Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern

Antworten: 11
Indianerlandwirt 02-05-2012 15:36 - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
Vor kurzem habe ich eine Petition der Öst. Imker gelesen. Sie haben die Regierung aufgefordert die Neonicotinoide zu verbieten. Auch bei EU Abgeordnete konnten sie schon Erfolge erzielen.
Neo-nicotin-oide sind ein Nikotin Nervengift. Forscher konnten es so umwandeln, das es die Pflanze aufnehmen kann und alle Insekten bei Frass und Berührung (Bestäubung) tötet. Und es ist sehr erfolgreich. Wirkten tut es 180 Tage lang, dann baut es sich ab. Aber man findet das Zeug schon sehr verbreitet.

Zwei in einem Boot:
Mais Bauern wollen erfolgreich Mais ernten und ihren Lebensunterhalt bestreiten. Da der Maiswurzelbohrer hier ganze Ernten vernichten kann, setzen sie Insektizide ein.
Imker wollen erfolgreich Honig ernten und ihren Lebensunterhalt bestreiten. Da die Varroa-Milbe jedes Bienenvolk vernichten würde (er ist überall), setzen sie Ameisensäure (künstlich hergestelltes Naturgift welches die Beißwerkzeuge der Milb verätzt) ein.
Beide sitzen in einem Boot. Beide Gruppen setzen chemische Mittel ein um Mais oder Honig ernten zu können.

"Integrierte Produktion" (Fruchtfolge, Schadschwellen-Chemie) als Lösung? Hier kann der Mais Anbau auf die Bienenhaltung abgestimmt werden, ohne die Mais-Bauern beim Lebensunterhalt zum Verlierer zu machen. Aber auch die Imker sind gefordert die Biene weiter zu züchten und eines Tages ohne Ameisensäure auszukommen.





rgrgrg antwortet um 02-05-2012 20:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
Hallo
Diesen Vergleich zwischen Imker und Maisbauern kann man so wirklich nicht stehen lassen.Das Problem mit dem Maiswurzelbohrer und der nicht mehr fachgerechten Fruchtfolge ist rein selbst gemacht.Es nimmt doch in vielen Gegenden schon gefährliche Formen der Mais-Monokultur an,ich würde mir wirklich sehnlichst ein Umdenken wünschen solange es nicht zu spät ist.Dass die Varroa Milbe für die Imker ein Problem darstellt ist allseits bekannt und kann meiner nicht fachkundigen Meinung (bin kein Imker) leider nur damit einigermaßen eingeschränkt werden.Also so wie du schreibst "zwei in einem Boot" ist der Sachverhalt doch etwas einseitig.
mfg



little antwortet um 02-05-2012 21:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
Also wenn da zwei in einen Boot sind, verstehe ich nicht warum der Mais von der Ameisensäure, die im Bienenvolk angewendet wird nicht eingeht.
Wenn jemand anderer zu Schaden kommt weil die Maisbauern nicht bereit sind umzudenken wird das für die Maisbauern, glaube ich früher oder später schwerwiegendere Folgen haben. Womöglich bekommen sie dann von der EU eine Fruchtfolge als CC-Maßnahme aufgebrummt.

Little



baerbauer antwortet um 02-05-2012 21:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
Maismonokultur ist nicht ok. Das Problem mit dem Maiswurzelbohrer hätten wir in Europa (noch) nicht, wenn die Amerikaner in den 90er Jahren nicht verseuchte Maishilfslieferungen nach Ex-Jugoslawien geschickt hätten. Die VarroaMilbe wurde auch aus Asien eingeschleppt. Die asiatische Biene hat einen besseren Putztrieb (als unsere europäischen Rassen) und die Varroa hat dort nicht die Chancen sich so zu vermehren wie hier in Europa.
soweit die Fakten.
nur durch die Varroa ist das Imkern wircklich eine Herausforderung geworden. Die chemischen Varroamittel wirken alle nicht lange, da sich die Varroa sehr schnell anpasst und resistent wird. Die Säurenbehandlungen sind auch nicht einfach zu händeln und belasten auch die Bienen und dann kommen noch die Beizmittel dazu und geben den Rest.
Übrigens: es gibt schon ein natüliches Mittel gegen den Maiswurzelbohrer - komplett ungiftig, und bei gleicher Wirkung wie die Neonicotinoide, jedoch von keiner Agrochemiefirma, sondern einer kl. innovativen Firma..... hoffentlich wirds nicht abgewürgt von den Agrokonzernen.
lg


fred73 antwortet um 03-05-2012 06:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
... und wie heißt das Mittel?


Indianerlandwirt antwortet um 03-05-2012 18:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
Wenn ich eure Antworten so lese, haben die Mais-Bauern wenig Freunde. Dabei "füttert" Mais die Menschheit.
Klingt so als ob die Imker das Problem so lösen wollen, dass sie die Mais-Bauern aus dem Boot ins Wasser werfen. Wenn sie untergehen (Maiswurzelbohrer) , haben sie eben Pech gehabt.



Schaf_1608 antwortet um 03-05-2012 18:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
So Indianer weil ich eh grad dabei bin schreibe ich dir auch hierzu meine Meinung: Kein Maisbauer wird untergehen, er muss nur schwimmen lernen :-D
Und das ist recht einfach, eine gescheite Fruchtfolge anwenden und fertig, Tut dem Boden gut, den Nützlingen und allen Menschen die durchs Land spazieren, Radln oder mit dem Traktor fahren....



Indianerlandwirt antwortet um 03-05-2012 19:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
patrick 1608:
Du hast Recht.


may antwortet um 04-05-2012 19:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
Mein Problem ist nicht der Maiswurzelbohrer, sondern der Drahtwurm nach Feldfutterumbruch - Wie bekämpt ihr den?



Indianerlandwirt antwortet um 04-05-2012 21:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
Gegen Drahtwurm gibt es Chemie. Jedoch soweit mir bekannt, ist auch dieses für Bienen Scheiße. Wobei jedes Insektizid gegen Bienen wirken müssten, Bienen sind ja Insekten.

Damit der Drahtwurm keinen Schaden (Schadschwelle) anrichtet, gibt es naturschonende Möglichkeiten:
1) Kalken - Drahtwürmer mögen keine kalkreichen Böden-hat aber nur bei sauren Böden Sinn
2) regelmäßig und oft umbrechen - das bringt ihn an die Oberfläche und er kann von seine Feinden gefressen werden
3)Feinde fördern: Käfer, Kröten, Igel, Vögel, Spitzmaus, Maulwurf, Eidechsen, Brackwespen, wilde Hühnervögel wie Fasan, Wachtel usw.. Da müsstest du Hecken entlang der Felder haben. Und kein Gift ausbringen.
4)nicht mulchen
5) im Gartenbau angewendet: Ringelblume und Tagetes anbauen - für die Drahtwürmer sind diese Pflanzen tödlich. Kenne aber noch keinen Landwirten der das im großen Stil gemacht hat. Als Zwischenfrucht oder in den Mais ein gesät.
6)wahrscheinlich zu aufwendig. Gräben mit Pferdemist und Kartoffelhälften eingraben. Danach wieder ausgraben und vernichten. Einige Gärtner machen das.




Joe_D antwortet um 04-05-2012 22:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern
....nun werden wohl alle Imker Bio-Konsumenten, denn die kommen ohne jedliche Beizung aus...;-)


Woodster antwortet um 06-05-2012 23:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zwei in einem Boot - Imker und Mais-Bauern

ja danke, mach ich schon lang!

Auch beim Kürbis. Der nimmt ja besonders viel dieses Giftes auf.



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