sturmi 16-11-2012 11:07 - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Vom VLV Geschäftsführer Dr. Schlederer wurde das Problem Lohndumping in deutschen Schlachthöfen schon öfters angesprochen. Dazu habe ich gestern im Bayerischen Fernsehen folgenden Beitrag (Lohndumping in bayer.Schlachthöfen) gesehen!
176,-- brutto/Monat für rumänische Arbeiter (=rumänischer Mindestlohn), dank EU erlaubt und legal! :-(
http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/quer/index.html
MfG Sturmi

 


NiN antwortet um 16-11-2012 13:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Hab auch einige Jahre in einem Schlachthof gearbeitet. Auch hier bei uns in Ö ist dort nichts mehr zu verdienen...

Als einer der wenigen Österreicher erlebte ich sozusagen hautnah, wie das Geld immer weniger wurde. 2008 noch ein Stundensatz von 16,70€/ Stunde brutto bis hin 2011 mit 7,92€/ Stunde brutto. Zwar liegt das alles noch im Kollektivlohnbereich, doch wurden die Gehälter angepasst auf die ungarisch, slowakischen Gegebenheiten...
Aufgrund der Tatsache, daß die Ostarbeiter dennoch Mörderkohle heimbringen, lassen sie sich auch alles gefallen, wie zb. aufgebaute Minusstunden während der Sommermonate werden einfach vom Gehalt und Urlaub abgezogen.
Weiters ist zu sagen, daß die Ostarbeiter über den jährlichen Steuerausgleich Familien- und Kinderbeihilfe vom Staate Ö rückvergütet bekommen, sprich ein Ungar mit zwei in Ungarn lebenden Kinder bekommt eine Einmalzahlung von etwa 4300€!
Angemessen an der Lohnsteuer, die sie hier verrichten, hat der Staat unterm Strich keinerlei Wertschöpfung. Nur die großen Schlachthofmillionäre werden immer reicher, weil sie eben Lohndumping und Sklaverei auf die verschiedensten Arten betreiben können. Übrig bleiben die Österreicher, die als Billigarbeitskräfte (moderne Sklaven) oder als arbeitslose ihr Dasein fristen können.

PS: Man beachte einmal alleine die Parkplätze vor den Schlachthöfen!! Kein Ungar unter einem Audi A4...


Muuh antwortet um 16-11-2012 16:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
ist in Österreich nicht viel anders

Sozialpartner kritisieren Lohn- und Sozialdumping mit Hilfe von Leiharbeitsfirmen aus anderen EU-Ländern. Nach der Debatte um den Fleischkonzern „Hubers Landhendl“ gibt es offenbar weitere Bereiche der heimischen Wirtschaft mit Erklärungsbedarf.
http://salzburg.orf.at/news/stories/2547786/

Bis zu 19 Stunden am Arbeitsplatz, unklare Abrechnungen, kaum noch Privatleben - frühere Mitarbeiter des Alpenrind-Schlachthofs in Bergheim (Flachgau) erheben schwere Vorwürfe. Auch die Gewerkschaft ist misstrauisch.

 



heumax antwortet um 16-11-2012 17:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Diese Berichte zeigen wieder einmal die Scheinheiligkeit unserer Gesellschaft auf.
Im Tierbereich gibt es die 4 Pfoten die auf radikalste Weise Tierquälerei aufzeigen.
Und bei den Menschen ? Wo bleiben die AK, die Gewerkschaft, die Kirchen, die meisten Verantwortlichen dieser Organisationen weit entrückt von der realen Arbeitswelt.
Hier werden Menschen ausgebeutet auf schändlichste Weise, damit die Supermärkte 3 x die Woche Sonderaktionen hinausschreien können und die Schnäppchenjäger Beschäftigung haben.
Aber das ist halt der Konkurenzkampf - Verantwortungsloser gehts nicht mehr.


NiN antwortet um 16-11-2012 21:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Hab in meiner mehrjährigen Schlachthofzeit einige kommen und gehen gesehen! Sicherlich eine der fluktuationsstärksten Branchen....

Die AK macht da gar nichts. Hab es selbst erlebt, daß auf der AK gesagt wurde, daß sie gegen den Schlachthof nicht vorgehen...

Wir hatten totale Überwachung in Form eines Chips auf unseren Personalkarten. Dieser öffnet dir auch die Türen, zumindest da wo du befugt bist hinzugehen. Weiters wird so die Zeit erfasst und in schöne manipulierbare Daten umgewandelt. In den Arbeitsbereichen überall Kameras, so wie man sie aus Casinos kennt, die schwarzen Halbkugeln mit 360 Grad Drehvermögen und Zoom. Da kann der Chef das Etikett des Tieres vom Büro aus ablesen....

Betriebsratwahlen waren sowieso ein Fake, denn es gab nur einen richtigen Kandidaten und zwei Alibilisten von zwei Sekretärinnen...wir Arbeiter, ich, wurden garnicht zugelassen....

da könnt ich sehr viele Geschichten erzählen....

Jedoch täglich um 3 Uhr morgens spätestens in der Firma und das oft bis 6, 7 abends!!!!

No life, no money, no family...aber täglich grüßt das Murmeltier!!


sturmi antwortet um 25-06-2013 07:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Die Bayern sind anscheinend etwas schneller unterwegs, jetzt erkennen auch die Restdeutschen diese Riesenschweinerei!
"Lohnsklaven und Menschenschinder - verkommen wir zum Billiglohnland?
Sie schleppen Schweinehälften, putzen Zimmer in Luxushotels, packen Pakete für den Online-Versand – und das oft für einen Hungerlohn und unter miesen Arbeitsbedingungen. Vor allem Arbeiter aus Osteuropa werden immer wieder mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und dann hemmungslos ausgebeutet." (ARD-Günther Jauch)
http://www.ardmediathek.de/das-erste/guenther-jauch/lohnsklaven-und-menschenschinder-verkommen-wir-zum?documentId=15346228
MfG Sturmi


 


biolix antwortet um 25-06-2013 09:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
komisch, und "Tiersklaven" in Ställen, die darf man dann nicht anprangern, gell sturmi...


sturmi antwortet um 25-06-2013 10:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Typischer beißreflex eines Bio-Pit Bull Terriers! ;-))
MfG Sturmi


biolix antwortet um 25-06-2013 10:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Hallo Sturmi !

Ich sehe eigentlich bei dir als threat beginner hier einen "bei Reflex"..

Denn würdest du alle ungerechten Zustände so anprangern, dann wäre die Welt schon viel gerechter und ökologischer geworden..;-)

lg biolix



veti antwortet um 25-06-2013 12:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
@ biolix: abgesehen davon, dass hoffentlich auch den Biobauern klar sein sollte, dass der Menschenschutz über dem Tierschutz stehen sollte (man beachte den Konjunktiv, die Hunde in den rumänischen Tötungsstationen bekommen europaweit leider deutlich mehr Aufmerksamkeit, als die Kinder in den dortigen Heimen- und das ist nur ein beispiel von vielen) betreffen die Zustände in den Schlachthöfen die Biolandwirtschaft ebenso.
Da wird ja nicht nur beim Personal gespart, alles muss schnell gehen. Die Biorinder, Schweinderl und Hühner werden in genau denselben Schlachthöfen von genau denselben, schlecht bezahlten, ausgebeuteten Menschen geschlachtet- und die machen im Umgang mit dem Tier sicher keinen Unterschied, ob es Bio ist, oder nicht. Bei solchen Arbeitsbedingungen kann man sich leicht ausrechnen, wie es da zugeht.
Als Vertreter der Biolandwirtschaft sollte es insbesondere in deinem Interesse sein, dass es solche Missstände nicht gibt. Die Konsumenten von Biofleisch sind bei so was um einiges hellhöriger und haben bei dem Mehrpreis sicher kein Verständnis dafür, dass ihr Sonntagssteak nicht ordentlich betäubt war...


biolix antwortet um 25-06-2013 12:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Mahlzeit !

genau das ist es veti, genau dafür setzt sich die Biolandwirtschaft auch seit Jahren ein, artgerechte Haltungbedingungen, artgerechte Fütterung, aber auch eine tiergerechte Schlachtung, bin selbst öfter dabei gewesen als wir selbst einen Mann abgestellt hatten an den Bioschlachttagen in den Schlachthöfen.. und bei der Entlohnung inkl. Festsetzung einen Mindestlohnes würde ich mich sehr freuen wenn da alle "mitziehen" würden, aber wer ziert sich da immer am meisten ? Bzw. wer hat da eher was dagegen, wenn das die AK und Gewerkschaften anprangern ? Der selbe der den threat begonnen hat ?

lg biolix

p.s. ja und Menschen gerecht ist nicht Tier gerecht ist ein Unterschied, aber du weisst ganz genau was tiergerecht sein könnte, und eben nicht auf den Druck des Marktes sich ausreden, wie es jetzt die Schlachtunternehmen tun, was ist dann da der Unterschied ?


Christoph38 antwortet um 25-06-2013 13:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
die Textilindustrie zeigt es schon lange wie man sich gesetzeskonform verhält:

Die Fabriken müssen in die Billiglohnländer verlegt werden, nicht Billigarbeiter in deutsche Fabriken.

Im Prinzip wie bei der Käfighaltung von Hühnern, verboten ist die Haltungsform bei uns, aber beim Import hat keiner was dagegen.
Scheinheilig aber erlaubt.


Tyrolens antwortet um 25-06-2013 13:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Besser ein mieser Job, als gar kein Job, werden sich halt viele denken und letztlich ist das auch nur ein Effekt, der aus einer hohen Heterogenität der einzelnen EU-Staaten entspringt. Mit 700 Euro netto bist in Bulgarien ein wohlhabender Mann.


Fallkerbe antwortet um 25-06-2013 16:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!

Sind wir doch alle froh, das es in der Österreichischen Landwirtschaft keine Arbeitssklaven wie entrechtete Knechte, keine Ausbeutung der Arbeitsgreise und keine Kinderarbeit gibt.
Gott und dem ehrhaften Bauernstand sei´s gedankt.

Jemand hat das wort "scheinheilig" ins spiel gebracht. Ich finde, das wort triffts perfekt.

mfg



MF7600 antwortet um 30-06-2013 10:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
@fallkerbe
wenn so etwas(entrechtete knechte,...) in der landwirtschaft vorkommt wird aber rigoros vorgegangen, bis zur einstellung des betriebs...

hast du leicht auch angestellte um 176€ brutto?


50plus antwortet um 02-07-2013 09:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Dass die AK nichts dagegen hat, kann man sich vorstellen.
Sind doch diese Arbeitssklaven der Schlachthöfe in Wahrheit die Arbeitssklaven des Handels und der Konsumenten.
Ohne Arbeitssklaven gäbe es nicht den Luxus für unsere Bevölkerung. Dieser Luxus ist darauf aufgebaut, dass es Menschen gibt, die zum Hungerlohn für uns arbeiten.
Nehmt euch alle selber an der Nase!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Spiel noch lange so weitergehen kann.


HBler antwortet um 02-07-2013 11:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Arbeitssklaven in deutschen Schlachthöfen!
Über den Frühstückskaffee regt sich niemand auf - ach ja, Kaffeeplantagen sind ja weit weg und in Europa gar nicht zu kultiviern
Über Kinderarbeit bei Schockolade redet niemand - ach ja, Kakaoplantagen sind ja weit weg und in Europa gar nicht kultivierbar
Über die Billigrosen in jedem Supermarkt redet auch niemand, kommen ja aus Afrika

Und denkt ihr, liebe Leser, dass es den Leuten weit weg von Europa besser geht als den Schlachthofarbeitern in Europa, nur weil ein "Fair Trade" Pickerl daraufklebt ?



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