Wachstumsbremse für Milchbetriebe

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krähwinkler 01-08-2012 10:44 - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Das Ministerium hat wieder einmal einige Daten zur Milchbetriebsentwicklung zur Verfügung gestellt.

Je größer die Betriebe, umso schneller wächst ihre Zahl,ihr Anteil an der Gesamtzahl der Milchlieferanten und auch ihr Anteil an der Liefermenge.

Dieser Entwicklung möchte ich nicht zuschauen. Der Zeitpunkt ist absehbar, zu dem 3000 Milchbauern mit durchschnittlich 100 Kühen die gesamte Milchversorgung übernommen haben werden. Mit allen ökologischen, landschaftlichen und sozialen Nachteilen.

Da die Größeren überproportional wachsen, ist es vertretbar, Förderungen für Betriebwachstum früher zu limitieren oder einzustellen, um ein ausgewogeneres Konkurrenzverhältnis zwischen den Betrieben wiederherzustellen?

Alle Zahlen weisen darauf hin, dass das explosive Wachstum weniger Milchbauern diese Maßnahme längst geboten erscheinen läßt..


cowkeeper antwortet um 01-08-2012 12:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
So ein Schmarrn!
Mit 100 Kühen hast du absolut keine ökologischen, etc. Nachteile. Das sind ja noch leicht überschaubare Betriebsgrößen.


Schadseitn antwortet um 01-08-2012 12:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
des schau i ma aun ob ma auswendig im kopf hot wie welche kuh heißt und welches kalb vo ihr is! is jo interessant anzuschaun, wenn ah landwirt mit 10 kühen im vollerwerb leben kann und oana mit 100 kühe no nebenbei arbeiten geht und es noch zu wenig is,.....



textad4091 antwortet um 01-08-2012 13:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
@ Schadseitn: In welcher Region kann man denn bitte noch mit 10 Milchkühen eine Familie um die Runden bringen? Ich denke da sind wohl noch andre Standbeine da (Denke da an Mast, Forst, was halt oft so dabei is)
Ein einzelner kann da vielleicht noch davon leben, aber ich möchte jetzt ohne die Situation zu kennen ungern mit dessen Lebensqualität tauschen

Back to Topic: Ohne diese "Turbobetriebe" wie sie oft gennant werden zu kritisieren, aber ich denke dass da in 10, spätestens 20 Jahren die Luft herausen sein wird, länger hält ma das Hamsterrad als normalsterblicher ned aus ....
Problem is in dieser Region hier immer das gleiche: Doppelte Anzahl an Milchkühen bei gleicher Fläche, pachten irgndwo im Nirgendwo (zumindest aus Sicht des Betriebes), jene Stunden die nicht im Stall verbracht werden sitzt ma dann meist am Traktor ... Auf die dauer geht das nicht gut, weder wirtschaftlich (Sprudel wird ned billiger) noch gesundheitlich ....


Rocker45 antwortet um 01-08-2012 17:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
@Cowkeeper:

Bin Absolut deiner Meinung!

Warum Sollte man in einem Land wie Österreich, wo die Milchviehhaltung aufgrund der kleinen Strukturen sowieso kaum Konkurrenzfähig ist die Förderungen für Betriebswachstum Abstellen?!

Wachsen oder Weichen, andere Optionen wirds in Zukunft nicht geben.

Und meckern tun sowieso immer nur die, die zuwenig Motivation oder know-how zum Wachsen haben, und die Zeit bis zu ihrer Pensionierung kaum abwarten können.


helmar antwortet um 01-08-2012 20:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Ich hatte jahrelang durchschnittlich 10 Kühe auf 9 ha, mit zum Schluss 58.000 Quote. Mir hat hin und wieder der St.a. reingehaut, was zur Folge hatte dass ich nicht immer die Quote voll ausgeliefert habe. Und weil ich unseren Wald auch bewirtschafte, ist sich MEIN Einkommen ausgegangen, aber mehr nicht. Mit 10 Kühen eine ganze Familie durchbringen ohne einige andere Betriebszweige oder einen ausserlandwirtschaftlichen Arbeitplatz eines Familienmitgliedes ist aus meiner Sicht für den der das schafft, ein Kunststück.
Ich bin jetzt hin und wieder als Betriebshelferin unterwegs, und im Moment in einem Stall mit 30 Kühen im Doppelvierer zu melken..........und es macht mich sehr nachdenklich wenn ich für diese 30 Kühe genausolange brauche wie ich in meinem Stall mit 8-10 Kühen( 2 Melkzeuge) gebraucht habe. Und mir mach die Melkarbeit in eben diesen Ställen Freude.
Diese ganzen "klein ist gut, "groß(was immer da gemeint ist)schlecht" Sprüche gehen mir sowas...........wenn es mit der Flächenverfügbarkeit passt, finde ich ist jeder ein Depp wenn er 10 Kühe hält wenn, einigermassen Technik vorhanden, 20 oder mehr möglich wären. Wobei ich als solche einen Laufstall mit befahrbaren Futtertisch oder Weidehaltung auf arrondierten Flächen mit Melkstand sehe.
Mfg, Helga


krähwinkler antwortet um 02-08-2012 09:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Marktverzerrende Förderungpraxis ist standortschädlich. Wenn die MIlchbetriebe umso stärker wachsen, je größer sie sind, dann sollte man die Förderungsrichtlinien auf ihre gewünschte Wirkung überprüfen.

Auch wenn es vielen, die im bäuerlichen Umfeld ihr EInkommen erwirtschaften und dort leben, unangenehm ist, über die Verdrängung der kleineren Betriebe zu debattieren, ist das Faktum nicht aus der Welt geschafft, das sind nur mildernde Umstände. Ich verstehe: Es ist unsexy, sich mit schwächeren zu solidarisieren.

Jede Förderung zu begrüßen, wenn man als kleinerer profitiert, ohne sie auf die Konkurrenzwirkung zu prüfen, ist klassisch griechisch gedacht. Das dicke Ende kommt bestimmt.

Die "Leistungsabgeltungen" der EU dienen dazu, mit Steuergeld Umverteilung zum Großkapital abzuwickeln. Zahlen gefällig? Schau nach beim Strukturbericht der Statistik Austria: Betriebsentwicklung 1995-2010


krähwinkler antwortet um 02-08-2012 09:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Auch wenn es 1000 mal wiederholt wird: Die Konkurrenzfähigkeit der öst. Landwirtschaft innerhalb der EU ist phänomenal. Oder warum steigen unsere agrar. Ausfuhren ständig?

Wer für mehr schlechct abgestimmtes Fördern eintritt, wird über kurz oder lang selbst negativ betroffener sein. Es wird sein, dass er das nachsehen. DIe Wahrscheinlichkeit ist viel größer, dass er zur Aufgabe gezwnungen wird, als dass er übrig bliebt.


krähwinkler antwortet um 02-08-2012 09:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Deine Hoffnung, dass die Zukunft schon gegen diese Großbetriebe sprechen wird, ist häufig anzutreffen und trügerisch. Wer das glaubt, der legt die Hände in den Schoß, und wundert sich, dass er hinweggespült wird.

Act now!


Tyrolens antwortet um 02-08-2012 12:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Betriebe mit 100 Milchkühen sind Kleinbetriebe!!!
Das ist einfach Fakt und wenn so ein Betrieb auf gesunden Beinen steht - was spricht dann gegen ihn? Konkret?

Woher die Konkurrenzfähigkeit der österr. Betriebe kommt, wissen wir doch alle. Aber diese Konkurrenzfähigkeit, das kann ich garantieren, ist genau das Gegenteil von nachhaltig.


Schadseitn antwortet um 03-08-2012 07:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
In ana kleinstrukturierten Region, wird Laufstall gebaut für 10 bis 15 Kühe im Vollerwerb, mit vielleicht 2 Holzkunden dazu de wos net mehr brauchn ois 6 Meter übern Winter warum leben diese Bauern und große Jammern?


kraftwerk81 antwortet um 03-08-2012 09:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Weil sie sich mit Ihrer ausweglosen Situation abgefunden haben?


krähwinkler antwortet um 03-08-2012 10:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Bitte um Aufklärung der kryptischen Äußerungen über die Herkunft der Konkurrenzfähigkeit.

Ich habe nicht vor mich einschüchtern zu lassen von Angsthasen, die sich fürchten davor als Industrielandwirte geoutet zu werden. Hättest dir den Drexl von der Spar anhören sollen, was der über die öst. Milcherzeugung und im Vergleich dazu über die dt. sagte. Da wünsche ich den Großbetriebsliebhabern viel Glück.
Habt ihre eine Ahnung wie gerne die Konsumenten wissen würden , wie die Kuh geheißen hat, von der sie die Milch trinken!


pamsti antwortet um 03-08-2012 10:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Mag schon sein dass die Konsumenten wissen möchten woher die Lebensmittel kommen, beim Einkaufen zeigt aber die große Mehrheit eine andere Einstellung her, denn da wird nur nach dem Preis gesschaut.
Ob ein Betrieb mit Hundert Kühen groß oder klein ist kommt immer auf die betrachtungsweise an.
Ein reiner Familiebetrieb mit 2 AK ist sicheer großß vielleicht schon zu groß, allerdings um eine fixe Fremd AK anzustellen wird er widerum noch etwas zu klein sein


krähwinkler antwortet um 04-08-2012 10:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Es stimmt doch nicht, dass die Konsumenten immer nur nach dem kleinsten Preis schauen!

Es stimmt , dass GROSS relativ ist. Meine Definition von groß ist: Betriebe, die größer als 99% aller anderen Milchbetriebe sind, sind eben die größten. Und wenn die schneller wachsen als alle anderen, dann solte sich der Fördergeber überlegen, ob er sein Geld nicht ineffizient einsetzt.


pamsti antwortet um 04-08-2012 11:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Laut einer Umfrage die ich vor einiger Zeit gelesen habe (weiß leider nicht mehr welche Zeitung), ist für über 50% der Preis das einzige Auswahlkriterium, aber über 70% haben angegeben sie wollen wissen woher die Lebensmittel stammen passt irgendwie nicht ganz zusammen oder?


helmar antwortet um 04-08-2012 11:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Die Frage ist was in Zukunft als "förderungswürdig" angesehen wird........ und da könnte ich mir schon vorstellen dass man sich überlegen muss ob man "Anwesenheit" oder "Effizienz" fördern kann oder muss. Wer sagt denn dass immer und alles gefördert werden muss? Wenn manche beklagen dass in den letzten Jahren trotz "Förderung" die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe abgenommen hat, dann sollte er auch sagen warum. Denn gerade für kleinere Betriebe sind sich die so gern zitierten Förderungen gerade mal dazu ausgegangen die SVB-Beiträge und wenn es gut ging, die Bündelversicherung zu bezahlen. Und gar nicht so wenigen ist es dann zu blöd geworden sich auch noch als Parasit oder sonstwas hinstellen zu lassen.
Es kommt nicht unbedingt auf die Betriebsgrösse an, aber wenn manchmal auch hier im Forum davon geradezu geschwärmt wird wie schön es doch als "Kleiner" sich leben lässt, ich weiss nicht recht. Natürlich kann man mit dem Eimer 10 Kühe melken, das braucht auch seine Zeit......z.B.Und auch sonst fällt da nicht wenig Arbeit an. Die Frage ist dann nur ob da nicht ein bisserl zu viel an Zeit für eher wenig Ertrag aus solchen Investitionen aufgebracht wird.
Die natürlichen Gegebenheiten und die Topografie unseres Landes sind sehr mitentscheidend, wie gross einzelne Betriebe werden können. Also die Flächenverfügbarkeit. Und wenn die Fläche zur Verfügung steht und passt, dann kann einer auch vergrössern. Sehr oft wird argumentiert dass ohne Landwirtschaft in manchen Gegenden das Land zuwächst. Aber im Endeffekt ist es dann egal ob 1 oder 5 die Wiesen mähen, solange diese überhaupt gemäht werden. Und wenn der Wald kommt? Dann ist es eben so.........
Wenn jetzt um die zukünftige Agrarförderung und wie diese schlussendlich gestaltet werden soll verhandelt wird dann kommen sich wie immer Wunsch und Realität in die Quere. Und wenn sich manches Land durch diverse kofinazierte Sonderprogramme einen vermeintlichen Vorteil für "seine" Bauern herauszuschinden versucht, kann dieser Schuss auch in den Ofen gehen. Wenn eine "Förderung" auf die Einhaltung dieser und jener Vorschriften basiert, dann hat jeder nur zwei Möglichkeiten.....entweder mittun, aber dann braucht er sich nicht mehr über Kontrollen und dergleichen aufregen, oder er lässt es bleiben und versucht ohne förderungsrelevante Bedingungen( auch die diversen Gesetze, Wasserschutz etc. müssen ohnehin eingehalten werden) durchzukommen. Und da mal die ehrliche Frage: wer hat da eher die Chancen? Der Effektive oder der so weitertut wie es immer schon gelaufen ist?
Mfg, Helga


veti antwortet um 04-08-2012 11:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Diejenigen, die nach Berichten in der Kronenzeitung u.ä. Qualitätsmedien über Massentierhaltung, "Tierleid" am Bauernhof, etc. am lautesten schreien und für Bauern gerne weniger nette Adjektive übrig haben, sind doch meistens die, die dann das billigste Zeug kaufen. Und die, die für Tierschutzvereine spenden, sparen sich das ironischerweise auch nicht selten bei den Lebensmitteln ein...


helmar antwortet um 04-08-2012 12:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Hallo Veti.......versuche mal einen kritischen Leserbrief betreffend der von dir genannten Artikel in der Krone unterzubringen....;-). Ich tus immer wieder, nur veröffentlicht wirds nicht.
Und Gut Aiderbichl.........ich kann mir nicht vorstellen dass diverse "Promis" wirklich voller Begeisterung antanzen. Aber jeder braucht auch ein gewisses Mass an regelmässigem Auftauchen in Fernsehen und Zeitung, um im Gespräch zu bleiben und bei guten Taten gesichtet zu werden......und Werbung ists auch, wenn eine neue Cd oder ein Film zu promoten ist.
Mfg, Helga


tiroler antwortet um 04-08-2012 13:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
da bin ich voll bei der Helga


textad4091 antwortet um 04-08-2012 14:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
@ Tyrolens: Ich weis ehrlich gesagt auch ned zu 100% "woher die Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Betriebe kommt" ... Ich kann da nur mutmaßen, aber was meinst denn du dabei?

@melanchthon: Also bitte, bei aller Ehre und Respekt vor dem "mündigen" Konsumenten der das kauft was die beste oder höchste Qualität besitzt, aber der Großteil der Konsumenten steht dann beim Regal und nimmt erst wieder das was am günstigsten ist- Ich sehe sowas ja ein bei den wirklich nidriegst-verdienenden Familien die schaun müssen dass mit 2 Einkommen halbwegs um die Runden kommen; Nur oft sind es eben jene, die sich haufenweise neuen KrimsKrams kaufen (die Ausdrucksweise sei mir verziehen) und dann draufkommen dass ned über die Runden kommen und im Gschäft dann das Billigste vom Billigen nehmen und sich da noch aufregen ....
"Mündige" Konsumenten die wirklich das Kaufen was aus der Region stammt sieht man oft nichtmal am Land sondern gerade in Großstädten (so wie Wien halt genannt wird), da ist dann aber auf Einwohner und Fläche bezogen das Angebot da und die Kunden sind ebenfalls vorhanden; Und da ist einfach der Wille vorhanden, für etwas "Besseres" (sagen wir halt so dazu wenn's ned unsinnig weit herumgekarrt wird) wirklich mehr auszugeben
So, genug Exkurs, Back to Topic würd ich sagen^^


krähwinkler antwortet um 05-08-2012 18:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Wachstumsbremse für Milchbetriebe
Liebe helmar,
lass doch die Großbauern ihr Geschäft selbst besorgen. Oder bist du auch anfällig für die Faszination Größe?
Ich red von dem 1% er größten Milchbetriebe. Diesen die kleinen, auslaufenden Betriebe gegenüberzustellen, ist etwas unredlich und unfair.


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