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Fiatfranz 10-10-2012 18:10 - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Ich möchte meinen alten Schweinestall wegreisen und den Ziegelschutt bei meiner Hofeinfahrt als frostkoffer verwenden.
Ich habe einen bekannten der ist Maurer und der meint das ich den Ziegelschutt ruhig einbauen kann.
Die vorgehensweise ist dass ich ca. 80 cm aushebe, unten ca.30 -40cm Ziegelschutt und obendrauf Bruch. Den Ziegelschutt schichtweise einbauen und mit einer großen Walze verdichten so dass keine Hohlräume mehr sind.
Meine frage wäre: Wie verhält sich der Ziegelschutt? Kann dieser mit den Jahren nachsitzen?
Nächstes Jahr möchte ich dannach Aspaltieren.
Mein Maurer meint wenn ich ordentlich verdichte und keine Hohlräume sind kann ich das bedenkenlos machen.
Was meint ihr dazu ?
MFG Franz


rotfeder antwortet um 10-10-2012 21:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Hallo!
Es kommt auch drauf an, ob Grundwasser auftritt oder nicht. Denn wenn die Ziegel dauerd unter Wasser sind, so lösen sie sich in ihr Ausgangsmaterial auf, und das ist Lehm, und der ist ja nicht der beste Wegunterbau, vor allem in Verbindung mit Wasser.


Abercus antwortet um 11-10-2012 08:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Hallo!

Das ist sicher kein Problem. Ich hab den Abbruch eines alten Stadls als Unterbau für die Betonplatte hergenommen. Mit dem Bagger ein bisschen zerkleinert und mit der Walze ordentlich verdichtet.

Aber.... Achtung vor dem Zoll !!!!!!

Ich hatte damals den Haufen für ein paar Wochen liegen, weil ich vorher rundherum noch die Fundamente und die Grundmauer gemacht hab. Eines Tages kamen zwei Damen vom Zoll und wollten wissen, ob bezüglich Altlastenbeitrag auch alles so in Ordnung ist.

Es ist nämlich so, dass prinzipiell für alle Abfälle ALSAG zu bezahlen ist. Unter gewissen Ausnahmen sind Abfälle davon befreit. Unter Anderem, wenn man Bauschutt am selben Grundstück wieder verwertet, so wie es bei mir und auch bei dir der Fall ist. Man braucht nur eine "Qualitätssicherung" und eine technisch richtige Verwertung. Ich hab daher den Bauschutt untersuchen lassen (300 Euro) und die Sache war erledigt. Ich kenne aber Fälle, wo der Zoll im nachhinein gekommen ist (persönlich und auch aus dem Internet) und die zur Führung des Nachweises die Betonplatte wieder rausreissen mussten.

Wenn du irgendwo in der Einöde bist, wird sicher keiner dahinter kommen. Aber die vom Zoll haben gesagt, dass sie derzeit vermehrt durch die Gegend fahren um dem "Bauschuttverschwinden" entgegen zu wirken. Denn theoretisch könntest du ja auch Bauschutt von jemand anderem einbauen und der würde sich dann den ALSAG sparen.



Agrar99 antwortet um 11-10-2012 10:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Hallo!

Ich würde den Ziegelschutt auf keinen Fall als Frostkoffer verwenden! Der Ziegel, egal ob Grundwasser oder nicht, löst sicher im Erdreich immer auf! Somit kommt es automatisch zu Sitzungen. Ziegelschutt kannst du max. in einen Forstweg oder dergleichen einbauen.


traktorensteff antwortet um 11-10-2012 11:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Ziegel zieht Wasser, überhaupt ältere Ziegel. Ich kenne einen Fall, da hat jemand das ebenfalls bei einer Halle gemacht. Noch zu früh, um sagen zu können, wie sich das entwickelt. Für die Hofeinfahrt wird es wohl reichen, wenn man sehr gut verdichtet.

@ Agrar99
Auch nicht für Forstwege, Ziegelschutt bleibt Bauschutt und somit "Müll", der nicht in die Natur gestreut gehört.


Steyrdiesel antwortet um 11-10-2012 11:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Warum nicht, kommt ja auch aus der Natur...?


traktorensteff antwortet um 11-10-2012 13:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Und der Mensch hat den Ziegel gebrannt. ;-)

Und wenn nicht, würdest du Lehm auf die Wege schütten? ;-)

Scherz beiseite, Bauschutt auf Forstwegen schaut hässlich aus. Nur weil man es jahrzehntelang gemacht hat um Entsorgungskosten zu sparen und weis gratis ist, sollte man es nicht weiterhin auch tun.


dalangi antwortet um 11-10-2012 14:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Also ein Bekannter hat das rund um seine Halle gemacht. Er hat die Ziegel brechen lassen, und als Unterbau verwendet. Danach hat er ihn schön verdichtet und ist zwei Jahre darauf gefahren. Danch Plaster gelegt.
Das Plaster liegt nun schon seit mind. 4 Jahren und bis jetzt hat nichts nachgegeben. Hat mich zwar auch gewundert, da er täglich mit mords schweren Geräten drüberfährt, aber es hält bis dato.

LG


Steyrdiesel antwortet um 11-10-2012 16:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
@traktorensteff

genau. Nein würd ich nicht. Verstehe jetzt aber den Zusammenhang nicht ganz.

Ja das es nicht schön ausschaut kann schon sein, aber man kanns ja auch mit etwas Schotter abdecken.
Die Entsorgungskosten bei solchen Matrialien die man selbst wiederverwenden kann sind mMn reine Abzocke.

mfg




traktorensteff antwortet um 11-10-2012 18:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
@ Steff23

Ich meinte, weil Ziegel aus Lehm besteht und der aus der Natur kommt. ;-)

Du hast schon recht, die Entsorgung ist sicher nicht billig. Leider fahren manche deswegen dann einfach den Schutt irgendwo hin, obwohl sie einen Weg gar nicht befestigen müssten, und das ist doppelte Dummheit (meiner Meinung nach). Wenn man anschließend Schotter drauf tut, ist es natürlich in Ordnung, machen aber wohl die wenigsten.


traktorensteff antwortet um 11-10-2012 18:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Hier ist ein guter Artikel darüber. Zwar aus Deutschland, aber bei uns müssten hoffentlich die Vorschriften ähnlich gelten. Danach wäre eine Schotterschicht zwingend nötig.

So soll es nicht aussehen:



 
 


Hans1900 antwortet um 11-10-2012 19:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Gebrochen lässt es sich super als Material zum Wegebau besonders im Wald verwenden.
Das Problem ist dass Ziegelbruch Wasser ansaugt und somit im Winter beim gefrieren aufquellt. Ich würde es auf gar keinen Fall als Frostkoffer verwenden ausser du vergräbst ihn unter der Frostgrenze von ca. 50cm oder mehr.


leitnfexer antwortet um 11-10-2012 19:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Also für alle, die meinen Ziegel würden in kurzer Zeit wieder zu Lehm: Bei uns war es üblich, als Schutzabdeckung über Erdkabel eine Lage Ziegel zu schlichten. Habe vor ein paar Jahren so ein Kabel freigelegt, das da rd. 50 Jahre gelegen hat: Mit den Ziegeln könnte man ohne Bedenken wieder Mauen, man kennt kaum Beschädigungen.
Es gibt ja auch genug Kellergewölbe aus Ziegel, und auch die Häuser in Venedig stehen noch immer...


AnimalFarmHipples antwortet um 11-10-2012 20:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Also ich kenn mich da ja absolut nicht aus, aber entweder gibt es unterschiedlich gut gebrannte Ziegel (wurden früher nicht auch manchmal ungebrannte, bloß sonnengetrocknete Ziegel verwendet ?) und/oder Wasser tut ihnen tatsächlich nicht gut ?

Hab voriges Jahr am Eingang zu einem meiner Erdkeller eine Traufe angelegt mit Ziegeln aus einem abgerissenen alten Stall und da gibt's einerseits manche, die irgendwie gelblich-speckig wirken, und andererseits zerbröseln manche Ziegel, die jetzt dauernd der Witterung und dem Wasser ausgesetzt sind, wirklich (aber keineswegs alle, bloß einzelne).
Und schließlich heißt's ja auch, daß permanente Durchfeuchtung dem Mauerwerk nicht gut tut (andererseits bleiben aber Fundamente nach einer Horizontalabdichtung unten ja trotzdem feucht ...).

Wie schon gesagt, keine Ahnung, aber vielleicht weiß das wer ?

(Hab nämlich ebenfalls eine größere Menge Ziegelschutt liegen, den ich an sich als Frostkoffer für den Betonboden in meinem Maschinenschupfen vorgesehen hätte.)


Hans1900 antwortet um 11-10-2012 20:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
ich weis dass Ziegl unterschiedlich gut gebrannt sind. Ich kenne alte gebäude deren Mauern Wasser saugen und die Ziegl schön langsam scheibchenweise abblättern. Ich denke das Hauptproblem ist die Frosteinwirkung - deshalb halten auch die alten Drainagröhrchen aus Ton soo lange ( kein Frost). Es ist leicht möglich dass der Unterboden lange hält, aber irgendwann auch wenn es erst in 40 Jahren ist zerbröselt. Ich denke wenn du pflasterst -asphaltierst soll es lange halten!


walterst antwortet um 11-10-2012 20:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Ziegel und Frostkoffer ist doch ein klarer Widerspruch.

Der Frostkoffer soll ein Wasserfreier Bereich sein, um die Wirkung des Frostes - des Eises, nämlich eine massive Volumsausdehnung und damit fatale Bauwerksschäden zu vermeiden.
Ziegel werden dies nicht in jedem Fall leisten können.
Auf verdichteten Böden geht natürlich auch der FRost wesentlich tiefer, als in der Wiese oder auf gewachsenem Boden.

Dass Tonrohre in Drainagen oder Ziegel als Schutzabdeckung von Leitungen in der Erde fast ewig halten, ist ja eine völlig andere Geschichte - sie sind dem ständigen Wechsel von Trocken-feucht, kalt- warm entweder gar nicht oder nur sehr gering ausgesetzt. Ein Ton-Drainagerohr im Bereich des Vorfluters, das dem Wetter ausgesetzt ist, hält bei weitem nicht so lange, wie jene, die dies nicht sind.

Ich habe Pachtflächen, da stammt die Drainage aus dem Jahr 1913, wird also 100 Jahre JAhre alt und die Rohre sind noch Tip-Top, bis auf jene, die eben nicht mehr Tip Top sind, und nach Krampen und Schaufel schreien ;-)


browser antwortet um 11-10-2012 20:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Rotfeder hatt einen lehmschaden ???????



Restaurator antwortet um 11-10-2012 22:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
@AFH:
bei unserem umbau bin ich auch auf verschiedenartige ziegel gestossen - von uralt ,steinhart und jederzeit wiederverwendbar bis zu wenige jahrzehnte alt und bröselig.
mein damals fast 90jähriger grossvater hat die ersteren mit begeisterung aussortiert und gemeint, dass die doppelt und manchmal 3-fach gebrannten noch 100 jahre halten.
eine adrauffolgende recherche hat ergeben:
ziegel sind nach dem ersten brand nicht wasserabweisend, aber offenbar nach dem 2. brand, daher die bessere haltbarkeit. auch zu niedrige brandtemperaturen führen zu rascherer verwitterung durch verstärkte wasseraufnahme.
letztlich gibt's ja auch noch das aus klinkerähnlichen ziegeln errichtet ischtar - tor aus 600 v. chr.


AnimalFarmHipples antwortet um 11-10-2012 23:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
Danke, sowas dachte ich mir schon.
Und weißt Du was die gelblich-speckigen für welche sind ?
Und wie schauts mit Ziegeln aus abgebrannten Gebäuden aus - sind die durch die Brandhitze auch härter ?


Obersteirer antwortet um 13-10-2012 18:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gebäudeabbruch
@Fiatfranz Hallo Achtung bei Forststrassen streng verboten Ziegelschutt einzubauen ich meine wo kein Kläger da kein Richter,ich habe heuer unser altes Bauernhaus abgerissen . Habe zuerst gedacht denn Schutt einfach anzuplanieren und Erde drüber , da ich aber neben der Strasse bin war so nichts zu machen den Bauschutt musste ich brechen lassen danach kannst in überall eingraben ,weiters wollte ich den Ziegelschutt auf unseren Forststrassen aufschütten darfst aber auch nur wenns keiner sieht und oben drauf eine ordentliche Ladung schotter . Wie gesagt wennst irgendwo in Alleinlage bist alles kein Problem aber neben der Strasse gehts nicht so einfach. Gruss Obersteirer



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