Studierende Bauernkinder

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bauernbeispiele 21-04-2012 21:53 - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Hallo Landwirte!
Wer von euch selbst studiert hat oder studierenden Nachwuchs hat, wird die folgenden Zeilen wahrscheinlich gut verstehen.

Viele Studenten, die aus bescheidenen Verhältnissen kommen, erzählen, dass sie sich in der Welt der „Gelehrten“ noch nicht ganz heimisch fühlen, andererseits aber auch in der Familie nicht mehr richtig „dazugehören“, seit sie studieren.
Im Studium lernt man nicht nur etwas, sondern auch die Persönlichkeit entwickelt sich weiter. Man lernt vielleicht einen anderen Lebensstil kennen und neue Interessensgebiete tun sich auf. Die Eltern merken dann: Er oder sie ist nicht mehr der/die Alte. Irgendetwas ist da passiert. Pessimistisch gesehen kann man es „Entfremdung“ nennen. Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Mir selbst geht es so, dass sich meine Eltern sehr an einem Bild von mir festhalten, das nicht mehr aktuell ist. Sie möchten wieder gern die brave Tochter von früher im Dorf vorzeigen, die sonntags in die Kirche mitgeht, ihre Qualitäten als Hausfrau und Bäuerin zeigt und ansonsten still und brav ist. Wenn ich zu Hause bin, dann verfalle ich auch teilweise wieder in diese Rolle und verstecke alles, was neu an meiner Persönlichkeit ist. Das schlechte Gewissen, dass der Hof wegen mir wahrscheinlich einmal nicht mehr weitergeführt wird, meldet sich dann auch ganz stark. Mein Selbstvertrauen das Studium betreffend ist dann auch im Keller, aber ich versuche, es nicht zu zeigen. Sie sollen ja doch endlich daran glauben, dass ich gut bin und es schaffen werde.

Ich habe schon einiges versucht, um meiner Familie mein neues Leben zu zeigen, da sie mich leider an meinem Studienort nicht besuchen können, habe technische Zeichnungen und andere Arbeiten aus meinem Studium, Studienbroschüren, Filme, Fotos … hergezeigt und erzählt. Meinen Leuten gefällt es aber immer noch am besten, wenn ich im Stall zwischen den Kühen stehe, sie sagen, dann „stelle ich etwas dar“. Ich möchte aber lieber in meinem zukünftigen Beruf etwas darstellen, auch in den Augen meiner Eltern - ich studiere schon seit 3 Jahren, wann ist es endlich so weit?

Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht, als „Kind“ oder als Elternteil?



179781 antwortet um 21-04-2012 22:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Als Vater von zwei studierenden Töchtern habe ich da etwa die Erfahrungen:
Sie haben von klein auf recht konsequent das gemacht, was sie wollten und wir haben immer versucht, sie zu lenken, aber ihnen nie den Weg verstellt, den sie eingeschlagen haben. Inzwischen hat eine ein Studium fast fertig und arbeitet nebenbei schon etwas entsprechendes. Ein zweites Studium, das sie später erst angefangen hat dauert noch etwas. Aber sie lernt gut, kann das erlernte in der Praxis gut umsetzen und ist damit recht erfolgreich. Die zweite hat ein Studium erst angefangen, und ist momentan etwas entäuscht davon, weil sie wegen lauter Burokratischer Hindernisse und schlechter Organistatioin in dem Studienbereich nicht vorwärts kommt. Sie wird wahrscheinlich etwas anderes weitermachen.
Der Unterschied ist, dass die ältere ein richtiger Stadtmensch ist und sich in Wien recht wohlfühlt, während die jüngere - so wie ich - ein Leben in Freiheit und von lebendigem umgeben bevorzugt und nicht von Mauern und Asphalt und totem Beton und Eisen umgeben sein will.
MIr persönlich wäre es am liebsten, wenn ich für jede einen Bauernhof kaufen könnte, damit sie sich ihre eigene "heile Welt" selbst schaffen können. Es ist mir aber auch klar, dass das unrealistisch ist, und es die eine auch gar nicht möchte. Und so bin auch auch zufrieden, dass sie selbstbewusst und selbständig sind, mit Ergeiz und Fleiß lernen und arbeiten und so ihren Weg machen werden.

Gottfried


soamist2 antwortet um 22-04-2012 00:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
es geht wohl darum "trotz eines uniabschlusses zur landwirtschaft JA zu sagen oder eben NEIN

meine kids werden sich es zehnmal überlegen den hof zu übernehmen, falls doch gibts sicher keinen einzigen gedanken " hätt ich das gewusst ...."

in studien oder schulen gedrängte kids sind genauso fehl am platz wie zwangsrkrutierte hofübernehmer



sturmi antwortet um 22-04-2012 07:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
"Meinen Leuten gefällt es aber immer noch am besten, wenn ich im Stall zwischen den Kühen stehe, sie sagen, dann „stelle ich etwas dar“."
@bd
So ganz verstehe ich deine Eltern aber nicht. Einerseits erlauben sie dir ein Studium, andererseits wollen sie dich zwischen den Kühen sehen.
Ist euer Milchviehbetrieb in Zukunft ohne Quote überlebensfähig im Vollerwerb? Oder müsstest du, um die Landwirtschaft aufrecht zu erhalten, durch deinen studierten Job querfinazieren?
Meine Burschen lernen sich leicht und es für uns selbstverständlich sie ihren Weg gehen zu lassen. Für den Älteren haben wir jetzt eine Studentenwohnung in Wien bekommen, er fängt im Herbst zu studieren an, der Jüngere hat nächstes Schuljahr Matura und will auch studieren.
Beide arbeiten zwischendurch immer wieder beim Maschinenring. Der Ältere macht derzeit den C/E Führerschein, der Jüngere gerade den L17 und F.
Je breiter die Jungs "aufgestellt" sind desto leichter tun sie sich mal im Leben. Ob mal einer weitermacht ist für mich Zweitrangig bei dieser ach so "freien" Marktwirtschaft.
MfG Sturmi


BHM antwortet um 22-04-2012 09:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Guten Morgen, mein Studium liegt ja noch nicht all zu lange zurück (6 Jahre). Für mich war aber immer klar, dass ich später (trotz Studium) den Hof übernehmen werde. Zwar werde ich diesen nicht hauptberuflich führen können, da unsere Landwirtschaft dazu einfach zu klein ist. Ich habe einige Dinge geändert, was ich allerdings dazu sagen muss, dass mich meine Eltern immer und überall untersützt haben. Ihnen war es allerdings ein Anliegen, dass einer von uns (wir sind 2 Geschwister) weitermacht. Wichtig ist, dass du das macht was dir wichtig ist - viell. kannst du ja beides irgendwie (mit kleinen Veränderungen) abändern. Und wo ich "Sturmi" nur unterstützen kann ist eine "breite Basis" - also mach soviel du nur kannst, wenn du jung bist. mfg


helmar antwortet um 22-04-2012 11:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Liebe Bullendopteurin........soweit ich mich erinnern kann hast mal hier geschrieben dass du deine Matura an einer Schule abgelegt hat an welcher, sagen wir mal etwas überspitzt, die idealen Bäuerinnen ausgebildet werden. Und nun studierst du ein Fach, soweit ich mich erinnere Mathematik, welches halt dort wohl nicht die erste Geige gespielt hat. Für mich ist das eine gewaltige Leistung von dir. Und da ist es ja einerseits gut, dass dir deine Eltern den Besuch einer Schule ermöglicht haben welche mit Matura abgeschlossen hat, andererseits hättest du es vielleicht leichter wäre deine Ausbildung bereits vor dieser in die naturwissenschaftliche Richtung gelaufen.
Ich weiss nicht wie alt deine Eltern sind, kann mir aber, so wie du sie beschreibst, vorstellen dass sie in etwa in meinem Alter(56) sein könnten. Ohne das jetzt negativ bewerten zu wollen kann ich mir auch vorstellen dass deine Eltern nicht allzuviel Gelegenheit hatten, etwas anderes als Landwirtschaft positiv zu erleben und zu sehen. Und das kann durchaus schon an deren Eltern liegen.....red doch mal mit ihnen wie es so war als sie in deinem Alter gewesen sind. Leider ist es so dass Bauern einerseits dazu neigen sich für den Nabel der Welt zu halten ohne welche es nicht geht, und welchen man gefälligst die entsprechende Wertschätzung in Form von Anerkennung und vor allem öffentlichen Geldern zu leisten hat, und andererseits sehen sich gar nicht so wenige Bauern als die ach so armen Teufel der Nation, wo es alle anderen besser haben...........man braucht ja nur in diesem Forum zu lesen....;-).

Wenn nun deine Eltern dich als immer noch brav "Kühe melkendes, kirchgängiges "Kind" der ortsansässigen Öffentlichkeit präsentieren möchten dann kommt mir das so vor wie wenn in eurer Gegend ein gewisser Gruppendruck zu herrschen scheint..."des gehört si so, und wer seine Kinder net gscheit erziehen kann..usw." Und da würde ich dir schon raten, lern "Nein" zu sagen. Ich nehme an dass dich deine Eltern in irgendeiner Form unterstützen, damit du dein Studium machen kannst.....
Ist es dir irgendwie möglich, darauf zu verzichten? Wenn ja, dann tu das.....und wenn du irgendeinen Job zum Studium ausübst, mach mehr Stunden und komm seltener heim. Denn mir kommt vor wie wenn deine Eltern dich nicht loslassen können oder wollen.....

Wie der Sturmi schon geschrieben hat, versuche auf vielen Beinen zu stehen. Es geht zwar einfacher wenn man, egal was man tut, seine Eltern hinter sich weiss, aber wenn die lieber zu ihrem Weltbild als zu ihren Kindern stehen, muss es im äussersten Notfall zumindest eine Zeitlang ohne diese gehen......und ich wette, spätestens bei deiner Sponsionsfeier stehen sie sehr stolz dann da.

Leider ist es so dass gerade Eltern, auch meiner Altersklasse, lieber meckern als loben, auch ich habe oft diesen Fehler gemacht......aber wir haben immer unsere Tochter während ihrer Ausbildung unterstützt. Auch wenn mir manchmal über die Tatsache dass damit unser Hof auslaufen wird, früher sehr bitter aufgestossen ist. Unsere Tochter hätte, wenn sie es gewollt hätte, studieren können und wir hätten sie dabei unterstützt. Sie hat es vorgezogen sich nach der HTL gleich mal ins praktische Berufsleben zu werfen. Und ist inzwischen am Weg zum Ing. Und wohnt auch nimmer daheim.......aber sie kommt inzwischen wieder sehr gern nach Hause.
Dir wünsche ich alles Gute, lass dir dein Studium nicht vermiesen, von niemandem, und schon gar nicht von deinen Eltern, welche vielleicht nichts anders wollen "als gut dastehen im Ort". Was glaubst wie die mal stolz sind, wenn du deinen Abschluss hast. Aber ob sie das zugeben wird dann immer noch eine andere Sache sein..........mir hat mal jemand gesagt dass ich stolz sein kann auf meine Tochter. Und ich habe geantwortet dass ich mich über ihre Leistungen freue. Heute bin ich auch stolz auf sie, und das sage ich auch...auch ihr.
Liebe Grüsse, Helga


Shalalachi antwortet um 22-04-2012 13:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Wenn Studierende wissen was sie wollen, ein Ziel und einen Beruf vor Augen haben, dann sind sie angesehen. Wenn sie nur studieren nach dem Motto schau ma mal was kommt dann kannst noch so viel in die Kirche gehn, dein Ansehen wird nicht höher.

Wie singen die Ärzte: Lass sie reden... ;-)


bauernbeispiele antwortet um 22-04-2012 14:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Hallo Helga/Helmar!

Ich denke, du hast es ganz richtig erkannt.
Vielleicht wiederhole ich mich, aber ob meine Eltern die Landwirtschaft positiv sehen, kann ich nicht so genau sagen. Mein Vater musste die Lehre in seinem Traumberuf wieder abbrechen und Hoferbe werden, er durfte nicht einmal in die Landwirtschaftliche Fachschule gehen, weil er da ja lauter „Blödsinn eingeredet bekommen“ hätte. Meine Mutter wollte als Jugendliche gern in eine höhere Schule, aber damals gab es in der Bezirkshauptstadt noch keine und die nächste war zu weit weg. Sie hat dann „nur“ eine Lehre abgeschlossen. Ihr haben es meine Schwester und ich auch zu verdanken, dass wir in eine höhere Schule gehen durften. Allerdings musste es eine Schule sein, wo man was „fürs Leben“ lernt, also wo man auf seine Aufgaben als Hausfrau bzw. Bäuerin vorbereitet wird. Und sogar das musste sie vor vielen Leuten noch begründen. Ich habe mit 14 auch gedacht, ich werde einmal Bäuerin, einfach weil ich nicht viel anderes gekannt habe. Später habe ich mich dann umentschieden, aber trotzdem die Schule fertiggemacht, um die Matura zu bekommen. Das Interesse für Naturwissenschaften war immer schon da.

Meine Geschwister haben den Hof alle schon vor längerer Zeit verlassen, nur ich war noch da und war „die letzte Hoffnung“. Meine Eltern haben sich wohl vorgestellt, dass ich nach der Matura als große Erlöserin nach Hause kommen und alles besser machen werde. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ich die Verbesserungen auch durchsetzen können hätte, vielleicht wäre es einfach so weitergegangen wie bisher. Wie gesagt, meine Leute waren sehr skeptisch, ob ich denn so ein Technikstudium auch schaffe und ob das denn nicht nur so ein „Hirngespinst“ ist. Sie haben sich sicher gefragt, wie denn so ein schüchternes Mäderl einmal in dieser Männerwelt bestehen soll und warum ich mich „plötzlich“ für Technik interessiere. Aber nachdem ich jetzt schon länger erfolgreich ! studiere, sollte das nicht Beweis genug sein?

Ich fahre nur selten nach Hause und habe dann immer den Eindruck, meine Mutter hätte mich am liebsten immer bei sich und ist traurig, weil ich nicht so lange bleibe. Sie bräuchte sicher auch Hilfe, ich habe schon oft etwas vorgeschlagen, wie sie sich die Arbeit leichter machen könnte (ohne dafür viel Geld auszugeben) oder dass sie im Sommer einen Praktikanten/eine Praktikantin aufnehmen könnte, aber Nein. So, wie der Betrieb jetzt ist, sehe ich darin auch keine Zukunft, auch jetzt schon geht es nicht mehr ohne Zuerwerb.

Ich möchte eigentlich nur, dass meine Familie an mich glaubt, so wie ich jetzt bin und in dem Beruf, den ich später ausüben möchte, und sich nicht an dem braven Bauernmädchen von früher festhält. Ich bin sicher kein Mensch, der einfach irgendwas studiert, weil er nicht weiß, wohin. Das müssten sie als meine Eltern eigentlich am besten wissen. Das mit dem „lieber meckern als loben“ kenne ich auch sehr gut. Ich höre daheim auch immer noch die Kommentare, z.B. ob ich denn immer noch keine gute Hausfrau und Köchin geworden bin und wozu sie mich denn dann in die Knödelakademie geschickt hätten usw. Aber wenn ich erzähle, ich habe einen Einser auf diese oder jene Prüfung – kein Kommentar, denn das war ja eh immer schon selbstverständlich.



Peter06 antwortet um 23-04-2012 10:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Ich versuche, auch etwas Verständnis für diese Elterngeneration aufzubringen, die einen gewaltigen Sprung weg von den alten Strukturen der bäuerlichen, autarken Grossfamilie hin zum modernen, betriebswirtschaftlich agierenden Betrieb, der den Fährnissen der freien Marktwirtschaft ausgesetzt und zum Subventionsempfänger degradiert wurde. So gewaltige Veränderungen in praktisch einer Generation!
Unser veraltetes Bildungssystem, das ja nur auf den Schwächen der Betroffenen herumhackt, anstatt die Stärken zu fördern, legt die Zäsur, in welche Richtung eine Ausbildung zu gehen hat, leider de facto schon nach Beendigung der Volksschule fest. Spezialisierung heisst das Zauberwort, und die muss schon möglichst früh beginnen. Wir züchten uns daher immer mehr "Fachidioten" heran, anstatt eine möglichst breit angelegte Allgemeinbildung zu forcieren, die eine weitere Spezialisierung auf ein Fachgebiet trotzdem ermöglicht. Ja, ich bin überzeugt davon, dass der Grossteil der Zwanzigjährigen, noch nicht auf die endgültige Ausrichtung ihres Lebensweges fokussiert ist, schön für jeden, der da schon weiss, was er die nächsten 45 Jahre tun möchte, für alle anderen sollte die Möglichkeit bestehen, auch noch einmal etwas völlig neues zu beginnen, oder Zusatzqualifikationen zu erwerben, ohne die eigene Existenz auf Spiel zusetzen .
Ob meine Kinder an der Art, wie ich Landwirtschaft und Nebenerwerb betreibe, Gefallen finden werden, ist von vielen Faktoren abhängig, diejenigen, die ich beeinflussen kann, versuche ich auf alle Fälle positiv zu besetzen.


Franz S. antwortet um 23-04-2012 18:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Dazu möcht ich auch meinen Senf tun!
Obwohl auf einem Bauernhof aufgewachsen, interessierte mich die Landwirtschaft überhaupt nicht. Das war nicht meine Sache. Also raffte ich mich auf, besuchte eine Schule, für damalige Verhältnisse weit weg von zu Hause. Die Schulkollegen stammten aus allen möglichen Gegenden Österreichs, nur wenige aus der Landwirtschaft, aus meiner „Heimat“ war ich der Einzige an dieser Schule. Anfangs wurde ich wegen meines Dialektes gehänselt, habe mich aber schnell „angepasst“. Das konnte ich bei meinen Besuchen zu Hause nicht verbergen und so wurde ich dafür heftig kritisiert. Auch heute noch werden jene die nach „Wian“ fahren und aus „Wien“ – so sagt man – zurückkommen, schief angeschaut! Hat sich also nicht viel geändert. Niemals wollte ich in die Heimat zurückkehren und eigentlich gar nichts mehr damit zu tun haben. Es kam mir alles so eng vor, die Leute eingezogen, ja geizig, fleißig in die Kirche rennend und sonst nur Bauernbündler und Kirchenzeitung lesend! Das war damals so. Wie gesagt, nicht meine Sache!
Aber wie das Leben halt so spielt, hat es sich so zugetragen, dass ich doch wieder im Dorfe landete. Die genaueren Umstände hier darzulegen würde zu weit führen, außerdem weiß man nicht wer in diesem Forum herumkreucht und mich am Ende gar noch erkennt, was fatal sein könnte.
Um es kurz zu machen, es geht mir materiell zwar nicht schlecht, bin aber sonst alles andere als glücklich. Das Dorfleben mit all den komischen Gebräuchen liegt mir nicht, insbesondere mit den Rechtsansichten der Bauern – die dürften noch aus dem 19. Jhd. stammen - komme ich nicht zurecht, auch nicht mit ihrer Lebensart; während der Woche krabbeln sie alle zu Hause herum und am Sonntag rennen sie in die Kirche. Immer arbeiten, wobei unter Arbeit nur körperliche Arbeit verstanden wird. Alles andere zählt nicht! Wer nicht auch so lebt ist ein „Verkehrter“!
Kultur ist weit weg, die Kultur hier besteht im Saufen auf dem Feuerwehrfest etc.
Würde ich mich total anpassen, also zumindest zur Feuerwehr gehen und bei der Ausübung der Bräuche so was wie Begeisterung vortäuschen, Bauernbundmitglied werden, könnte es ja gehen, aber das kann ich nicht. Ich müsste mich selbst verleugnen! Wenn mir jetzt jemand sagte: so geh doch! so würde ich das gerne, kann es aber nicht denn dafür reichen die finanziellen Mittel nicht. Haus verkaufen ginge nur mir großem Verlust, denn wer kauft schon ein Haus in einer derart abgelegenen Gegend!
Habe hier im Forum auch schon manchmal geschrieben und wer sich eventuell daran erinnert wird mich als Bauernfeind in seiner Schublade aufbewahrt haben. Nun, eigentlich bin ich das nicht wirklich, ich weiß durchaus um die Schwierigkeiten mit denen Bauern zu kämpfen haben, die Ursache für meine „Ausfälle“ lag in meiner Situation, meiner ohnmächtigen Wut ob der Zustände, der geistigen Beschränktheit, hier! Falls jemand auf die Idee kommt mir den Rat zu geben halt was zu ändern, so sei ihm gesagt, das hab ich durchaus versucht und mir nur Nachteile eingehandelt.
Natürlich sollte man da nicht in einem Forum herumrotzen und daher bitte ich auch jene die ich beleidigt haben könnte um Verzeihung! (Allerdings wirken manche Schreiber in diesem Forum auf mich durchaus provozierend.)
Aus meiner Erfahrung heraus möchte ich all jenen deren Herzblut nicht von Natur aus dem Dorf- und Bauernleben gehört dringend raten die Flucht zu ergreifen solange das noch möglich ist, höchstens den Urlaub auf dem Lande zu verbringen, den Lebensmittelpunkt aber keinesfalls im Dorfe zu begründen, denn dort passt jemand mit anderen Interessen einfach nicht hin!



179781 antwortet um 23-04-2012 23:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@ silva:
Wo bist du denn da hingeraten? Das hört sich nach einem Winkel im Weinviertel an. Wenn man etwas am Land herumkommt, dann findet man genug Plätze, wo solche Zustände, wie du sie beschreibst höchstens in untergeordneter Form vorkommen.
Ich lebe in einer Gemeinde mit 1900 Einwohnern und etwa 20 landwirtschaftlichen Betrieben. Bei unseren paar Bauern gibt es auch 2 oder 3 solche Sumper, wie du sie beschreibst. Die anderen sind ganz normale Leute.
Und das was manche Leute in einer Landgemeinde als Kontrolle empfinden, weil jeder weiß, was jeder tut, das empfinden andere als eine Art soziale Wärme. Da muss halt jeder wissen ob er lieber in einem Dorf lebt oder in einer Stadt. Wie sagte schon Platon: "jedem das seine"

Gottfried



speedy2 antwortet um 24-04-2012 07:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Nur zur Info: "Jedem das seine" stand auf dem Eingang eines KZs in D!
 


179781 antwortet um 24-04-2012 07:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Wenn ihr meint, dass man Aussagen, die sich ein Terrorregime wie es die Nazis waren, unter den Nagel gerissen hat, nie wieder verwenden soll, dann möchte ich mich entshculdigen, dass ich das so geschrieben habe. Ich habe den Spruch in erster Linie der griechischen Philosophie zugeordnet.

Gottfried


walterst antwortet um 24-04-2012 08:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@gottfried
es hätte wohl jeder alle Hände voll zu tun, seinen Sprachschatz zu entlausen, würde man nach speedys Maßstab kommunizieren.

Jeder müsste wohl seine Texte einer Sonderbehandlung zuführen um auf der richtigen Sprach-Autobahn zu bleiben und nicht durch den Rost zu fallen.....


Trulli antwortet um 24-04-2012 08:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Hallo tria!

Deine Einträge waren auch schon mal besser und kostruktiver!

Jeder zweite Eintrag von dir ist mit Sticheleien verbunden!
Leider ist deinen Einträgen eine gewisse Überheblichkeit zu entnehmen!
Zumindest wirkt das auf mich so!

Deine Beiträge waren immer als "qualitätsmäßig wertvoll" einzustufen!

Was ist los mit Dir?

Nimm dieses Forum wieder lockerer!

mfg, Trulli


Tyrolens antwortet um 24-04-2012 09:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Vergesst das mit der Akzeptanz durch die Familie. Das ist oft einfach nicht möglich. Ich kenne genug Landwirte, die akzeptieren nicht mal das Studium der Agrarwissenschaften, wie sollen sie da Mathematik verstehen, obwohl das ja eine der wertvollsten Wissenschaften überhaupt ist (außer es ist ein Lehramt).
Das hat nicht mal was mit der Landwirtschaft direkt etwas zu tun. Erklärt mal jemanden, was ein Informatiker macht, oder ein Molekularbiologe, Quantenphysiker, Metallurge.
Österreich ist eben ein sehr konservatives Land. Nehmt es hin.

In 20 Jahren wird das sowieso kein Thema mehr sein. Bis dort hin wird jeder studieren...


bauernbeispiele antwortet um 24-04-2012 10:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@silva
Gegenden, wie du sie beschreibst, gibt es noch da und dort, nicht nur im Weinviertel. Ist nicht jedermanns Sache, dort zu leben. Allerdings gibt es in den meisten Ortschaften auch Leute, die nicht mit der Masse rennen, die sind schwierig zu finden, denn man sieht sie (auch) nicht aufm Feuerwehrfest oder in der Kirche. Schau dich einfach mal in der Nachbarschaft um, vielleicht gibt es ja doch auch Gleich- oder Ähnlichgesinnte. Oft lernt man die auch erst nach vielen Jahren richtig kennen... Meine Mutter (Bäuerin) hat sich auch erst nach fast 30 Jahren Nachbarschaft (und nachdem die gestrengen Schwiegereltern gestorben und die Kinder aus dem Haus waren) mit einer Frau aus der benachbarten Wohnhaussiedlung angefreundet. Und sie profitieren beide davon, die eine sieht, wie das Leben in der Landwirtschaft so läuft und die andere bekommt dadurch etwas mehr vom Leben der Nicht-Landwirte und vom ganzen Weltgeschehen mit.
Wir hatten in der Gemeinde auch einmal einen sehr engagierten Herrn, der die Kultur in unser Dorf bringen wollte und ein Projekt aufgezogen hat mit Konzerten, Theateraufführungen u.ä. So weit, so gut, nur von den Einheimischen ist da niemand hingegangen! Nur der Volksmusikabend und der Frühschoppen wurden von den hiesigen Leuten gut besucht. So viel dazu.
Ich bin froh, dass es auch "moderne" Landwirte gibt, die sich im Internet tummeln und deren Kinder lernen und studieren dürfen, was sie möchten. Und die müssen auch viel weniger "Angst" haben, dass ihre Kinder sich gänzlich verabschieden. Bauern, die selber zu ihrem Beruf gezwungen wurden, deshalb ihr Leben lang unzufrieden sind und keine Neuerungen irgendeiner Art zulassen, kenn ich zur Genüge und wenn ich mich umschaue, sind es genau die, wo die Kinder sich dann alle schnell aus dem Staub machen.




speedy2 antwortet um 24-04-2012 12:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Sorry für den offtopic, ich entschuldige mich dafür ...
ich habe die Geschichte mit dem Spruch irgendwo gehört/gelesen und muss seit dem immer daran denken wenn ich ihn höre/lese, deswegen mein post ...


ANDERSgesehn antwortet um 24-04-2012 20:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder

@bd
liebst du sicherheit? - dann stell ich dir
´ne frage.

was wäre wenn deine eltern sagen würden:
wenn du nicht hoferbe werden willst, dann
verkaufen wir (die eltern) es, dann verbrausen
können wir (die eltern) es auch selber.

lg
ANDERSgesehn.

ps: ob, du es als sicherheit siehst,
dass weiß ich nicht ..........





Fallkerbe antwortet um 24-04-2012 20:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder





walterst antwortet um 24-04-2012 22:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@speedy
entschuldigen musst Du Dich sicher nicht. Ist eh schön, wenn Du aufmerksam bist in dieser Sache.
es geht lediglich darum, auch zu berücksichtigen, welche Absicht mit einem Dir verdächtig vorkommenden Wort oder Spruch verfolgt wird und auch welche Absicht mit dem Wort oder Spruch ursprünglich, also vor dem 1000jR verfolgt wurde.
Würde ich beim Thread "Dom brennt" hinschreiben "Arbeit macht den Türkenbuben frei", dann müsste ich zurecht von Dir eins verbal über die Rübe gezogen kriegen.


bauernbeispiele antwortet um 24-04-2012 22:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@ANDERSgesehn
Das Argument mit: "Aaaber, wenn einmal schlechte Zeiten kommen, dann wärt ihr froh, einen Hof zu haben..." ist mir nicht unbekannt. Allerdings ist der Hof zu groß, um ihn als Hobby zu bewirtschaften und zu klein, um heutzutage gänzlich davon zu leben. Und wer hat schon Lust, sein hart erarbeitetes Geld in einen (schlecht laufenden) Betrieb zu stecken, nur damit man eines Tages vielleicht mal mehr Sicherheit hat. Ich glaube auch nicht, dass es viele Eltern gibt, die dann wirklich verkaufen und alles "verprassen" würden, das passt so überhaupt nicht in die bäuerliche Mentalität. Und wenn doch, dann sollen sie doch auf ihre "alten Tage" noch ihren Spaß haben, nachdem sie ihr ganzes Leben nur gearbeitet und gespart haben...


teilchen antwortet um 25-04-2012 06:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist kein guter Ratgeber für Entscheidungen. Es ist ein Angstthema, mit dem Versicherungen großes Geld machen.
Damit kann man gut Leute manipulieren.
Was ist denn schon sicher? Beziehungen? Gesundheit? Geld??
Nichts davon.
Sicherheit ist eine Illusion. Das einzige was sicher ist, ist die Unsicherheit.
Wer Sicherheit braucht, findet sie am besten im Umgang mit Unsicherheit.



sturmi antwortet um 25-04-2012 08:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
"Es ist ein Angstthema, mit dem Versicherungen großes Geld machen."
@teilchen
Eine die keinen Bauernhof besitzt kann ja große Töne spucken!
MfG Sturmi


josefderzweite antwortet um 25-04-2012 16:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Lasst eure Kinder auf keinen Fall studieren.

Sie könnten womöglich wissender als der Altbauer werden und ihr eigenes Leben leben.


Interessierter antwortet um 25-04-2012 17:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Leider ist das Thema ja viel k omplexer als nur alt gegen jung.

Landflucht junger Menschen, vor allem der jungen Damen.

Eine Zeit lange wird es ja gehen, die studierende Klasse der Einheimischen und die niedere Arbeit der Zuwanderer.

Aber der Tag kommt, da wird man wieder von seiner Hände manuellen Arbeit leben müßen (dürfen, können).


helmar antwortet um 25-04-2012 19:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Nun, lieber Interessierter, was würdest du vorschlagen? Bildungsverbot für Frauen? Das kann ich mir nicht wirklich vorstellen dass dir damit ernst wäre. Nun ist es schon so dass sehr viele Arbeitnehmer bereits jetzt pendeln, sowohl Frauen wie auch Männer. Und scheinbar macht es nichts aus wenn junge Männer ihre Ortschaft verlassen um ihrer Ausbildung willen, bei den jungen Mädchen fällt es aber auf....Wenn man junge Menschen auf Dauer im ländlichen Raum halten will muss dafür auch etwas getan werden. Und das fängt damit an dass den arbeitgebenden Betrieben keine Steine in den Weg gelegt werden. Weiters muss die Verkehrsanbindung passen. Wenn der öffentliche Verkehr nicht imstande ist dass Arbeitnehmer und Schüler auch noch frühmorgends oder spätabends heimkommen können, wird, besonders bei diesen Spritpreisen, das Wegziehen eine logische Konsequenz sein. Und was die Frauen betrifft........wenn sie Beruf und Familie unter einen Hut bringen können, werden sie das auch tun, egal ob am Land oder in der Stadt. Wenn aber eine Frau fast für immer aus ihrem Beruf draussen ist, weil sie Familie hat, wird sie es sich öfter als jetzt noch überlegen ob sie überhaupt eine gründen möchte. Denn die meisten lernen nicht jahrelang, wenn nicht sogar ein Jahrzehnt, um dann mit einem DI oder Dr. Titel hochgelobt von manchen Hausfrau und Mutter zu werden und womöglich nie mehr nach der Babypause in den erlernten Beruf zurückkönnen.
Mfg, Helga


helmar antwortet um 25-04-2012 19:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Liebes Teilchen......bist du, abgesehen von deiner Pflichtversicherung, noch in irgendeiner Form versichert? Wenn ja wird es wohl eine Zusatzversicherung sein. Wenn ich mir meinen Bauernhof ansehe so kann ich es mir gar nicht leisten diesen nicht zu versichern. Allein schon wegen der Beseitigungskosten des Schutts im Fall des Falles.....;-).
Liebe Grüsse, Helga


Restaurator antwortet um 25-04-2012 20:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
"Wenn aber eine Frau fast für immer aus ihrem Beruf draussen ist, weil sie Familie hat, wird sie es sich öfter als jetzt noch überlegen ob sie überhaupt eine gründen möchte."
das ist dann auch besser so, vernachlässigte und überflüssige kinder haben wir genug.
wenn die arbeit im büro oder sonstwo mehr hertut als ein eigenes kind, dann kriegt man besser eh keine.
das sind ja übroigens die gleichen, die am lautesten nach der ganztagsbetreuung schreien - nicht die teilzeitbeschäftigten und niederbezahlten - die möchten nämlich in der regel schon bei ihren kindern sein.
so wie auch viele väter - aber bleibst du zuhause bist weg vom (beruflichen) fenster. abgesehen davon passen väter von allem her besser zu grösseren kindern, so von 4 - 5 aufwärts, egal was manche so will-gern-selbständig-sein-frauen sagen, die natur lässt sich nicht wegdiskutieren.
von meinen ehemaligen schulkolleginnen haben die meisten das klimakterium hinter sich, und so manche bereut zutiefst sich nicht für familie entschieden zu haben.
so auch meine mehrfach akademische schwester die im letzten abdruck alles versucht hat das noch zu korrigieren, hat aber leider nicht mehr funktioniert. wird dann wohl ein hund werden. zyn off.



helmar antwortet um 25-04-2012 20:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Hallo Restaurator......es gibt leider immer noch zuwenige Arbeitgeben welche Müttern mit sehr guter Ausbildung für eine gewisse Zeit einen Teilzeitarbeitsplatz anbieten. Im LKH unserer Bezirkshauptstadt ist soetwas möglich. Und einen Kindergarten gibt es auch im Haus.......Ergebnis, sehr engagierte Ärztinnen, Krankenschwestern, und sonstiges weibliches Personal. Und wie schauts denn mit den Selbstständigen aus? Wenn man die Kinder irgendwie mitwachsen lassen kann, dann gehts....aber nicht immer.
Mfg, Helga


ANDERSgesehn antwortet um 25-04-2012 20:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@bd
du gibst zu, dass du in sicherheit
um das vermögen deiner eltern lebst.

... glaub mir, es geht auch ohne,
dann ist der rest der diskussion überflüssig.

@ teilchen
tja, gesetze regeln alles, bis auf das
das noch nicht geregelt ist.

der mensch an sich lebt ruhig und sicher,
wenn im kopf sicherheit vorhanden ist,
ist jedoch (wie du zitiert hast), (ich sag´s
kurz) in geld/vermögen und liebe/nehmen
etwas unrund, ist auch keine sicherheit
"sichtich" vorhanden.

genau das spüren frauen sehr gut!
leider auch hin und wieder gegen
bzw in sich sie selbst.

lg
ANDERSgesehn.




Restaurator antwortet um 25-04-2012 21:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@helmar:
stimmt (leider)


teilchen antwortet um 25-04-2012 21:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder

@sturmi

Vollkommen richtig. Da hab ich Glück gehabt. Wenn ich einen Bauernhof besitzen würde, würde ich mich wesentlich unsicherer fühlen, weil ich nicht schnell genug auf Veränderungen reagieren könnte.



teilchen antwortet um 25-04-2012 22:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder

@helmar

Klar hab ich Versicherungen, sogar ziemlich viele. Krankenzusatzversicherung, Lebensversicherung, Er- und Ablebensversicherung, Unfallversicherung, private Pensionsversicherung... Ich merke aber, dass das nur ein Geschäft mit der Angst ist. Und was weißt Du, vielleicht sind es die Versicherungen, die als nächstes krachen gehen.
Sicherheit ist dann mehr denn je eine Illusion.



teilchen antwortet um 25-04-2012 22:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder

@ANDERSgesehen

Frauen sind generell sicherheitsorientierter als Männer, da gebe ich Dir vollkommen recht.
Sie gehen weniger gern in risikoreiche Investition ein oder entscheiden sich seltener für eine Fremdfinanzierung als Männer.
Auch bei Autoversicherungen zahlen Frauen generell weniger als Männer, weil sie einen weniger riskanten Fahrstil haben.
In der Zeit der Krise ab Herbst 2008 hat man bewusst Frauen in die Führungsgremien der Konzerne geholt, um zu zeigen, dass man auf Sicherheit setzt und damit wieder Vertrauen bei Kunden aufbaut.

Sicherheit ist eine Idee vom Beständigen, Immerwährenden, Verlässlichen. Dabei ist sie lediglich ein Ausverhandeln eines Gleichgewichts, das in der nächsten Sekunde schon wieder zerstört sein kann, und die vermeintliche Sicherheit war nichts als ein flüchtiger Zustand.



teilchen antwortet um 25-04-2012 23:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder

@Bullendompteurin

Ich weiß genau was Du meinst, ich hab das auch so erlebt. Du bist in zwei Welten zu Hause, und diese beiden Welten haben möglicherweise keine weiteren Berührungspunkte als Dich selbst.

Ich glaube Eltern schmerzt es generell, wenn die Kinder weggehen, egal was sie machen.
Je fremder und weiter weg es ist, umso schwieriger ist es für sie, sich vorzustellen, wie Dein Leben ist, und dass Du damit glücklich sein kannst.

Meine Eltern haben mich lange Zeit jedes Mal wenn ich zu Hause war, gefragt: "Sag einmal was machst Du eigentlich genau? Und ist das was Gscheits?"
Ich hab es ihnen jedes Mal von neuem erklärt. Irgendwann war es dann auch nicht mehr so wichtig was ich genau mache, sondern dass es etwas Ordentliches ist, dass ich anerkannt bin, und dass ich damit Geld verdiene.

Es kann sein, dass es erst bei Deiner Sponsion so weit ist, dass sie das anerkennen, was Du machst, wenn Dir irgendeine bedeutende Persönlichkeit Deine Urkunde überreicht. Oder wenn Du ein Projekt machst, das öffentlich anerkannt wird.

Deine Eltern werden bald nicht mehr der Maßstab für Dich sein, ob Du erfolgreich bist oder nicht. Das ändert nichts daran, dass sie immer Deine lieben Eltern sein werden.
Früher oder später werden sie sich mit Dir freuen, aber dafür müssen sie sich auch von der "alten" Bullendomteurin verabschieden und Dich mit Deinen anderen Fähigkeiten neu kennenlernen, die sie bisher gar nicht an Dir kannten.
Ich kann Dir sagen, diese Veränderung fühlt sich vielleicht nicht immer gut an, ist aber mit Sicherheit gut.



Quacksi antwortet um 25-04-2012 23:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Also wichtig ist das der Studierende den Bezug zum Hof nicht verliert. Bzw. das Intervall nicht zu groß wird, wo er/sie vom Hof entfernt ist.
Ich habe selber als nebenberuflicher Landwirt ein Kurzzeitstudium für meinen Zusatzjob benötigt und fülle mich klarerweise nicht fern, es tut sogar gut, eine gewisse rationale Sicht.
Auch mein Bruder hat ein Studium hinter sich, ist aber natürlich nicht mehr am Hof zu Hause. Klarerweise sieht man zunehmend ein Veränderung. Die ist aber dadurch gegeben, da er nicht mehr bäuerliche Arbieten verrichtet.
Und ich denke das ist die Wurzel der Übels. Wer keine Tiere mehr versorgt, keine Felde bestellt usw, ist weg vom Fenster.


teilchen antwortet um 26-04-2012 07:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder

@Quacksi

Was ist daran übel, wenn Dein Bruder seine Energie in seine eigene berufliche Zukunft steckt?
Der Hof ist nicht seine Zukunft, sondern Deine!
Warum also soll er sich mit Deiner beruflichen Zukunft beschäftigen, wenn er selber damit zu tun hat, sich seine eigene Existenz aufzubauen?

Seine Lebenswelt wird eine andere, er liest keine Landwirtschaftsmedien, sondern andere, gehört einer anderen Interessensvertretung an als Du, die Interessen der Landwirtschaft sind nicht mehr seine. Er verleugnet deswegen ja nicht seine Vergangenheit.
Seine Herkunft nimmt man eh immer mit, egal ob die Eltern Bauern, Kaufleute, Lehrer oder sonst etwas sind. Aber seine Zukunft ist woanders.

Es ist ganz normal dass Dein Bruder sich entfernt. Es wäre nicht normal wenn er jedes Wochenende zu Dir kommen und mithelfen würde, denn das wäre ein Zeichen, dass er vielleicht gern selber der Bauer geworden wäre. Und dann habt Ihr früher oder später einen handfesten Bruderzwist, denn beide könnt Ihr den Hof nicht leiten.
Also ist es doch besser, wenn er sich auf seinen eigenen beruflichen Weg konzentriert und Dich in Ruhe lässt.



Schaf_1608 antwortet um 26-04-2012 07:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Da muss ich teilchen aber recht geben, auch wenn gelegentliches helfen sicherlich noch kein zeichen dafür ist, dass jemand gern bauer wäre, da kenne ich genug die bei arbeitsspitzen helfen, sei es aus freude oder pflichtbewusstsein, aber bauer will von denen sicherlich keiner werden...


Tyrolens antwortet um 26-04-2012 11:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Mal die andere Seite: Kinder werden gerade davon abgehalten, eine landw. Ausbildung zu machen, weil Bauer sein gerade von Bauern oft als ganz schlimm empfunden wird. Kenne da einige Fälle, wo die Kinder dann Arzt oder Richter werden mussten.


sturmi antwortet um 26-04-2012 11:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@tyrolens
Oh wie schlimm, die mussten Arzt oder Richter werden! Meinst du das ernst! ;-)))
MfG Sturmi


walterst antwortet um 26-04-2012 13:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@sturmi
so lange ist das ja noch nicht her, dass Wünsche der lieben Eltern dem gehorsamen Nachwuchs ein unausweichlicher Befehl waren.
Du bist ja nicht jünger als ich und wirst doch auch noch dort und da den Pluralis Majestatis im Kontakt mancher Leute mit ihren Eltern/Großeltern erlebt haben?


helmar antwortet um 26-04-2012 21:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
Hallo Walter...auch ich gehöre zu solchen Jahrgängen.......und ich kenne einige gestandene Männerleut meines Alters welche gern was anderes gelernt hätten, aber nicht durften, weil sie "der Bua" waren.
Mfg, Helga


Restaurator antwortet um 26-04-2012 21:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@helmar:
bei unseren jahrgängen (und öfter als man glaubt noch heute) trifft das aber mit sicherheit net nur auf bauernkinder zu, sondern auf ganze generationen.


bauernbeispiele antwortet um 27-04-2012 10:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
@Restaurator
Stimmt, das kommt bei allen Berufsgruppen vor, besonderes bei denen, die ein "Lebenswerk" weiterzugeben haben. Man braucht ja nur mal schauen, wie viele Familiendynastien es bei Gewerbetreibenden, Ärzten, Rechtsanwälten, usw. gibt oder gegeben hat.
Ich bin zwar noch sehr jung, aber ich kenne auch ein paar "Buam" und deren Patriarchen. Sind zwar teilweise um 10, 15 Jahre älter als ich, aber es gibt sie immer noch. Und einer ist dabei schon im mittleren Mannesalter und war, solange der Vater gelebt hat, immer noch "Bua". Seit sein Vater das Zeitliche gesegnet hat, lebt der Mensch erst richtig auf und läuft nicht mehr geduckt wie ein geschlagener Hund herum !
Ich war auch oft, obwohl ich einen schönen Namen habe, einfach nur "s Mensch" oder "s Kuchömensch" oder "de Stalldirn" oder "da Heuger". Da kommt man sich doch "verdinglicht" und auf seinen Wert als Arbeitskraft reduziert vor. Vielleicht war es aber auch als Hinweis darauf, "wo mein Platz ist" gedacht.



__joe007 antwortet um 27-04-2012 10:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Studierende Bauernkinder
es können auch nicht studierte Bauernkinder einen tollen Job bekomen und aufn Hof zu Hause verzichten,.. jeder wie er will, aber a wengerl a Sacherl daham, oiso a zweites Standbein oder Absicherung ist nie deppert, weil du kannst es immer nu verpachten und hast ein passives Einkommen,....

Aber wie gesagt: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmid !!!!!!

Mfg euer studierter JoE , der auch eine LW führt.


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