Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?

Antworten: 33
Indianerlandwirt 30-01-2012 11:47 - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem flächenreiche Betriebe?
In der Spardebatte der Regierung werden oft die Fördergelder der Bauern andiskutiert. Tatsächlich beträgt der durchschnittliche Monatslohn auf einem Bauernhof ca. 13000 EUR je Arbeitskraft. Also weniger als Arbeiter und Angestellte haben. Ohne Förderung haben dann Landwirte einen Monatslohn von 6000 EUR (oder so ähnlich). Also haben die Verteidiger Recht. Das ist zu wenig um eine Familie zu erhalten.

Es gibt aber in der Sozialversicherung die berühmte Höchstbemessungsgrundlage, ab der man keine „weitere und noch höhere“ Sozialversicherungsprämie mehr einzahlt. Nun fallen „durch Zu-Pacht von immer mehr Flächen“ bereits einige Landwirte in diese Höchstbemessungsgrundlage. Umgangssprachlich gehören diese zu den „Oberen Zehntausend“.
Sie zahlen für weitere Flächen keine weitere Sozialversicherung mehr und erhalten die Agrarförderung. Damit werden dann „flächenreiche“ Betriebe von der „Kombination“ Agrarfördersystem und dem Sozialversicherungsystem belohnt. Und das ist ein „Wettbewerbsvorteil“ gegenüber kleine und mittlere Bauernhöfe. Denn diese können bei der Höhe des Pachtgeldes nicht mehr mithalten. Österreich belohnt die „flächenreichen“ Betriebe. Und der Entfall von Sozialversicherungsbeiträgen belastet die Sozialversicherung der Bauern.


179781 antwortet um 30-01-2012 11:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Da hast du teilweise Recht (abgesehen davon, dass du Jahres- und Monatslohn verwechselt hast). Die Verteilung der Agrarförderungen entspricht in manchen Bereichen nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten.
Was die "oberen Zehntausend" angeht, ist aber zu bedenken, dass große Betriebe buchhaltungspflichtig sind und ihre Abgaben zum Großteil nach Buchführungsergebnissen und nicht nach Einheitswert bezahlen, während die große Masse der kleinen und mittleren Betriebe ihr Geld steuerfrei kassieren.
Also sollte man in der Debatte: "den Großen geht es um so viel besser als den Kleinen" doch etwas genauer auf die Hintergründe schauen.

Gottfried


mostkeks antwortet um 30-01-2012 12:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Sozialversicherungsmäßig sind sie aber trotzdem mit bei der Höchstbemessungsgrundlage gedeckelt.
Vorher zahlt der 30 ha Betrieb brav Sozialversicherung für seine Fläche, Wird die Fläche vom 400 ha Nachbarn mitbewirtschaftet, bekommt die SVB unterm Strich weniger.

Weiters bekommt bei den Nebenerwerbsbetrieben zuerst die GKK ihr Geld und darüber hinaus erst die SVB




Fallkerbe antwortet um 30-01-2012 12:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?

Ist doch irgedwie logisch, das jemand der 100 Häktar bewirtschaftet mehr bekommt als jemand der nur 8 häktar bewirtschaftet. Er leistet halt auch mehr.






energiewald antwortet um 30-01-2012 12:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Hallo
Aber dafür bekommt ein sogennannter kleinerer Betrieb im Verhältnis auch eine hohe Pension. Egal ob einer 150 ha bewirtschaftet bekommt er auch keine höhere Pension, da es auch da eine Obergrenze gibt. Sonst würde ein Betrieb mit 10 ha eine ganz kleine Pension bekommen. Damals bei der einführung wollte man einen Ausgleich schaffen.


179781 antwortet um 30-01-2012 12:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Vorher zahlt der 30 ha Betrieb brav Sozialversicherung für seine Fläche, Wird die Fläche vom 400 ha Nachbarn mitbewirtschaftet, bekommt die SVB unterm Strich weniger.

Das ist auch irgendwie logisch. Weil der , der die 400 ha bewirtschaft eben nur alleine krank werden kann oder allein in Pension geht. Während von dem mit 30 ha die Kinder etwas anderes machen und durch ihre Sozialversicherungsbeträge im Sinn eines Generationenvertrages für ihre Eltern Pensionsbeiträge zahlen.

Gottfried


eiba antwortet um 30-01-2012 16:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Aber es ist doch ein Wahnsinn, wenn die Beiträge über der Höchsgrenze nicht mehr eingefordert werden, fehlt es in den Ausgaben der SVA-> denn der zum Beispiel jetztige 400 ha Betrieb waren vorher wahrscheinlich 10 kleinere Betriebe, wo jeder für seine Fläche den vorgeschriebenen Betrag einbezahlt hatte. Aber... die Bewirtschafter der 10 kleineren Betriebe sind ja nach ihrer Pensionierung nicht verstorben, sonder gehen jetzt wahrscheinlich mehr zum Arzt als in ihrer aktiven Zeit -> so soll es auch sein, nur die Leistungen der SVA werden ja vom 400 ha nicht mehr bezahlt -> Höchstbemessungsgrundlage überschritten. Meiner Meinung nach soll für jedes ha der volle Betrag einbezahlt werden, derjenige soll auch die dementsprechende Pension dafür erhalten, warum auch nicht, er hat es ja einbezahlt. Aber wie schon beschrieben, durch diese Höchstbemessungsgrundlage haben Großbetriebe einen entscheidenden Vorteil gegenüber kleineren, denn wenn ich zB. 400,-€ / ha nicht für Pension-Kranken-u.Unfallversicherung bezahlen muß, kann ich locker 700,-€ und mehr pro ha an Pacht bezahlen. Ich finde das gehört korrigiert. mfg ein kleiner.


koerner antwortet um 30-01-2012 17:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Hallo Indianer! Schon was von der Möglichkeit des Optierens beim Betrag zur Sozialversicherung gehört.


179781 antwortet um 30-01-2012 18:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Bei uns hat auf einer Versammlung zu einem ähnlichen Thema auch einmal einer gemeint, er hat 15 ha und macht 20.000 Euro Gewinn im Jahr, also macht ein Betrieb mit 30 ha 40.000 Gewinn und folgerichtig ein 300 ha Betrieb 400.000,-. Wenn man von solchen betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen ausgeht, dann wäre es auch angebracht, die SVB Beiträge nach ha zu berechnen und nicht nach erwirtschafteten Einkommen (wie es übrigens bei fast allen anderen Erwerbstätigen in unserem Land geschieht)

@ eiba:
Du kannst , wie koerner richtig erwähnt hat, deine SVB Beiträge nach deinem tatsächlichen Einkommen bezahlen (Beitragsgrundlagenoption), dann bist du auf absolut gleicher Ebene mit dem Großen und kannst auch 700 Euro Pacht zahlen, wenn dir danach ist.

Gottfried



tch antwortet um 30-01-2012 18:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Ihr werdert doch wohl inder Lage sein mit 6000 € Monatslohn eure Lebenskosten zu bestreiten!
Mit Förderung bekommt ihr 13000, und da jammert ihr noch?

Schämt euch!!!!!!!!!!!!


tch


179781 antwortet um 30-01-2012 18:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
@ tch

Genau lesen:
Indianerlandwirt hat es geschrieben wie es ist:
Die landwirtschaftlichen Einkommen sind niedriger, als die der unselbständig Erwerbstätigen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Also tch, noch mehr verdienen als die Bauern und trotzdem über sie herziehen?
Schäm dich!!!!!!!!!!!!!!!!

Gottfried


rp4225 antwortet um 30-01-2012 19:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
na wieder mal der viel zitierte Klassenkampf!! eh nix neues

warum soll jemand über die Höchstbeitragsgrundlage einzahlen, wenn es bei den Pensionen Obergrenzen gibt - so wie in allen anderen Bereichen auch

wär ja ein Irrsinn - ich zahl z.B. im Jahr 25.000 oder 30.000 oder noch mehr an die SVB und krieg auch nicht mehr Rente als einer der mit seiner Fläche gerade an die Höchstbemessung herankommt - aha - das ist dann gerecht

und nochwas zum Thema reiche Bauern - in unserer Gegend (Nordburgenland) kaufen immer mehr Beamte, Gewerbler und pensionierte Beamte Grundstücke zu Preisen, bei denen die Bauern aussteigen oder nicht mehr wollen oder nicht mehr können, da viel zu teuer und nicht rentabel - wenn die Bauern tatsächlich soooo reich wären, käme kein anderer zum Zug - da nützt auch das "Vorkaufsrecht" des Landwirts nix bei den Preisen - siehe auch Verkauf Gutsbetrieb Westhof an Herrn Heinzl (damals bei der ÖIAG) - Verkäufer war die Wienerberger - da wurde es dir schlecht bei dem Preis, den der bezahlt hat - da konnte und wollte keiner mehr mit - kaufte alle 950 ha auf einem "Fleck" - wär a tolle Sache gewesen für viele interessierte Landwirte, um deren Betrieb zu vergrößern und zu sichern

nur schön weiterschimpfen über die Bauern - Ergebnis wird sein, dann gibts halt nur mehr 1% oder 2% - wir haben genau dass, was auch die Genossen von der SPÖ (angeblich) nicht wollen - noch mehr Industrielandwirtschaften, Monokulturen, mehr Arbeitslose - nicht nur Bauern, sondern auch Zulieferer, Verarbeiter, was auch immer - und dann gleich ganz weg mit Ihnen und die Landschaften schauen dann aus wie in Osteuropa oder so

und dann werdens Jammern - die Roten und die Grünen - weil´s plötzlich hässlich is in der Landschaft, weil ungepflegt etc. - schlecht für Tourismus und so

seien wir doch froh, dass wir die Bergbauern noch haben, die die Landschaft halbwegs pflegen - kein Beamter oder Angestellter würde für die paar Kröten, die denen bleiben, dermaßen schwitzen und sich anstrengen - zu jeder Jahreszeit wohlgemerkt - aber Hauptsach Klassenkampf

allen voran der "rote" Tumpel - gerade der sollte am ruhigsten sein - seine Frau saß im Aufsichtsrat der BAWAG (sicher hoch dotiert bei keiner Leistung) und wusste sicher nix von Flöttl und Elsner und Co - da lachen die Hühner - aber über die Bauern herziehen - soll mal vor seiner eigenen Tür kehren

Ich kenn keine Bauern, die mit 51 oder 52 (so wie der durchschnittliche ÖBB´ler) in Pension gehen können, und wenn doch, dann kriegens wahrscheinlich die fetten 700 Euro Mindestpension, damit könnens sicher leben...............

und ein Maurer, Elektriker etc. kann auch net mit 51 daheim bleiben, wenn die in die Pensi gehen, sind die tatsächlich körperlich hin und die Eisenbahner lachen sich eines - andererseits recht habens - wären blöd, würden sie das System nicht ausnützen, schade nur, dass es für viele andere net geht


josefderzweite antwortet um 30-01-2012 19:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
durchschnittlicher MONATSlohn von 13.000 bzw OHNE förderung 6.000.............aha

GEWINN von 20.000 euro bei 15ha LN ...............soso

Müde bin ich geh zur Ruh, mache meine Äuglein zu.


tch antwortet um 30-01-2012 19:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Hallo Gottfried

lt. Indianerlandwirt verdient ein Bauer 6000€ oder 13000€ Euro im Monat... ein Hackler etwas mehr...

lt Studien gibt der sogenannte Verbraucher im Schnitt 11 % Prozent seines Einkommens für Lebensmittel aus.... kein Wunder das die Verbraucher bei niedrigen Preisen fett und faul werden.

30-60 Euro pro Stunde verdient also der Landwirt bei 200 Stunden im Monat..... klingelts endlich?

tch


179781 antwortet um 30-01-2012 20:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
"Da hast du teilweise Recht (abgesehen davon, dass du Jahres- und Monatslohn verwechselt hast)."

Genau lesen hab ich geschrieben, dann klingelts

Gottfried

PS:
Und den Typen mit den 20000 Euro Gewinn kenne ich genauer. Die haben 14 Kühe zu Hause, die melkt die Frau. Er geht 3/4 vom Jahr im Pfusch am Bau arbeiten. Einen Großteil der Maschinen an Hof hat sein Vater von dem Geld und der Abfertigung aus seinem ausserlandwirtschaftlichen Beruf gekauft. Betriebskosten wie Diesel, Reparaturen zahlt er vom schwarz verdienten Geld. Und am Jahresende zieht er von den Einnahmen aus der Landwirtschaft die Kosten für Futtermittel und Düngermittel ab und das ist sein "Gewinn".


Zudi antwortet um 30-01-2012 20:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Was so ein Fehler von Verwechslung Mohnatseinkommen mit Jahreseinkommen doch für Emotionen auslöst .!!!!


milkmann antwortet um 30-01-2012 21:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
INDIANERLANDWIRT ICH WÜRDE FÖRDERUNGEN (AUSGLEICHSZAHLUNGEN) SOWIESO NUR BIS ZUR HÖCHSTBEMESSUNGSGRUNDLAGE DER SVB AUSBEZAHLEN!
SPAREN SICH DOCH SOLCHE BETRIEBE ÜBER DER BEMESSUNGSGRUNDLAGE DIE SVB BEITRÄGE!
DIESE BETIEBE KÖNNEN DURCH DIESEN VORTEIL KOSTENGÜNSTIGER PACHTEN HABEN NEBENBEI BESSERE FLÄCHENAUSSTATTUNG GRÖSSERE FELDSTÜCKE!
DAHER SOLLTEN SOLCHE BETRIEBE ÜBER DER BEMESSUNGSGRUNDLAGE KEINE FÖRDERUNGEN MEHR ERHALTEN!


eiba antwortet um 30-01-2012 21:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
@milkmann
Wäre auch eine Lösung, wäre auch vorstellbar, aber leider spün´s sa´s net.


tch antwortet um 30-01-2012 21:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Ihr braucht keine AK als Feind... es ist schlimm genug das der Neid euch selbst auffrisst....

tch


may antwortet um 30-01-2012 21:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Die Höchstbemessungsgrundlage in der Sozialversicherung ist für alle gültig, nicht nur für die Bauern
Dass das gerechnete Einkommen bei der SVB so hoch ist ist ein eigenes Kapitel (hängt damit zusammen, dass lt. Grünem Bericht verglichen wird, wie hoch ist der Einheitswert und was verdienen diese Betriebe - und da die viehhaltenden Betriebe in den sog. schlechten Lagen mit geringen Hektarsätzen auch ein passables Einkommen erwirtschaften ist die Berechnung so gestaffelt). Dass das für einige nicht passt ist immer ein Problem der Durchschnittsrechnung - Extremfall: 1 ha Kräuteranbau <--> 1 ha Getreide für Verkauf

:) Ich würde das Pachten verbieten, dann gäbe es die Diskussion nicht - nicht selbst bewirtschafteter Grund wird vom Staat eingezogen und an Bedürftige Besitzlose verteilt :)


179781 antwortet um 30-01-2012 21:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
) Ich würde das Pachten verbieten, dann gäbe es die Diskussion nicht - nicht selbst bewirtschafteter Grund wird vom Staat eingezogen und an Bedürftige Besitzlose verteilt

Der war gut! Und die AK und Vier Pfoten bilden ein Gremium, welches entscheidet, wer was bekommt.
Dann herscht endlich Gerechtigkeit.

Gottfried


biolix antwortet um 30-01-2012 23:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Hallo !

Fakt ist es gitb fast keine Modulationen, aber durch die Höchstbemessung und Kostendegression als größerer betrieb, kannst dir leicht pro ha bis 300 EUro holen, das kann ein anderer nie aufholen, und wie schon mal hier lange diskutiert, ich kenne kein anderes SV System das umgekehrt degressiv ist...
Also die kleinen Einheitswerte werden höher zu Kasse gebeten als die Großen und bei der Höchstbemessung ist es dann sowieso aus..
Somit ist es schon für viele Betriebe ( kenne auch einige ) ein Anreiz in die Höchstbemessung zu kommen, um eben dann mit Vollgas weiter udn weiter zu pachten, mit einem Vorsprung den keiner sonst hat.....

Dies könnte ganz leicht mit höheren Modulationen im Fördersystem ausgeglichen werden, nur wer will das bzw. warum sind die kleineren Betriebe zu schwach das zu fordern ?

lg biolix


baerbauer antwortet um 30-01-2012 23:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
@ alle
na damit alle gerecht SV Beiträge zahlen und alles versteuern, würde sich doch eine Ein-Ausgaben Rechnung bzw. Buchhaltung anbieten.
Aber davor scheut sich die Regierung, da sie ja genau weiß dass dann wahrscheinlich gar nix mehr reinkommt.
Habts schon recht, die Großbauern tun sich leichter beim Pachten, aber
@may
dein Pachtverbot ist kompletter blödsinn - da macht niemand mehr etwas und wartet nur aufs Geld fürs nixtun.
Ohne Wettbewerb keine Weiterentwicklung und kein Ansporren!!!
lg



biolix antwortet um 30-01-2012 23:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Nachsatz zu meinem vorigen Eintrag: Das heißt für mich, das das gesamte Förderwesen eigentlich mehr den Großen nutzt als den Kleinen.. Hat wer ein Gegenargument dazu ?

lg biolix


baerbauer antwortet um 30-01-2012 23:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Ein Freund war im November in Australien, wo die Agrarproduktion komplett liberalisiert ist und war völlig erstaunt über die extrem guten Gemüsepreise. Er hat es hinterfragt warum es so ist: FAKT: alles was arbeit macht kostet eben Geld > das Fleisch am Teller ist gleich teuer als die Gemüsebeilage, weil eben das Rind wenig aufwand macht und Gemüse eben mehr (in Australien).
Da sollte man sich auch mal Gedanken machen ob die Agrarpolitik mit diesem Förderwesen Sinn macht bwz. gerecht verteilt ist.
lg
Christian


Fallkerbe antwortet um 31-01-2012 06:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?

Wenn wir davon ausgehen, das die FÖRDERGELDER eine LEISTUNGSABGELTUNG sind, dann ist doch absolut zwingend logisch, das der der viel leistet mehr LEISUNGSENTGELT-FÖRDERUNG erhält als jemand der nur einige wenigie Häktar leistet.

Aber leistungsgerechte entlohnung kann eine Drohung sein ;-)






Indianerlandwirt antwortet um 31-01-2012 07:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Danke für die Antworten

Es tut mir leid, dass ich Monatslohn mit Jahreslohn vertauscht habe.

Zur Höchstbemessungsgrundlage ist mir noch was aufgefallen. Menschen in Österreich die, egal in welcher Arbeit, in die Höchstbemessungsgrundlage der SVB fallen, zahlen bei Kauf eines Bauernhofes in Österreich auch keine SVB Beiträge.

Mir fällt jetzt nur ei österreichischer Schauspieler und ein Kärnten Ex-Banker ein. Obwohl ich nicht weiß, ob beide tatsächlich soviel verdienen. Auch hier ist das Wettbewerbsverehrung, das sie für deren Bauernhöfe keine Sozialversicherung der SVB mehr bezahlen müssen aber Agrarförderung erhalten. Bei Klein und Groß-Landwirtschaft.


josefderzweite antwortet um 31-01-2012 08:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Also die verwechslung von Monatslohn mit Jahreslohn ist keine Kleinigkeit. Speziell für Nichtlandwirte die hier auf einmal lesen dass der Bauer nebenan im Schnitt 13.000 euro im monat kassiert, der arbeiter selber vielleicht 1500euro im monat bekommt, davon 700euro für die wohnung 300fürs auto und lebenserhaltung für 2 erwachsene und 2 kinder verbraucht.

also an diejenigen für die dieser verschreiber eine labalie ist - mal halblang und nachdenken


atomix antwortet um 31-01-2012 09:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Ich bin durch meinen Nebenerwerb seit einigen Jahren auch über der Höchstbeitragsgrundlage der SVB. Ich wusste gar nicht, dass man da so schnell drüber kommt. Der Wettbewerbsvorteil beim Pachten macht tatsächlich so 200 bis 300 Euro je ha aus. Aber warum soll ich nein sagen, wenn es das Gesetz so vorsieht ...


biolix antwortet um 31-01-2012 09:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Hallo !

danke Atomix, endlich ein Ehrlicher !!

Und darum geht es ja "Leistungsgerecht" Förderungen zu verteilen, darum gehört die selbe Modulation/Degression angewandt wie wir sie leicht berechnen können auf Grund der SVB Degression und der Größen-Kostendegression !

lg biolix



179781 antwortet um 31-01-2012 12:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Die Moral von der 'eschichte:
Die Abgaben in der Landwirtschaft gehören auf Basis von Buchhaltungsergebnissen und nicht nach dem total überalterten Einheitswert berechnet. Dann wird es ein wenig gerechter.
Eine Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage wäre dann auch denkbar, weil wer wirklich sehr viel Gewinn macht, kann auch mehr für das System einzahlen.

Gottfried


biolix antwortet um 31-01-2012 13:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
mahlzeit !


allein wenn ich denke das noch über 90% sicher in der Pauschalierung sind, und der Mehraufwand zur Bürokratie eh schon, inkl. eben die Älteren und die Kosten für den Steuerberater etc. na dann weiß ich eben jetzt schon das es eine Änderung des Fördersystems da ja jetzt ansteht ein leichteres ist... da reden ja viele "Nicht nur mit der Gießkanne"... d.h. Leistungsbezogen genau eben.. ;-)
Da man ja auch wie ich schon mal geschrieben habe, unbedingt 10 Jahre Übergangszeit auch zugestehen sollte..

lg biolix


Hirschfarm antwortet um 31-01-2012 18:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
@biolix: Gegenargument:

Gewinn pro ha incl. Ausgleichszahlungen: 600€ minus Sozialversicherungskosten

Beispiel 1: 50 Betriebe mit je 20 ha also 1000 ha bewirtschaftete Flaeche.

Der kleine Einzelbetrieb erwirtschaftet 12000 € Gewinn (weil er mit alten Maschinen wurschtelt) und muss davon 6000 € SV Beitraege bezahlen. Das heißt ihm bleiben 6000 € übrig oder 300€/ha. Die Haelfte vom Gewinn verschwindet im sozialen Nirwana.

Beispiel 2: Ein Betrieb pachtet die 50 Betriebe. Da er mit Fremdkapital und Fremdarbeitskraeften und teuren Maschinen arbeitet macht er trotz rationeller Bewirtschaftung auch nur 600€ Gewinn pro ha.
Da er sagt ihm genügen 100 000€ Jahresgewinn nimmt er sich 100 € pro ha. Weiters ist er in der Höchstbemessungsgrundlage bei der SV (Jahresbeitrag 16000) daß heißt er nimmt vom Gewinn nochmal 16 €/ha. Bleiben also: 600Gewinn minus 100 Gewinnanspruch Paechter minus 16 SV=484€

Das heißt er zahlt dem kleinen Grundeigentümer 484 €/ha mal 20 ha = 9680€

Fazit: Die kleinen Grundeigentümer profitieren bei Verpachtung um 3680€ pro Jahr ohne auch nur einen Handgriff zu tun und das Geld bleibt in den laendlichen Gemeinden.

Nachteil: Das sozialistische Nirwana hat ein etwas größeres schwarzes Loch.

mfg




biolix antwortet um 31-01-2012 20:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Hallo !

Genau HF, und um das SVB schwarze Loch geht es ja auch, das dann noch mehr entsteht, und warum soll das "Sozialistisch" sein, sind ja wieder Ö Steuergelder, im "Schwarzen" REich und von angeblicher guter Wirtscahftspolitk......

Und bei dem 50 Betrieben die er pachtet, die er ja dann sicher mit weit wenigeren Arbeitskräften macht, als sie früher die Familien bewirtschaftet, die Arbeitsplätze sind für fast immer verloren...
Gar nicht zu reden vom kulturellen Verlust am Land etc.

lg biolix


Bewerten Sie jetzt: Belohnt unser Sozial- und Agrarfördersystem „flächenreiche“ Betriebe?
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
message;326386




Landwirt.com Händler Landwirt.com User