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Hoemal 20-06-2010 12:32 - E-Mail an User
Kamillenproblem
Hallo zusammen
ich führe seit drei jahren einen biologisch bewirtschafteten ackerbau betrieb und habe auf vielen meiner flächen ein kamillenproblem.
sehr viele meiner berufskollegen fürchten die distel und haben auch auf vielen flächen ein distelproblem.bei mir ist das aber ein wenig anders denn mit disteln hab ich kein problem da ich ca 20%meiner fläche mit luzerne bebaut habe(meist 2jährig). und auf flächen mit weniger disteldruck kommt bei mir eine dick angebaute winterung darauf(roggen,dinkel,wickroggen usw).
habe im herbst eine 2jährige luzerne umgebrochen und weizen angebaut doch leider sieht das gar nicht so schön aus. keine einzige distel aber am ganzen feld kamillen die stellenweise 20cm über den weizen ragen ünd in vollblüte sind.
und auf einen anderen schlag ragen sie nicht darüber aber das ganze feld ist ebenfalls voll mit kamillen.
weiters habe ich die kamillen auch sehr stark in den wintererbsen.

was mache ich falsch?
mit welcher fruchtfolge bringe ich das problem in den griff?
hat jemand von euch ebenso ein problem?
oder ist das ein problem der falschen bodenbearbeitung?
jedoch ist es bei mir gleich ob auf gepflügten feldern oder nur auf feldern die ich 3mal gegrubbert habe ist eigentlichfast kein unterschied sichtbar.

lg
hoemal


Haa-Pee antwortet um 20-06-2010 13:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
das sind die biologischen begleiterscheinungen da kann ich dir nur raten....

lass es wachsen und füll deine förderanträge richtig aus.......

die kamilie wirst du sehr schwar in den griff bekommen soviel kann ich dir sagen da hilft nur händisch auszupfen!


biolix antwortet um 20-06-2010 13:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
Hallo hoemal !

komisch, gerade in den Winterungen ist die Kamille meist kein Problem.. wo bist du zu hause ? Welcher Bodentype ? Hast du auswinterungen, bei uns sind vermehrt Kamillen wo der Roggen ausgewintert ist, aber im Weizen und Dinkel fast gar keine...

lg biolix



frischauf antwortet um 20-06-2010 13:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
Kamille zeigt gut versorgte Böden an. Vieleicht die Fruchtfolge zährender gestalten.


Hirschfarm antwortet um 20-06-2010 13:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
Mais und Sonnenblumen anbauen.


JimT antwortet um 20-06-2010 14:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
Und sich mit dem Mähdrescher-fahrer gut stellen.


179781 antwortet um 20-06-2010 14:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
Da ist etwas schiefgegangen, nur kann man das mit Ferndiagnose schwer feststellen, was. Auf jeden Fall ist das Getreide zu dünn. Entweder Auswinterungsschäden oder/und mangelnde Stickstoffversorgung während der Bestockung. Letzteres kann heuer durchaus sein. Wir hattenmit ein paar Tagen Ausnahme eigentlich nur kaltes Wetter und deshalb ist die Stickstoffmobilisierung aus dem Boden nur langsam gelaufen. Bei konventionellen fällt das nicht auf, weil die N von aussen zuführen, im Biobetrieb kann es in solchen Situationen Probleme geben.

Bei uns sind in einem Dinkelfeld einige Stellen, wo es seit dem Herbst einige Male sehr nass war. Dort ist der Dinkel sehr schwach und die Kamille schließt die Lücken. Das ist mir aber allemal lieber, als wenn dort Disteln und Ampfer Platz zum wachsen haben.

Die Kamille ist ein Heilkraut, das nicht nur bei Menschen schleimlösend wirkt, sondern auch auf dem Acker. Sie wächst auf oberflächlich verschlämmtem Boden und löst diese Verschlämmungen auf. Es gibt Erfahrungen von anderen Biobetrieben, dass auf Flächen die, so wie du sie beschrieben hast, von Kamille überwuchert wurden in den Folgejahren überhaupt keine Kamillenproblem mehr waren. Dort hat die Kamille ihre heilende Wirkung zu Geltung gebracht und die Fruchfolge hat einen Nutzen draus gezogen.

Also sieh das positive an der Situation. Der Schaden ist schon eingetreten, da kannst du nichts mehr dran ändern. Suche nach den Ursachen und stelle eventuelle Fehler die du gemacht hast ab, dann passiert dir das in Zukunft nicht mehr.

Gottfried



179781 antwortet um 20-06-2010 15:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
@ haape:
"die kamilie wirst du sehr schwar in den griff bekommen soviel kann ich dir sagen da hilft nur händisch auszupfen!"

Da soltest du noch einiges dazulernen! Förderanträge aufüllen, aber die Produktonstechnik nicht verstehen, ist langfristig eine gefährliche Angelegenheit.
Wenn du dich mit der Materie genauer befasst, wirst du feststellen, dass Kamille an sich kein ernsthaftes Problem ist, weil sie in gesunden Beständen überhaupt keine Chanche hat, sich zu etablieren. Die kommt nur durch wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist.

Gottfried


jonson antwortet um 21-06-2010 07:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
Die Kamille heilt auch den Boden.
Ich habe zwar keine Ackerflächen, also kann ich nur bedingt mitreden. Allerdings habe ich auf den Flächen auf denen kompostiert wird zuerst die Kamille, im Anschluss wächst dann wieder Gras.
jonson


Haa-Pee antwortet um 24-06-2010 18:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
lieber gottfried dich in ehren.

deine spirituellen auswüchse mti der alternativen heilkraft der kamille auf äckern da sie dort schleimlösend wirkt halte ich für mindestens so gefährlich wie meine unkenntnis der produktionstechnik!

aber ich wünsche dir festen glauben und viele bestellungen im universum:-)

kamilie bevorzugt gewisse standorte in denen sie zu einem heftigen problem wird.

die mit der heilenden kraft der kamille auf den äckern arbeiten denen wünsche ich einen eigenen mähdrescher denn wir haben schon so manchen biobauern mit den üppigst verunkrauten beständen vor die wahl gestellt entweder mindestens 100 euro aufzahlung für die ernteerschwerniss beim dreschen oder wir sind weg vorallem kamille eignet sich gut die wickelt wunderbar und entfaltet ihre heilkraft auf der haspel beim mähdrescher.....

auch heuer sehe ich teilweise wieder richtig üppige mischungen im getreide mit heilender wirkung....wo wirklich nur noch der förderantrag die schadenbegrenzung übernimmt!

im übrigen meine felder sehen top und sauber aus und bin überzeugt bei einem schönen sommer gute und reichliche ernte einzufahren!


Fetzerl antwortet um 24-06-2010 21:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kamillenproblem
Die Kamille kommt gern in Jahren, wo es eher nass ist und wenn dann noch genug Licht vorhanden ist, kommt sie ziemlich stark auf, v.a. die Hundskamille - die kann dann richtige Stöcke bilden. Die echte Kamille bleibt eher klein und ist nicht so problematisch.
Das mit den dichten Beständen kann ich nur bestätigen, ein etwas späterer Anbau hilft ebenfalls - dann hat die Kamille im Herbst kaum Zeit zum Keimen (ist winterhart). Ich hab die Kamille heuer sehr stark in einer dünnen Triticale und dünnem Dinkel (Mulchsaat bio).

@ haapee: das mit dem Drusch kann ich gut verstehen; wenn ich mir jedoch manche konventionelle Bestände anschaue, die mit Windhalm und Ackerfuchsschwanz verseucht sind, ist das um nichts besser - da trägt der Mähdrescher das Zeug in die ganze Gegend...

LG, Franz



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