Bienensterben durch Einsatz von Beizmittel in der Landwirtschaft

Antworten: 9
Summsumm 27-03-2011 17:39 - E-Mail an User
Beizmittel

Wie ihr sicher wisst, sind vor einigen Jahren in Deutschland abertausende Bienenvölker umgekommen, aufgrund unzulänglich ausgebrachter Beizmittel.
Nun hat ein wissenschaftler, Henk Tennekes, in "making of the disaster" die Pestizide in der Landwirtschaft für den dramatischen Rückgang der Insektenarten, und damit auch verschiedener Vogelarten, verantwortlich gemacht.

Auf den diversen Foren schwirren diverse Petitionen für ein Verbot rum - von den Imkern zum Gartenforum, von dort zu den Selbstversorgern, usw.

Ich wollte einfach mal fragen, ob das nicht ohne auch ginge?

LG



kolli antwortet um 27-03-2011 19:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
Das Buch heisst: a disaster in the making. Tennekes ist Toxikologe. Es geht um Neonicotinoide. z.B. clothianidin, bekannt als Poncho. Die Diskussion hatten wir hier schon. Wird bei uns hauptsächlich beim Mais verwendet, wegen Maiswurzelbohrer. Eine vernünftige Fruchtfolge würde den Einsatz des Mittels überflüssig machen.

Bei den Maisbauern rennst keine offenen Türen ein. Die fürchten sich von wirtschaftlichen Verlusten, wenn sie den Brotbaum nicht Jahr für Jahr anbauen dürfen.



schellniesel antwortet um 27-03-2011 19:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
Hallo SUMMSUMM!


Sicher ginge es!
Bio zeigt es doch heute auch!

Ob man damit eine steigende Weltbevölkerung bedienen kann ist eine andere Diskussion!

Fruchtfolge wär wohl der erste schritt (insbesondere Vermeidung von Insektizidbeizung) aber auch der Schritt ist zu einem großen geworden, durch die Spezialisierung der LW der letzten Jahre!
Die Produktpreise haben es nicht anders zugelassen!
Daher muss man dafür eben auch für den Mehraufwand bezahlt bekommen!

Alle können auch nicht Idealisten sein!

Bin hier eher einer der wenigen Konventionellen der das Motto hat:

So wenig wie möglich aber so viel als nötig!

Mfg schellniesel

4 Jahre überlebt die Menschheit ohne Bienen!!


agrobertl antwortet um 27-03-2011 19:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
@ schellniesel
ja es ist schwierig wenn man davon leben muss davon va. in der süd-ost stmk.
oder ist sowieso ein umdenken gefordert? eine zusammenarbeit von imkern und bauern würde schon einige probleme lösen.
ich hab wegen der varroa milbe vor 25 jahren aufgehört zu imkern und wegen der bienenproblematik extra wieder angefangen, damit ich mir selbst ein bild davon machen kann.
habe seither (2jahre) kein volk verloren.
lg
bertl


kolli antwortet um 27-03-2011 20:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
"4 Jahre überlebt die Menschheit ohne Bienen!!"

Nicht nur die Bienen sind für die Ökosysteme wichtig. Es gibt auf der Welt ca. 1 Million bekannte Insektenarten, man schätzt die Gesamtzahl auf 30 Millionen Arten. Zum Vergleich: Es gibt ca. 5000 Säugetierarten. In der Evolution haben sich also die Insekten durchgesetzt.

Würden alle Säugetierarten auf einmal aussterben, dann würden die Ökosysteme wenig leiden. Die paar freiwerdenden Nischen würden schnell ausgefüllt. Bei den Insekten schaut das ganz anders aus. Trotzdem führen die Insekten ein Schattendasein in unserer Aufmerksamkeit. Nur die Bienen interessieren uns, wegen Honig und Bestäuberfunktion. Der Lebensraum der Insekten ist der Boden und die Pflanzen. Nicht ganz unwichtige Dinge für uns Bauern.


schellniesel antwortet um 27-03-2011 20:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
@bertl20

Ich muss zum Glück davon auch nicht leben! Andere schon!

Baue selbst schon das zweite Jahr gar keinen Mais mehr! Der Ölkürbis ist mir da lieber aber selbe Problematik auch die werden oft Insektizidgebeizt! bzw bekommt man oft nur so zu kaufen!
Beizung Eigentlich auch überflüssig!
Hab bisher keine all zu großen Verluste gehabt bei Eigensaatgut das gar nicht gebeizt wurde!

Einsparungpotential gibt es sicherlich!

Mfg schellniesel


Summsumm antwortet um 27-03-2011 20:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
Vielen Dank für Eure Antworten.

Eigentlich bin ich ein wenig baff. Wenn das eh anders auch geht, (hätt ich gar nicht gedacht) ich mein, weil auf den diversen Foren werden die Bauern ja deswegen "geprügelt" - könnte man da nicht an eine Positiv - Auszeichnung oder so denken?
Es macht enorm was aus, wenn Guttationswasser u. Pollen nicht giftig sind, nicht nur für die Honigbiene.
Dramatisieren muss man aber auch nicht, die Honigbiene bestäubt nicht allein, und Einstein hat das nie gesagt, und in N - Amerika gabs gar keine Honigbienen, die haben Siedler mitgebracht. Man soll den Leuten nicht mit was Angst machen, was so nicht stimmt.


agrobertl antwortet um 27-03-2011 23:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
@summsumm
in n-amerika gabs keine bienen? wusste ich gar nicht. also man lernt nie aus.
lg
bertl


Bauernprofi antwortet um 28-03-2011 08:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
Hauptursache für das große Bienensterben gefunden!!!

Seit Jahren spekulieren Forscher über die Gründe für das Bienensterben in Deutschland. Nun steht zweifelsfrei fest, wer der größte Feind der Honigbiene ist.

Eine gemeinsame Langzeitstudie vom Industrieverband Agrar (IVA) und dem Deutschen Imkerbund (DIB)

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article12944433/Hauptursache-fuer-das-grosse-Bienensterben-gefunden.html


Hier der direkte Download- LINK:

http://www.innovation-naturhaushalt.de/fileadmin/user_upload/Innovation_und_Naturhaushalt/iunweb/downloads/250211_DEBIMO_Studie_final.pdf


Summsumm antwortet um 28-03-2011 18:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Beizmittel
Hallo Bauernprofi,

wegen dieser Studie gehen die Wogen bei den dt. Imkern grad hoch, sie sagt im Klartext, dass die Imker nach 30 Jahren Varroa zu blöd sind damit umzugehen...
Man vermutet das Ergebnis der Studie hat mit den finanzierenden Stellen zu tun...

In N-Amerika gabs schon Bienen, Wildbienen, aber keine Honigbienen.


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