Leserbrief im Fortschrittl.LW--- Pflege in der Landwirtschaft

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irgbauer 03-10-2011 12:58 - E-Mail an User
Leserbrief im Fortschrittl.LW--- Pflege in der Landwirtschaft
Der Brief dieser nö.Bäuerin motiviert mich wieder einmal zu diesem Thema zu schreiben. Keiner will wahrhaben wie stark "burnoutgefährdet" Bäuerinnen durch diese Probleme sind, ob schon Pflege nötig ist oder nicht, allein der tagtägliche Kleinkrieg mit den Übergebern macht schon krank! Das wir alle neben der vielen Arbeit in Haus und Hof auch den bürokratischen Aufwand zu bewältigen haben wollen unsere Eltern bzw. Schwiegereltern nicht sehen denn das hatten sie nicht!!!! Dass das Zusammenleben so kräfteraubend ist können sie auch nicht verstehen, alle wollen uns doch nur helfen. In Wahrheit wird uns ihr Wille u. ihre Meinung aufgezwungen, gibt es Gegenargumente sind sie böse. Bei beginnender Demenz ist es dann besonders schwer, man weiss nie ob sie einfach nicht mehr wissen was sie tun oder ob es nicht eine Ausrede ist. Komischerweise sind sie nämlich bei Besuchen ihrer Kinder,etc. voll gut drauf, klagt man sich bei diesen über die Probleme aus erntet man nur Unverständnis. ich wünsche mir für alle betroffenen Bäuerinnen professionelle Hilfe, nicht den Ratschlag " fahren sie auf Kur", sondern so eine Art Selbsthilfegruppe in einer Region mit Psychotherapeuten und gemeinsamen Gesprächen der Betroffenen. Bei normalen Treffen unter Berufskollegen hört man sehr oft von den persönlichen Schwierigkeiten nur ist das kein geeignetes Forum für solche Themen weil ja jeder mithört und leider vieles weitergetratscht wird. Vielleicht weiss jemand über Hilfestellung Bescheid, ich bitte um Antworten! Und meine Bitte auch an die Redaktion um viele Beiträge zu diesem Thema mit Hinweisen auf Hilfe in den stmk. Bezirken. Kampf dem seelischen "Burnout" bevor es voll ausbricht, viele stecken bereits mitten drin, es werden ständig mehr!!!!


50plus antwortet um 03-10-2011 13:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Leserbrief im Fortschrittl.LW--- Pflege in der Landwirtschaft
Da wir selber schon einen langjährigen Pflegefall in der Familie hatten, ebenfalls mit Demenz, weiß ich genau, was du meinst. Es ist eine extrem arge Belastung für die pflegende Person. Man darf sich nicht scheuen, Pflegegeld zu beantragen und Hilfe zu beanspruchen, aber ich weiß, wie schwierig es ist, die pflegebedürftige Person davon zu überzeugen. Rings um mich sehe ich diese Probleme, da ich wahrscheinlich einen geschärften Blick dafür habe.
Gerade die Bäuerinnen sind da sehr opferbereit und leiden dann selber unter dieser Situation. Ich kenne auch die Konflikte unter den Generationen und die Einstellung der älteren Generation. Es wäre dringend an der Zeit, die Bäuerinnen darin aufzuklären, sowie entsprechende Vorträge und Hilfe anzubieten, oder wie du schreibst eine Art Selbsthilfegruppe für Bäuerinnen in diesen Situationen.


irgbauer antwortet um 03-10-2011 13:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Leserbrief im Fortschrittl.LW--- Pflege in der Landwirtschaft
Leider, liebe 50plus ist ja auch die Hemmschwelle der betroffenen Bäuerinnen sehr groß, viele wollen nicht zugeben wie stark sie leiden. Das Ganze müsste also so quasi anonym aufgezogen werden, aus Erfahrung vor einigen Jahren als ich sogar schon einmal etwas in die Richtung organisiert habe weiss ich dass sich kaum jemand anmelden traut. Aus Angst das "Mithörer" anwesend sind die nur "spannen". Ich denke die LK`s sind stark gefordert uns zu unterstützen, wir brauchen keine Kochkurse mehr sondern Mediation und Motivation zum Durchhalten sowie brauchbare Konfliktlösungen sonst werden unsere Söhne bald keine Frauen mehr kriegen die gewillt sind ebenso auf einem Bauernhof zu leben wie wir uns das noch angetan haben. Es gibt aber auch zugeheiratete Männer, das Problem ist gar nichteinmal nur feminin bezogen. Ich hoffe auf gute Hinweise und endlich eine Erlösung aus dem nervenraubenden Nebeneinanderher, Tag für Tag.



helmar antwortet um 04-10-2011 19:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Leserbrief im Fortschrittl.LW--- Pflege in der Landwirtschaft
Ein interessanter Vortrag von Mag. Barbara Neidhart beim letzten Bäuerinnentag hiess "Mit gutem Gewissen "Nein" sagen".........und es gab die viele Beispiele wie man dies tut ohne schlechtes Gewissen. Der gewaltige Druck welcher auf pflegenden Angehörigen lastet hat sehr viel mit Tradition zu tun, und auch mit der Tatsache, dass ja die Übernehmer jederzeit und immer verfügbar sind, dass es soweit kommt dass sie von jeder dringenden Arbeit davon rennen müssen usw. Kein Mensch käme auf die Idee dass die Pflegerin vom Hilfswerk von 0 bis 24 Unr parat zu stehen hat, für die Schwiegertochter oder Tochter hat das "normal" zu sein. Viele Übergabeverträge beinhalten die Pflegeklausel........unserer mit unserer Tochter wird diese nicht beinhalten.
Und es müssen, schon um ihrer selbst, die pflegenden Angehörigen, ein "nein" sagen lernen, oder besser bis daher und nicht weiter. Und wenn es den Sonntagskindern nicht passt, dann beinhart diesen erklären dass man für ein paar Tage wegfahren wird und dass diese sich mal eine Woche Urlaub für die Mutter oder den Vater nehmen müssten. Mein Vater war nachdem unsere Mutter gestorben war, auch kein "Feiner", und manches Schimpfwort hat unsere damals kleine Tochter von ihm gehört. Meine jüngere Schwester kam zum Kartenspielen und war natürlich die gute Tochter, während ich, die schlechte, dem alten Herrn auch den Hintern gewaschen habe......schliesslich organisierte mein Mann eine Aushilfe für den Stall und machte meiner Schwester klar dass sie dann halt eben für eine Woche in den Ferien sich um den Vater kümmern müsste, wo er eh so ein lieber alter Herr wäre.......es ist nicht dazu gekommen, weil einige Monate vor dem geplanten Urlaub mein Vater überraschend verstorben ist. Aber geschadet hätte eine Woche mit dem Vater meiner Schwester sicherlich nicht....;-).
Mfg, Helga


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