Antworten: 10
  22-03-2011 09:40  krähwinkler
Agrarwende
In den Kleinigkeiten zeigt sich oft, wie grundlegend sich etwas geändert hat. Hatte man bei den WTO-Verhandlungen bisher darum gekämpft, möglichst freien Handel zu gewährleisten und leicht exportieren und importieren zu können, geht es jetzt auch darum, die Lebens-/Futtermittel überhaupt auf den internat. Markt zu bekommen und die grassierenden Exportbeschränkungen (Reis:Indien, Fleisch:Argentinien, Zwiebel:Pakistan, Russland:Getreide, Zimbabwe:Mais)zu verbieten. Bei aller Kritik an der WTO: Exportbeschränkungen schneiden die Bauern von einem höheren Einkommen, besseren Preis ab.

  22-03-2011 10:58  iderfdes
Agrarwende
Gib dem Strasser 100000 Euro und der wird sich darum kümmern...

  22-03-2011 11:38  MF7600
Agrarwende
*ggggg*

  22-03-2011 11:51  DJ111
Agrarwende
Interessenskonflikt:

Jeder möchte im freien Markt einkaufen und im geschützten Markt verkaufen ... oder ...?




  22-03-2011 11:53  MF7600
Agrarwende
@alois_burgstaller
aber wie sonst könnten sich ärmere länder vor dem ausverkauf ihrer LEBENSmittel durch reiche länder schützen?

früher wurden die reichen länder genau von diesen ländern verteufelt, weil auch die reichen länder ihre LEBENSmittelproduktion schützen wollten!!


  22-03-2011 17:01  goofixx
Agrarwende
Da frage ich mich als "Laie" doch, welcher "Bauer" exportieren kann !?

Welcher "Bauer" unterhält internationale Handelsbeziehungen ?

Für den Export können doch nur die Großbetriebe sein, die sich Förderungen unter den Nagel reißen wollen. Denn wer will schon nach Indien, Pakistan oder ähnliche Länder Waren ausführen, die dort um einiges günstiger einzukaufen sind.

Wenn ich allerdings auf Großmengen zurückgreifen kann, die durch Förderungen unter dem jeweiligen Landes-Produktions-Preis liegen, dann ist das für einige wenige interessant. Das sind dann aber sicher keine "Bauern" im klassischen Sinne sondern Groß-"Erzeuger" oder Händler.



  22-03-2011 18:49  krähwinkler
Agrarwende
@MF7600
Stell dir vor, Argentinien und Brasilien kommen auf die Idee, Soja würde für ihre eigene Bevölkerung zu teuer und sie machen die Grenzen dafür dicht. Verständlich, aber kontraproduktiv. Die Eiweißabhängigkeit der EU verlangt nach Aktivitäten.

  22-03-2011 19:17  Haggi
Agrarwende
Die ganze Welt wird sich noch wundern...

Das Problem ist einfach der weltweite Handel. Wenn heute was gekauft wird ist das Geld weg (meist wandert der Wert dann sogar ins Ausland)... Das hungert die lokalen Märkte aus!

Umgekehrt wäre es, wenn wieder kleinräumige Wirtschaftsbereiche entstehen würden. Da kauft der Zimmerer das Holz vom Bauern, der Schneider seinen Dachstuhl vom Zimmerer im Ort, der Landwirt seine Hose vom örtlichen Schneider usw.
Da geht das Geld nicht verloren... Der Wert bleibt in der Gesellschaft! Das ist warer Reichtum, alles andere hilft nur ein paar großen, globalen Wirtschaftsunternehmen! Sonst niemanden!

Schaut euch mal solche Dinge an: Das "Wörgler Freigeld" nach dem 2. Weltkrieg, oder der "Palmera" in Brasilien...

  23-03-2011 07:56  krähwinkler
Agrarwende
Der Hase liegt dort im Pfeffer, wo der Transport über weite Strecken billig ist, weil die Energie billig ist, der Fuhrwerker einen Hungerlohn bekommt und die Strassenerhaltungskosten alle blechen. Das läßt sich marktwirtschaftlichen verändern, wenn es Wählerinnen gibt, die an ihre Wahlmacht glauben. Freihandel ist schon was Gutes, aber er braucht gute ökologische und soziale Rahmenbedingungen.

  23-03-2011 08:04  agrobertl
Agrarwende
@burgstallter
kann dir voll zustimmen: ja zum freien handel, aber unter berücksichtigung der ökologischen und sozialen aspekte. dies ist auch das problem der wto...

  23-03-2011 08:33  krähwinkler
Agrarwende
Ha, es gibt sie also doch unter den Bauern, die Anhänger der Marktwirtschaft und des ökosozial gebändigten Handels. Fühle mich manchmal etwas verlassen mit meinem Hang zum offenen Handel. Meist wird ja so diskutiert: Gehen die Bauernpreise hinauf, spricht niemand vom Markt, gehen sie runter, ist der Teufel schnell ausgemacht.