Unsere Kinder wollen den Hof nicht

Antworten: 23
angelika 12-04-2011 13:51 - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Liebe Forumsteilnehmer!

Ein Leser hat heute in der Redaktion angerufen. Er steht vor der Hofübergabe und keines seiner Kinder möchte ihn als landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen. Trotz Gespräche und Umbauplänen gehen die Interessen auseinander.
Wie geht es euch mit der Hofübergabe oder Hofübernahme? Was tun, wenn keines der Kinder den Hof haben will?

Liebe Grüße,
Angelika



tristan antwortet um 12-04-2011 15:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Selber alles verprassen und dem Strukturwandel nicht im Weg stehen.
Ob ich das selber dann auch tun werde, falls es so weit kommt ?
hde Tristan


sturmi antwortet um 12-04-2011 15:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Hallo Angelika!
Kinder sind doch "formbar" schrieb ein User in einem anderen Thread! Also sind wir Eltern selber schuld wenn wir keinen Hofnachfolger haben! So einfach ist das. ;-)
MfG Sturmi




Christoph38 antwortet um 12-04-2011 15:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Oft ist es doch ein bisserl anders, als dass die Kinder den Hof nicht wollen.

Den Hof wollen sie meist schon, eher sind es die damit verbundenen Lasten die ungewünscht sind. Solche können sein: Schulden die man nach aussen nicht an die grosse Glocke hängt,
hohe Abfindungszahlungen, Investitionsrückstau,
schwierige Familienverhältnisse etc.


50plus antwortet um 12-04-2011 16:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Jenen, die keine Hofnachfolger haben, würde ich raten, sich das Leben so einzurichten, dass sie ab ihrer Pension doch das Leben auch genießen können. Sie sollen ihre Unabhängigkeit genießen, die Tatsache, dass sie tun und lassen können, was ihnen Spaß macht, dass ihnen niemand irgendwo dreinredet und dass am Haus alles genau nach ihrem Kopf passiert.
Wo es Hofnachfolger gibt, da sieht das ein wenig anders aus, man soll der Jugend viele Rechte und Freiheiten einräumen, sonst mögen sie nicht bleiben. Dazu muß man aber auch oft gute Nerven haben, denn nicht alles gefällt einem immer, was die Jungen machen, man muß viel Vertrauen aufbringen, denn man glaubt oft, das kann ja nicht gut gehen.....meist geht es aber doch gut. Man kann nicht mehr alles nach den eigenen Vorstellungen machen, sondern man muß viele Kompromisse schließen, bzw. nachgeben können......natürlich ist es schön, wenn jemand weitermacht und neues Leben am Hof ist.
Wo allerdings ein Hofnachfolger da ist, und es geht alles nach dem Kopf der Alten, dort ist es schlimm (vor allem für die Jungen).


jodo_03 antwortet um 12-04-2011 16:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
die hofübergabe, ein heikles thema. es gibt familien, wo die übergeber die nicht loslassen können,bis keine interresse mehr besteht. und auch das geteil,keiner will den hof haben in der heutigen zeit, wo kein bauer mehr etwas unternehmen kann, ohne daß im auf die finger geschaut wird. meine frau und ich sind gesundheitlich nicht mehr in der lage den betrieb weiter zu führen. ich geben den hof, der schon verpachtet ist, aber alles neu ist,denn der im elternhaus wieder wohnt. auch in ausgedinge würde ich keine großen bedingungen stellen,zb. pflege, essen, denn wenn das nicht freiwillig geschied, hat das keinen sinn. wir denken auch darüber nach uns in ortsnähen eine wohnung zu nehmen,damit meine frau die nicht mehr mobil ist am leben wieder teihaben kann. nur ob ich verkaufen würde, weiß ich noch nicht.


ANDERSgesehn antwortet um 12-04-2011 18:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht

... , die haben alle ein problem mit sich selbst.

lg
ANDERSgesehn.




helmar antwortet um 12-04-2011 20:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Es kann schon ganz schön wehtun wenn einem kurz nach der Matura das Kind ziemlich deutlich sagt, dass es alles, nur nicht irgendwann mal Bäuerin werden will.....inzwischen hat sich das persönliche Kleinklima um vieles verbessert, sie wohnt gern hier, aber Bäuerin?...nein, danke! Also werden in ein paar Jahren die Flächen an Nachbarn verpachtet, noch vorhandene Kühe samt Quote gehen mit, und den Wald behalt ich mir. Und unsere Tochter hat, wenn sie das will, eine eigene Wohnung mit und das ist ganz wichtig! eigenem Eingang. Hätten alle Bauernkinder immer den Hof gewollt, dann stünden wir heute bei durchschnittlichen Betriebsgrössen und Viehbeständen wie nach dem 2. Weltkrieg.
Mfg, Helga


50plus antwortet um 12-04-2011 20:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
@helmar

Dir muß das nicht weh tun, sei froh, wenn dein Kind glücklich ist und wenn ihr euch gut versteht.
Du hast dich sicher sehr geplagt, als Frau allein auf dem Betrieb, wahrscheinlich hat es für dich so gepaßt, aber für die nächste Generation paßt es eben nicht. Macht das Beste daraus, und laßt euch ja keine Schuldgefühle einreden, es sind immer die Neider, die dann sticheln....weil sie es nicht vertragen können, dass eine Familie friedlich lebt.
Weißt, seit ich 50 bin, ist es mir ziemlich wurscht, was wer über mich redet - Hauptsache, dass es für mich paßt! Und dass ich mich immer in den Spiegel schauen kann - ohne mich zu hassen!


helmar antwortet um 12-04-2011 21:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Hallo positives 50erl.........ich kann jetzt sehr gut damit leben. Denn ich kann mir nicht vorwerfen mein Kind zu etwas gezwungen zu haben was es nicht will. Und freu mich dass wir ihr ihren Weg ermöglicht haben. Denn wenn es ihr hier nicht gefiele, wäre sie schon längst über alle Berge.
Mfg, Helga


schoemi antwortet um 12-04-2011 22:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Abwarten ich glaub die Lw wird noch einmal intressant sprich Grund u Boden oder Gebauede es kommen sicher wieder die sieben guten Jahre !!!



robbi79 antwortet um 12-04-2011 22:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
@50plus erst seit du 50 bist ist es dir egal was die leute über dich reden? das ist mir jetzt mit 32 schon egal...


5299 antwortet um 12-04-2011 23:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Landwirtschaft ist immer interessant, da muss man nicht auf irgendwas warten.


Fallkerbe antwortet um 13-04-2011 06:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht

den hof, die grundstücke und gebäude wird schon jemand wollen, sofern der hof nicht bis zur firstkappe verschuldet ist.
die frage ist eher, ob jemand die landwirtschaft weiter betreiben will, ob jemand ins selbe haus mit den altenteilern ziehen will usw.

mfg


JD6230 antwortet um 13-04-2011 06:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
es kommt aber auch darauf an, wie die Eltern den Beruf "Landwirt" vorgelebt haben:

gibt es am abend mal Feierabend - oder wird/wurde immer bis in die nacht hinein gearbeitet (generell nach 22 Uhr nachts noch Licht im Stall)
wie sieht es mit der Sonntagsruhe aus - wird (fast) jeden Sonntag gearbeitet
mit solchen sachen kann man den kindern die Lust an der Landwirtschaft schnell nehmen - da sagt doch jeder für was denn?

der nächste Punkt ist: "wir sind noch fit, den betrieb schaffen wir allene, unser Kind soll mal einen ordentlichen Beruf lernen und später kann er/sie dann eh in die landwirtschaft einsteigen" --> die wenigsten wollen dann den erlernten Beruf aufgeben.

In meinem Umfeld kenne ich einige sollche betriebe - da wundert es mich nicht wenn niemand die landwirtschaft weiter bewirtschaften will.


Woodster antwortet um 13-04-2011 12:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Wenn keiner den Betrieb übernehmen will ist es doch oft so, dass an die Kinder keine Verantwortung übertragen wurde.
Mit Verantwortung - und wenn es noch für so einen kleinen Bereich ist - können die Kinder mitwachsen, viel lernen und Freude an kleinen und für sie oft großen Erfolgen haben.
Sie müssen Fehler machen dürfen. Daraus lernen sie am meisten.
Die ewige Bevormundung ist der Tod jeden Interesses.

Wenn Kinder nur zu "Kerzenleuchter"-Arbeit eingeteilt werden, darf man sich nicht wundern, wenn sie "den Huat" drauf hauen...



Bayr antwortet um 13-04-2011 12:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Servus,

man müßte den Hof halt kennen, um die Situation zu beurteilen.
Evtl. wissen die Kinder schon, warum sie ihn nicht wollen.

Gruss


iderfdes antwortet um 13-04-2011 14:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand den Hof nicht will. Wenn er ihn auch nicht bewirtschaften will, nehmen und verpachten. Dann kann man immer noch weiter sehen. Vielleicht hat ja jemand aus der nächsten Generation dann mehr Interesse. Außer natürlich, am Hof würden eine Menge Schulden hängen.


fgh antwortet um 13-04-2011 14:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Das fehlende bzw. zu späte Mitspracherecht ist hier halt oft das größte Problem.

Viele angehende Jungübernehmer haben absolut kein Mitspracherecht und erlernen anderen Beruf, benötigt werden sie nur zum Arbeiten wie ein Knecht und verlieren dadruch jeglichen Bezug zur Landwirtschaft und wenn sie dann irgendwann ab 35 den Hof bekommen und weiterarbeiten sollen, sind sie nicht mehr interessiert.

Würden viele nicht so entstrinig sein und die angehenden Jungübernehmer von klein auf bereits in Entscheidungen und die Wirtschaftsweise einbinden, gebe es weit weniger Probleme mit der Nachfolge.


Bayr antwortet um 13-04-2011 15:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Servus,

nehmen wir mal an, der Hof ist zu klein zum leben und zu gross zum verhungern.
Baulich und technisch veraltet. Also Neben - oder Zuerwerb. Schulden. Leibgeding der Eltern.

Die weichenden Erben, also Deine Geschwister, erhalten die zwei ausgewiesenen Baugrundstücke.
Sie sind frei, sie können machen was sie wollen.
Du bist am Hof und musst dazuverdienen, weil es sonst nicht reicht. Das Gehalt steckst Du in den
Hof. Wenn das Jahr um ist, hast Du mehr gearbeitet wie die anderen, aber weniger verdient.
Urlaub kannst Du nicht mal mehr buchstabieren.
Was sagt deine Freundin dazu ? Macht sie das mit ? Mit Deinen Eltern im alten Haus ?

Wenn es familiär und finanziell klappt, ist die Arbeit in der Landwirtschaft das wohl erfüllendste
Leben, das man sich vorstellen kann. Wenn nicht, bist Du der Depp ! Dein restliches Leben lang.

Gruss


irgbauer antwortet um 14-04-2011 17:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Unsere Kinder wollen den Hof nicht
Die Teilung der Bauernpension(allerdings auf freiwilliger Basis) trägt auch nicht gerade zur Verbesserung der Übergabesituation bei wenn die Bäuerin um einiges jünger ist als ihr Gatte. Der Übernehmer muß, wenn die Wirtschaft nicht so groß ist dass es einen zusätzlichen Mitarbeiter trägt leider ausserlandwirtschaftlich arbeiten und oft sehr lange Zeit auf die Übergabe warten. Meistens ist er dann schon liiert,es gibt vielleicht Kinder, zur Mithilfe ist er eigentlich verpflichtet zum Mitreden hat er nicht so viel. (ist individuell verschieden). Die weichenden Geschwister haben es tatsächlich viel leichter! immer willkommen, wenn sie helfen ist es eine Art von Gnade, vom Übernehmer wird es selbstverständlich erwartet. Ich habe grossen Respekt vor allen jungen Menschen die noch dazu bereit sind einen Hof zu übernehmen, mit allen Vor- und Nachteilen. Und ich erwarte von meinen zukünftigen Nachfolgern nicht dass sie mich pflegen, mich tagtäglich ertragen müssen, denn ich weiss aus eigener täglicher Erfahrung ganz genau was das heisst! Die Nerven liegen blank, man gibt seine eigenen Bedürfnisse fast vollständig für die ältere Generation auf und Dankbarkeit-- die gibt es nicht, alles ist selbstverständlich ist ja vertraglich geregelt. Und nebenbei hat man noch eigene Eltern die jenseits von 85 sind, ebenfalls ständig zu betreuen sind--- die anderen Kinder sind nicht so nahe da-- haben kaum Zeit, die Bäuerin hat eh`immer da zu sein! Ich denke in Zukunft wird sich da noch einiges ändern, die nächste Generation wird zu dem allen sicher nicht mehr bereit sein. Ich bin 50 +
und lebe noch nach den alten Traditionen. Ich hätte ein sehr schlechtes Gewissen wenn ich dies nicht alles für unsere Schwiegereltern und Eltern täte-- aber manchesmaldenke ich mir dass das wahre Leben schon ein bisschen an mir vorbeigeht. Fazit: Es muß sich auch bei den Übergabsverträgen einiges ändern und die älteren Herrschaften müssten mehr Bereitschaft zeigen in WG`s gemeinsam mit Gleichaltrigen zu ziehen, sie haben soo viele Gemeinsamkeiten und könnten sich auch gegenseitig unterstützen. Ich glaube dann würden auch junge Bauernkinder wieder lieber in der Landwirtschaft arbeiten und leben, nämlich selbstständig und frei von täglicher Beobachtung und Beurteilung.


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