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  04-07-2011 08:09  Tanno
Wildheu
TOP-THEMA " Wildheu" im Neuen Land 30.06.2011.
Landeskammer,Maschinenring und Jagdreviere starten das Top Thema " Wildheu.
Meine Frage : " Wozu brauchen Wildtiere bei unserem sehr milden Klima eine Fütterung"??
Was starten unser Interssenvertreter als nächstes? Vielleicht ein Vogelfütterungsprojekt ? Aber bitte keine " Raubvögel",denn die erlegen ja, angeblich jeglichen Wildbestand.
Warum startet man nicht bei Reh-Rot und Schalenwild die Aktion minus 50%?
Dann hätten wir nicht das Problem der enormen Wildschäden,und nebenbei einen gesunden Wildbestand der sehr wohl in der Lage ist sich selbst zu versorgen.
Mein Vorschlag an die Herrn in der LK. Ein Blick über die Bezirks- Landes - und Staatsgrenzen.
In Deutschland gibt es bereits Fütterungsverbote in der Jagd.
Freiwillig so weit mir bekannt ist,auch beim Ökologischen Jagdverband in NÖ.
mfg.





  04-07-2011 16:23  Jophi
Wildheu
@Tanno !

Frage. Schadet es Dir in irgendeiner Art und Weise wenn Jäger Heu kaufen, welches dann ans Wild verfüttert wird ?
Sogar bei Deinem milden Klima kommt es vor, daß Monatelang eine geschlossene Schneedecke vorhanden ist. Ich nehme mal an, daß diese im vergangenem Winter besonders hoch war.
Nachdem das Wild an kein Gras und Kraut mehr rankommt, und keinen Wald verbeißen und Schälen soll ist zufüttern die sinnvollste Lösung.
Wenn irgendwelche Chaoten in Deutschland irgendeinen Mist vormachen, dann muß Österreich das noch lange nicht nachmachen.
Übrigens, haben auch in Deutschland schon viele Forstämter erkannt, daß die schaffung von Äsungsflächen besser ist als Totalabschuß.

  04-07-2011 17:06  gdo
Wildheu
Was würde ein Waldbesitzer - der zugleich Jäger ist -, machen, um seinen Wald (möglichst kostengünstig) vor Verbiß und Schälen zu schützen?

Mit Heu noch mehr Wild anlocken?
Klingt irgendwie unplausibel. Ausser er will es schießen.
Einzäunen?
Ein Wolfsgehege anlegen?
Den Wald verkaufen bevor er kahl gefressen ist?
Mit dem Jäger in ihm auf ein paar Schnapserln gehen?
Was sonst?
Was ist die beste Lösung?


  04-07-2011 18:04  schellniesel
Wildheu
Mir wäre viel lieber sie würden mehr Heu Füttern!

Bei uns wird gar kein Heu verfüttert im Winter bekommen die Rehe diese Wildpellets,Mais und Weizen.
Die Futterstellen waren vor jahren mal so das man da nur ne menge Heu untergebracht hatte und ein weinig Pressrückstände und eventuell eine kleine menge an Körnderln dazugefüttert wurde.

Diese Fütterung lässt unseren Wildbestand im winter wunderbar gedeihen so das mans ich Oft Fragt ist das eine Kuh oder doch ein Reh!

Leider hilft dies Art der Fütterung rein gar nichts gegen den Wildverbiss!

Bin zwar kein experte aber meiner Meinung nach fehlt da eben der Rohfaseranteil bei dieser Fütterung und den Holen sie sich dann eben aus der NAtur!
wenn eben da dann eben kein Grünfutter verfügbar ist, wird eben an den Bäumen gefressen!

Soweit meine theorie!

Mfg schellniesel


  04-07-2011 18:38  gdo
Wildheu
Aber zieht Heu nicht auch noch mehr Wild an ... oder haben die Ihre Reviere, wo dann nicht eine größere Anzahl anderer hungriger Mäuler nachkommt?

Bezüglich Rohfaser - Grünzeug: gibt es da vielleicht strauchartiges, gesträuchiges das die mögen und bevorzugen und dann dafür die Bäume eher in Ruh lassen?
Zumindest der unten angeführten Beschreibung nach müßte das funktionieren.
Oder genügt einfach nur Heu - oder sogar Streu?

Soweit ich mich an meinen Vater errinnere ist der aber verzweifelt - die sind regelrecht auf die jungen Fichten geflogen, die hätten genug anderes Zeug gehabt, da unser Wald eher ein Misch- und überwiegend Laubwald war. Aber er hat kein Heu gefüttert. Vermutlich weil wir das selber für die Kühe gebraucht haben.

Und mich würde interessieren, wie ein Jägers selbst damit umgeht - die müssen das doch wissen?!

Oder wie schützen Christbaum-Züchter ihre Bäume? Sind diese Kulturen immer eingezäungt?

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Die Wälder, die wir heute in Mitteleuropa erleben sind oft aufgeforstete Fichten- und Kiefernmonokulturen. Statt unterschiedlicher Baumarten wurden lange Wälder mit nur einer Baumart aufgeforstet, eben Kiefern oder Fichten. Sie wurden in dichten Reihen gepflanzt um gute Holzernten zu erzielen. Aber im Gegensatz zu den ursprünglichen Laubmischwälder, in denen viel mehr Unterholz, Sträucher und Pflanzen neben den Bäumen wachsen konnten, wird der Boden ausgetrocknet und es gibt nur wenige andere Pflanzen. Die Fichtenwälder zum Beispiel bieten dem Wild nicht genügend Nahrung, vor allem im Winter.

Da es aber in vielen Wäldern zu viel Wildbestand gibt, kommt es zu Problemen mit dem Wild und es gibt so genannte Wildschäden. So der Verbiss: das Wild frisst die Knospen, Triebe, Blätter, so dass gerade junge Laubbäume am Wachsen gehindert oder ganz abgefressen werden. Oder das Wild schält durch Abbeißen die Rinde von Bäumen ab. Das passiert vor allem im Winter, wenn das Rotwild vor allem in den Monokulturen zu wenig zu fressen findet. Bäume, deren Rinde stark geschält wurde, müssen gefällt werden.

Wildtiere wie Rehe weichen also auf die Rinde, vor allem in Ermangelung anderer Nahrung aus. Verschiedene Vögel suchen unter der Rinde nach Insektenlarven. Auch die Elche fressen erst dann die Rinde von Bäumen, wenn sie nach einem langen Winter keine kleinen Äste und Blätter mehr finden. Auch Biber fressen im Winter die Baumrinde, am liebsten von Weiden und Pappeln. Auch kleine Nagetiere wie Schlafmäuse oder Bilche fressen Rinde.


  04-07-2011 19:06  schellniesel
Wildheu
@gdo

Und die Wildpellets ziehen kein Wild an?
Jede Fütterung zieht Wildtiere an aber ja sie haben auch ihre reviere!

Ja und gerade der der einen Mischwald sein eigen nennt hat die Größten Probleme! Du wirst selten ein Reh in einer Fichtenmonokultur finden!

Der Mischwald bietet den idealen Lebensraum genug Strauchwerk zur deckung und das Futterangebot stimmt auch!

So wenn du nun mitten in geregelten Waldbeständen dann eher einen Naturverjüngeten Wald stehen hast kannst dir ausmalen wo sich das Wild am meisten aufhält!

Defacto wird zugefüttert um einen Hohen Wildbestand über den Winter zu bekommen. leider ist das meiner Ansicht nicht mehr die notwendige Fütterung um den bestand über die Kalte Jahreszeit zu bringen sondern eher schon die Mast fürs Wildbret!

Wobei ich sagen muss verbiss hat bei mir oft nix mit der Kahreszeit zu tun. Naschen im Sommer auch oft Triebe oder verfegen die Bäume...

Was Jäger mit Eigenwald machen ist ganz einfach! Ansitzen gehen und ein paar mal daneben schießen oder wenns passt eben nicht daneben schießen!

beziehen die sehr sehr Günstig Verbissmittel wie Trico ......?

Weitergeben der Mittelchen geht aber nur mit ordentlich Nachdruck.
Brauchen es ja für den eigenen Wald!

Mfg schellniesel


Hier ein kleiner Auszug des Wildschadens und ein paar Verursacher:
 

  04-07-2011 20:05  Tanno
Wildheu
@schellniesel

Alle kennen das Problem - keiner tut was. Es werden keine Schadensmeldungen an die Behörde weitergeleitet , also gibt es auch keine Schäden.
Nur so einfach geht es dann auch wieder nicht. Es gibt ein sehr Aussagekräftiges Wildschsadensmonitoring und Rechnungshofberichte die sehr wohl einen dringenden Handlungsbedarf
sehen. Aber die Behörden kommen ihren Aufgaben einfach nicht nach,und die Bauernvertreter handeln nach dem Prinzip : nix sehen - nix hören - nix darüber reden.
Die Waldbesitzer müßten sich endlich auch einmal organisieren, und die Jägerschaft die das Wild meist eh nur vom Geländewagen aus sieht in die Pflicht nehmen.
Denn diese Wildschäden,und vor allem der enorme Keimlingsverbiss, ist eine Waldverwüstung gegen den vorgegangen werden muß.
Was Gesetzlich auch vorgesehen ist!!!!

  04-07-2011 20:09  gdo
Wildheu
Ja da gehen eh grad die Gemüter hoch ...

http://regionaut.meinbezirk.at/sankt-poelten/chronik/unschoene-szenen-zwischen-bauern-und-jaegern-nstreit-um-abschusszahlen-eskaliert-d80273.html

http://regionaut.meinbezirk.at/sankt-poelten/chronik/jagdrebellen-fordern-reform-landesjagdverband-wehrt-sich-d76986.html

Da wird genau das vorgeworfen was du beschreibst ... Wildmastfütterung.

Was bewirken die "empfohlenen" Anzeigen?

Tja, ich kan mich gut erinnern, das war auch immer für meine Vater ein Urproblem. Und der hat sich maßlos geärgert immer. Daran scheint sich nix geändert zu haben. Wieder einmal mehr hat die Frage der stärkeren Lobbies.

Der Mann einer Arbeitskollegin von mir ist Landwirt UND Jäger.
Kann das solche Probleme lösen? Hast Du als Jäger andere zusätzliche hilfreiche Rechte? Z.B. dass man im eigenen Wald dann mehr Schießen (sozusagen das eigene Revier von Überbestand befreien) kann? Wenn ja - müßtest halt Jäger werden. Aber vermutlich stell ich mir das zu einfach vor?!

  04-07-2011 20:27  gdo
Wildheu
Tja, warum nicht - die empfohlenen Anzeigen machen, gleich alle Bauern aus der Gegend die das gleiche Problem haben und dann permanent den Bürgermeister und den Landeshauptmann anschreiben und nerven und zusätzlich Druck mit Zeitungen machen - irdendwann wird denen das auch zu blöd.

Vielleicht auch eine Website organisieren, oder hier im Landwirt irgendwas, wo das gesammelt und dokumentiert wird - damit hieb und stichfeste Belege vorliegen - und man Druck ausüben kann.
Zumal, das ja auch vorgesehen ist, dass die Schäden klein gehalten werden sollten.

Gibt es da eigentlich eine Versicherung?
Weil wenn ja - dann könnte man auch die Versicherungen buserieren. Weil die haben ja auch für Wildschäden auf den Straßen aufzukommen - und deren Interesse ist es auch das das Wild nicht überhand nimmt. Da gibt es ja mittlerweile auch Wildwarnanlagen.

Ob wir hier wohl was von einem Jäger hören?
Die werden abe wohl ihre eigenen Foren haben.

Die gesetzlichen Vorgaben wären interessant zu wissen. Wennst die weißt, dann hast ja auch eine Handhabe ... vermutlich werden die Schadensmeldungen je ha oder so gezählt? Dann wäre es eine Frage der Dokumentation, wo halt möglichst viele mitmachen müßten.

ABer sicher wieder leichter gesagt als getan.

Darf man eigentlich beliebig Zäune auf eigenem Grund errichten?

  04-07-2011 20:34  Jophi
Wildheu
Saftfutter und Rohfaser müßen im richtigen Verhältnis zueinander stehen, ebenso der Wildbestand.
Ich habe ein gutes Feld - Wald Rehwildrevier gepachtet und Jagdgelegenheit in einem Rotwildrevier.
Verbiss und Schälschäden gibt es im Rehwildrevier wenig, im Rotwildrevier gar nicht, Wildäcker machens möglich.
Das einzige was deutlich sichtbar anfällt, sind Fegeschäden, zugegeben, wenn ein Hirschrudel in einer Dickung seinen Einstand hat und alle nacheinander fegen ( beginnt jetzt ) da siehts schon böse aus.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin absolut gegen überhöhte Wildbestände, aber so was gibt es bei uns sowiso nicht.

  06-07-2011 08:43  Tanno
Wildheu
@Jophi!

Natürlich schadet es mir wenn durch das unnötige Füttern ein um bis zu 50% zu hoher Wildbestand aufgebaut wird . Schau dir mal die am meist verbissenen Flächen in Österreich an,und vergleich sie mit dem Niederschlag im Winter " geschlossne Schneedecke". Du wirst erkennen,daß in Gegenden wie Süd-Oststeiermark eine geschlossene Schneedecke eher die Ausnahme ist. Eine Schneedecke von max 30cm wie sie im extremfall in diesen Gegenden,und das auch nur für sehr kurze Perioden bestehet,stellt für unser Wild mit Sicherheit kein Problem da.
Mein Vorschlag : Es gibt ja genug freie Rinderstallungen wo man die das Wild über den "harten" Winter retten kann. Dann würde man sich den beschwerlichen Weg zum Hochstand ersparen.
Zusätzlich noch Ohrmarken , und es gibt auch keine Streiterein mit dem Nachbarrevier.

Übrigens, ich hab kein Problem mit Äsungsflächen,solange nicht bis 15 bis 20 Tiere auf dieser Fäche "weiden" ! Und niemand hat was von Totalabschuß gesagt.

  06-07-2011 19:08  pussnig
Wildheu
@ Tanno

Ich sehe das genau so wie du. Man muss ja nicht zum Totalabschuss greifen. Ist auch keine Lösung. Die einzige Lösung ist ein gesunder Wildbestand der auf das jeweilige Gebiet abgestimmt ist aber natürlich ohne eine Fütterung.
Zum Beispiel in Kärnten entstehen jährlich ca. 6 bis 10 Millionen Euro Schaden durch Wild. Es ist ja nicht so das nur unsere Generation den Schaden hat sondern die nächsten 4 oder sogar 5.
Leider wird es meistens von der Jägerschaft unter den Tisch gekehrt und somit ist man als ,,normaler" Bauer fast machtlos.
Oftmals ist es auch so das es einigen Landwirten auch egal ist und somit wird das ganze noch schwieriger als es schon ist.