Kleinlandwirtschaft ohne Förderung

Antworten: 14
bansohanso 04-01-2012 13:33 - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Nachdem die Förderungsperiode ja dieses Jahr ausläuft und ich die nun verpachteten Flächen selbst
bearbeiten will stellt sich mir folgende Frage:

Zahlt es sich überhaupt aus Förderungen zu beziehen oder bin ich mit selbstversorgung und direktvermarktung (Frundeskreis und Familie) nicht besser drann.

Ich habe 2,5 ha Wiesenfläche auf 1300m seehöhe, wobei ein knappes Hektar davon Magerwiese (bis jetzt WF) mit Annika, Enzian und Silberdisteln bewuchs ist.

Einen Teil der Fläche würde ich auch bei Förderungsbezug rausnehmen, da ich zumindest Kartoffel für den Eigenbedarf anbauen will und Fläche für die Hühnerhaltung brauche.

Als Bewirtschaftung wären mir bis jetzt Schafe und Ziegen (auch für Milch) vorgeschwebt, hier könnte ich noch ein wenig Weidefläche aufschließen (wobei vermutlich nicht Förderungskonform).

Wenn das ganze ohne Förderung passieren würde, wäre ich natürlich viel flexibler bezüglich z.b.: Hühnerhaltung, Getreideanbau im kleinsten Maßstab und und und.

Das zum Überleben und zur Kofinazierung der Landwirtschaft nötige Einkommen ist sowieso vorhanden.

Wie seht Ihr das, flexibel und weniger Geld oder unflexibel dafür zumindest ein kleines Zubrot?



golfrabbit antwortet um 04-01-2012 15:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Nun ich denke wenn Annika jung und hübsch ist brauchst du für deine Magerwiese keine Förderung, besser wäre eine Decke, allein schon wegen der Silberdisteln.


hoizknecht antwortet um 04-01-2012 15:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung

Sind ein paar hundert € den Bürokram wert?




waldorf antwortet um 04-01-2012 17:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
1. ÖPUL und EBP laufen nicht heuer aus, sondern laufen bis inkluslve 2013. Denkbar wäre auch ein
Verlängerungsjahr, so wies bei den letzten beiden Programmen schon der Fall war

2. Vergiß die Förderung am besten gleich wieder. Der Ertrag steht bei so kleinen Fläche in keiner
Relation zum Aufwand. Oft haben gerade die ganz kleinen Betriebe die größten Probleme, die
Vorschriften einzuhalten. Außerdem bekämst du kaum was heraus. Und es ist sowieso fraglich ob du
eine wahrscheinlich erforderliche Mindestbetriebsgröße überhaupt erreichst (bin mir jetzt nicht sicher
aber glaube ist im derzeitigen ÖPUL 2,5 ha)


melchiorr antwortet um 04-01-2012 18:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Hallo!
Der Aufwand steht in keiner Relation zum Ergebnis. Auf eine Betriebsprämie hast du sowieso keine Chance, siehe folgenden Link und beim ÖPUL besteht ein Einsstiegsstopbis zum neuen ÖPUL 2014.

http://www.ama.at/Portal.Node/ama/public?gentics.rm=PCP&gentics.pm=gti_full&p.contentid=10008.87494&MB_Neubeginner_2011.pdf
lg.herbyy


schellniesel antwortet um 04-01-2012 19:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
@waldorf

nein 0,3 ha für Öpul und Schläge unter 0,3ha werden sogar höher gefördert aber wie gesagt einstieg ist eh nicht mehr Möglich!


carver antwortet um 04-01-2012 21:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
"Der letztmögliche Einstieg in Maßnahmen des ÖPUL 2007 ist mit dem Herbstantrag 2008 für das Antragsjahr 2009 möglich. Ab dem Herbstantrag 2009 (Antragsjahr 2010) besteht ein Einstiegstopp für Maßnahmenneubegründungen."

@schnellniesel
"Mehrfachantrag-Flächen im 1. Teilnahmejahr:
Bei den Maßnahmen „Begrünung von Ackerflächen“ und „Mulch- und Direktsaat“ (MZ) ist für das Zustandekommen
des Fördervertrages lediglich der Herbstantrag erforderlich. Damit bei allen übrigen Maßnahmen eine gültige
Verpflichtung (Fördervertrag) zu Stande kommt, ist nach dem Herbstantrag im darauf folgenden Frühjahr (1.
Teilnahmejahr) ein Mehrfachantrag-Flächen (Abgabefrist: 15.05.) erforderlich, in welchem mindestens folgende
Flächen in Österreich ausgewiesen sein müssen:
- 0,3 ha bei Flächen im geschützten Anbau oder
- 0,5 ha Spezialkultur- oder Weinflächen oder
- 2,0 ha landwirtschaftliche Nutzfläche oder
- 3,0 ha Almfutterfläche mit einem Tierbesatz von mindestens 3,0 RGVE (Raufutterverzehrende
Großvieheinheiten) bei Almbetriebe"

"kleinschlägigkeit" gab es nur im 2000er, nicht im 7er ÖPUL

http://www.ama.at/Portal.Node/ama/public?gentics.rm=PCP&gentics.pm=gti_full&p.contentid=10008.56401&MEB_Allg.pdf

lg carver


emggg antwortet um 04-01-2012 22:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Befrag dich bei deiner BBK welche Möglichkeiten du hast.Gerade als Kleinbetrieb must dir holen was dir zusteht.
Solltest für diese Periode nichts mehr bekommen,dann bring deine Weidefläche fürs nächste Programm in Ordnung


schellniesel antwortet um 04-01-2012 22:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
@carver
Warum bekomme ich dann im 07 Öpul mehr nur aufgrund dessen das sie kleiner als 30ar sind und das sogar in der Projekt Bestätigung so angeführt wurde?

Mfg Andreas


carver antwortet um 05-01-2012 01:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
WFR-Flächen?

lg carver


bansohanso antwortet um 05-01-2012 08:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Naja an den Antworten sehe ich schon, das mich die Laune mich mit dem Förderungsthema auseinander zu setzen schon verlässt, wenn ich nur die Hälft verstehe von dem was da geredet wird.
Aber die kurz Zusammenfassung ist, erst ab 2014 relevant weil nächstes Jahr noch zu Öpul 07 gehört und
den ganzen Aufwand nicht wert?
Wenn die Förderung noch nächstes Jahr läuft dann werde ich wohl den Pachtvertrag auch erst mit nächstem Jahr auflösen, da mir das unfair erscheinen würde dem Pächter den Grund im letzten Jahr zu entziehen.

@carver was meinst du mit wfr flächen?


melchiorr antwortet um 05-01-2012 15:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Hallo!
@bansohanso
Wenn dein Pächter schon ab 2007 beim ÖPUL 2007 war kann er auf Antrag jederzeit aussteigen, siehe Formular:

http://www.ama.at/Portal.Node/public?gentics.rm=PCP&gentics.pm=gti_full&p.contentid=10008.92103&25_Formular_B_N_O_S_St_W.pdf

lg. herbyy


WaVe antwortet um 15-02-2012 23:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Hallo!

Zunächst mal meine Ansicht der Dinge. Ein Landwirt sollte ohne Förderung das Auslangen finden. Nur ist die Landwirtschaft in Österreich alles andere als rentabel- deswegen die Förderungen. Wir danken hierbei recht herzlich der EU, für ihre Billigprodukte aus dem Ausland. Aber auch der Landwirtschaftskammer und der Politik, welche dieses treiben alle samt nicht verhindern.
Was will ich hiermit vermitteln?
Leg deine Landwirtschaft so aus, dass dir jegliche Freiheiten bleiben.
Betreibe Direktvermarktung
Nimm keine Förderungen entgegen

Es ist machbar, ich mache es auch so! Wenn du mehr erfahren willst... schreib einfach!


Weide1 antwortet um 16-02-2012 06:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Klartext: Bin schon vor Jahren aus dem ganzen Förderkram ausgestiegen, habe mir meine Flächen so gestaltet wie ich sie für meine (geringstmögliche) Bewirtschaftung brauche. Wie schon ein Vorschreiber festgestellt hat: Der ganze Aufwand für ein paar Hunderter und dann die Auflagen.... steht nicht dafür. Habe mit meiner Bewirtschaftung jetzt eigentlich mehr als mit Förderung. Schätze dass da in der nächsten Periode noch mehr aussteigen werden, da es meiner Einschätzung nach mit den Förderungen eh immer umständlicher wird. Die Verwaltung der Förderungen verschlingt ja ohnedies einen Haufen Geld. So jetzt geh ich Schneeschaufeln. Schönen Tag noch.


chn antwortet um 27-02-2012 19:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kleinlandwirtschaft ohne Förderung
Hallo golfrabit

Das ist die beste Antwort auf eine Frage die ich hier je gelesen habe.


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