Bio- Ernteaussichten

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heumax 05-08-2012 15:42 - E-Mail an User
Bio- Ernteaussichten
Zur Einleitung damit nicht ewas in die falsche Kehle kommt: Ich habe Respekt vor biologisch wirtschafteten Bauern, die das mit Überzeugung und ordentlich machen.
Wir haben vor einigen Tagen eine kleine Rundreise durch einige Bundesländer gemacht, meistens abseits von den Durchzugsstrassen. Wir sind öfters stehen geblieben und haben uns die landwirtschaftlichen Kulturen angesehen.
Ich muss sagen so einen Unterschied wie heuer hat es schon länger nicht gegeben.
Von ganz normalen Beständen bis zu ausgedorrten, verhagelten und verschlemmten Äckern und Wiesen war alles dabei.
Besonders aufgefallen sind mir aber viele nach meiner Meinung nach biologisch bewirtschaftete Felder, also so ein Saustall, verunkrautet bis das man schon genau schauen musste was hier angebaut wurde, Kartoffelbestände deren Ertrag den Aufwand nicht bringen werden, Erbsenfelder die den Namen nicht verdienen und so weiter.
Eine Schande stellenweise.
Ich traue mir zu behaupten, wenn ein Grossteil der Bauern so wirtschaften würden, hätten wir eine Hungersnot.
Und für so eine Bewirtschaftung von wertvollen Grund werden noch Zahlungen für Ausgleiche der niedrigen Produktpreise bezahlt.
Wie eingangs erwähnt meine Hochachtung vor ordentlichen Biobauern, aber solche Zustände gehören abgeschaft- das ist genau so widerlich wie die korrupten Zustände in anderen Bereichen.


NiN antwortet um 05-08-2012 17:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio- Ernteaussichten
Ist halt immer eine Sache des Willens, der Überzeugung und der Größe...
Ich arbeite biologisch, aber halt im Kleinen...die Stunden für die Flächen (zupfen, nacharbeiten oder sofortige Zerstörung bei etwaigem Befall) müssen halt da sein...ist natürlich mehr Liebhaberei als betriebswirtschaftliches Arbeiten, doch wenn ökologisch, dann aus Überzeugung...und Stunden rechnen fällt halt weg..unterm Strich muss es passen...


rotfeder antwortet um 05-08-2012 17:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio- Ernteaussichten
Hallo!
Das sind aber meistens konventionelle Betriebe, die einen sogenannten "Saustall " haben. Bei uns ist das zumindest so. Und das hängt damit zusammen, das es an Interesse oder Wissen mangelt. Die besser ausgebildeten und fortschrittlichen Bauern haben bei uns schon auf biologisch umgestellt und in der Regel gute Erträge und einwandfreie Kulturen.



textad4091 antwortet um 05-08-2012 19:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Generell hängt sowas nich mit Bio oder Konventionell ab sondern vielmehr oder besser gesagt immer davon, ob man orndtlich dahinter ist oder nicht- Ein "Schlampertatsch" ist halt einmal ein "Schlampertatsch", egal ob Bio oder Konvi ....
Unser nicht biologisch wirtschaftender Nachbar hat auch a weng a Ampferzucht in seiner Wiese, wir als nicht konventioneller Betrieb haben hingegen eher weniger bis gar keine Probleme, und wenn dann kommt ma gut mit dem "Ampferstecher" hinten nach ;)
Und zwecks Ernährungssicherung oder nicht reden wir mal lieber ned weiter ... Spätestens wenn da dann mit positivem Zusammenhang die nette Firma M......o dazukommt, komt's mir hoch ... Aber dazu hab ich mich eh schon in einem andren Beitrag geäußert


179781 antwortet um 05-08-2012 20:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Heuer gibt es auch bei uns im Innviertel sehr unterschiedliche Bestände zu sehen. Und die Felder mit "Saustall" sind nicht typisch für Biobetriebe, sondern auch bei Konventionellen zu sehen, wo etwas schiefgegangen ist. Ich hab e z.B. bei einem konventionellen Betrieb in der Nachbarschaft Gerstenstroh gepresst, da sind 25 Ballen mit 1,7 m Durchmesser zusammengekommen von 5 ha. Da kann man abschätzen, was da an Körnerertrag herausgekommen sein wird.
Bei uns selbst (Biobetrieb) waren heuer Wintergerste und WW sehr schlecht(nur 2200 kg vom ha), während es bei Triticale 5600 kg und bei Hafer gleich 6800 kg vom ha waren. Der Mais sieht zum Großteil auch sehr gut aus und das Feldfutter wächst bei der momentanen Witterung sowieso bestens. Und was mir zum angesprochenen Thema "Saustall" noch aufgefallen ist: Wir hatten nur in 1 ha Wintergerste und bei 1,5 ha Weizen ernsthafte Probleme mit Kamille. Ansonsten auf den ganzen Getreide, Mais und Luzerneflächen keine Arbeit mit Ampferausziehen oder Distelabschneiden usw. weil da nichts davon war.

Im übrigen bin ich auch der Meinung, dass man Bauern die irgendwie dahinwursteln und ihre Felder verkommen lassen, schon die Rute ins Fenster stellen soll, dass sie dafür kein Geld kriegen. Das gilt für die Prämienoptimierer im Biobereich bis zu den ganz Gierigen, die in jeder Hanglage Mais im Überfluß anbauen, nur weil es mehr Geld bringt.

Gottfried


textad4091 antwortet um 05-08-2012 20:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Da kann ich Gottfried nur beipflichten, zwecks Prämienoptimierer!
Und beim Stichwort "schiefgegangen" is mir noch eingefallen, dass oft auch betriibliche oder familiäre Vorfälle auftreten können, die dann halt bald mal wichtiger sind als das Feld- Von daher sollte man nicht immer im Vorhinein Leute verurteilen -Wir haben auch trotz der nachbarlichen "Ampferkultur" ein gutes Verhältnis zum Nachbarn, so viel darf ich dazu verraten ;)


johei antwortet um 05-08-2012 21:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich bin Bio-logisch. Heuer hat das Wetter viel Schuld. Roggen war rein. Weizen hat zu spät bestockt, dadurch ist mehr Unkraut gewesen. Wennst nicht in den Acker fahren kannst zum Striegeln, weil zu nass, wächst das Unkraut. Aber nicht nur bei Bio. Das mit der Hungersnot ist ein BLÖDSINN.
Was ist mit Bracheflächen von konv. die nie gemulcht werden. Die bekommen auch Geld dafür und tun nichts.


Schaf_1608 antwortet um 06-08-2012 13:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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das wichtigste wurde berits geschrieben, aber
@kreszens:
du bist also durchs land gefahren und hast anhand der felder drauf geschlossen ob es bio oder konvi äcker sind?
aja ist ja sehr wissenschaftlich deine studie..^^
das heißt ganz konkret: alle schlecht aussehenden äcker sind bio alle gut aussehenden konventionell bewirtschaftet?!?
man könnte das aber genau umdrehen und dann behaupten, dass alle bio werden müssen, ansonsten verhungern wir... beim nächsten mal such dir andere indikatoren um festzustellen ob es sich um konventionelle oder biologische felder handelt... zb jemanden fragen...

glg


Haa-Pee antwortet um 06-08-2012 21:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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heuer war ein schwieriges getreidejahr!

egal ob bio oder konventionell war der weizen glaub ich egal im osten oder westen die frucht die am meisten gelitten hat und unterdurchschnittliche erträge gedroschen wurden,

während roggen hafer und auch sommergerste ganz passabel und vorallem der robuste roggen zumindest bei mir mengen und qualitätsmässig weit über durchschnitt lag!

aber es stimmt viele biobetriebe hatten heuer massive unkraut und ertragsprobleme!
das lässt sich nicht leugnen ich kenne felder dort hat sich jeder mähdrescher fahrer geweigert reinzufahren!
reinkultur von kamille,distel,windhalm und sonstige ungräser!

die flächen wurden schliesslich gehäckselt und der biobauer lebt damit ausschliesslich von der bioprämie unterm strich wird ein fettes minus rauskommen!


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