Verlassenes Paradies

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Halodri 13-04-2012 13:07 - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
In den letzten 15 Jahren sperrten durchschnittlich 4200 Landwirte pro Jahr ihren Betrieb zu, verkauften oder verpachteten ihre Flächen. Seit dem Beitritt zur EU haben 27% der landwirtschaftlichen Betriebe die Bewirtschaftung eingestellt. Da eine Zeitung von einem Bauernparadies in Österreich geschrieben hat, kann man feststellen das die Verhältnisse in der LW wohl doch nicht paradiesisch sind.


Christoph38 antwortet um 13-04-2012 14:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Gerade kürzlich hat sich die AK mit der prallen Agrowelt, Steuersubventionen und ungerecht hohen Förderungen beschäftigt.

So gesehen wundert es ein wenig, dass es soviele Bauern gibt die den warmen Geldregen nicht mehr wollen. Warum nur ?
Haben diese Bauern einfach genug Geld gescheffelt ?
Wollen sie nicht mehr der Gesellschaft als Schmarotzer zur Last fallen ?

Eigentlich unlogisch, dass man ein Schlaraffenland freiwillig verlässt !


rotfeder antwortet um 13-04-2012 21:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo!
Es hat sich halt die ganze Lebenseinstellung geändert. Früher wurde den Jungen Leuten das Arbeiten tag ung Nacht für ein Butterbrot als das höchste Lebenziel vermittelt. Ein paar Stunden Ruhe wurde als Faulheit geächtet. Heute will man für seine Kinder einen guten Verdienst mit möglichst angenehmer Arbeit.



biolix antwortet um 13-04-2012 21:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo !

Vielleicht ist das Geld nur falsch verteilt ?

Mindestsicherung und nicht mehr, oder nach Arbeitsplätze fördern, und die Sache schaut anders aus.. ;-)

lg biolix


Halodri antwortet um 13-04-2012 21:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ biolix
Kannst du uns deinen Vorschlag näher erklären?


sturmi antwortet um 13-04-2012 22:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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GsD hat die Bevölkerung hohes Vertrauen in unsere Arbeit, ganz im Gegensatz zu so manchen Vernaderern und Bauernneidern hier im Forum! Feuerwehrleute und Krankenschwestern führen die Liste der angesehensten Berufe an, dicht gefolgt von Piloten, Apothekern, Ärzten, Landwirten und Polizisten.
Trotzdem können wir uns von diesem Vertrauen und Ansehen nichts kaufen, daher wird der Strukturwandel ungebrochen weitergehen.
MfG Sturmi
 


helmar antwortet um 14-04-2012 07:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Rotfeder....Ich weiss nicht wie alt du bist, aber das mit dem arbeiten um ein butterbrot hat es in meiner Jugend noch gegeben, diese Einstellung, und dass der einzig wirklich was leistende Mensch der Bauer ist, auch....und dass alle anderen fürs nixtun einen Haufen Geld bekommen. da gab es ein paar wackere Bauersmannen, welche bekrittelten dass gleich nach der Schicht "die Arbeiter" ins gegenüber liegende wirtshaus gingen....und wer hat das genau sagen können? Die besagten Bauern, die waren schon vorher dort. Wenn mein Vater mit dem Traktor um Sägespäne gefahren ist, konnte man den erst nach der Stallarbeit daheim erwarten......;-) Ich hab das später nicht wöchentlich, sondern alle 4 Wochen, weil wir da den Kipper und den 288 er hatten, in 3 Stunden geschafft. erstens weil ich was anderes auch zu tun hatte und zweitens weil mir ums Geld leid gewesen wäre. Und was hörte man gerade von den Bäuerinnen sehr oft? Madl, heirats kan Bauern, viel arbeit, koa Geld....

Heute ist es zum Glück so dass sich die meisten jungen Menschen schon sehr genau überlegen was sie wollen oder auch nicht......und das kann durchaus sein dass sie den Bauernhof nicht wollen. Und weil es dann so ist lernen sie viel und arbeiten nicht gerade wenig um nicht womöglich aus Mangel an Perspektiven Bauern sein zu müssen.
Auch ist es für die verbleibenden Bauern nur möglich, effektiver, weil verbesserte Ställe, verfügbare Fläche usw. zu arbeiten, weil durch die nicht mehr übernommene Bewirtschaftung von Höfen Flächen zur Verfügung stehen.
Dass aber von einem Ehepartner ausserhalb der Landwirtschaft Geld erarbeitet wird, damit in der Landwirtschaft gearbeitet werden kann, das wird sich mit der Zeit aufhören. Ich weiss nicht wie andere dazu stehen, ich finde es vernünftig.
Mfg, Helga


Woodster antwortet um 14-04-2012 08:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ helmar,

sehe ich auch ungefähr so.

Allein die Landwirtschafts-Bürokratie und Kosten für Sozialversicherung sind ein großer Entscheidungsfaktor.
Ob du einen Gewinn machen kannst, interessiert die nicht - sondern einfach zahlen.
Das wird vielen einfach zu viel und sagen oft mit Herzweh ade.

Es ist auch vom Polit-System her so gewollt
Die Kleinen werden so belastet, damit sie kurz oder lang aufgeben müssen.
Da hilft auch die Liebe zur "Heimat Erde" auch Dauer nicht mehr.
Die Kinder ziehen weg, oft verfällt dann sogar der ehemals mit Leben erfüllte Hof...

Es hat aber auch damit zu tun, dass die "Provinz" von Steuersystem, bzw. mit den Steuergeldzuteilungen/Gemeindeanteile systematisch benachteiligt werden.
Warum ist ein Wiener oder Grazer Bürger fast dreimal soviel wert, als ein Kleingemeindebürger?
Und dann will man die kleinen Gemeinde, die bisher mit wenig Geld auskommen mußten, mit größeren, die oft hohe Schulden haben, zusammenlegen...
Da sollten doch alle Gemeinden für alle Bürger gleich viel Geld erhalten.
Und jene Gemeinde, die dann nicht wirtschaften können, solten mit jenen zusammengelegt werden, die wirtschaften können. Da könnte manch große Stadt von einer kleinen Gemeinde wohl viel lernen.

Wenn hier aus dem ländlichen Bereich über das Steuersystem ständig Geld abezogen wird, na wo werden sich die Arbeitsplätze und Menschen ansiedeln???

Aber solange da alle Bürgermeister und Landbewohner nur zuschauen, nur am Biertisch motschgern, solange wird sich nix änderen, und die Abwanderung Richtung Ballungszentren anhalten.
Denn dort wo mit dem abgezockten Geld Infrastruktur und Arbeitsplätze geschaffen werden, wandern dann die Leute automatisch hin.. Denn wo Tauben(Geld) sind, fliegen Tauben halt zu.

Und dann scheinheilig zu fragen - warum verlassen denn die Leute das Paradies - ist schon an Zynik nicht zu überbieten.
Denn die Leute, die noch da sind, bearbeiten meist in ihrer Freizeit das "schöne Grün" in das die Städter am Wochenend ja so gerne fahren...


helmar antwortet um 14-04-2012 08:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Woodster.......du hast sehr vieles angesprochen das schlicht und einfach so stimmt.......in meinem Graben, genau kann ich das nur vom Schuljahrgang HTL meiner Tochter sagen, haben, alle Fächer, in diesem Jahrgang 9 Schüler die Matura erfolgreich bestanden. 3 studieren, 6 arbeiten, und ganze 2! im Graben....die anderen pendeln oder sind schon weggezogen. Wie meine Tochter auch......
Mfg, Helga


sturmi antwortet um 14-04-2012 08:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Guter Beitrag Helga, kann ich zu 100% unterstreichen! In meiner Nachbarschaft werkelt ein Nebenerwerbsbauer, da wäre der erste Tag der Beste zum aufhören weil finanziell nichts rauskommt! Doch was macht dann seine Frau, die Bäuerin, denn Sie ist noch zu jung für die Pension?! Putzen gehn ist auch keine attraktive Alternative, sagt Er!
Jedenfalls, wenn man will, findet auch eine Aussteigerbäuerin Arbeit in unserer Region (z.b. Maxcenter).
MfG Sturmi


biolix antwortet um 14-04-2012 09:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Sers Halodri !

das hatten wir hier schon öfter...

Ab 20 ha eine Mindestsicherung.. gestaffetl dann z.b, bis 50 ha degressiv noch etwas dazu, pro AK angestellt dann noch weiter, oder von mir aus bis 100 ha so degressiv wie die SVB Beiträge immer weniger werden auch im Fördersystem... In so einem System ginge es wirklich um die Erhaltung von Bauernhöfen udn Arbeitsplätzen in der LW... im jetzigen gehts nur um Vollgas und das der Strukturwandel weil ja größere Betriebe durch ihre Kostendegression durch die Förderungen noch dazu bevorzugt werden...

Und das Wort "Zukunftsbetrieb" kann ich schon nicht mehr hören, denn wenn die 100-1000 ha Betriebe oder sogar die 10 000 ha Betriebe noch Förderungen brauchen, was sind das für "Zukunftsbetriebe" ??

lg biolix

p.s. Wo habt ihr die Arbeitsplätze ausserhalb der LW ? Werden sie mehr oder weniger ? Wer kennt zur Zeit nicht 3 HAK Absolventinnen die eine Job suchen, teilweise mit Vorzug ?



helmar antwortet um 14-04-2012 09:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Eine echte und faire "Förderung" der Landwirtschaft wäre die Abgeltung der Sozialversicherungsbeiträge des Betriebsführers, dies könnte recht unbürokratisch ablaufen-........Auszahlung der Summe des Beitrages im Folgejahr. Und dabei könnte es durchaus so wie jetzt gewisse Auflagen zur Erreichung geben....Gewässerschutzmassnahmen z.b. Und ansonsten sollte jeder Landwirt die freie Wahl in seiner Bewirtschaftungsform haben.
Mfg, Helga
HAK-Absolventen gibt es relativ viele..und diese haben es am Arbeitsmarkt nicht immer einfach. Und manche Firmen haben inzwischen auch wieder mehr Lehrlinge im bürokaufmännischen Bereich.


teilchen antwortet um 14-04-2012 09:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@woodster

Der Begriff "das abgezockte Geld" ist einfach nicht richtig.
Die Tendenz der Verstädterung ist weltweit zu beobachten, das ist kein ausschließlich österreichisches Phänomen.
Warum?

Große Menschenmassen können in Großstädten kostengünstiger versorgt werden. Sie haben mehr Chancen auf existenzsichernde Arbeit, und Betriebe haben in Ballungszentren wiederum mehr Chancen auf eine Vielfalt gut ausgebildeter Arbeitskräfte.

In Zeiten in denen das Geld in öffentlichen Töpfen knapp ist, investiert man dort, wo es für viele Menschen eine Auswirkung hat, und nicht dort wo es nur wenigen etwas bringt.
Derzeit wohnen mehr als 50% weltweit in Städten. 2030 werden es 60% sein, 2050 70% (Quelle: UNO-Prognose)
Von der nächsten Generation wird ein größerer Teil in den Ballungszentren leben und nicht mehr auf dem Land.

Informiere Dich einmal ein bisschen über das Phänomen Landflucht. Das hat es seit dem 18. Jahrhundert, seit Beginn der Industrialisierung gegeben, und es hält weiter an.
In Entwicklungsländern entstehen jetzt riesige Stadtkonglomerate, die am schnellsten wachsenden Städte sind in Entwicklungsländern und Schwellenländern. Die Infrastruktur kommt zwar kaum nach, und die Lebensumstände sind oft katastrophal. Dennoch geht es den Menschen in diesen Städten besser als auf dem Land, wo sie keine Lebensgrundlagen mehr haben.

Bei uns wird es zwar noch nicht als so dramatisch wahrgenommen, dass Menschen verhungern, weil es öffentliche Gelder gibt, aber im Grunde haben wir dieselbe Situation. Auf dem Land gibt es langfristig nicht ausreichend Lebensgrundlagen für viele Menschen.

@sturmi

Deine Aussage gilt vielleicht für den Großraum Wels, eine der wirtschaftlich erfolgreichsten in Österreich. In Gebieten wie z.B. der Oststeiermark müssen Frauen in die Städte Wien oder Graz pendeln oder auswandern, um ein Einkommen zu erarbeiten. In der Region gibt's nicht genug Betriebe, und die werden auch nicht mehr kommen.



Restaurator antwortet um 14-04-2012 11:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@teilchen:
"Große Menschenmassen können in Großstädten kostengünstiger versorgt werden. ...
In Zeiten in denen das Geld in öffentlichen Töpfen knapp ist, investiert man dort, wo es für viele Menschen eine Auswirkung hat, und nicht dort wo es nur wenigen etwas bringt."

irgendwie steh ich jetzt auf der leitung.

in gemeinden bis 2500 einwohner gibt rd pro 100 ew 8 mitarbeiter, gemeinden bis 20 000 ew haben 15 mitarbeiter pro 1000 ew und bis 50 000ew übergaupt 20 ma / 1000ew.
gemeinden bis 10 000ew geben pro ew 299€ / jahr für personal aus, die grossen bis 50 000ew hingegen 765€.
in kleinen gemeinden werden pro jahr und ew 394€ an echten neuinvestitionen getätigt, bis 50 000ew 275€, in städten mit über 50 000ew nur 152€.
gemeinden unter 10 000ew erhalten nur pro kopf 50% der summe aus dem topf der gemeinsamen steuern wie die grossen. unter 10 000€ sind das 645€ / kopf / jahr, über 50 000ew sind es 934€ / kopf / jahr. wien erhält sogar 2253€ / kopf / jahr. das mit dem "wasserkopf" österreichs im volksmund kommt nicht von ungefähr.
unter 10 000ew gibt es pro jahr 16€/kopf an wohnbauförderung, jene mit über 50 000 bekommen 266€/jahr und ew.

kopfkratz


Neuer antwortet um 14-04-2012 12:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Danke Restaurator, für die Recherche!

Ganz Österreich zahlt dafür, dass im Wasserkopf Wien U-Bahnen und Straßenbahnen verkehren, dass dort jeden Tag kulturelle Vielfalt im Übermaß (Museen, Opern, Theatern etc.) geboten wird, dass Magistratsbedienstete die großzügigsten Frühpensionsprogramme genießen können, etc.



Woodster antwortet um 14-04-2012 14:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@Restaurator, sehr gute ziffernmäßige Darstellung. Danke!

@teilchen, nochwas.
Ein indianischer Spruch: "Die Städte sind die Krebsgeschwüre dieser Welt"
Allein die umwelttechnischen Auswirkungen der Städte kosten nochmal einen Haufen Geld, so man sie überhaupt in den Griff bekommen kann.
Allein die versiegelten Flächen, die das Regenwasser in kürzester Zeit in die Flüsse leiten, und dann andernorts Überschwemmungen verursachen... Feinstaub, und, und, und....

Ein positive ökologische Gesamtrechnung zugunsten der Ballungszentren kann ich aus meiner Sicht nicht erkennen.
Und wie die Ziffern von Restaurator zeigen, leben diese auch monetär großteils auf Kosten der "Provinz".


teilchen antwortet um 14-04-2012 18:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@Restaurator

Danke fürs kreative und beeindruckende Zahlen-Dropping.
Du musst sie allerdings schon näher erklären.

Was zählt denn für Dich als "Mitarbeiter"? Ich nehme an, nachdem wir von öffentlichen Geldern reden, öffentlich Bedienstete.
Wenn es so von Dir gemeint ist, dann schauen wir uns einmal an, wieviele öffentliche Einrichtungen es in 2.500 Einwohner-Gemeinden gibt. Und wie viele in z.B. Bezirkshauptstädten - die wiederum den Umlandgemeinden zugute kommen. Bezirkshauptmannschaft, Bundesschulzentren, Landwirtschaftskammer, Bezirksgericht, Krankenhäuser, Pflegeheime, Jugendheime,... Ich glaub da gibt's eine Menge Einrichtungen, die auf Bundes- oder Länderebene bezahlt werden, und die auch den Umlandgemeinden zugute kommen. Warum sollten also die Einwohner dieser Städte die Kosten für diese Einrichtungen allein tragen, wenn sie z.B. von einem ganzen Bezirk oder einer ganzen Region genützt werden.
Je größer die Stadt, umso mehr Funktionen erfüllt sie auch für die Umlandgemeinden.

Was ist für Dich eine Neuinvestition? Von wem kommt die?
Private oder öffentliche Neuinvestitionen?

Hast Du auch die Steuereinnahmen für den Bund pro Einwohner und Stadtgröße bei der Hand? Da gibt's nämlich auch einen Zusammenhang...
Und bitte vergiss die Quellenangaben nicht, wenn Du antwortest.

Danke, LG, Teilchen



teilchen antwortet um 14-04-2012 19:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@woodster

Die Indianer waren Nomaden, für die die Sesshaftigkeit das schlimmste war, denn damit begann die Landnahme und die Vertreibung der Indianerstämme.
Sie haben keinen Ackerbau und keine Viehzucht betrieben.
Aus der Perspektive eines Nomaden ist ein intensiv-bewirtschaftender Landwirt nicht viel weniger schlimm als ein Städter.

Bitte lass Restaurator seine Zahlen erst mal erklären, dann lass uns weiterreden.

Ich habe eine Studie des Bundeslandes Salzburg zu den Erschließungskosten bei Einfamilienhäusern bis hin zum mehrgeschossigen Wohnbau hereingestellt. Die Studie ist aus 2007, ich glaube aber nicht, dass die Zahlen inzwischen viel anders geworden sind, vermutlich eher teurer.
Und in anderen Bundesländern ist es vermutlich auch nicht viel anders.
Die Zahlen die ich zitiere, sind ab S 20 zu finden.

Es ist klar, dass die Erschließungskosten bei Einfamilienhäusern um ein Vielfaches höher sind als bei mehrgeschossigem Wohnbau.
Das hast Du bestimmt auch erwartet.
Einen Teil der Erschließungskosten tragen die Bauherren oder Eigentümer, einen großen Teil aber die Gemeinden, das sind öffentliche Gelder, und die sind ein knappes Gut.




 
 


helmar antwortet um 14-04-2012 19:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Warum, liebes Teilchen träumen gar nicht so wenige "Geschosswohnbehauser" von einem Häuschen am Land?
Mfg, Helga


teilchen antwortet um 14-04-2012 19:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@woodster

auch die Klimaeffizienz der Städte ist besser als man landläufig denkt:

Aus dem Green City Index:

"... weltweit leben immer mehr Menschen in Städten und dementsprechend sind diese inzwischen auch für einen Großteil des CO2 Ausstoßes verantwortlich.

In Europa hat sich dieser Trend jedoch umgedreht, denn 72% der Europäer leben in Städten, diese sind aber nur für 69% der CO2 Emissionen verantwortlich. In Europa sind somit die Städte umweltfreundlicher als das Land.

Dafür gibt es viele Ursachen, angefangen von den öffentlichen Verkehrsmitteln, die in Städten sehr viel wichtiger sind als am Land, über die Industrie die in den letzten Jahrzehnten großteils aus den Metropolen absiedelte, bis hin zum größeren Wohlstand der Städte der mehr Maßnahmen zum Umweltschutz ermöglicht..."

Wenn Du den Link anklickst, dann auf den Bericht "Kopenhagen ist die grünste Metropole Europas" klicken.
(Wien ist übrigens auf Platz 4)

 


teilchen antwortet um 14-04-2012 20:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@helmar

Wieviele sind´s denn? Und sind das nicht die die auch von der Eigentumswohnung nur träumen können, und überhaupt ihr Leben auf einen Lottogewinn aufbauen?



helmar antwortet um 14-04-2012 20:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Hallo Teilchen.........vor 4-5 jahren waren einige Häuser in meiner Gemeinde so gut wie unverkäuflich.......und vorigen Herbst wurde sogar ein altes Bauernhaus in meiner Gemeinde, etliche Jahre vom Besitzer nicht mehr bewohnt, in schlechtem Zustand, verkauft. Und die Einfamilienhäuser sind alle weg......ob deren Käufer alle im Lotto gewonnen haben? Und die meisten pendeln weiterhin Richtung Bundeshauptstadt.......
Mfg, Helga


Restaurator antwortet um 14-04-2012 20:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
also am schnellsten kommt man an diese zahlen über den österreichischen gemeindebund.
am langsamsten über die statistik austria.
mitarbeiter der gemeinde sind mitarbeiter der gemeinde und nicht irgendwelche landes- oder staatsbediensteten in krankenhäusern, finanzämtern, spitälern....was sollen die mit den gemeindeausgaben zu tun haben, die werden da natürlich nicht mitgezählt?
das die kleinen gemeinden pro kopf weniger bekommen und auch eine im vergleich niedrigere wohnbauförderung bekommen findet seine ursache deiner meinung nach darin, dass landbewohner weniger steuer zahlen? die ist doch pro kopf immer gleich, deshalb auch die gemeindezahlen pro kopf, das steuerargument geht daher mmn ins leere.
unter neuinvestition versteht man errichtungs- und auch erweiterungsinvestitionen. natürlich kosten da kanal / weg zu wenigen einfamilienhäusern etwas, aber es schafft arbeit. und würde das überproportional vom bund bezuschusst werden, dann wäre ja die pro-kopf-statistik eine andere. da tragen die gemeinden sehr vieles selbst.
im übrigen: lass dir einen kostenvorschlag für 100m landstrasse mit danebenliegender wasser- und kanalversorgung machen und vergleiche das mit einem kostenvorschlag für 100m im stadtgebiet wo bei jeder noch so kleinen reparatur in folge massive kosten durch das ständige aufbrechen der fahrbahn entstehen.


Peter06 antwortet um 14-04-2012 20:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Diese Woche war im Radiokolleg der Beitrag "Keime der Vielfalt" zu hören, demnach betreibt die Menschheit seit 10 000 Jahren gezielt Saatzucht, davor waren die Menschen fast ausschliesslich mit dem täglichen Überleben beschäftigt, ab diesem Zeitpunkt entstanden eben Überschüsse und es konnten frei geworden Arbeitsressourcen anderweitig eingesetzt werden.
Das heisst, Verwaltung, Handwerker, etc. wurden mit- und durchgefüttert. Sozusagen der Beginn des Beamtentums wurde durch die Saatzucht ermöglicht...
Meint
Peter



teilchen antwortet um 14-04-2012 21:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@helmar

Die die davon träumen, für die ist auch keine Eigentumswohnung leistbar. Einfamilienhaus schon gar nicht. Keinen Grund geerbt und keinen Gratis-Bautrupp aus der Verwandt- oder Nachbarschaft zum Helfen zur Verfügung, keinen Job in der unmittelbaren Nähe...
Die die eine schöne Wohnung in der Stadt mit Terrasse und Grünraum haben, träumen auch nicht von einem Einfamilienhaus.
Eine Eigentumswohnung in der Stadt wird immer mehr wert, während der Wert eines Hauses auf dem Land geringer wird.

Mir wäre ein Leben auf dem Land grundsätzlich auch lieber, weil es ruhiger und gesünder ist.
Ein Häuschen auf dem Land ist allerdings nicht mein Traum.
Dann könnte ich meinen Job nicht mehr machen, oder nur unter sehr teuren Bedingungen. Hohe Grundstückskosten rund um den Ballungsraum Wien, ein Auto zum Hin- und Herfahren, längere Fahrtzeit,... Mein Arbeitsplatz ist nicht zu Hause. Ich würde mehr Geld ausgeben für etwas, was mir nicht mehr, sondern weniger Lebensqualität bringt.
Wusstest Du dass Wien auf 30% seiner Landesfläche Naturschutzgebiete hat?

Wien ist nicht nur "Kaisermühlen-Blues", genauswo wie Landleben nicht nur "Bauer sucht Frau" ist.



rotfeder antwortet um 14-04-2012 21:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo!
Das der Trendt in die Großstadt zu ziehen anhält, ist eine Tatsache, das kann man nicht wegleugnen.
Vor allem junge Frauen mit guter Ausbildung ziehts in die Stadt. Wenn ich mich in meinem Dorf umsehe, so sind die Jobaussichten für einen Akademieker wirklich nicht sehr rosig.


helmar antwortet um 14-04-2012 21:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Hallo Rotfeder........so ist es. Aber ein Bekannter von mir, der pendelt mehr als das halbe Jahr so gut wie täglich nach Wien an die Uni, und das seit über 20 Jahren. Also scheint ihm das Landleben diesen Aufwand wert zu sein.
Meine Tochter tut sich auch in der Stadt leichter, was sie aber nicht hindert am Wochenende aufzutauchen...;-)
Mfg, Helga


Woodster antwortet um 14-04-2012 21:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@teilchen, deine Brille ist ja ordentlich rosarot.

Was deine zitierte Salzburger Studie zu den Erschließungskosten betrifft:
Diese ist von der Landesregierung Salzburg beauftragt. Das Ergebnis also politisch motiviert.
Das soll doch nur bestehendes Ungleichgewicht zementieren. Die Stadt möche eben weiterhin das Umland abzocken.

Was deinen zitierten Green City Index betrifft: Ausnahmen bestätigen hier vielleicht die Regel.
Hier ein kurzes Zitat aus deinem Link:

"Unsere Städte tragen erheblich zum Klimawandel bei: Obwohl Ballungsräume nur ein Prozent der Erdoberfläche bedecken, verschlingen sie etwa 75 Prozent der Energie und stoßen rund 80 Prozent der klimaschädlichen Gase aus"

http://www.siemens.com/press/de/events/corporate/2009-11-25.php

Was lernen wir daraus???
Die Städter verdrecken und belasten nicht nur in einem Übermaß die Umwelt, sondern zocken über undurchsichtige Steuersysteme auch noch das Umland ab.



Restaurator antwortet um 14-04-2012 21:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@rotfeder:
ich muss leider wieder meine vergangene landlehrerzeit in tiefen der oststeiermark strapazieren:
da ich noch heute zu vielen der ehemaligen schüler zumindest losen kontakt habe sind mir auch deren werdegänge geläufig.
wer von den heute 25 - 35jährigen maturiert und studiert hat lebt fast ausschliesslich in der stadt und hat grossteils keine(n) oder in intervallen wechselnde partner, einige haben bestbezahlte jobs im ausland und sind durch die bank singles.
wer einen lehrberuf ergriffen hat ist in der "heimat" geblieben und hat entweder schon haus gebaut und kinder bekommen oder ist gerade dabei.
ein erfüllteres leben haben meiner ansicht nach die letzteren, während die ersteren immer noch etwas pubertierendes anhaften haben - was jetzt aber keine negative wertung darstellen soll. irgendwie muss man sich ja der höheren lebenserwartung anpassen :)


Hirschfarm antwortet um 14-04-2012 22:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Ich bin über jeden der nach Mundllandien zieht glücklich. Dadurch wird der Platz bei uns mehr und ich kann mich besser entfalten. Oder anders gesagt : Die Lebensqualität im Paradies steigt mit abnehmender Bevölkerungsanzahl!
mfg


teilchen antwortet um 14-04-2012 22:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@Restaurator

Ich hab Deine Zahlen gefunden - in einer Aussendung, in der sich der Gemeindebund gegen die Zusammenlegung von kleinen Gemeinden wehrt.
Ich habe jetzt ein bisschen recherchiert, und da komme ich auf Gemeindeamtmitarbeiter, Gemeindebauhof, Schulwarte, Freibad, Seniorenwohnheim, Bauamt, Melde- und Standesamt, Grünraumpflege,... Da kommt einiges Zusammen.

Die Angaben des Gemeindebundes können nicht stimmen.
Ich habe einige Gemeinden stichprobenartig angeschaut.
Die Marktgemeinde Telfs hat mit knapp 13.000 Einwohnern 94 Gemeindebedienstete.
Das sind 7,2 Bedienstete pro 1000 Einwohner.
Die Marktgemeinde Haus im Ennstal hat 2.412 Einwohner und 26 Gemeindebedienstete, das wären 9,5 pro 1000 Einwohner. Mehr als in Telfs.
Die Gemeinde Mönichkirchen in NÖ hat auf 597 Einwohner 8 Gemeindebedienstete, Faktor 13,4 pro 1.000.

Meine Recherchen bestätigen nicht was der Gemeindebund behauptet.
Ich weiß nicht was der Gemeindebund zählt, aber auf den Websites der Gemeinden steht was anderes.

Und zu den Steuern... Wie kommst Du darauf, dass die Steuern pro Kopf in ganz Österreich gleich wären? Einkommenssteuer, Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Kommunalsteuer von Betrieben,... Das ist doch alles einkommens- bzw. umsatzabhängig.
Und somit in Städten wesentlich höher aus auf dem Land.
Die Wohnbauförderung hast Du bisher nicht angesprochen, wir haben über Steuergeld diskutiert, das die Gemeinden bekommen, und nicht individuelle Förderungen für Privatpersonen.
Die sind von Bundesland zu Bundesland verschieden, damit werden bestimmte erwünschte Bauvorhaben unterstützt, wie z.B. erneuerbare Energie. Die Wohnbauförderung ist ganz klar ein Steuerungsinstrument.

Ad Neuinvestitionen
Wenn Du damit die öffentlichen Ausgaben pro Gemeinde meinst, dann zeigt das noch viel mehr, dass jede Investition in kleineren Gemeinden pro Kopf teurer ist als in größeren Städten.

Ad Wasser- und Kanalversorgung in Stadt und Land
Am Land versorgst Du damit ein Dutzend Leute, in der Stadt ein paar Tausend. Das ist der Unterschied.

Ich will jetzt nicht alles schönreden, was in der Stadt ist, aber auf dem Land gibt es viele Vorurteile über Städte, die einfach nicht stimmen. Denkt bitte einmal über Eure Vorurteile nach.



teilchen antwortet um 14-04-2012 23:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@Woodster

Warum sollte die Salzburger Landesregierung eine Studie zu Ungunsten der ländlichen Regionen machen?
Ich bin sicher, Du weißt selber, dass das Unfug ist, was Du da schreibst. Wenn die Studie von der Stadt Salzburg beauftragt wäre, ergäbe das irgendeinen Sinn, aber so...
Das Ergebnis ist vollkommen logisch, das wirst selbst Du nicht bezweifeln können.

Ich wiederhole mich normalerweise nicht, aber für Dich tu ich das gern, weil Du es noch nicht erfasst hast: mehr als 50% der Menschen dieser Welt leben bereits in Städten, und in etwas weniger als 40 Jahren werden es 70% sein.
Dieser Prozess lässt sich nicht aufhalten, ob wir wollen oder nicht.

In Europa leben bereits jetzt 72% der Menschen in Städten, und sie sind aber nur für 69% des CO2-Ausstoßes verantwortlich. D.h. die Städte sind umweltfreundlicher als das Land.

Wirklich schlimm ist es noch in den Städten in den Schwellenländern und Entwicklungsländern. Da gibt's noch einige Hausaufgaben für uns alle.
Was ist wichtig?
Die Menschen wollen leben, ein Dach über dem Kopf haben, und etwas zu essen haben, in Ruhe leben. Darum geht's doch eigentlich.
Und nicht ob Stadtleben blöder ist als Landleben.

Darum geht's :-)
 


edde antwortet um 14-04-2012 23:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
ach ja, teilchen--mit dem glück ists eben ein rechtes kreuz !

ich bin zb heute mindestens hundert mal so reich als mit 18 jahren, aber hundert mal glücklicher bin ich leider nicht.


Hirschfarm antwortet um 15-04-2012 08:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@teilchen: Hast du schon einmal darüber nachgedacht warum in den Städten höhere Löhne bezahlt werden können? Vielleicht etwa gar weil Sie durch die Jahrzehntelange Ungerechtigkeit der höheren Steuerausschüttungen einfach das Kapital kumuliert haben?
Oder liegt es schlicht und einfach an der primitiven Tatsache daß das Geldverteilen in den Städten erledigt wird und auch dort der Grundsatz der "Sau beim Trog" gilt?
mfg
p.s.: Und komm mir Bitte nicht mit der hohen Qualifikation der Städter als Grund für die höheren Einkommen in den Städten daher.


Woodster antwortet um 15-04-2012 10:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@ teilchen,

ja, ja, das ganze parteipolitische Palawer kann ich schon nicht mehr hören.
Und du bist, soviel ich weiß, ja Teil dieses Polit-Systems. Ein Polit-BürokratieSystem, das allen anderen ständig vorschreiben will, was richtig und was falsch ist.

Fakt ist, das über unser Steuersystem die Städte überproportional begünstigt werden.
Hier wurde ein permanentens Kapital-Zentrifugalkraft-System zu gunsten der Ballungsräume geschaffen.
Das stammt ja großteils ja noch aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Das damals die zerbombten Städte für den Wiederaufbau viel Geld gebraucht haben, war ja noch einzusehen.
Aber wodurch ist das heute noch zu rechtfertigen??

Die Gravitation des angehäuften Kapitals wirkt wie auf die "Provinz" ein "schwarzes Loch", dass alles aufsaugt, was in die Nähe dieser Kaptialkraft kommt. (Siehe auch deine Gegenargumentation an Restaurator)

Ich hab das einmal ziemlich genau gerechnet, in dem das wirtschaflich Netto-Inlandsprodukt und Transferleistungen (Förderungen, Beihilfen, etc) auf Bezirksebene verglichen hab. Da werden eindeutig die Großstädte, hier vor allem Wien bevorzugt. Und das ist kein Vorurteil, sondern rechnerisch belegbar.

Nur kennen sich die meisten Politiker mit diesem vor Jahrzehnten geschaffenen System selbst nicht mehr aus.
Und diejenigen, die es Vorteile bringt, wissen das schon genau, verteidigen das natürlich mit Klauen und Zähnen. Und sei es mit obstrusen Studien, die wieder der Steuerzahler berappt.



teilchen antwortet um 15-04-2012 10:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@Hirschfarm

Hast Du ein ehrliches Interesse, Deinen Horizont zu erweitern, oder geht's Dir nur darum, hier im Forum Deinen Frust auszuspeiben?

Ersteres gibt Dir die Chance die Welt in größeren Zusammenhängen zu erkennen, Deine Rolle in dieser Welt zu erkennen, und möglicherweise Wege finden, wie Du Deine Situation verbessern könntest, wenn Du nicht damit zufrieden bist. Aus dem Maschinenraum heraus siehst Du nichts, Du musst ins Cockpit.

Wenn es Dir nur um das Speiben geht, dann will ich Dich nicht weiterfüttern, denn Du speibst ja doch alles wieder aus.
Dieses "Hirnspeiben" mag Dich zwar kurzfristig erleichtern, aber Dein Hirn bekommt nichts zu verdauen, und langfristig verhungert es.



teilchen antwortet um 15-04-2012 10:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@Woodster

Da weißt Du etwas Falsches. Mit Parteipolitik hab ich sowas von überhaupt nichts zu tun. Ich schreibe aus eigener Überzeugung, etwas das ich mir im Politsystem nie leisten könnte.
Ich war schon Wechselwählerin und hab auch schon gar nicht gewählt, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste.

Unser politisches System ist ein Resultat der Passivität der Menschen. Wir verlassen uns noch immer zu sehr auf Obrigkeiten, wollen keine eigenen Entscheidungen treffen, und vor allem keine Verantwortung für unsere Situation übernehmen.
Das prägt Österreich wie kein anderes Land.
Und dann haben auch solche Politiker Platz wie unsere.

Woodster, wenn Du einer bist, der sich im Finanzausgleichsystem zwischen Bund, Ländern und Gemeinden auskennt, wieso bist Du nicht längst dort und bist ein gefragter Verwaltungsexperte und Guru den alle um seine Meinung fragen?

Ich sehe, dass Deine Situation Dir nicht erlaubt, Dir vorzustellen, dass das Leben in der Stadt kosteneffizienter ist als auf dem Land.
Du hast es Dir in Deiner Opferrolle bereits gemütlich gemacht, da will ich Dich nicht aufhalten, weiterhin in dieser Grube zu jammern und zu sudern, dass alle anderen besser dran sind als Du.
Ich hoffe, Du erkennst bald, dass Du auf diese Weise nie herauskommen wirst aus Deinem persönlichen Jammertal.



Woodster antwortet um 15-04-2012 10:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@teilchen,

nochwas zum nachdenken. Du hast erwähnt:
"In Europa leben bereits jetzt 72% der Menschen in Städten, und sie sind aber nur für 69% des CO2-Ausstoßes verantwortlich. D.h. die Städte sind umweltfreundlicher als das Land."

a) Wäre schon interessant, von wem sie Studie stammt,
b) Ok, wenn die Städter nur für 69% der CO2-Abgase verantwortlich sind:
wo nehmen sie die frische Luft (Sauerstoff) her, wenn sie umweltfreundlicher als das Land sind...??



teilchen antwortet um 15-04-2012 11:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

@edde

Das ist schade, dass Du nicht glücklich geworden bist.
Ich bin jetzt viel glücklicher als mit 18, das kann ich mit Sicherheit sagen. - Und das trotz Wohlstand :-)
War aber auch kein leichter Weg, Glücklichsein fällt nicht vom Himmel.

Aber die Chance für Dich ist ja noch nicht vorbei... Wie schauts jetzt aus?
Was wäre wenn Du Dich heute entscheidest, dass glücklich zu sein ab jetzt Prio 1 hat?
Wovon hängt es denn ab ob Du glücklich bist? - Eppa vielleicht gar von Dir?? ;-)



Woodster antwortet um 15-04-2012 11:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@teilchen,

ok, danke für die Richtigstellung, da hab ich über dich dann leider was Unrichtiges zu Gehör bekommen, was die Parteipolitik betrifft. Hiermit entschuldige ich mich dafür.

Deine Aussage samt Absatz: "Unser politisches System ist ein Resultat der Passivität der Menschen."
Unterschreibe ich zu 100%.

Deine Frage, warum ich nicht ein Verwaltungsexperte im Finanzausgleichssystem bin?
Weil dort im Zentrum der Macht und Geldgier die Wahrheit ja keiner hören will....

Außerdem, will ich hier nicht sudern, sondern mit Fakten Dinge - auch Ungerechtigkeiten - aufzeigen.
Ich erlaube mir das, wohlwissend, dass es mir ansonsten ausgezeichnet geht. Dafür danke meinem persönlichem Gott jeden Tag, den er mir schenkt.

Ja, den ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat mir wohl mein Vater vererbt. Und ich gebe auch zu, manchmal ist er auch eine Last. Aber kein Jammertal. Aber letztlich wirkt er befreiend, wohlwissend, dass man Leuten, denen es nicht so gut geht, vielleicht helfen kann.



teilchen antwortet um 15-04-2012 13:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies

Hallo Woodster,

Danke ist schon gut - bin froh dass Du Dich nicht in einem Jammertal fühlst, es hatte kürzlich den Anschein.

Zu Deiner vorigen Frage, woher der Sauerstoff für die Städte kommt.
Es ist weit mehr Sauerstoff in der Erdatmosphäre vorhanden, als CO2 abgegeben wird (Sauerstoff 21%, Kohlendioxid 0,4%).

Was uns Probleme macht, sind die hohen temporären lokalen CO2-Konzentrationen rund um die Mega-Städte. Während die Städte CO2 in höherer Konzentration rausblasen, wird an anderen Stellen der Welt Sauerstoff im Übermaß produziert, die Umverteilung geht temporär und geografisch halt nicht schnell genug.
Graz ist z.B. In einer Beckenlage, es ist oft windstill, und da hält sich die CO2-Glocke oft über mehrere Tage. In Wien ist es fast das ganze Jahr über windig, das ist zwar lästig, aber für die Luftqualität eindeutig ein Vorteil. Auch im Winter produzieren die Ballungszentren mehr CO2 als im Sommer. Aber irgendwo auf der Welt ist gleichzeitig Sommer, und die Pflanzen dort produzieren mehr Sauerstoff.

Jene Pflanzen die am meisten Sauerstoff produzieren, sind die Algen, sie verbrauchen gleichzeitig auch am meisten CO2.
Ein Kreislauf, der vom Menschen relativ unabhängig ist, abgesehen von der Algenplage in Küstennähe.

Natürlich ist das Ozonloch, das immer größer wird, auch ein Problem.
Die Erde hat in ihrer Geschichte immer wieder unterschiedliche Konzentrationen von Gasen in der Atmosphäre gehabt, je nachdem welche und wieviele biochemischen Prozesse (Fotosynthese, Atmung) auf der Erde stattgefunden haben.
Ich persönlich bezweifle mittlerweile, ob wir Menschen tatsächlich einen so großen Einfluss auf globale Ökosysteme, wie z.b. die Atmosphäre, haben.

Wie kleine Spuckis wir Menschen da sind, hat uns der Vulkanausbruch des Eyjafjallajökull in Island 2010 gezeigt. Mutter Erde lässt einen kleinen Furz, hat Gott sei Dank Menschenleben verschont, aber uns doch gezeigt, wie hilflos wir schon bei so einem vergleichsweise harmlosen Vulkanausbruch sind.



Josefjosef antwortet um 15-04-2012 22:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
Das Problem weltweit ist nicht, ob die Menschen mehr in Städten oder auf dem Land leben, sondern
wieviele Menschen auf der ERde leben.
und es sind bereits zuviele! 5 Mrd. würden vollkommen ausreichen. Dann könnten im laufe der Zeit alle in den
Genuß eines Mindestwohlstandes kommen.
Mir ist es egal, ob jemand in der Stadt od. auf dem Land leben will.
Ich weiß aber eines: auch die hochgelobte grüne Stadt Wien bezieht ihr Wasser aus dem Umland. ( Hochwasserquellen) und nicht aus dem eigenen Stadtgebiet.



Hirschfarm antwortet um 15-04-2012 22:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
@teilchen:
1.: Gespieben hab ich das letzte mal beim Heringsschmaus vor 3. Jahren, schlicht und einfach weil ich mich überfressen hab. Daraus hab ich gelernt, daß ein Heringsschmaus am Aschermittwoch wohl doch nicht so gut ist und daß manbeim Buffet nur kleine Happen nehmen darf..
2. Was ist falsch daran, wenn ich feststelle, daß es im Österreichischen Steuersystem eine massive Ungerechtikeit gegenüber kleinen Landgemeinden gibt?
3. Logischer weise kann man Menschen in urbanen Batterien billiger halten als in schönen Häusern auf dem Land. Dasselbe gilt für Hendl. Ob das Käfighendl jedoch ein lebenswerteres Dasein fristet als das typisch bäuerliche Hof- und Gartenhendl ist mehr als fraglich.
4. Bezüglich der Effizienz stelle ich es überhaupt infrage ob Großstädte tatsächlich effizienter sind als Landgemeinden. Alleine wenn ich mir die Versorgung der Städter mit Lebensmitteln anschaue , kommen in mir da große Zweifel auf.
5.Horizont ist deiner sicher größer als meiner, da du ja beim Blick aus dem Fenster mindestens 20m freie Sicht hast bis zur nächsten Hausmauer.
mfg


sturmi antwortet um 16-04-2012 06:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Verlassenes Paradies
"Ich persönlich bezweifle mittlerweile, ob wir Menschen tatsächlich einen so großen Einfluss auf globale Ökosysteme,[.....], haben."
@teilchen
Pscht, nicht so laut, da würden doch deine Bobo-Freunde, die Grünen, ihre Existenzberechtigung verlieren! ;-))
MfG Sturmi



AnimalFarmHipples antwortet um 17-04-2012 01:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Vergangenen Freitag in der Nacht mußte ich sehr intensiv an diesen Thread hier denken.
Meine persönliche Schlußfolgerung :
Die Zugroasten machen das Dorfleben erst so richtig würzig, siehe den Link ;-)
 


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