Wohin mit Opa und Oma???

Antworten: 15
  09-04-2011 20:24  eranz
Wohin mit Opa und Oma???
Hallo an alle,

mir ist ein Blatt der NÖN in die Hände gefallen mit zwei verschiedenen Anzeigen die einen ähnlichen Inhalt haben:

„Wohin mit Oma und Opa? Alternative zum Altenheim. 24h Altenpflege incl. Hausarbeiten…“
Bei beiden Inseraten ist eine Tel. Nr. mit „0049…“ (Deutschland?) angeführt, Es werden die Namen „Günter Kohn“ und „Hittel“ genannt.


Hat jemand praktische Erfahrung in Hinsicht auf Abwicklung und Zufriedenheit oder Problemen mit diesen od. ähnlichen Annoncen???


Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.

eranz


  10-04-2011 09:24  179781
Wohin mit Opa und Oma???
Passend zu dem Thema war gestern Roland Düringer als u. a. leicht seniler Opa im Fernsehen im Film "Muttertag"

Gottfried

  10-04-2011 10:14  Moarpeda
Wohin mit Opa und Oma???
papa, i mog die oma ned

kusch bua, gessen wird wos aufm tisch steht

  10-04-2011 11:20  helmar
Wohin mit Opa und Oma???
Wer nicht betroffen ist, kann leicht blöde Witze machen..........Tatsache ist, dass viele Menschen sehr alt werden und der Körper, und was vielleicht noch schlimmer ist, der Geist, nicht mehr mitmacht. Immer wieder hört und liest man von Suchaktionen, weil solche Menschen "heimgehen" wollten und sich verirrten. Meine Schwiegermutter, sie lebte beim Schwager, ist vor kurzem mit fast 89 Jahren gestorben. sie ist bis vor 2 Jahren sehr rüstig gewesen, hat selber gegartelt und viel im Haushalt gemacht. Dann kam ein Zeitraum in welchem sie jedem unterstellte, ihr die Pension zu stehlen, dabei hat sie sie vor lauter verstecken derselben nicht gefunden. Wenn man, wenn sie etwas behauptet hat, widersprochen hat, wurde sie regelrecht aggressiv oder weinerlich weil alle zu ihr schlecht gewesen sind. Dann kam mit der Zeit Gebrechlichkeit dazu, und gemeinsam mit ihren Vorstellungen, besonders in den letzten Monaten war das für alle eine sehr mühsame Sitation. Wenn man es so betrachtet, ist sie erlöst.....und auch ihr Umfeld. Ich wage dies zu sagen was andere denken.
Wir haben jeder ein gewisses Mass an Zeit, und vieles kann die heutige Medizin verbessern. Und man sollte ruhig auch bedenken dass eben diese oft vor 30,40 Jahren dafür gesorgt hat, dass ein Unfall oder eine Krankheit überhaupt erst überstanden werden konnte.
Mfg, Helga


  10-04-2011 21:53  Moarpeda
Wohin mit Opa und Oma???
liebe @helga

mag sein es gibt auch gescheite(re) witze

kann aber schon mitreden was alte leute betrifft und sich deren demenz und meine geduld auf der wage halten soll

wenn ich glück habe trifft es mich selber einmal und ich werde alt, dann haben die anderen das problem

  10-04-2011 22:06  eranz
Wohin mit Opa und Oma???
Hallo Karotte,

interessanter Beitrag den du da geschrieben hast (zu der Zeit war ich überhaupt nicht online).

Leider kann man sich nur schwer auf eine solche Situation vorbereiten, vor allem wenn es plötzlich, „wie eine Bombe“, soweit ist.
Und so wie es ausschaut wird das Thema im Allgemeinen von der Gesellschaft verdrängt. Ich hatte vorher schon teilweise Unterstützung, und auch ein wenig Informationen gesammelt, aber wenn eine unvorhersehbare Verschlechterung eintritt und angedachte Lösungen wegbrechen ist man sehr schnell an der Grenze der Möglichkeiten.

Eranz


PS: Erfahrungsberichte zu den obigen Angaben hat wohl keiner für mich, oder?


  11-04-2011 06:23  sturmi
Wohin mit Opa und Oma???
Guten Morgen!
Auf unserem Betrieb sind Oma und Opa noch recht rüstig, dass kann sich aber schnell ändern wenn sie mal jenseits der 80 Jahre sind! Von Bekannten weiss ich das die legale 24 h-Pflege mit Osteuropäerinnen ein gangbarer und leistbarer Weg ist um die "Alten" nicht ins Pflegeheim abschieben zu müssen. Denn eines ist für mich ganz klar, zum Altenpfleger bin ich nicht geboren und meine Frau ist berufstätig!
MfG Sturmi




  11-04-2011 08:11  helmar
Wohin mit Opa und Oma???
"Abschieben", lieber Sturmi, ist ein sehr harter Begriff, aber was tut man, wenn eine Person für die Betreuung nicht mehr reicht, weil die zu betreuende Person aus dem Bett in den Rollstuhl gehoben werden muss, wie es in den letzten 2 Wochen bei meiner Schwiegermutter gewesen ist? Und diese hatte sicherlich so ihre 70 kg. Wenn diese Leute alles hängen lassen ist man leicht am Ende seines Könnens(meine Mutter vor fast 20 jahren war wenigstens geistig voll da und hat, wenn man es brauchte, die rechte Körperhälfte bewegen können). Und dann ist es notwendig dass 2 Personen eine bewegen. Meine Schwiegermutter war vor ihrem Tod deswegen noch kurz im Pflegeheim. Und das Pflegeheim abzuwerten, indem man sagt die Menschen werden dahin abgeschoben, ist nicht in Ordnung. Denn gerade jene Pfleger, meist Pflegerinnen, welche dort arbeiten wo keine Besserung der Situation der Betreuten zu erwarten ist, werden aus meiner Sicht viel zu wenig anerkannt.......nicht zuletzt deshalb weil dieses Thema verdrängt wird.
Mfg, Helga

  12-04-2011 00:02  AnimalFarmHipples
Wohin mit Opa und Oma???
Bezüglich Pflegerinnen aus Osteuropa gibt es ein -vielen leider nicht bewußtes- Problem :

"Selbständigkeit" und "24 Stunden-Pflege" schließen einander aus, dh. es liegt in Wahrheit aufgrund der Weisungsgebundenheit, Zurverfügungstellung aller Betriebsmittel, persönlichen Abhängigkeit, Anwesenheitspflicht etc. eine UNselbständige Beschäftigung vor, für die prinzipiell eine Beschäftigungsbewilligung nötig ist.
Ab 01.05.2011 haben Bürger der neuen EU-Beitrittsländer freien Arbeitsmarktzugang (nicht aber Rumänen und Bulgaren, für die das Übergangsreglement noch bis Ende 2013 gilt).
Für eine Beschäftigung ohne Beschäftigungsbewilligung sind im Ausländerbeschäftigungsgesetz empfindliche Strafen vorgesehen, außerdem besteht Versicherungspflicht nach dem ASVG.
Nun mag es zwar -typisch österreichisch- so sein, daß AMS, KIAB und sie SVAs im Pflegebereich bewußt wegschauen, spätestens wenn ihnen eine Anzeige vorliegt, müssen sie aber tätig werden.

Sofern die Pflegekräfte bei einem ausländischen Pflegedienstanbieter angestellt sind, ist eine Entsendebestätigung des AMS nötig. Die ist zwar nicht schwer zu bekommen, allerdings darf das AMS im Nachhinein stichprobenartig die Übereinstimmung mit hiesigen Arbeits-, Lohn- und Sozialversicherungsbedingungen überprüfen, bei Nichtentsprechung kann es Strafen und Nachzahlungen setzen; es kann einem also gerade hier zum Verhängnis werden, daß osteuropäische Pflegekräfte ihre Dienste ununterbietbar günstig anbieten.

  12-04-2011 06:46  sturmi
Wohin mit Opa und Oma???
@helmar
"Alte Bäume" sollten man nicht mehr "entwurzeln", außer sie wollen es freiwillig. Solche Fälle sind aber eher selten. In unserer Nachbarschaft ging eine Altbäuerin z.b. freiwillig in ein Altersheim weil der 60-jährige Single- "Burli" überfordert war. Dort hat sie gutes warmes Essen, eine geheizte kl. Wohneinheit und medizinische Betreuung!
@AFH
Wollen wir im Pflegebereich "Rauchersheriffs"?! Wo kein Richter, da kein Kläger!
MfG Sturmi

  12-04-2011 08:19  Felix05
Wohin mit Opa und Oma???
Guten Morgen,

in sturmis geschildertem Fall wäre es wahrscheinlich besser gewesen, "Burli" hätte den Heimplatz genommen.
Man wird über dieses Thema ewig reden können und nie zur perfekten Lösung kommen, weil solche Fälle immer sehr individuell ablaufen und es da fast kein Gleichnis gibt, und schon gar kein Rezept.
Wer berufstätig ist und den Lebensunterhalt für seine Familie erwirtschaften muss, wird mit Sicherheit eine andere Variante wählen als ein "Heimarbeiter", sofern der natürlich körperlich fit ist.
Da gebe ich der Helga Recht, Altenpflege geht einfach nicht nebenbei, dass haben wir auch erleben müssen.
Wir waren halt in der glücklichen Lage, meine Mutter "entbehren" zu können, dadurch konnte Oma daheim gepflegt werden.
Und mal ganz ehrlich: So lange man nicht unmittelbar betroffen ist, schiebt man den Gedanken an´s alt werden oder alt sein doch eh vor sich her, oder?
Und dann noch von außen Ratschläge erteilen ist so ziemlich das Unangebrachteste, dass man tun kann.
In Würde alt werden und von dieser Welt zu gehen, sollte eigentlich ein Grundrecht sein. Wie diese Würde geschaffen wird, muss ein jeder für seine Angehörigen selbst entscheiden. Das beinhaltet auch, dass man den Mut aufbringt, Hilfe anzunehmen, wenn man selber überfordert ist. Ein gut geführtes Altenheim ist allemal besser als eine genervte Familie, die heillos überlastet ist.
Ich würde es mir so wünschen...

Gruß, Lutz!

  12-04-2011 08:29  sturmi
Wohin mit Opa und Oma???
"Wo kein Kläger, da kein Richter!", so heißt es richtig....immer diese Hudelei! ;-))
MfG Sturmi

  12-04-2011 09:47  org
Wohin mit Opa und Oma???
Ein Pflegebedürftiger, der in ein Pfegeheim kommt wird NICHT dahin abgeschoben, sondern in die Hände von professionellen Pflegepersonal gegeben!!!!