Das neue Bauernlegen

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Muuh 30-11-2011 08:28 - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Ist zwar lang aber absolut lesenswert

Zum Kampf der Milchbauern unter Weltwirtschaftskrise und Klimawandel
Das neue Bauernlegen
Von Lothar Gothe

Nach dem 30jährigen Krieg verschwanden immer mehr eigenständige Bauernhöfe. Die Grundherren kauften die Höfe unter Anwendung von Druckmitteln auf, oder eigneten sich wegen der Pest leer stehende an und vergrößerten ihre Güter immer weiter. Erst Friedrich II. verbot 1749 durch ein Edikt, Bauernland zum Gutsland einzuziehen. Diese Art von erzwungenem Höfesterben nannte man Bauernlegen. Auch heute nimmt die Zahl der eigenständigen Bauernhöfe ständig ab. Seit dem Verfall des Milchpreises steigt die Zahl der Hofaufgaben immer schneller.


Es stellt sich nun die Frage, ob dies eine unvermeidliche Folge der „freien Marktwirtschaft“ ist (weil eben das Angebot die Nachfrage dauerhaft übersteigt), oder ob auch hier Druckmittel angewandt werden, ob auch heute kapitalkräftige und mächtige Kräfte die Bauern mit unsauberen Mitteln in die Enge treiben, um an ihr Land zu kommen. Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir das ganze Umfeld in den Blick nehmen, in dem der neuerliche Verfall des Milchpreises stattfindet.

Inflationsangst

Wir befinden uns in der größten Wirtschaftkrise seit 1929; um den globalen Absturz zu vermeiden, mussten die Staaten angeblich allüberall die Banken retten. Die Folge sind derartig gigantische Staatsverschuldungen, dass eine normale Rückzahlung durch Steuergelder völlig unmöglich erscheint: Eintausendsechshundert Millarden = 1,6 Billionen Euro! Eine ganze Generation wird das nicht leisten können, selbst wenn sie nicht noch die anderen schweren Hypotheken zu tragen hätte, wie Klimawandelfolgen, Atommüllkosten, Kriege, Terrorismus, Flüchtlinge usw.


Sowohl die Regierung als auch die Opposition bleiben uns beharrlich die Antwort schuldig. Stattdessen beten sie uns wie Automaten einfach immer weiter ihr kindisches Mantra vom ewigen Wachstum vor, was wie das liebe Wirtschaftsjesulein über uns komme und alles wieder gut mache. Einige Wirtschaftswissenschaftler deuten aber den einzigen “Ausweg“ an, der zu erkennen ist: Die INFLATION. Deshalb ist ja auch nicht verwunderlich; dass z.B. der Goldpreis immer neue Höhenrekorde bricht. Und es überrascht auch nicht, dass private und professionelle Anleger zunehmend ihr Geld in Immobilien stecken.

Jagd nach Land

Inzwischen ist aber ein derart entfesselter Ansturm auf Land losgebrochen, dass die Inflationsangst kaum die alleinige Ursache sein kann. Gewaltiges Kapital tobt im Augenblick um die Welt und kauft oder pachtet alles Ackerland, alle Weideflächen, allen Wald, deren es habhaft werden kann. So kaufen Regierungen oder staatsnahe Betriebe von China, Japan, den arabischen Ölstaaten etc. Land in Afrika und Südamerika, aber auch in der Ukraine, Rumänien oder Wald in Russland auf. Gerade auch die Banken und die Finanzspekulanten, welche die Weltwirtschaftskrise verursacht haben, investieren jetzt in Land. Auch bei uns werden milliardenschwere Fonds für Land und Wald aufgelegt, auch bei uns kaufen Kapitalgesellschaften landwirtschaftliche Betriebe (vor allem im Osten); so verkauft z.B das Land NRW der Allianzversicherung riesige Forstflächen in der Eifel.


Dieses exzessive Ausmaß neuartiger Landnahme ist wohl kaum allein mit der Inflationsangst zu erklären. Verständlich wird die Gier nach Boden aber, wenn wir uns die Prognosen der Wissenschaften zu den Folgen des Klimawandels auf die weltweite Landwirtschaft betrachten und uns dabei die Bevölkerungsentwicklung vor Augen halten.


So gehen vor allem wegen der zunehmenden Erderwärmung immer mehr Ackerböden und Weideflächen verloren. In den letzten Jahren vertrockneten Millionen Hektar Weizen in China ebenso wie in Australien und in den USA. In Argentinien und Paraguay z.B. wurde wegen der Dürre der Staatsnotstand ausgerufen. Tausende Rinder verdursteten. In Südasien und auf den Philippinen vernichteten starke Stürme und Regenfluten Acker- und Reisland.

Gleichzeitig nimmt die Zahl der Esser zu, die Weltbevölkerung soll von heute 7 Milliarden bis 2050 auf 9 Milliarden wachsen!

Beide Entwicklungen sind in nächster Zukunft nicht mehr zu verhindern. Es ergibt sich aus dieser Zwickmühle, dass wir vor einem wachsenden Nahrungsmittelmangel stehen. Anfang 2008 gab es bereits einen Vorgeschmack davon, als mit dem Ölpreis die Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt stiegen, bis in den ärmsten Ländern wie in Honduras Hunger-revolten ausbrachen. Erst durch die Weltwirtschaftskrise entspannte sich diese Situation wieder. Die Zahl der Hungernden sollte bis 2015 auf 400 Millionen gesenkt werden, sie ist aber bis heute auf 1 Milliarde angestiegen!

Nun sollte man denken, dass die Bauern die großen Gewinner seien und dass die Preise für Weizen, Fleisch und Milch im Hinblick auf den kommenden Mangel nur so in die Höhe schießen - doch das Gegenteil ist der Fall. Was die Milch angeht, leiden die Bauern in krassem Gegensatz zum weltweiten Nahrungsmittelmangel an einem Überschussproblem. Vordergründig sind die Überschüsse der Grund für den Preisverfall der Milch und die Notsituation der Bauern. Der Markt, so unisono Politiker und Wirtschaftsbosse, reagiere hier nur nach Angebot und Nachfrage, es sei daher eine völlig normale Entwicklung. Wie aber kommen diese andauernden Überschüsse zustande? Natürlich weil die Bauern zu viel produzieren.

Aber warum produzieren die Bauern andauernd zu viel Milch, obwohl sie doch am eigenen Leibe spüren, dass sie sich selbst schaden? Also dumme Bauern als Ursache für den Preis-verfall der Milch? So dumm, systematisch den eigenen Ast abzusägen, kann eine ganze Berufs-gruppe gar nicht sein. Wenn es so an die Existenz geht, dann hätten Agrarwissenschaft, Berufsverband und Politik längst Regelungen finden und durchsetzen müssen, um gegenüber dem Handel einen auskömmlichen Preis durchzusetzen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Notlage der Milchbauern sich aus mehreren Ursachen speist, welche bösartig zu Lasten der Bauern zusammenwirken.


Wachsen und Weichen

Die Berater der Landwirtschaftskammern, ein großer Teil der Agrarwissenschaftler, die Großkopferten des Bauernverbands, die Fachpresse, die Lehrer an den Landwirtschaftsschulen, sie alle predigen seit den Jahren der „grünen Revolution“ in den 50ger und 60ger Jahren das „Vater unser“ des ständigen Wachstums: Wachstum an Fläche, an Tieren, Intensivierung der Produktion, ständige Aufrüstung des Maschinenparks, wachsender Einsatz von Agrarchemie. Wachsen oder Weichen, dieser widerwärtige Spruch ist den Bauern gehirnwäschemäßig von allen Seiten eingetrichtert worden.

Dieses Wachstum wurde aber nicht etwa einem „freien“ Markt überlassen, wie Medien und Wirtschaft uns weismachen wollen. Es wurde vielmehr gezielt gelenkt durch vielerlei Gesetze und Verordnungen und durch finanzielle Förderungen. Der Subventionsteufel, so zeigte sich bald, schiß immer auf die größten Haufen, er tut es heute noch. Alle Vorteile wurden den großen und industriemäßig produzierenden Betrieben zugeschoben, Nicht nur die höchsten

Prämien kassieren sie, sie profitieren auch überrepräsentativ von Export-erstattungen, Dieselvergütung, von billigen Krediten, Mengenrabatten, Hygienevorschriften, welche für Kleinbetriebe nicht bezahlbar sind usw., usw.


Die Banken finanzierten das Höfewachstum gern mit Krediten, die Vergrößerung der Höfe auf Pump wurde als normales Geschäftsgebaren hingestellt. Durch Züchtung von Turbokühen und immer stärkeren Einsatz von überseeischem Kraftfutter wurde die Milchleistung der Tiere immer höher geschraubt. Überschüsse wurden über lange Jahre mit dem Einsatz von Milliarden Steuergeldern zu Dumpingpreisen in die Dritte Welt exportiert - mit schlimmen Folgen für die dortigen Kleinbauern. Agrarsubventionen machten Kühlhausbesitzer zu Millionären, ebenso Transportunternehmer.


Bei dieser Art von Wachstum profitierten auch andere Industriesparten wie Maschinenbau und Chemie. Die Landwirtschaft konnte immer weniger aus eigener Kraft bestehen, sie wurde immer abhängiger von Außenkräften, die letztendlich alle vom Ölpreis abhängen. Nicht nur bei den spritschluckenden Traktoren, auch bei Düngemitteln und Transporten.

Hilfe als Mogelpackung

1984 führte die EU angesichts der Überschüsse die Milchquote ein, um die Menge zu begrenzen. Es blieb aber merkwürdigerweise immer dabei, dass viel mehr als 100% des europäischen Bedarfs produziert wurden. Somit wurde der Bauer ständig zum Verlierer, der Handel und der Verbraucher zu Gewinnern.

Die Politik schien also immer wieder neue Schritte zum Schutz der Bauern einzuleiten wie die Quote, die Exporterstattungen, die Lagerhaltung. Doch auf scheinbar teuflische Weise schlugen die Schutzmaßnahmen regelmäßig fehl.

Da der Erzeugerpreis für das Kilo Milch fiel (oder nicht mit den Kosten stieg), musste die vergrößerte Menge den Gewinn bringen, und sei es durch Überlieferung. Und so wurde das Rattenrennen von allen Seiten angeheizt: von der Wirtschaft, der Politik, von den wissenschaftlichen Instituten, den Hochschulen, von den Landwirtschaftskammern und auch von den Funktionären des Bauernverbands. Viele Bauern, die ganz auf „Wachsen oder Weichen“ gesetzt haben und sich dabei verschuldeten, kommen aus dem Hamsterrad nicht mehr raus. Sie müssen nun immer weiter wachsen, rationalisieren, mechanisieren. So wurden sie immer abhängiger von Industrieprodukten und vom Ölpreis.

Spiel mit gezinkten Karten

Es ist wahrscheinlich eben kein Zufall, dass die Mengenregulierungsversuche der EU-Politik jedes Mal wieder fehlgeschlagen sind. Es lag eben nicht im Interesse der mächtigen Wirtschafts- und Handelskonzerne, den Milchbauern eine gewisse Marktmacht einzuräumen. Echte Maßnahmen zur Mengen-begrenzung wurden deshalb nicht auf den Weg gebracht. Es waren die Bauern selbst, die das falsche Spiel durchschauten: Sie gründeten daher den

BDM (Bund deutscher Milchviehhalter), um ihre wahren Interessen vertreten zu können. Dabei wären diese recht einfach durchzuführen, wie die Vorschläge des BDM zeigen.

Warum z.B. kann die EU nicht umgehend die „Überlieferer“ mit hohen Strafgebühren so stark belasten, dass Überliefern richtig Geld kostet, und auf der Gegenseite dann das Strafgeld den „Unterlieferern“ zum Ausgleich für ihre Marktdisziplin geben? Da die Landwirtschaft für ca. 15 % der Klimagase verantwortlich ist, wäre die Mengenreduzierung auch Klimaschutz. Denn gegenüber der industriealisierten Hochproduktion fällt weniger Transport und Lagerhaltung an. Weniger Kraftfutter (1 kg Kraftfutter = 2 kg Milch) und Dünger müssten eingesetzt werden. Stattdessen werden immer weiter die alten Scheinlösungen wie Exportsubventionen und Lagerhaltung vorgeschlagen oder sogar vom Bauernverband gefordert.


Wirksame Vorschläge werden also beharrlich ignoriert. Dies zeigt, dass eine wirkliche Mengenregulierung und eine tatsächliche Preisstabilisierung in Wahrheit von der Ablehnungsfront gar nicht gewollt ist. Sonst hätten sie auch unbedingt die Quotenerhöhung Anfang 2009 aussetzen müssen. Nachdem sich durch die Protestaktionen des BDM und die anziehenden Weltmarktpreise der Milchpreis stabilisiert hatte, war doch jedem klar, dass die Erhöhung der Milchmenge einen neuen Preisverfall einleiten würde.

Nicht Unfähigkeit war hier also am Werk, sondern böser Wille! Dies zeigt sich auch an den „Hilfsmaßnahmen“, welche die Bundesregierung zur Besänftigung der Milchbauern auf den Weg brachte: So erwies sich die höhere Diesel-rückerstattung als Mogelpackung, denn sie half den Milchbauern kaum, den Ackerbauern hingegen viel. Ein politisches Täuschungsmanöver.

So wie es also aussieht, scheint die Landwirtschaft in Deutschland, zumal was Milchviehbetriebe angeht, keine wirtschaftliche Zukunft zu haben. Anscheinend ein absterbender Wirtschaftszweig, wie die Textilindustrie, wie der Bergbau. Man sollte daher meinen, dass das Kapital einen großen Bogen um Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion macht. Doch wir sehen, das Gegenteil ist der Fall: Ein nie gekannter Ansturm auf Land hat eingesetzt, weltweit!

Bauernlegen

Der Grund ist so einfach wie hinterhältig: Während hier noch die wirklichen Zukunftserwartungen durch künstlich hochgeschraubte Überschüsse vernebelt werden, handeln Banken, Kapitalgesellschaften und Spekulanten längst im Hinblick auf ein ganz anderes Szenario: Nahezu alle wissenschaftlichen Prognosen wie auch der Weltagrarbericht gehen von einem dramatisch anwachsenden Nahrungsmittelmangel schon in naher Zukunft aus.

Die unaufhaltsam ansteigende Weltbevölkerung trifft auf einen immer größeren Verlust von Ackerböden und Weideflächen fast überall auf der Welt, haupt-sächlich durch die Folgen des Klimawandels. Diese gegenläufigen Entwick-lungsstränge werden alle Lebensmittelpreise in ungeahnte Höhen treiben. Längst ist klar, dass weitere Effizienzsteigerungen durch Technik, Chemie und Gentechnik die Erträge nicht mehr steigern können. Im Gegenteil! Man muss also davon ausgehen, dass hier ein Überschussproblem künstlich erzeugt und aufrechterhalten wird, damit die Bauern mehr und mehr unter Druck gesetzt werden: Agrarwissenschaft, Institute, Lebensmittelindustrie und Handel, die Fachpresse, alle tuten in dasselbe Horn: Wachsen oder Weichen. Auch die Banken spielen bei diesem Kesseltreiben mit, indem sie jetzt Überbrückungs-kredite verweigern. Neben dem finanziellen Druck wächst auch der seelische: Depressionen greifen um sich. Die offenbar erwünschte Folge ist, dass viele aufgeben, dass die Hofnachfolger das Weite suchen, dass Verzweiflung in den

bäuerlichen Familien um sich greift.

So eröffnet sich den Kapitalbesitzern und Geldanlegern hinter den Kulissen die Möglichkeit Land und Wald zu erwerben, welches unter normalen Bedingun- gen niemals hergegeben worden wäre.


Welch eine widerliche Vorstellung. Dass nämlich genau die Finanzspekulanten, welche mit ihren kriminellen Finanzprodukten Milliarden abgezockt und eine Weltwirtschaftskrise hervorgerufen haben, mit eben diesem Beutegeld auch bei uns Bauernland und Höfe kaufen. Wenn dann demnächst die Überschüsse durch die globale Entwicklung verschwunden sind, und der weltweite Mangel an Nahrungsmitteln auf lange Zeit den Markt bestimmt, dann wollen SIE das dann so wichtige Produktionsmittel Land zu ihrer Verfügung haben. Dann
wollen SIE die Nutznießer der dann steigenden Preise sein.


Das alles zusammen betrachtet ergibt ein sehr böses Bild: EIN NEUES, MODERNES BAUERNLEGEN. „Unter Bauernlegen versteht man die Überführung von bäuerlichen Einzelbetrieben in Gutsbetriebe, wobei die Bauerhöfe ganz verschwinden. Durch das ökonomische Erstarken der Städte seit dem frühen Mittelalter wurde der Feudaladel in stets steigendem Maße Schuldner der städtischen Kapitalisten, und Geld wurde damit sein dringendstes Bedürfnis. Diesen Drang nach Geld konnte er am besten befriedigen, wenn er das Hofland auf Kosten des Bauernlandes ausdehnte und seine vergrößerte Gutswirtschaft durch erhöhte Arbeitsleistungen der übrig gebliebenen Bauern und der neuen Leibeigenen unterhielt“, so die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft.

Beim heutigen Bauernlegen werden bäuerliche Einzelbetriebe weniger in Gutsbetriebe, sondern vor allem in Kapitalgesellschaften „überführt“. Doch heute wie damals ist Geldgier die Antriebskraft der Akteure, ihr „dringendstes“ Bedürfnis. Da aber ein moderner Friedrich II. nicht in Sicht ist, der das Bauernlegen unter Strafe stellt, müssen wir jetzt vielleicht im Geschichtsbuch unter „Bauernkrieg“ nachschauen, wenn wir wissen wollen, wie es weiter geht. Wir müssen uns wehren. (PK)



Lothar Gothe hat in den 68er Jahren in Köln die Sozialistische Selbsthilfe Köln (SSK) mit gegründet. Inzwischen ist er Öko-Bauer im Oberbergischen.


 


gdo antwortet um 30-11-2011 08:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Ein grundsätzlicher richtiger und sehr guter Artikel ... vielleicht ein bißchen zu einseitig und ein bißchen zu übertrieben - aber grundsätzlich richtig.
Deckt sich absolut mit dem was ich aus Investitions- und Börsenkreisen weiß.
Hab ja auch schon gesagt, das Investoren und Investorengruppen Land in großem Stil aufkaufen.
Und natürlich geht es ums Geld - wann schon ist es um was anderes gegangen???

Was man dagegen tun kann?

Gar nix meines Erachtens.
Weil der Mob - oder die unteren 90000 ihren Schädel bei was anderem haben - z.B. den Peda verprügeln - oder sich einen Traktor zum Traktorfahren kaufen ... oder dies oder das.
Jeder ist sich selbst der Nächste - wie auch hier in diesem Forum tagtäglich bewiesen wird.

Daher wird es zuerst so kommen, wie im Artikel beschrieben .... die Großen kaufen halt immer mehr auf und die Kleinen verschwinden immer mehr ... die Schere geht weiter auf, viel weiter als man es sich jemals hat vorstellen können (weil der Mob vor dem TV und am Traktor, abgefüllt mit "Feel-Good-Viagra" sitzt und tagtäglich fetter wird) ... bis es dann halt in 5 oder 10 oder 20 Jahren knallt - weil von den untern 90000 in der Zwischenzeit die Hälfte arbeits- und brotlos sind - und sich daher den eh schon bekannten Radaubrüdern willig anschließen.

Aber davon will wie immer niemand was wissen ... und stattdessen tritt Falkerbe auf den Plan mit einer weiteren Predit und Dosis "Feel-Good-Viagra" und, wie die Politker, mit dem Hundertausendsten "alles ist bestens", es ist uns (den Maden die im Speck sitzen) doch noch nie so gut gegangen wie bisher.

Und daher sind solche Artikel letztlich vollkommen sinnlos und 100%ige Zeitverschwendung.
Oder wird auch nur ein einziger von Euch den Hintern deswegen einen cm nach links oder nach rechts verschieben????

Demzufolge - 1 + 1 = 2 .... geht es uns ja eh allen so gut. Und Falkerbe hat recht.

Wozu aber dann solche Artikel?
Stimungsmache? Politik? Reine Unterhaltung? Gut verpacktes "Feel-Good-Viagra"?
Allen geht es gut - aber ein Volk oder Berufszweig mit immerwährender Jammerei?
Wer kann das schon beantworten?

Daher ... ich bin für "weiter den Peda verprügeln" ... das macht richtig Spaß und wir können uns als ganz tolle Helden fühlen .... da brauchen wir dann ja nicht mal die blaue Pille ...


stallbub antwortet um 30-11-2011 09:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Das bauernlegen wird der finanzwelt aber ziemliich leicht gemacht, wenn ich mir die hassargumente von manchen leuten gegen die bauern am wirtshaustisch oder auch hier im forum anhöre oder lese.



theres antwortet um 30-11-2011 10:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Ja, frau denkt sich bei vielen Beiträgen auch ihren Teil.
Eigentlich ist es meines Erachtens eher Zeitverschwendung, hier zu schreiben.
Lese gerade, dass der Peda gegangen ist, da hab ich wohl vieles nicht mitbekommen.
Das Grundübel liegt bei den Pflanzen oft an der Wurzel, am Boden, wo liegt es in und bei der Landwirtschaft?

Wie konnten Bauernhöfe schlimmste Notzeiten überstehen und dann wie nach einem geheimen Plan einer nach dem anderen verschwinden?
Bei den Pflanzen weiß man, dass eine kranke Pflanze bestimmte Schädlinge anzieht,
was ist mit den Bauern und vor allem vielen Nachkommen los?
Warum machen in eigentlich schwierigen Verhältnissen wie z.B. in Berggebieten die Jungen weiter und in den Gunstlagen werfen sie reihenweise das Handtuch?

Warum ist die Arbeit des Landwirts so wenig geschätzt?
Was hat sich verändert, dass sich die Dörfer teilweise leeren, selbst in den Dörfern die kleinen Gemüsegärten verschwinden, weichen müssen für Rasen, Stein- und Kiesgärten?

Wenn die Lebensmittel so knapp werden, warum werden jungen Menschen die Wichtigkeit von Handy- Internet- und PC-Nutzung als Überlebenskenntnisse vermittelt, während Wissen und praktische Fertigkeiten von der Bestellung eines Gemüsebeetes bis zur Herstellung von selbstgekochtem Essen mehr und mehr schwindet? Warum gehen soviele handwerkliche Kenttnise unwiederbringlich verloren- und wir bedauern es nicht mal.

Kann es nicht sein, dass der mündige Zeitgenosse nicht mehr gefragt ist, sondern der Rundumkonsument, der von frühmorgens bis spätabends schuftet, um all dies zu kaufen, was eine weltweit und global agierende Wirtschaft für ihn vorhält?

Es sind nicht nur die Bauern am Verschwinden, die kleinen Bäckereien, die Fleischereien, die kleinen Lebensmittelgeschäft und eine Reihe von Handwerkern, auch die Siedlungen haben sich verändert,
während viele Jahre ein kleiner oder grösserer Gemüse und Obstgarten, ein paar Hühner, Kaninchen, Tauben, die Speisezettel aus Eigenversorgung aufpeppen mussten,
wird heute alles gekauft, weil es sich nicht mehr lohnt, weil es viel billiger kommt, es zuzukaufen, einfacher und bequemer ist es obendrein.

Und sich an den PC zu setzen und über alles was ist, zu jammern, das bringt auch nichts, weil die einen noch immer vom Schlaraffenland träumen und die anderen ganz grün vor Neid in die Tasten hauen.

Eigentlich schade in unserer Zeit, wo jeder Zugang zu Wissen und Bildung hat, wird es nicht genutzt,
selbst der Zugang zu Informationen hilft hier scheinbar auch nur wenigen, die die Zeichen der Zeit früher erkannten.

Was mir auffällt, während viele Bauerntöchter mit Vollgas das Weite suchen, kommen heute viele Frauen aus einem nichtlandwirtschaftlichen Umfeld in Höfe, andere Menschen erfüllen sich mit dem Kauf eines Hofes einen Lebenstraum.
So gesehen, ich finde es wichtig, dass sich auch die Landwirtschaft selbst besinnt, woran es liegt, dass die Kräfte von Aussen so wirken können.

Oder ist es uns wirklich so egal, dass das, was uns eigentlich am Nähesten kommt, das tägliche Essen, von woher auch immer und zu welchen Bedingungen auch immer erzeugt wird.
Der Schlagabtausch zwischen den verschiedenen Landbewirtschaftungsformen ist doch Wasser auf die Mühlen derer, die auf das Land spechten, die Grundlage allen Lebens ist der Boden und dem ist die Gesinnung des Bewirtschafters vollkommen egal, entweder es geht dem Boden gut oder er stirbt ganz leise und unspektakulär.

Deshalb, eigentlich ist es Schade, die Zeit hier zu verplempern, wir bräuchten ganz viele nicht nur fachlich sehr gut ausgebildete Landwirte, sondern die das Herz und Gefühl für den ihnen anvertrauten Boden bewahrt haben. Wir bräuchten aber auch Konsumenten, die sich dieses Wertes bewusst und dies nicht nur in einem veränderten Kaufverhalten, sondern in einer wertschätzenden Haltung den Landwirten nahebrächten.

Meist merken die Menschen erst immer im Nachhinein, wenn wertvolle Sachen verschwunden sind.
Lebensmittel als kostbares Gut, wertgeschätzt und geachtet- wohl ein Traum.



mfj antwortet um 30-11-2011 10:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen


Mein Gott Muuh´...

welchen „Alt-Linken Deppen“ willst du hier denn als Bauernretter verkaufen.

Seid ihr wirklich so naiv – ein SDS-Mitglied als „Durchschauer in Fachfragen“ auch nur ernstzunehmen.
Gothe hat sich als „fauler Student“ einen Namen gemacht, sein Leben lang nie gearbeitet...und für Kommunismus demonstriert.

Heute ist er am Ziel seiner Wünsche – er ist zum Bioimperialismus gewechselt, macht einen auf „volle Hose“ und kassiert Förderungen...

Gentechgegner, Konzerngegner, Demokratiegegner, Publizist und Biobauer.
Die alte Leier – wie man sich mit wenig Aufwand über Wasser hält.

Dazu braucht man einen Haufen ebenbürtiger „Unglückliche“ die gebannt und fasziniert solche Dummheiten glauben und weiterverbreiten...und dazu Muuh sagen.

Ach herrje, wieviel Milch muss noch ausgeschüttet werden – damit Milchbauern ihre Aufgabe erkennen.



...das schlaue Gesicht von Lothar Gothe




 


___joe007 antwortet um 30-11-2011 10:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
@stallbub: Bitte Examples.

Also ich komme nun ins Grübeln, ...

Wie kann man da einschwenken, oder dagegen ankommen?

Sind wir wieder bei meinem Grundsatz: "Gsund und schuldenfrei bleiben !! "


lg JoE



Liesal antwortet um 30-11-2011 11:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Ein sehr interessanter Artikel!

An die Kritiker:
all das ist auch anderweitig nachzulesen und nachzuhören, wenn Ihr schon den Lothar Gothe ablehnt - wie nicht anders zu erwarten.

In diesem Artikel findet man alles, was von denkenden Menschen in den letzten Jahren zu den erwähnten Themen veröffentlicht wurde.


MF7600 antwortet um 30-11-2011 12:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
@joe007
ich würd eher sagen gsund und !!!GEWINNEMACHEND!!! bleiben.
kenn genügend schuldenfreie betriebe die vor dem aus sind da sie ihre substanz in völlig unwirtschaftliche investitionen gepumpt haben.


hannipanni antwortet um 30-11-2011 12:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
@ mfj
danke für das Bild - jetzt hast du dich entgültig geoutet.
Du gehörst also doch zu dieser Art von Forenschreibern.
Bekommst du dafür eine Extraprämie und schreibst du auch noch für andere Auftraggeber?


Tyrolens antwortet um 30-11-2011 12:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Ich würde es ja verstehen, wenn es wie in manchen Regionen wäre, wo Investoren gesunden Betrieben das Überleben richtig schwer machen, aber wenn einer der Meinung ist, dass auch ein Betrieb mit 5 Kühen im Vollerwerb existieren soll, ist er ein sozialistischer Träumen und nichts anderes.


tch antwortet um 30-11-2011 12:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Das Bauerlegen ist ein Relikt, wie aus einem anderen Thread zu entnehmen ist, sind die Bauern der heutigen Zeit Top ausgebildet und überdurchschnittlich Intelligent
Mit diesem Rüstzeug wird es für die Wappler nicht mehr möglich sein einem Bauern etwas abzuluchsen.

Es wird doch wohl so sein das diese Generation in der Lage ist Strategien zu entwickeln und diese auch umzusetzen um den Markt in eine Richtung zu bringen wie er für alle Landwirte passt.

Seid ihr anderer Meinung?

tch


kotelett antwortet um 30-11-2011 13:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
@mfj

100% d'accord


grasi1 antwortet um 30-11-2011 19:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Ja, Theres bin ganz deiner Meinung!
Aber zu den Banken möchte ich nur ein Wort verlieren und das heißt doch "RAIFFEISEN" oder irre ich mich da?
Die meisten "Wachstumswilligen" Bauern sind durch das eingetrichterte Wachstum (Beratung steckt mit Raiffeisen unter einer Decke) so abhängig von Raiffeisen, das es kein zurück mehr gibt und die lachen sich ins "Fäustchen".
Hab gerade heute wieder erfahren, das ein guter Betrieb den Bach hinunter rinnt!!!!!!


sturmi antwortet um 30-11-2011 19:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Heute bei "RTL Aktuell"
Jedes Jahr geben in der BRD 9000 Bauern auf, unter 100 ha hat man meist keine Zukunftsaussichten mehr. Nur noch jeder 3 Hof hat einen Nachfolger!
MfG Sturmi

 


helmar antwortet um 30-11-2011 20:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen
Lieber Sturmi....das ist die eine Seite......es ist aber schon so dass jene welche in der Landwirtschaft bleiben wollen, die freiwerdenden Flächen z.t. sehr dringend brauchen. In meiner Gegend sind die einzigen Flächen welche inzwischen verwalden, jene welche vor 10 Jahren nicht mehr bewirtschaftet wurden. Meine zukünftigen Pächer sind froh dass sie mich haben...;-).
Liebe Grüsse, Helga


mfj antwortet um 01-12-2011 10:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Das neue Bauernlegen

Noch mal für die „Langsam-Kapierer...“

Gothe stellt hier kein neues „Bauernsegel“ in den Wind...sondern er will sich einen Tribünenplatz sichern.
Warum und wer einen Tribünenplatz will, ist natürlich eine andere Frage – in seinem Fall...klar und verständlich !

„Gothes Meckerziegen Lüftchen“ bringt kein Landwirtschaftliches Segel in Fahrt – es ist ein pralles Segel im Traum – nicht in der Realität.
Auch Theres mit ihrer „Erkenntnis Überleben- und Dankbarkeitstheorie“ schneidet weit an der Kante vorbei.

Die Landwirtschaft muss sich neue Betätigungsfelder suchen und auch verwenden.
Ein Loblied auf „Großmutter´s Zeiten“ hilft dabei nicht.

Wir versäumen gerade den Anschluss in eine Technologie die offen, konstruktiv und sandalenlösend wäre – aber NEIN...mit ewig gestrigen und Mutlosen Bekenntnissen hoffen wir auf den Hl. landw. Geist....dass er in den Herzen und Hirnen der Konsumenten endlich Erleuchtung und Erbarmen bringt...





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