühe hat! Vielleicht sind soviele Stiermästersöhne AMA Kontrollore die dann keine Arbeit mehr haben?
Von der AMA zum AMS!


fgh antwortet um 08-12-2012 10:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@STPP:
Grundsätzlich ein recht guter Beitrag, aber komm zurück zur Realität, wenn es keine Förderung mehr für unsere Auflagen gibt, werden die Förderungen zu Gesetzen und dur wirst auf Basis dieser kontrolliert und bekommst halt BH-Strafen statt AMA-Rückforderungen.
Oder ist dir noch nie aufgefallen, dass keine Firma tun und lassen kann was sie will sondern durch diverse Gesetze und Auflagen gebunden ist...?


stefan_k1 antwortet um 08-12-2012 10:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@ STPP
vieviel müsste/dürfte deiner Meinung nach 1kg Rindfleisch dann im Geschäft kosten, wenn du den Konsumenten und den Bauern zufriedenstellen willst. Glaube nicht das du zu einer vernünftigen Lösung für den Konsumenten kommen würdest.
Produktionskosten würden m M nach explodieren. Wenn man die Getreidepreise anschaut kann ein Viehalter zur jetzigen Zeit nicht mehr kostendekend erzeugen. Ich hab nichts gegen die Ackerbaubetriebe im gegenteil die haben eh langezeit eine schwere Zeit durchmachen müßen. Ich will damit eigentlich nur sagen, daß die Produkte unverkäufliche Preise annehmen würden denn das Saatgut der Getreideproduzent der Strohlieferant der Fleischproduzent der LU....... alle wollen sie zumindest soviel verdienen wie sie jetzt mit den Förderungen bekommen haben oder willst bzw. könntest du zurückstecken?
MM nach würde 1kg Fleisch zum Luxusprodukt werden und nicht mehr für jedermann leistbar sein das aber zum Teil eh jetzt auch schon der Fall ist.
Zusätzlich würde der Absatz sinken und somit befindest du dich in einer Spirale nach unten.


oekonom antwortet um 08-12-2012 12:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@ STPP du hast sehr recht, bei uns Bauern geht es fast immer jeder gegen jeden, jeder läßt sich leicht gegen den Anderen aufhussen. Und der Neid wir geschürt und so ist am Schluss meistens jeder ein Verlierer.
Bin auch der Meinung das jeder so wirtschaften sollte wie er es am besten mag.OHNE BÜROKRATIE und sonstigen Schnik Schnak , welche auch von uns erhalten werden müssen, wäre das Bauer sein wieder leichter.


179781 antwortet um 08-12-2012 13:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Dass die Mutterkuhprämie fallen wird, habe ich schon seit Jahren kommen sehen. Voriges Jahr habe ich auf einer Versammlung von Mutterkuhhaltern genau das Szenario beschrieben, das jetzt eingetreten ist. Da haben mich welche als Spinner beschimpft.
Es ist noch eine vage Möglichkeit bei den Öpulgeldern über irgendeine Form von Grünlanderhaltung den klassischen Mutterkuhbetrieben etwas zusätzliches Geld zu verschaffen. Aber recht große Hoffnungen bestehen auch hier nicht. Da werden sich genauso viele Leute um weniger Geld streiten.

Auf jeden Fall ist die komplette Abschaffung der Mutterkuhprämie ein klares Signal an die Halter von über 200 000 Kühen in Österrreich, das heißt: "Wir wollen euch nicht mehr, macht etwas anderes". Dass man damit auch die Wertschöpfung von etwa 160 000 erzeugten Rindern je Jahr nicht mehr haben will, wird dabei übersehen.

Gottfried


fgh antwortet um 08-12-2012 16:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@steira8075:
Lass mich raten.... wenns keine Prämie mehr gibt hast gar keine mehr...?



helmar antwortet um 08-12-2012 17:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Also wenn ich da richtig gelesen habe......dann macht die Mutterkuhhaltung nur Sinn, wenn man eine Prämie dafür bekommt?
Mfg, Helga


fgh antwortet um 08-12-2012 18:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@helmar:
Ja, genau, viele sehen das scheinbar so. Ich glaube auch das es sich so ähnlich abspielen wird. Mit Fall der Prämie werden viele kleine aufhören und daran glauben ihre Siloballen / Heu zu verkaufen... die die ihre Tiere behalten haben werden sich freuen, denn spätestens nach einem Jahr purzeln die Ballen/Heu allgemein Futterpreise in den Keller und es sind unendlich viele Flächen verfügbar, weil wieder anfangen wenn er aufgehört hat, tut selten einer.
Für den Verkauf der Tiere bekommt scheinbar nichts, darum sind alle so prämienfixiert....?


stefan_k1 antwortet um 08-12-2012 19:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@ helmar wie würdest du die Problematik lösen. Soviel ich weiß hast du deinen Betrieb ja schon verpachtet. Ist es nicht schade wenn man weiß, daß er wahrscheinlich nie mehr von den Nachkommen bewirschaftet und weitergeführt wird.
Viele Bauernhöfe wurden über Jahrhunterte weitervererbt und bewirtschaftet plötzlich geht eine langjährige Tradition verloren weil es einfach nicht mehr rentabel ist. Das gibt mir zu denken.
Es wäre mir auch lieber ohne Förderungen aber ich bin einfach mit Leib und Seele Bauer aber ohne Förderungen bedeutet es für meinen Betrieb das aus. Erweiterungsmöglichkeiten sind bei mir nicht möglich.


179781 antwortet um 08-12-2012 20:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
"also wenn ich da richtig gelesen habe......dann macht die Mutterkuhhaltung nur Sinn, wenn man eine Prämie dafür bekommt? Mfg, Helga"

Viele haben das so gesehen und machen es deshalb. Generell ist sind Betriebszweige wie Mutterkuhhaltung, Kalbinnenaufzucht und Stiermast nur dann ein Geschäft, wenn man billige Futtermittel zur Verfügung hat und die Produktionstechnik beherrscht.
Mit dem Auslaufen der Mutterkuhprämie, wird es diejenigen, die diese Voraussetzungen nicht haben "verbeutelen" und die anderen werden weitermachen.

Gottfried


helmar antwortet um 08-12-2012 20:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Hallo Stefan........vor einigen jahren, als sich herauskristallisiert hat dass unsere Tochter nicht Bäuerin werden will gab es da schon einige dunkle Gedanken von mir...........aber je älter ich werde umso mehr denke ich über die Geschichte meiner beiden Elternfamilien nach und über die vielen Zufälle durch welche ich eigentlich dann doch schlußendlich ........bäuerin gewesen bin.
Fangen wir mal mit der Vaterseite an, denn die Familie Sch. ist ab mitte 1700 in ununterbrochener Reihenfolge am Hof gewesen. Und da ist einiges los gewesen...vor etwas mehr als 150 Jahren teilten Brüder den Hof, aus welchen Gründen das passiert ist weiß niemand. Der Stammhausname hat sich erhalten, den Begriff "unterer Leitenbauer" ist in Vergessenheit geraten. Am "Stammhaus" hat es bis 1955 immer etliche Söhne in jeder Generation gegeben, mit mir ist der, wohl von manchen so gesehen, Weiberfluch auf dem Hof angekommen( zumindest sah das mein Vater so ähnlich und etliche seiner Verwandten). Aber auch der hatte in Wirklichkeit keinen Grund sich zu grämen, denn er wäre, hätte es nicht den WK 1 gegeben, nie und nimmer der "Leitenbauer" geworden. Denn seine Großeltern hatten einen der vielen Söhne, Fillip, als Hoferben vorgesehen, Vaters Vater mußte auch auswärts in den Dienst......und hatte in seiner Stelle als Schaffer mit seiner Frau 5 Kinder, ein 6.war unterwegs, als er 1914 einrücken mußte. Der Hoferbe Filip ist noch 1914 gefallen, und als 1918 mein Großvater wieder nach Krieg und Gefangenschaft auf seiner Arbeitsstelle auftauchte, holten seine Eltern ihn und seine Familie als Hofn achfolger nach Hause.
Als meine schlesischen Muttereltern 1921 geheiratet haben werden diese sich wohl auch nicht vorgestellt haben dass sie 24 Jahre später von ihrem Hof verjagt werden. Und auch meine Mutter, welche1945 als Witwe und Flüchtling mit einem kleinen Kind in unserer Gemeinde gelandet ist, wird sich damals kaum vorgestellt haben, 9 Jahre später Bäuerin auf einem Bergbauernhof zu werden. Es hat halt das Leben so gespielt dass sie 1951 als Dienstmagd bei meinen Großeltern dort meinen Vater kennengelernt hat und schließlich geheiratet hat. Und dass sie dort auch noch Mutter von Töchtern geworden ist und wie man so schön sagte, keinen "Erben" geboren hat. Ihr wurde das immer wieder von Vaters Verwandtschaft unter die Nase gerieben.

Nun, auch mit mir hatte man andere Pläne........nur, stur wie ich bin, bin ich Bäuerin geworden Und zwar voll und ganz. Mein Ehemann war auch nicht gerade der "Wunschkandidat", aber immerhin sind wir inzwischen fast 4 Jahrzehnte beisammen. Bäuerin bin ich meistens gern gewesen......ich bin relativ spät Mutter geworden, und vielleicht deshalb so dankbar für diese inzwischen erwachsene Tochter . Unser Wunsch und Ziel ist es immer gewesen unser Kind zu einem selbsständigen Menschen zu erziehen. Und wenn ich mir so ansehe was aus ihr geworden ist, freue ich mich. Wir haben dieses Kind nie als unser Eigentum gesehen das unbedingt meine Nachfolgerin als Bäuerin werden muß, weil eben der Hof so lange schon besteht......am Ende eines Lebens reichen für uns alle 2 m2, oder sogar weniger.

Wir haben über verschiedene Lösungen nachgedacht, dass unser Kind mal diesen Hof besitzen wird, daran besteht kein Zweifel.....und dass sie ihn nicht selber bewirtschaften wird, auch. Wir haben mit den angrenzenden Nachbarn eine gute Lösung gefunden, die landwirtschaftlichen Flächen verpachtet, die Milchquote zu einem sehr fairen Preis mitaufgeteilt und sogar einige gesunde Kühe sind da übersiedelt.......Du hast mich gefragt ob ich traurig oder ähnliches bin....Nein. Ich habe im Nachhinein das Richtige getan, habe jetzt die Zeit im Wald vieles nachzuholen wofür ich früher keine Zeit hatte, und hin und wieder hab ich ja immer noch mit Kühen zu tun wenn ich hin und wieder wo aushelfe.
Ein paar jahre noch zur Pensi, und eigentlich hab ich derzeit in Wirklichkeit gar noch nicht wirklich Lust darauf. Die Flächen rund ums Haus werden sauber bewirtschaftet, auf Weideviecher pass ich auf, und glaub mir, es passt....
Mfg, Helga




Rescha1 antwortet um 08-12-2012 20:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
Hallo Helmar
Wieder einmal ein super Beitrag von dir. Auch für uns ist es wichtig, daß unsere Kinder den Beruf erlernen, den sie selbst wollen, ein mehr oder weniger "Hineinzwingen" in einen Beruf, den sie nicht wirklich wollen, ist nie gut. So wird unser Betrieb in Zukunft eben verpachtet und ich kann sehr gut damit leben.


steira8075 antwortet um 09-12-2012 03:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@fgh

mir ist es egal was sie mir für meine paar Kühe geben. Ich betreibe Landwirtschaft aus reiner Freude und Tradition. Ich bekomme ca. 10000,- Euro im Jahr Förderungen und da wird sich auch in Zukunft nicht all zuviel verändern. Bin auch Biobauer. Mein Hof liegt im oberen Murtal auf über 1000m Seeehöhe und da ich beruflich die ganze Welt bereist habe bin ich schon lange Überzeugt das wir in Österreich niemals Milch und Rindfleisch produzieren können und damit am Weltmarkt mithalten können! Aber ich habe auch gesehen das Bauholz ein Mangelware ist und in vielen Regionen schon teurer ist wie Stahl. Darum pflege ich meine 50 ha Wald besonders gut, denn da sehe ich eine gute Zukunft. Als ich vor gut 20 Jahren den Hof übernommen habe war er völlig herabgewirtschaftet und die Hälfte stand zum verkauf! Ich habe nichts verkauft, habe das Gehöft alles renoviert und toll ausgebaut, der Wald ist wieder bumvoll und bin schuldenfrei. Den BB habe ich schon vor 20 Jahre verlassen und was ein LW- Minister oder die Kammer schreibt lese ich gar nicht. Ich beobachte nur hier, manchmal schmunzelnt, das Forum.


fgh antwortet um 09-12-2012 09:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhprämie ab 2014
@steira8075:
Tolle / gesunde Einstellung, einer der wenigen die nicht nur wegen der Prämie Rinder füttern. Ich denke mir momentan meinen Teil, wenn viele davon reden, dass beim Fall der Mutterkuhprämie aufhören und halt die Siloballen/Futter verkaufen. Bekommt man beim Verkauf wirklich nichts...? Mir wurde schon noch immer was bezahlt, klar verdient man wieder weniger, aber noch weniger verdient man wenn man nichts tut, denn wirklich so viele aufhören wird der Futterpreis nach unten purzeln und in weiterer Folge wird dann ganz aufgehört - dann sind viele Pachtflächen verfügbar. Was ich vor allem in Frage stelle wenn ein 50 Jahre Alter Vollerwerbsbauer behauptet, dass er aufhört wenn die Prämie gestrichen, denn der muss erst mal eine Arbeit finden und bis er eine hat gibt's kein Arbeitslosengeld...
Ich persönlich habe mich auf Holunder spezialisiert und habe noch 6 Mutterkühe und werde diese auch weiterhin füttern, quasi als Hobby bzw. aus Freude auch.


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