Stallbau-Geruchsbelästigung

Antworten: 11
stefan_k1 25-07-2010 11:04 - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Hallo,
habe geplant einen Laufstall für Mutterkuhbetrieb mit Spaltenboden zu bauen. Da mein Platzangebot sehr begrenzt ist bin ich mit dem Stall auf 9,5 m zum Nachbargrundstück entfert. Mittlerweile habe ich den Plan schon 3 x verändert zu gunsten meines Nachbars. Stall ist eine Holzbauweise mit doppelt verschalter Außenwand die zum Nachbarhin keine Öffnungen hat (Öffnungen sind nur nördlich und Südlich, der Nachbar befindet sich östlich). Ich könnte den Stall zwar wo anders bauen aber es hätte für mich erhebliche Nachteile was Fütterung und Baukosten betrifft und der Abstand zum Nachbar ist auch nicht wesentlich größer. Gemeindewasserleitung Telefonleitung müßten überlegt werden außerdem wäre der Stall genau in Hauptwindrichtung zum Nachbar und er würde vermuthlich mehr Gestank abbekommen als mit meiner Wunschwariante. Bei der Bauverhandlung wurde ein Einspruch gemacht mit der Begründung, daß er keine Wäsche mehr aufhängen kann und eine massive Einschränkung der Lebensqualität besteht. Laut Bauordnung gibt es zwar keine Auflagen und ich könnte auch bauen aber das Problem mit dem Nachbar ist dadurch nicht gelöst.
Was sollte ich machen.
PS. der Nachbar glaubt das ein Spaltenboden wie eine offene Güllegrube ist dadurch ständig mit einer Geruchsbelästigung zu rechnen ist.




mfj antwortet um 25-07-2010 12:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung

Nun Stefan – die Baugenehmigung erteilst ja weder du, noch dein Nachbar.
Die Baubehörde entscheidet darüber ob dieser Einspruch relevant ist oder nicht.
Wenn die Baubehörde den Einspruch berücksichtigt, wirst an einem „Gutachten von einem Sachverständigen“ nicht vorbeikommen. Wer das bei Euch macht, kann ich nicht sagen...

...in der Regel wird auch berücksichtigt, ob du hier schon eine Hofstelle hast, bzw. ob eine massive Aufstockung bzw. Tiergattungswechsel geplant ist. Wird nur den üblichen Maßnahmen gefolgt, d.H. Anpassung der Stallgebäude an heutige Erfordernisse bzw. Absicherung von einem Familienmäßigen Einkommen – wird sich niemand dauerhaft dagegen wehren können.

Ein Stall hat immer Geruchsemisionen, das hat relativ wenig mit dem Mistsystem zu tun.
Und wie Du schon richtig festgestellt hast - bringen ein paar Meter garnichts. Wichtiger als der Geruch ist der Lärm.

Du kannst aber mal deinem Nachbar schon mal ankündigen, für jeden „verzögerten Baumonat“ wird am Samstagabend in seinem Geruchsfeld „Gülle“ gefahren ;-)))



179781 antwortet um 25-07-2010 19:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Da liest man mehrere Probleme heraus. Stallbau und beengte Platzverhältnisse ist auf jeden Fall problematisch. Ganz unabhängig von den Schwierigkeiten mit dem Nachbarn betrachet, solltest du überlegen, einen Baupaltz zu finden, der für einen gut funktonierenden und preiswert zu betreibenden Stall taugt. Ganz wichtig ist auch die Möglichkeit, den Stall in Zukunft erweitern oder eventuell auch anderweitig nutzen zu können.

Nachdem bei Mutterkühen der notwendige tägliche Betreungsaufwand gering ist, ist es nicht unbedingt wichtig, diesen in direkter Nähe zum Wohngebäude zu errichten. Ein Stall direkt am Haus birgt sogar die Gefahr, dass man zu viel Zeit im Stall vertrödelt, weil man eben nur kurz rüberschaut und etwas nicht wirklich notwendiges erledigt.

Sinnvol ist es , wenn der Mutterkuhstall verkehrstechnisch günstig zu Futter-, und Strohlager sowie mit gutem Zugang zur Weide liegt. Wenn das Drumherum passt, lässt sich der Arbeitsablauf so organisieren, dass sich die Kühe großteils selbst versorgen. Das ist ja der wesentliche Vorteil der Mutterkuhhaltung, dass die Kühe so leben können, wie es ihre eigentliche Aufgabe in der Natur ist und dadurch die "Hilfe" des Menschen nur in geringem Ausmass brauchen.

Mach dich einmal frei von deinen fixen Vorstellungen und sieh dir Mutterkuhbetriebe an, die den Lebensraum für die Tiere von ihrem eigenen deutlich getrennt haben. Das bringt oft ein deutliches plus an Lebensqualität für die Bauersleute und für die Nachbarn.

Die Geschichte mit der "Gülledrohung" von mfj würde ich ganz schnell wieder vergessen. Wenn du eine Baumassnahme gegen den Willen deines Nachbarn mit Drohungen durchsetzt, dann kannst du davon eine lebenslänglich vergiftete Situation erwarten. Und ein ständiger Kleinkrieg eines Nachbarn ist auf Dauer eine große Belastung.

Gottfried




stefan_k1 antwortet um 25-07-2010 21:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Genau das ist ja der springende Punkt warum ich so auf diesen Standort fixiert bin weil eben der Ablauf sprich Fütterung vom bestehenden Heulager einfach wäre und weil der Auslauf zur Weide günstig wäre und weil die bestehende Güllegrube die ich weiterhin nutzen möchte direkt daneben ist und die Wege kurz sind. Vorteile die ich bei einem anderen Standort nicht habe.


helmar antwortet um 25-07-2010 21:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Wenn es genehmigt wird, dann bau auch. Und schau mal in die Chronik......wahrscheinlich wird der Hof vor dem Nachbarn da gewesen sein.
Mfg, Helga


stefan_k1 antwortet um 25-07-2010 22:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Ja der Hof war vor dem Nachbarn da das Problem liegt darin wenn ich den Stall so baue wie es für mich günstig wäre dann wird es wohl mit dem Nachbarn Streit geben und das will ich so gut es geht vermeiden. Bin schon sehr viele Kompromisse eigegangen was ich vom Nachbar halt nicht behaupten kann.


josefderzweite antwortet um 26-07-2010 07:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Da gibt es doch die neuen Spalten mit verringerter Geruchsemission. Mach einen kompromis mit dem Nachbarn und bau diese Spalten ein. Haben sowieso mehr Zukunft


mfj antwortet um 26-07-2010 07:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung

Gottfried, man sollte Beiträge deutlich und langsam lesen...und wenn möglich das „Hintergründige“ herauslesen bzw. herausfinden.

Ich kann dem Stefan nicht medial zu einer anderen Lösung raten, wenn ich über die Sache eigentlich nichts weiß. Dass muss ich schon ihm überlassen, und wir sollten uns angewöhnen auf Fragen zu antworten, nicht zu ignorieren und neue aufwerfen.

Deine „interpretierte unangebrachte Gülledrohung“ verbirgt in Wahrheit der Kern des Problems.
Jeder Landwirt kann so oder so handeln. Es liegt in seinem Ermessen, was er den Mitbewohnern zumuten will. Damit hier eine gegenseitige Rücksichtnahme entsteht, kann natürlich das Ganze nicht immer durch eine dauernde einseitige Beschränkung auf Seiten der Landwirtschaft geschehen.
Das will ich damit sagen. Ich kenne genug Landwirte und auch ich halte mich daran, dass am Wochenende keine Gülle gefahren wird. Damit wird dem „Feierabend-Terrassen-Gucker“ die idyllische ländliche und wohltuende Transmittergefühle ermöglicht.

Ich habe das meinen Nachbarn nicht nur ganz klar auf´s Margarinebrot geschmiert, sondern als Vorleistung deklariert. Im Gegenzug erwarte ich mir ein „Verhalten nach Augenmaß“.
Und bis jetzt haben es alle verstanden, wenn auch mit großen Augen.

Landwirtschaft ist nicht in Gewerbe(Landwirtschafts)parks verlegbar, dazu reicht nicht nur das Geld, auch sind Bewirtschaftungsabläufe oft nicht sinnvoll.

Gerade bei baulichen Anlagen werden wir in naher Zukunft merken, wie viel Steine uns die „zugezogene Landbevölkerung“ noch in den Weg legen wird. Wir werden uns mit Emissionsgutachten genauso intensiv beschäftigen müssen wie mit Fördervorschriften.
Aber zu glauben - festgesetzte Papierwerte oder Gutachten bringen einen Erholungsvorteil ist, Schwachsinn - und braucht Aufklärung.
Die tägliche Bewirtschaftung bringt das "Gro" einer Lebensqualität - und zwar für alle...






josefderzweite antwortet um 26-07-2010 08:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Die zugezogene Landbevölkerung legt uns Steine in den Weg? Die verstehen das sogar oft weit besser als ein ehemaliger oder weichender Bauer.
Ich möchte auch auf keinen Fall dass mein Nachbar mir einen STall vor die Haustür parkt. Es würde ja auch keiner freiwillig in Richtung seines hauses bauen wenns irgendwie geht.

Im letzten Top Agrar recht gut zu lesen welche Dinge man beachten sollte wenn man keinen Streit verursachen möchte. Dort wird ein Landwirt geschildert der eine große Sauenmastanlage in direkter Nachbarscahft einer Siedlung baut.

Durch tägliches Güllefahren wird dein Ruf übrigens auch nicht besser!!


Christoph38 antwortet um 26-07-2010 08:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
Wie ist die Flächenwidmung bei dir und beim Nachbarn ?
Was den Geruch usw. betrifft, spielt der Faktor der ortsüblichen Immissionen einen grossen Faktor. Dh. in einem Bauerndorf, wo es sozusagen immer schon gestunken hat kann sich der Nachbar weniger beschweren, als wenn du der einzige Bauer bist der "stört".

Jedenfalls werden solche Probleme sicher noch stark zunehmen.
Persönlich würde ich es für interessant halten, wie Agrarjournalisten, die den Bauern häufig zu geringe, nicht konkurrenzfähige Betriebsgrössen vorwerfen, mit einem zeitgemässen kapazitätserweiternden Neubau in ihrer Nachbarschaft umgehen.

Als Bauer sollte man sich jedenfalls nicht in massive Unkosten treiben lassen, schon gar nicht für halbherzige Lösungen.



kraftwerk81 antwortet um 26-07-2010 08:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
kauf Ihm einen Wäschetrockner und die Sache hat sich *gg*.


Josefjosef antwortet um 29-07-2010 12:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Stallbau-Geruchsbelästigung
warum baust du deinen neuen Stall nicht in Tretmistausführung.
Macht sicher mehr Sinn, als die Güllevariante, und ist wahrscheinl. auch billiger.
Mußt wahrscheinl. dann Stroh zukaufen, allerdings verspielst damit nichts, da der Wert von Festmist gegenüber Gülle höher ist. ( weniger Gestank, humusbildend, usw.)
Auch dein Nachbar wäre ev. damit zufrieden.


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