Tirolmilch: Es kracht ordentlich

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walterst 30-06-2010 17:02 - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Der Obmann der Tirolmilch krönt seine erfolgreichen Fusionsverhandlungen mit - einem Rücktritt.


Währenddessen schluckt die Alpenmilch den Käsehof und die Gmundner kommt wieder zu kurz.



walterst antwortet um 30-06-2010 17:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Das nenne ich Entscheidungsfreude: Obmann abserviert, Geschäftsführer beseitigt und Milchpreis ordentlich erhöht, alles in einer Sitzung.


Tirol Milch: Milchpreiserhöhung & Umstrukturierung =

Innsbruck (OTS) - Aus der heutigen Vorstands- und
Aufsichtsratssitzung bei Tirol Milch resultieren klare Ergebnisse:

- Obmannwechsel in der Molkerei
- Erhöhung des Milchgeldes auf 35 Cent im Juli und 36 Cent im
August
- Interimistische Geschäftsleitung übernimmt operatives Geschäft

Nach der heutigen Vorstands-/Aufsichtsratssitzung herrscht bei
Tirol Milch wieder Konsens. Sowohl über die internen Strukturen der
Führungsriege, über die Erhöhung des Milchgeldes als auch über die
weitere Vorgehensweise in Sachen Partnerschaft mit der
oberösterreichischen Berglandmilch wurde eingehend beraten.

Unternehmensstruktur.

Obmann Hans Schweiger stellte sein Amt zur Verfügung. Mit heute,
dem 30. Juni 2010 übernimmt der bisherige Obmann-Stellvertreter
Stefan Lindner die interimistische Obmannschaft der Genossenschaft.
Die Geschäftsleiter Manuel Hofer (Beschaffung/Verwaltung), Armin
Pichler (Marketing/Verkauf) sowie Stefan Halmel (Produktion)
übernehmen ab sofort das operative Geschäft im Sinne des Vorstandes.
GF Carl Albrecht Benker ist von seinem Dienst freigestellt. Ihm gilt
besonderer Dank für die Einleitung der sehr erfolgreichen
Umstrukturierungsmaßnahmen.

Milchpreiserhöhung.

Weiters wurde eine deutliche Erhöhung des Milchpreises von den
aktuellen 32 Cent/kg auf 35 Cent für Juli und 36 Cent im August
beschlossen. Dies ist nicht zuletzt auf die greifenden
Umstrukturierungsmaßnahmen sowie auf eine Umsatzsteigerung der
Molkerei in den letzten Monaten zurückzuführen.

Partnerschaft Tirol Milch / Berglandmilch.

Die Gespräche zur Zusammenarbeit von Tirol Milch und Berglandmilch
werden weiterverfolgt. Die Fortführung dieser Strategie wurde
ebenfalls auf Eigentümerebene entschieden. Die weiteren
Entscheidungen werden nach Vorliegen der notwendigen Gutachten
getroffen.

Für den interimistischen Obmann der Tirol Milch - Stefan Lindner -
sind beide Wege gangbar "Hans Schweiger hat als bisheriger Obmann
viele Türen für die Tirol Milch geöffnet. Ich bin mir sicher, eine
gute Lösung zu finden um Tirol Milch auch in Zukunft erfolgreich zu
führen und auf aktuelle, gute Zahlen aufzubauen - ob nun mit oder
ohne Partner an der Seite. Im Grunde geht es allen Beteiligten um den
Erhalt einer gesunden und wettbewerbsfähigen Tirol Milch, die den
bestmöglichen Milchpreis an ihre Lieferanten ausbezahlen kann. In
diesem Sinne haben wir alle an einem Strang zu ziehen."



biolix antwortet um 30-06-2010 20:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
komisch, meiner Meinung kann das nur bedeuten, dast der Wagen Richtung NÖM abgefahren ist.... daher jetzt höhere Preise, und danach Durchschnitt.... ;-))

lg biolix


karl0815 antwortet um 30-06-2010 21:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Die Raiffeisenbosse beider Länder werden schon dafür sorgen, dass die TIMI in die richtigen Hände (nach NÖ) kommt, denn nichts ist schlechter für die NÖM(bzw deren Eigentümer) als ein starker , österreichweiter Molkereikonzern zu 100% in Bauernhand , der auch noch dazu überdurchschnittliche Milchpreise ausbezahlt. Das zehrt natürlich an der Rendite, die der Durchschnittszahler NÖM an die RaibaNÖ-W abliefern kann!


walterst antwortet um 30-06-2010 21:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@karl0815

Ist Dir entgangen, dass die NÖM künftig den Berglandpreis plus 0,5 Cent garantiert?
Das wäre dann ja mindestens eine Million Euro mehr für die Tiroler Milchbauern, als die Bergland zahlen will.

Ich frage mich, was die Bergland eigentlich mit der vielen Tiroler MIlch machen will, wo sie doch nicht einmal die MIlch von ein paar Dutzend Bauern vor der Haustüre zusätzlich vermarkten konnte.


Tyrolens antwortet um 30-06-2010 21:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Da gibt's genug Tiroler, die nur drauf warten dass sie in einem solchen Fall ihre Genossenschaftsanteile teuer abgelöst bekommen und dann nach Sterzing liefern können.
Steckt freilich auch viel Wunschdenken dahinter.


walterst antwortet um 30-06-2010 21:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@tyrolens

Genossenschaftsanteile teuer abgelöst...

Musst Du mir bitte erklären, wie das funktioniert.


Haa-Pee antwortet um 30-06-2010 21:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
genossenschaftsanteile werden weder teuer noch billig abgelöst sondern es ist eine art "nominalle" je geschäftsanteil!

genossenschaftsanteile werden nicht an börse gehandelt folgedessen gibt es auch keine "marktrelevanten" preise.

die genossenschaftsanteile haben eher einen ideologischen wert als einen materiellen!

weder für die genossenschaft selbst noch für die genossenschafter.


wobei ich eindeutig ein freund gut geführter genossenschaften bin!

den überall wo eigentümer selbst mitentscheiden und sozusagen partner sind zeugt das eher für stabilität da die "abcasher vrs shareholder value"manier hintenangehalten wird.



walterst antwortet um 30-06-2010 21:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@haapee

Ich stehe eher doch auf den materiellen Wert meiner Genossenschaftsanteile in Höhe eines guten Gebrauchttraktors und gehe davon aus, diesen nach der gesetzlichen Haftung auch ausbezahlt zu bekommen. Dafür verschenke ich gerne den darüber hinaus bestehenden ideellen Wert.


biolix antwortet um 30-06-2010 22:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
hui da gehts zu ..

guckt mal:

http://tirol.orf.at/stories/453033/

die Diskussion...

stimmt das das der Lindner beim Milchlieferstreik mit gemacht hat ? hut ab... also fast ein voller IGler ... ;-))

und die Sterzinger, na ja, ebenfalls hut ab.. ;-))


Tyrolens antwortet um 30-06-2010 22:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Logisch hat ein Genossenschaftsanteil einen Wert. Die Frage ist nur, wie hoch der ist, ob wirklich nur ideell oder stark begehrt. Es gab Zeiten, da waren Anteile schon alleine wegen dem damit verbundenen Abnahmerecht begehrt.


walterst antwortet um 30-06-2010 22:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
ja wie geht jetzt so eine Ablöse um teures Geld bei der TIMI vonstatten oder war das nur eine inhaltsleere Floskel?


Haa-Pee antwortet um 30-06-2010 22:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
lieber walter ich kenne den wert deiner genossenschaftsanteile nicht!

du verzeihst meine unkenntnis darüber ich kenne aber sehr die gepflogenheiten intern von genossenschaften auch in meinen mitbestimmenden eigenschaften....

du bist vielleicht in einer "teuren" genossenschaft wo die anteile auch wertmässig höher bewertet werden als in durschnittlichen genossenschaften!

walter bist du anteilseigner der ennstal milch?


walterst antwortet um 30-06-2010 22:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
nein, meine Anteile sind nur 3/4 so hoch wie bei der EMI, also rund 23000€ plus nochmal der selbe Betrag als einfache Haftung.

Bei einer anderen Genossenschaft habe ich auch Anteile, aber die produziert was anderes, mir fällt es grad nicht ein, weil ich ein Bier getrunken habe.


karl0815 antwortet um 30-06-2010 22:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Da redet ja das halbe Land Tirol mit, wenn eine Genossenschaft mit einer anderen Fusionieren will. Der LHStv. , der LWKPräsi, die roten,die schwarzen, die Blauen, die rebellischen; ein jeder gibt seinen Senf dazu!
Das sind ja Zustände in diesem "heiligen" Landl!?
Die Entscheidung, was mit der Molkerei geschieht, haben die Eigentümer (bei 47% EK sollte die Bank noch nicht allzuviel zu plaudern haben) die alleinige Verantwortung, also ihr Tiroler Bauern , machts was Gscheites!

Einen Milchpreis auszuzahlen und zu garantieren, der womöglich nicht mal erwirtschaftet werden kann, ist sicherlich die beste Voraussetzung, dass bald nach einem kapitalkräftigen Partner(intern. Konzern oder AG mit einer Bank im Backround) gesucht werden muss!!


karl0815 antwortet um 31-07-2010 15:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Was gibts im heiligen Land Tirol Neues?
Wird noch Fusioniert oder ist jetzt wieder Alles in Butter(oder im Käse))???


walterst antwortet um 02-08-2010 00:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
es wird wohl weiter noch krachen:


Innsbruck
So, 01.08.2010 | 22:29 Uhr
Heißes Match um die Tirol Milch

Die NÖM macht in Tirol Druck: Sie will ein Zusammengehen der Tirol Milch mit der Berglandmilch verhindern und schon diese Woche ein Angebot für eine Partnerschaft legen. Die Tirol Milch verpasst sich indes ein neues Logo.


Die bekannten blauen Tirol-Milch-Packerln dürften schon bald aus den Regalen verschwinden, die Molkerei bastelt an einem Relaunch der Marke mit einem neuem Logo.Foto: Böhm



Von Nina Werlberger und Beate Troger

Innsbruck – Das Tauziehen um die Zukunft der Tirol Milch spitzt sich zu. Nach den Scharmützeln um eine mögliche Fusion mit der Berglandmilch macht nun die niederösterreichische NÖM AG Druck: Sie buhlt massiv um die Tiroler Molkereigenossenschaft. Wie die TT erfuhr, will die NÖM – sie ist Österreichs zweitgrößte Molkerei – den Tirolern Mitte dieser Woche ein Angebot für eine Partnerschaft machen. Von einer Fusion mit der AG sei vorerst nicht die Rede. Als Mittelsmann soll Tirols RLB-Chef Hannes Schmid dazu gedient haben, den Kontakt zu Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger herzustellen. Diese Woche soll es Spitzengespräche auf höchster politischer Ebene geben.

Bei der NÖM und ihrer Mehrheitseigentümerin, der Raiffeisenholding Niederösterreich-Wien, hieß es zur Causa Tirol Milch am Freitag: kein Kommentar. Am grundsätzlichen Interesse der NÖM an der Tirol Milch habe sich nichts geändert. Eine Kooperation, wie sie mit den Tirolern nun offenbar angedacht ist, hat die NÖM unlängst bereits mit Milchbauern im Burgenland umgesetzt.

Bei der Berglandmilch, dem deklarierten Wunschpartner des Tirol-Milch-Vorstands, herrscht trotz der NÖM-Offensive Zuversicht. Die Genossenschaft, zu der unter anderem die Marken Schärdinger, Desserta oder Berghof gehören, hat längst konkrete Pläne mit den Tirolern geschmiedet. „Wir können den Eigentümern ein ehrliches Angebot machen und Synergien realisieren. Am Ende geht es um einen fairen Bauernmilchpreis“, sagt Vorstandssprecher Josef Braunshofer.

Wie stark der Gegenwind aus dem Raiffeisen-Reich ist, dem auch die Tirol Milch zugeordnet wird, wollte Braunshofer nicht sagen. „Die Interessen von Raiffeisen habe ich nicht zu kommentieren.“

Über die Vorhaben der Berglandmilch mit der Tiroler Molkereigenossenschaft spricht er da schon lieber. So schwebt ihm etwa vor, am Standort Wörgl künftig hochwertiges Fruchtjoghurt für den italienischen Markt zu produzieren und dieses über eine dort bereits vorhandene Bergland-Vertriebsfirma zu vertreiben. „Das Ziel lautet: mehr Wertschöpfung in der gesamten Produktpalette“, sagt Braunshofer.

Heute stößt die Tirol Milch gut ein Drittel ihrer gesamten Milchmenge als billige Versandmilch ab, vielfach nach Italien. Damit soll bei einem Zusammengehen mit der Berglandmilch Schluss sein. Vor allem Käse aus Tiroler Milch soll künftig stärker veredelt werden, sagt Braunshofer. Tiroler Milch werde dann aber auch in den Werken der anderen Partner weiterverarbeitet, wenn der Standort Wörgl bereits ausgelastet sei.

Gerüchte, wonach die Tirol Milch ihren Markenauftritt bereits dem von Schärdinger anpasst, will der Bergland-Chef nicht bestätigen. „Ich habe gehört, dass es einen neuen Markenauftritt geben soll. Gesehen habe ich noch nichts“, erklärte er.

Feststehen soll bereits ein neues, rundes Tirol-Milch-Logo. Auch die Milch- und Joghurtpackungen sollen kräftig umgemodelt werden.

In der Tirol-Milch-Geschäftsführung wollte man sich noch nicht zu dem bevor­stehenden Relaunch äußern, auch der interimistische Obmann Stefan Lindner hält sich noch bedeckt. Es sei „ganz normal, die Marke im marktwirtschaftlichen Wettbewerb immer wieder etwas zu verändern“, so Lindner zur TT.

Über den Stand der Fusionsverhandlungen äußert sich Lindner ebenso kryptisch. „Wir warten jetzt die Ergebnisse der Gutachten ab“, meint er. Die anberaumten Gespräche mit der NÖM dementiert er nicht: „Wir reden mit allen, mit Bergland, NÖM, und wir haben auch mit der Pinzgau Milch gesprochen.“



Muuh antwortet um 13-08-2010 08:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Es geht in die Entscheidungsphase

tt.com

Von Mario Zenhäusern, Beate Troger und Nina Werlberger

Innsbruck – Die Entscheidung über die Zukunft der Tirol Milch wird kommende Woche gefällt. Klar ist: Ohne Partner geht es für die Tiroler Molkereigenossenschaft nicht mehr – zu groß sind die Schwankungen bei der Milchmenge, zu teuer die notwendigen Investitionen, zu klein der Absatz im vereinten Europa. Seit Wochen wird über die Zukunftsvarianten debattiert: Kommt eine Fusion mit der Berglandmilch, Österreichs Nummer eins am Milchmarkt, oder eine Partnerschaft mit der zweitgrößten Molkerei, der NÖM AG? Agrarlandesrat Toni Steixner wirbt offen für einen Alleingang mit Kooperationspartnern – und ruft nach einer Lösung mit Südtirol.

1Wie realistisch ist eine Fusion mit der Berglandmilch? Sie ist das erklärte Ziel der Tirol-Milch-Führung, verhandelt wird nur noch über Details. Konkret ist geplant, das Vermögen der Tiroler Genossenschaft in die Berglandmilch (derzeit acht Genossenschaften) einzubringen, die beiden Gesellschaften würden somit verschmolzen.

„Allerdings wollen wir die Liegenschaften draußen haben“, betont Stefan Lindner. Das würde bedeuten, dass die Mitarbeiter im Wörgler Werk nicht automatisch zu Berglandmilch-Angestellten würden. Auch einen Tiroler Geschäftsführer soll es weiterhin geben. „Wenn jemand bei der Tirol Milch anruft, muss ein Tiroler drangehen“, stellt Lindner als Bedingung. „Tiroler Entscheidungen müssen in Tirol getroffen werden.“

2Was bedeutet eine Fusion für die 4000 Milchbauern und die Tirol-Milch-Mitarbeiter? Berglandmilch-Chef Josef Braunshofer würde ein „Durchgriffsrecht“ bekommen, räumt Lindner ein. Zudem würde die Milchgeldabrechnung zentral zusammengefasst, „aber mit Tiroler Briefkopf“. Tirols Bauern versprechen sich von der Fusion einen höheren Milchpreis.

Vorteil der Variante: Die Tirol Milch könnte am starken Export der Berglandmilch in 35 Ländern (darunter Spanien, Deutschland, Italien und Osteuropa) kräftig mitnaschen. Auch mit der billigen Versandmilch wäre dann Schluss. Derzeit hat die Tirol Milch auch das Problem großer Schwankungen, weil sie aufgrund der Almwirtschaft etwa im Mai 60 Prozent mehr Milch bekommt als im September. Hier könnten die anderen Berglandmilch-Standorte zu starken Zeiten Milch aus Tirol abnehmen und in schwachen Monaten das Werk in Wörgl auslasten – etwa um Handelsmarken ausreichend zu bedienen.

3Variante NÖM AG: Was läuft mit den Niederösterreichern? „Wir sind in Gesprächen mit der NÖM“, erklärt Lindner. Wenn die beiden in Auftrag gegebenen Gutachten für eine Eigenständigkeit sprechen, dann sei die NÖM ein potenzieller Kooperationspartner. „Wenn die NÖM ein konstruktives und nachhaltiges Angebot macht, werden wir diese in eine Stand-alone-Lösung einarbeiten“, sagt Lindner. Eine Übernahme durch die AG stehe für die Genossenschaft nicht zur Debatte. „Wir haben klargemacht, dass wir das nicht wollen.“

4Stichwort Südtirol: Was ist dran an dem Gerücht, dass die Tirol Milch gemeinsam mit Südtirolern ein Werk in Italien kaufen will? „Anton Steixner hat diesbezüglich ein Gespräch geführt“, bestätigt Lindner. Er halte diese Idee allerdings für nicht realisierbar. „Es wäre verwegen zu glauben, dass wir dort unten ein Werk kaufen und von Anfang an erfolgreich sind“, sagt Lindner. Mit Südtiroler Kooperationspartnern sehe er jedoch schon Potenzial für einen gemeinsamen Vertrieb.

5Wie wird die Frage der Unternehmensführung entschieden? Derzeit führen die drei Geschäftsleiter Manuel Hofer, Armin Pichler und Stefan Halmel die Tirol Milch mit ihren 300 Mitarbeitern. „Carl-Albrecht Benker ist nach wie vor dienstfrei gestellt“, sagt Obmann Lindner. Ein Zurück wird es aber nicht geben: „Ein Geschäftsführer Benker ist für die Tirol Milch kein Thema mehr.“

Man arbeite an einer klaren Lösung für den deutschen Milch-Manager, der erst vor einem Jahr seinen Job angetreten hatte und seit zwei Monaten bei vollen Bezügen spazieren geht. Personelle Entscheidungen werden dann erst getroffen, wenn klar sei, welchen Weg die Molkerei einschlagen werde.

6Wie werden Tirol-Milch-Packungen künftig aussehen? „Man wird Tirol Milch ganz eindeutig wiedererkennen“, sagt der Interimsobmann. Er hält fest, dass man bereits seit einem Jahr an neuen Verpackungen der weißen und bunten Palette arbeite. „Der Relaunch hat überhaupt nichts mit der Frage Bergland zu tun“, stellt Lindner klar. Das Design werde am 27. August bei einem Festakt anlässlich der offiziellen Übersiedelung von Innsbruck nach Wörgl vorgestellt.

7Wann fällt die Entscheidung zugunsten oder gegen die Berglandmilch? Ende nächster Woche werden die Ergebnisse der Gutachten vorliegen. Der Raiffeisenverband Tirol und der deutsche Milchexperte Professor Hannes Weindlmaier von der Technischen Universität München in Weihenstephan haben die zwei Optionen Berglandmilch und Alleingang geprüft.

„Sobald wir die Gutachten haben, wird der Vorstand eine Entscheidung treffen“, kündigt Lindner an. Unmittelbar danach wolle man die Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz informieren.



walterst antwortet um 13-08-2010 08:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Ich kenne weder den über die eigenen Beine gestrauchelten Obmann, noch den bisherigen Vizeobmann, der zwischenzeitlich die Gen. führt.

Wenn ich mir die Interviews und Aussagen des gegangenen Obmannes in Erinnerung rufe und mit den Statements des Vizeobmannes vergleiche, dann frage ich mich, warum man den Vize nicht schon längst nach vorne gebracht hat.
Zumindest vor den Medien hat der Neue doch 100 mal mehr Geschick - vorsichtig formuliert.


Christoph38 antwortet um 13-08-2010 09:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@ muuh

Bin schon gespannt wie es die Tiroler anstellen wollen, die Liegenschaften zu behalten und sich nichts dreinreden zu lassen.
Die Schulden und die Überschussmilch kann die Bergland haben und muss dafür einen höheren Milchpreis zahlen.

Die Wünsche sind sicher legitim.
Schätze aber mal, dass es da noch ein paar Verhandlungsrunden bedarf. ;-)


helmar antwortet um 13-08-2010 09:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Hmmmm.........gut gepflegter "Bauern", oder besser "Landesstolz"? So a la "mir san mir", und dann die andern?
Mfg, Helga


LKR Peter Schmiedlechner antwortet um 13-08-2010 10:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Das du keinen stoz hast ist klar. Wir alle können stolz auf unser Land sein.


Tyrolens antwortet um 13-08-2010 12:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Ah, Helga, überschätze diese "Bisch a Tiroler, bisch am Mensch..." Attitüde nicht. Das ist eine Sache, die hätte der Bauernbund samt Nebenorganisationen gerne, aber so blöd sind dann die Tiroler doch wieder nicht, dass sie sich diesem Nationalismus hingeben würden.
Uns ist durchaus bewusst, dass die Tirol Milch nicht so unantastbar ist, wie viele meinen und auch nicht unbedingt dermaßen herausragend, dass sie absolut erhaltenswert ist.
Eigentlich hat die Tirol Milch nur das Glück die einzige große Molkerei in Tirol zu sein. Von den Lieferanten der kleinen Molkereien in Tirol würde keiner freiwillig zur Tirol Milch wechseln.


helmar antwortet um 13-08-2010 21:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Also Petale...wenn nur ein Zehntel von dem wahr ist, was da (ich würde keine Partei ausnehmen) von dem wahr sein soll, worüber spekuliert wird, na ich weiss nicht recht, ob man da auf jene welche gestalten und verwalten, stolz sein kann....
Liebe Grüsse, Helga


walterst antwortet um 19-08-2010 14:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
da scheint sich insgesamt recht viel an Reformbedarf aufgestaut zu haben:
Der Hauptgeschäftsführer Benker muss Daumendrehen auf Bauernkosten und zusätzlich:

Tirol Milch: Geschäftsleiter geht
Die Tirol Milch trennt sich von ihrem Produktionschef. Roman Fuchs (Bild) übernimmt das Ruder.
Wörgl – Die Tirol Milch verkleinert ihr Führungsteam: Statt drei Geschäftsbereichsleitern gibt es fortan nur noch zwei. Der bisherige Chef der Produktion, der Deutsche Stefan Halmel, verlasse auf eigenen Wunsch das Unternehmen, teilte die Tirol Milch gestern mit. Der Leiter der Verwaltung, Manuel Hofer, sowie Marketing- und Vertriebschef Armin Pichler bleiben.

Halmel hatte erst im Jänner unter dem inzwischen dienstfrei gestellten Geschäftsführer Carl-Albrecht Benker seinen Job angetreten. Früher war er Werksleiter bei Weihen­stephan. Wie die TT erfuhr, sollen dem Ausscheiden Meinungsverschiedenheiten mit der Belegschaft vorausgegangen sein. „Das war nichts Gravierendes“, meinte dazu Tirol-Milch-Obmann Stefan Lindner. Es habe sich so ergeben, dass der Tiroler Roman Fuchs nun „zufällig verfügbar“ sei, um Halmels Aufgaben zu übernehmen. Als Betriebsleiter ist er ab sofort zuständig für die Produktion und die Betriebsanlagen der Zentrale im Unterland.

Der 42-Jährige aus Itter gilt als Kenner der Tirol Milch, bei der er zwanzig Jahre tätig war. So fungierte er von 1991 bis 2003 als Molkereimeister und technischer Leiter des Standortes Wörgl. Von 2003 bis 2008 war er Betriebsleiter der Pinzgau Milch, zuletzt Geschäftsführer der Firma Käspack.

Die Präsentation der lang erwarteten Gutachten für die Zukunft der Tirol Milch wurde indes auf kommende Woche verschoben. Am Mittwoch, den 25. August, sollen die Ergebnisse zur Causa Fusion oder Eigenständigkeit vorgestellt werden. (wer


Tyrolens antwortet um 19-08-2010 16:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Lustiger finde ich da schon das neue Marketingkonzept der Tirol Milch namens "Tirol Milch Alm".
Kurzum, die meinen jetzt, dass alles besser wird wenn man die Tirol Milch Produkte als Alm-Produkte bewirbt. Gesunde Luft, g'schmackiges Futter und alles total urig. Passt halt nicht ganz zu dem wie die Realität aussieht, aber das interessiert ja scheinbar niemanden. Außer die Tiroler Kunden, die wissen schon zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.


walterst antwortet um 22-08-2010 23:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
So, jetzt wirds kompliziert, weil jetzt fangen sich die echten Fachexperten an einzumischen. LH-Platter will schon mit Durnwalder die Alternativen besprochen haben.:

Platter gegen Fusion von Tirol Milch mit Bergland

Landeshauptmann bangt um die Marke Tirol. Platter ist gegen Zeitdruck bei Entscheidung und forciert Kooperation mit Südtirol: „Fusion letzte Option.“
„Herzlich willkommen“: Berglandmilch und NÖM würden am liebsten die Tirol Milch ins Boot holen.Foto: Böhm
Von Peter Nindler

Innsbruck – Am Mittwoch berät der Vorstand der größten Tiroler Molkerei über die Zukunft des Unternehmens. Zur Debatte stehen eine Fusion mit der oberösterreichischen Berglandmilch sowie Kooperationen mit Südtirol oder der Niederösterreichischen Molkerei (NÖM). Klarheit in dieser in den vergangenen Wochen intensiv diskutierten Frage sollen auch zwei Gutachten über die Situation der Tirol Milch und der Entwicklung am Milchmarkt bringen. Die Expertisen werden vom Raiffeisenverband Tirol und von Hannes Weindlmaier, einem Milchexperten der Technischen Universität München, erarbeitet.

Hinter den Kulissen gab es in den vergangenen Tagen intensive Gespräche. Auch zwischen LH Günther Platter, Agrarreferent und VP-Bauernbundobmann LHStv. Toni Steixner und Tirol-Milch-Obmann Stefan Lindner. Dabei soll Platter seine kritische Haltung zu einer möglichen Fusion mit der Berglandmilch zum Ausdruck gebracht haben. Gegenüber der TT bestätigt der Landeshauptmann, „dass eine Fusion nur die letzte Option sein kann“.

Im Gegensatz zum Tirol-Milch-Obmann, der eine Fusion mit Oberösterreich forciert, tritt Platter auf die Bremse: „Es darf keinen Zeitdruck geben, es geht um die Qualität der Entscheidung.“ Der Landeshauptmann spricht dabei die Marke Tirol an, die müsse gewahrt bleiben. „Und es ist kein Geheimnis, dass ich für eine Kooperation mit Südtirol plädiere. Ich habe darüber auch schon mit LH Luis Durnwalder gesprochen.“

Günther Platter blickt aber auch in Richtung Niederösterreich. „Neben Südtirol sollte auch ernsthaft eine Kooperation mit der NÖM geprüft werden.“ Letztlich plädiert der Landeshauptmann für ein intensives Abwägen – „auch wenn heuer noch keine Entscheidung über den künftigen Weg der Tirol Milch getroffen wird“.

Die Option „Südtirol“ sieht vor allem die Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sennereiverband vor. Ein gemeinsames Werk für die Veredelung der Milch soll errichtet werden, um die überschüssige Milch zu verarbeiten. 70 Millionen Liter Milch sind es jährlich bei der Tirol Milch. Sinn macht das gemeinsame Werk aber nur, wenn es am oberitalienischen Markt Abnehmer für die zusätzlichen Produkte gibt.

Der oberitalienische Markt hat für die Niederösterreichische Molkerei ebenfalls einen hohen Anziehungsfaktor. Für die NÖM könnte die Tirol Milch ein wichtiges Sprungbrett sein, weshalb der Tiroler Milchverarbeitungsbetrieb auch so attraktiv ist.

Im Gegensatz zu Platter tendiert die Landwirtschaftskammerspitze aber zur Fusion mit der Berglandmilch. Zu unsicher erscheinen der Interessenvertretung der Bauern – die Milchlieferanten sind die Eigentümer der Tirol Milch – die Pläne mit Südtirol. Einig soll man sich aber darüber sein, dass der Tirol-Milch-Vorstand erst dann eine Entscheidung trifft, wenn entweder ein konkretes Angebot aus Südtirol in den nächsten Wochen auf dem Tisch liegt oder diese Variante keine Perspektive hat.



joholt antwortet um 23-08-2010 09:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Ich bin zwar kein TM lieferant aber schön langsam mach ich mir wirklich sorgen darum weil da kommt sicher nicht die beste lösung für die tiroler bauern zustande und wir hängen ja irgentwie alle zusammen.
mfg


Christoph38 antwortet um 23-08-2010 11:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Werden die Eigentümer der Genossenschaft auch irgendwann gefragt oder geht man über diesen Personenkreis hinweg, wie über x-beliebige Nudelaugen ?


walterst antwortet um 23-08-2010 13:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@christoph38
Warum die Eigentümer und LIeferanten unnötig von der Arbeit abhalten.
Das wesentliche, nämlich die Abholung der Milch ist ja bei allen Varianten gesichert.


Haggi antwortet um 23-08-2010 20:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Die Genossenschaftler werden am 25. August imTirolmilch-saal bafragt....
Heute kam die Einladung!

Aber bei so viel Politik wird da sicherlich eine Lösung kommen, mit der auch die Bauern leben können werden müssen :)



helmar antwortet um 24-08-2010 08:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Lieber Walter..........du hast recht, mit der gesicherten Abholung. Das stand nämlich letze Woche auch in der NÖN, dass die Milch auch von der freien Milchgesellschaft sicher abgeholt wird...;)
Mfg, Helga


walterst antwortet um 24-08-2010 23:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
In Tirol Heute war ein Bericht über die Bergland und deren letzte Fusion mit der LAndfrisch. Dabei schwenkte die KAmera von der Aufschrift an der geschluckten Welser Molkerei "Landfrisch muss es sein" weiter zu "Schärdinger - die schlanke LInie"
Vielleicht ein Tip an die Tiroler MIlchbauern: Genau hinterfragen, wer oder was mit der "schlanken Linie" gemeint ist.


walterst antwortet um 08-09-2010 19:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Der Riese ist hungrig und will nicht länger auf Beute warten. Und er sagt es auch. Bist Du nicht willig, so denk ich an Gewalt:

Frist gesetzt
08.09.2010, 09:31
Bergland Milch: Fusion muss bis Monatsende stehen

Der Druck auf die Tirol-Milch-Entscheidungsträger steigt: Die oberösterreichische Bergland Milch, die in den vergangenen Wochen Interesse an einer Übernahme bzw. Fusion zeigte, beharrt auf einer Entscheidung bis Ende des Monats. Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Steixner hatte vorgeschlagen, den Entscheidungstermin nach hinten zu verschieben.

Grund für Steixners Vorschlag, der von der Bergland-Milch-Führung in Gesprächen am Dienstag abgelehnt wurde, war, alle Für und Wider genau abwiegen zu können. Für die Tirol-Milch-Führung stand bisher auch eine Kooperation mit einer Südtiroler Molkerei als Option offen, zudem gab es ein weiteres Angebot von der NÖM.

Der Vorstand der Tirol Milch hatte sich jedoch erst Ende August eindeutig für die Variante der Fusion mit der Bergland Milch entschieden. Danach gab es sogar eine Standortzusage der Oberösterreicher für Lienz. Steixner beharrte jedoch darauf auch einen weiteren Alleingang der Tirol Milch bzw. eine Kooperation mit den Südtirolern genau zu prüfen.

Durch die Weigerung der Bergland-Milch-Führung steht Steixner nun jedoch unter Zeitdruck. Der "Plan B" - die Südtirol-Variante - muss nun rasch geprüft werden.



atomix antwortet um 08-09-2010 21:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Jeder Tiroler weiß eigentlich, dass mit den Südtirolern kein Geschäft zu machen ist, wenn die Südtiroler nicht selbst am besten aussteigen. Daher sind Steixners Bemühungen in diese Richtung verlorene Energie. Wenn der Tiroler Bauernbund mit Steixner an der Spitze nicht raschest die Kurve in Richtung Berglandmilch kratzt, bricht die Tirol Milch auseinander. Dann sind die letzten großen Milchlieferanten schneller davon, wie der Steixner schauen kann. Mal abwarten, wie lange es noch dauert ...


Muuh antwortet um 09-09-2010 22:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Von Nina Werlberger, tt.com

Wörgl, Wels – Die Fusion der Tirol Milch mit der Berglandmilch können jetzt noch die Bauern aufhalten: Die beiden Unternehmen haben alle Details des Vertrags geklärt, über den die Tiroler Bauern Ende September abstimmen werden. Zugleich gibt die Landesregierung ihren Widerstand gegen eine Fusion auf und will den Weg für eine tirolerisch-oberösterreichische Milchehe freimachen.

Der Pakt sieht so aus: Wenn die Tiroler Bauern zustimmen, bekommt die Tirol Milch 17 % der Anteile an Österreichs größter Molkerei und wird die zweitgrößte von neun Bergland-Genossenschaften. Weiters bekäme die Tirol Milch einen Vorstand bei Bergland, der gleichzeitig auch Obmann-Stellvertreter für die laufende Periode wäre. Auch mehrere Aufsichtsräte würden aus Tirol kommen. Das bestätigt Berglandmilch-Chef Josef Braunshofer im TT-Gespräch.

Geplant sei, in Wörgl eine „Tirol Milch GmbH“ einzurichten. Diese Bergland-Tochterfirma soll die Produktion und den Österreich-Vertrieb aller im Wörgler Werk hergestellten Produkte organisieren, womit das operative Geschäft in Tirol bliebe. Wie Bergland den Export steuern wird, stehe noch nicht im Detail fest. „Aber es wird keine Doppelgleisigkeiten geben“, betont Braunshofer. Auch wie viele Mitarbeiter gehen müssten, könne er noch nicht sagen (40 Jobs sind im Gespräch).

Das Werk in Wörgl soll definitiv in die Berglandmilch eingebracht werden. „Draußen bleiben werden jene Liegenschaften, die nichts mit Milch zu tun haben“, erklärt Braunshofer. Dies seien das Gebäude in Innsbruck, das Wörgler Gasthaus Egerndorferstuben sowie einige weitere kleine Liegenschaften, darunter eine in St. Johann. Zum Wert der Immobilien wollte sich Braunshofer nicht äußern, TT-Informationen zufolge sollen sie zwischen 10 und 15 Mio. Euro wert sein – und mit dem Deal schuldenfrei.

Für Wörgl gibt es eine Standortgarantie, hier will Braunshofer eher mehr als weniger Waren erzeugen: „Ich denke speziell an Produkte für den italienischen Markt.“ Für das Lienzer Werk gibt es keine schriftliche Garantie, allerdings hatte Braunshofer angekündigt, in Osttirol etwa Käsespezialitäten herstellen zu wollen.

Fest steht: Die Berglandmilch will alle Schulden der Tirol Milch übernehmen, 2009 standen Verbindlichkeiten von mehr als 50 Mio. Euro zu Buche. Zudem will sie den Tiroler Bauern die Milchpreisdifferenz rückwirkend für das Jahr 2010 auszahlen. „Das wären mehr als 5 Mio. Euro, die in Form einer Treueprämie an die Bauern gehen.“ Keinen Zweifel lässt er daran, dass es keinen Aufschub für den Deal geben wird, wie ihn sich Agrarlandesrat LHStv. Toni Steixner gewünscht hatte. Deadline ist Ende September, danach wäre das Angebot schon aus rechtlichen Gründen hinfällig. „Wir müssten wieder bei null anfangen. Das haben wir der Politik auch erklären können.“

Keine Steine mehr in den Weg legen will der Fusion nun die Landesregierung, die sich bislang für eine Südtiroler Lösung stark gemacht hatte. Auch Steixner sieht den Tiroler Milch-Zug nach Oberösterreich rollen. „Dass es eher in diese Richtung geht, das ist auch mir klar“, erklärte er gestern im TT-Gespräch, „die Funktionäre der Tirol Milch haben ja eindeutig erklärt, was sie wollen.“ Tatenlos zuschauen will er aber nicht: „Es gibt noch ein paar intensive Gespräche, bei denen wir die unserer Meinung nach noch ausstehenden Punkte behandeln werden.“ Welche Punkte das sind, wollte Steixner aus Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen nicht sagen.

Offen ist, wie die Bauern als Eigentümer der Tirol Milch entscheiden werden. Während eine Probeabstimmung bei einer Delegiertenversammlung in Oberndorf eine klare Mehrheit für Bergland ergab, waren die Bauern im Zillertal eher dagegen.



Gratzi antwortet um 10-09-2010 07:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
.....wieso steht auf der Milch nicht SÜLT drauf??? so wie bei der NOM ????


Muuh antwortet um 12-09-2010 20:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich

„Wohin mit der Tirol Milch und warum?“, fragt sich ihr ehemaliger Geschäftsführer Hans Partl.
tt.com

V Bei der Gründung der Tirol Milch 1991 wurde ganz bewusst der Slogan „Das Land ist die Marke“ gewählt, um zu dokumentieren, dass die Molkerei den Großteil der Tiroler Milch bei sich bündeln und vermarkten wollte. Dies ist mit einer Reihe von Zusammenschlüssen genossenschaftlicher und privater Molkereien und Käsereien auch gelungen, ca. 80 % der Tiroler Milch wurden im Unternehmen verarbeitet. Die Marke wurde geprägt durch das Land und gelebt durch die Bauern. Die Tirol Milch war der Stolz und Leitbetrieb der Tiroler Milchwirtschaft. Tirol Milch war anerkannt bei Konsumenten, Bauern (inkl. Interessensvertretung) und Politik. Auch schwierige Jahre nach dem EU-Beitritt wurden durch die große Treue und Loyalität der Tiroler Bevölkerung gut gemeistert. Der Tiroler Markt wurde gegenüber ausländischer Konkurrenz mit höchster Milch- und Produktqualität verteidigt. Neben den nötigen Investitionen in Technik und Fortschritt wurden stets auch neue Produkte entwickelt und entsprechend in Marketing und Werbung investiert. Oberstes Ziel war es, den Eigentümern (ca. 4000 Milchbauern) einen möglichst guten Milchpreis auszuzahlen. Absolutes Vertrauen und Aufrichtigkeit zwischen Obmann (Ök.Rat. Klotz), Funktionären und der Geschäftsführung war dafür die Voraussetzung. Bis zu den Jahren 2003/04 lag die Tirol Milch mit der Höhe des ausgezahlten Milchgeldes in Österreich stets im Spitzenfeld!

Der derzeitige Zustand der Tirol Milch ist erschreckend!

Wenn der Zusammenhalt zwischen Obmann, Funktionären und der Geschäftsführung nicht mehr gegeben ist, kann es nur bergab gehen. Informationen an die Milchlieferanten erfolgten nicht mehr ehrlich, der Jahresverlust von 5 Mio. Euro (2008) und der schlechteste Milchpreis in Österreich haben die Geduld und das Vertrauen der Lieferanten erschüttert.

Die Trennung von GF Geisler brachte viele Monate führungslose Zeit und war unverantwortlich. Der dann bestellte GF Benker, als Sanierer geholt, wurde nach einem halben Jahr durch Fusionsverhandlungen hinter seinem Rücken hintergangen. Die anschließende Beurlaubung Benkers und der Rücktritt oder die Ablöse von Obmann Schweiger haben die führungslose Zeit noch verlängert.

Ob ein junger, interimis­tischer Obmann Lindner die Erfahrung hat, so einen Betrieb zu leiten und aus der Krise zu führen, ist bei aller persönlicher Wertschätzung fraglich.

Die Gutachter kommen zu dem erwarteten Ergebnis. Fusionen bringen Kos­tenvorteile, Nachteile bei der Konsumentenbindung und der Treue der Bauern werden nicht erwähnt. Der Einfluss der Tirol Milch (ca. 17 % Beteiligung) bei Bergland wird gering sein, Entscheidungen werden nicht mehr in Tirol getroffen.

Besonders erschütternd ist, dass von der Tirol Milch fast ausschließlich die Fusionsvariante diskutiert wird. Kooperationsmöglichkeiten unter Beibehaltung der Selbständigkeit wurden nicht ernsthaft verfolgt. Die Situation vor der entscheidenden Eigentümerversammlung Ende September ist somit absolut unbefriedigend. 160 Delegierte werden entscheiden, obwohl sie teilweise sicher einseitig informiert werden. Bei einer so weit reichenden (endgültigen) Entscheidung sollten nach Möglichkeit alle Eigentümer eingebunden werden.

Die Fusionsbegeisterung von Seiten des Vorstandes zeugt von wenig Vertrauen in die Stärken des Unternehmens. Es ist erstaunlich und traurig, einen einst blühenden Vorzeigebetrieb der österreichischen Milchwirtschaft in wenigen Jahren mit einer Fusion zu einem bedeutungslosen Juniorpartner zu machen und Tirol ein Stück Identität zu nehmen.



helmar antwortet um 12-09-2010 20:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Also mir kommt das irgendwie bekannt vor..........aber gibt es da nicht auch eine nigelnagelneue Molkerei der TM?
Mfg, Helga


walterst antwortet um 12-09-2010 21:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn man scheinbar in einer MILCHbauerngenossenschaft , die mit einer anderen MILCHbauerngenossenschaft fusioniert, und beide den Zweck der Milchverarbeitung der Mitglieder haben, darüber diskutieren und verhandeln muss, ob die Milch der MItglieder=Eigentümer weiterhin abgeholt wird.


helmar antwortet um 13-09-2010 08:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Lieber Walter.... es ist zum Weinen! Aber es wird auch in Tirol Gegenden geben wo halt sehr weit für relativ wenig Milch gefahren wird. Und ich kenne eine Gemeinde, die wurde von damals MOGROS regelrecht trocken gelegt........weil sich die Tour für ein paar Kannen nicht mehr gerechnet hat. Und auch in meiner Gegend wird eine Schleife von mehreren km von der MGN für eine Jahresmilchmenge gefahren, welche gerade mal der Menge eines Durchschnittslieferanten entspricht.
Mfg, Helga


Tyrolens antwortet um 13-09-2010 09:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Bisher hat in Tirol niemand erwähnt, dass der im Vergleich zum jetzigen, bessere Milchpreis nur ab einer relativ hohen Liefermenge anfällt. Die, die wenig anliefern werden eher weniger als mehr bekommen. Oder mit der Zeit ausgehungert...


walterst antwortet um 13-09-2010 16:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@helmar

Es gibt wahrscheinlich keine einzige Molkerei, die nicht irgendwo schwierig zu sammelnde Gebiete hat.
Ich frage mich nur, wozu ich eine Genossenschaft (angeblich eine Solidargemeinschaft) brauche, wenn ich diese Frage der Abholung dann dauernd diskutieren muss?

@tyrolens
Ich habe geduldig daruf gewartet, dass mal jemand das Thema der Mengenstaffel bei der Bergland anspricht.
Nächstes Thema wäre, unter welchen Bedingungen die Nachzahlung für 2010 gewährt wird? Lieferverpflichtung und Maulhalten für die nächsten 5 Jahre oder so?


Fallkerbe antwortet um 13-09-2010 18:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Hallo,
man kann solange mit dem MilchLKW in der gegend rumkurfen, bis der gesamte Wert der Milch von den Transportkosten aufgefressen ist. Grob überschlagen VERBRAUCHT ein MilchLKW in der Stunde etwa 166kg Milchgeld.

Nun kann man Wirtschaftlich vernünftige Überlegungen anstellen und eine vernüntige Mindestmilchmenge je Kilometer oder je Sammelstelle einführen, oder in bewährter Landwirtschaftlicher Sitte die Wirtschaftlichen Tatsachen ignorieren und dafür fleissig Sudern.
Eine entsprechende Finanzielle Situation ist dann halt die unangenehme Folge davon.
mfg











fabian antwortet um 13-09-2010 19:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
lieber walter,
wenn du über "Maulhalten" schreibst, dann ist dies von dir eine unbeschreibliche frechheit.

DEINE Freie Milch Austria VERBIETET ihren lieferanten jegliche auskunft über milchpreis, abholkriterien, qualitätskriterien etc. zu geben !!!





walterst antwortet um 13-09-2010 19:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@fallkerbe
"Nun kann man Wirtschaftlich vernünftige Überlegungen anstellen und eine vernüntige Mindestmilchmenge je Kilometer oder je Sammelstelle einführen, oder in bewährter Landwirtschaftlicher Sitte die Wirtschaftlichen Tatsachen ignorieren und dafür fleissig Sudern"

Natürlich kann man. Dann braucht man aber keine Genossenschaft, sondern irgendein Zwangssystem, wo man sagt: Du darfst noch produzieren an der Autobahn und Du hinten im Graben nicht mehr.
OK, 2 oder 3 Betriebe hinten im Graben dürfen noch bleiben, weil die braucht man für die Werbefilme.


walterst antwortet um 13-09-2010 19:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@fabian

Es ist bedauerlich, dass Du so selten hier schreibst, und wenn, dann vorwiegend vollen Blödsinn. Wie soll man das den LIeferanten denn verbieten?
Es geht Dir und vielen Funktionären doch nur darum, dass Ihr nicht überprüfen könnt, wie weit Eure Schauermärchen über die Freie Milch von der Realität entfernt sind. Das ärgert Euch so sehr. Ich hab echt Mitleid.


Tyrolens antwortet um 13-09-2010 19:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Fallkerbe, dann braucht's aber keine Mengenstaffel, sondern eine Distanzstaffel.


Fallkerbe antwortet um 13-09-2010 19:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@Walterst,
natürlich dürfen sie Produzieren.
Nur dürfen sie nicht erwarten, das ihnen die Transportaufgabe von der Genossenschaft zu einem nicht annähernd Kostendeckenden tarif abgenommen wird.
Unrentable Geschäfte der genossenschaft schädigen sowohl die Genossenschaft als auch die Mehrheit der genossenschaftmitglieder.
Wer Kosten verursacht sollte sie auch begleichen.

Die Freie Milch nimmt doch kein vernünftiger mensch ernst, solange die nicht mal den Michpreis veröffentlichen. Da nutzen auch alle scheinargumente und ausreden nichts.

mfg





Fallkerbe antwortet um 13-09-2010 19:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@tyrolians,
es geht um Menge/je Kilometer.
Zu einem grossen Milchtank kann man schon etwas weiter fahren als zu einer halbvollen 40l Kanne

mfg


helmar antwortet um 13-09-2010 19:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Lieber Walter..vor ein paar Wochen war ein Bericht in der NÖN, samt Foto, in welchem die Lieferanten der freien Milch ihre grosse Zufriedenheit zum ausdruck brachten. Auch hiess es da dass, man mit dem Milchpreis nahe 40 ct wäre............wie nahe stand da aber nirgends...;)
Mfg, Helga


walterst antwortet um 13-09-2010 20:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@fallkerbe
"...Die Freie Milch nimmt doch kein vernünftiger mensch ernst,...."

Das ist nicht unbedingt ein Nachteil.


helmar antwortet um 13-09-2010 20:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Also ernst sollte man sie schon nehmen......Vernunft hin oder her;)))
Mfg, Helga


Tyrolens antwortet um 13-09-2010 23:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Fallkerbe, das stimmt insofern nicht, als ein 200.00 L Betrieb in Wörgl dann einen besseren Milchpreis bekommen müsste als ein 200.000 L Betrieb aus dem 50 km entfernten Oberland. Tut er aber nicht.


walterst antwortet um 14-09-2010 14:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
ein Kommentar zu einer ORF-Meldung, der gut aufzeigt, warum die Südtiroler "eher kühl" auf die Anbandelversuche der Nordtiroler Milchvermarktungsexperten reagieren:

derwisser
Ausflug Samstag ins schöne Passeiertal, mit traum Fernsicht am Jaufenpass!

M-Preis Riffian!

Tirol Milch,genfrei---------0,95

Tirol Milch,ESL-------------0,95

Tirol Milch,ESL-------------0,99

MOLKON----------------------1,25

Milkon,teilentrahmt---------1,22

Meraner Milch---------------1,29

Haas Milch = Tirol Milch----0,69

69 Cent für die Tirol Milch!
Haben denn die Verkäufer im Hause
TIMI eine Vogel? Die Selbe Packung wie halt beim Hofer etc.......


Ina1 antwortet um 14-09-2010 16:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Ich hätt da eine Frage. Wie ist der Zusammenhang Milchpreis - Liefermenge.
das würde mich als kleiner Timi - Lieferant sehr interessieren. Haben die anderen Bergland - Lieferanten auch eine Preisstaffelung oder bekommen nur wir Tiroler eine?


Muuh antwortet um 14-09-2010 17:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Wurden die TIMI-Mitglieder nicht über alles informiert? Hauptsache die Milch wird abgeholt :)


walterst antwortet um 15-09-2010 11:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
die timi-lieferanten haben ja gestern wieder ein neues Rundschreiben bekommen, aber über die Mengenstaffel war kein Wort zu lesen. Da will man wohl die Kleinen nicht reizen.


mfj antwortet um 15-09-2010 11:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich


...ist die (gerechte) Mengenstaffel denn bei Euch noch ein Thema ?

Also ein bischen marktwirtschaftliches Denken sollte auch noch vorhanden sein.

Glaubt hier jemand, man sollte eine "Mindermengenstaffel" einführen?





biolix antwortet um 15-09-2010 12:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
ja klar, SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT , das gehört umgekehrt.. mehr dazu am abend... ,;-))

lg biolix




walterst antwortet um 15-09-2010 13:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
@mfj
mir ist es egal, wie andere Milchabnehmer die Frage einer Mengenstaffel handhaben. Ich bevorzuge aber, dass man die Bauern auch darüber informiert.

Wie das ganze mit "marktwirtschaftlichem Denken" innerhalb einer Genossenschaft zusammenhängt, musst Du mir trotzdem noch erklären.

Und noch was: WAs ich nicht ausstehen kann, das ist die Scheinheiligkeit. Wenn man den Kleineren Lieferanten vorne Honig ums Maul schmiert, wie wichtig sie doch sind und wie sehr man für sie kämpft und für sie einsetzt und hintenherum nimmt man sie aus, wie die Weihnachtsgänse, z.B. mit der Mengenstaffel.


mfj antwortet um 15-09-2010 16:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich


Ja Walter, wieso will man einer Geno immer „nichtmarktwirtschaftliches Handeln“ aufzwingen.
Eine erfolgreiche Betriebsführung hängt auch damit zusammen, dass man Synergien und Vorteile nützt. Und wenn jemand mit seiner Betriebsstruktur für den Verarbeitungsbetrieb Vorteile bringt, soll man es auch bewerten. Nichts anderes sieht die Mengenstaffel vor.

Wer heute „kleiner Milcherzeuger“ ist, braucht sich weder was einzubilden – noch muss er sich dafür schämen.
Aber wir sollten nicht dauernd so tun, als das viele viele kleine Milchviehbetriebe eine besonders gute Ausgangsposition für Milchverarbeiter sind. Das sind sie nicht.

Das für kleine Milcherzeuger die Genossenschaft der ideale Ort ist unter zu schlupfen, hat sich ja auch schon rumgesprochen. Mit dem üblichen Genossenschaftsstatut das bei jedem Mitglied die Milch abgeholt werden muss, ist eine große Sicherheit für den Milcherzeuger gegeben – dass dies nicht auch noch mit dem „besten Preis“ geschehen kann, sollte eigentlich einleuchten.

Ich kenne die (echten) Gründe dieser Kooperation bzw. Fusion nicht. Man muss aber nicht mal genaue Fakten kennen, um sagen zu können – die Beweggründe dazu, halten einer „marktwirtschaftlichen Ertrags-Prüfung“ sicher nicht stand. Es wird eher ein politischer und landwirtschaftstypischer Weg beschritten. Das dabei für alle nicht viel rauskommt – kann sich jeder - der mit der Materie schon mal zu tun hatte, denken.

Wir in den westlichen Bundesländern haben für solche Konstrukte einfach keine ausreichenden Betriebsgrößen. Da wäre es besser, jedes Dorf bzw. Gemeinde würde mit seiner Produktion vor Ort bleiben...und Spezialitäten erzeugen.







walterst antwortet um 15-09-2010 18:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Du bist die lebende Bestätigung dessen, dass sich der Genossenschaftsgedanke völlig umgekehrt hat. Während Leute wie ich naiverweise glauben, dass der Sinn der Genossenschaft die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder ist, gehst Du richtigerweise davon aus, dass die Mitglieder einer Genossenschaft dazu da sind, den Verarbeitungsbetrieb hochleben zu lassen.

Zur Fusion habe ich schon mal geschrieben, dass es meiner Meinung nach vorwiegend um die Rohstoffsicherung für den größeren Partner geht. Aber meine Meinung ist ja nicht unbedingt ernst zu nehmen, wie wir alle wissen.


Muuh antwortet um 15-09-2010 18:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Auch Tirols Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer (VP) hat sich am Mittwoch kritisch zur geplanten Übernahme der Tirol Milch durch die oberösterreichische Berglandmilch geäußert. Er befürchtet, dass die "Einzigartigkeit" der Tirol Milch durch den Zusammenschluss verloren gehen wird. "Diese Verschmelzung bringt großes Gefährdungspotenzial für die Marke", so Bodenseer in einer Aussendung.
http://www.krone.at/Tirol/WK-Chef_Bodenseer_sieht_Marke_durch_die_Fusion_in_Gefahr-Causa_Tirol_Milch-Story-220564


Trulli antwortet um 15-09-2010 20:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
"Zur Fusion habe ich schon mal geschrieben, dass es meiner Meinung nach vorwiegend um die Rohstoffsicherung für den größeren Partner geht. Aber meine Meinung ist ja nicht unbedingt ernst zu nehmen, wie wir alle wissen."


Rohstoff ist genug vorhanden!
Es geht einzig allein um die Marktposition!
Ein Konkurrent weniger, stärkeres, gemeinsames Auftreten gegenüber dem Handel!
Wie die Bauern dabei abschneiden?





mfg







Tyrolens antwortet um 16-09-2010 12:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Tirolmilch: Es kracht ordentlich
Wenn man das von Tiroler Seite aus betrachtet, dann befürwortet man die Fusion vor allem, weil die TiMi mehr oder weniger ein Scherbenhaufen ist, der in den letzten Jahren komplett außer Kontrolle geriet. Scheinbar gibt es in der TiMi auch niemanden, der den in den Dreck gefahrenen Wagen wieder bergen könnte. Daher übergibt man da ganze lieber gleich der Bergland-Milch, sichert sich ein paar nette Versorgungsposten und das Problem ist gelöst...


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