Fütterung im Sommer

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muttl 08-06-2010 08:59 - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Bei uns war´s seit jeher der Brauch, so unsere Senioren, daß man im Sommer Grünfutter gibt. An und für sich find ich das ja auch super, aber leider sind unsere Damen davon mit zunehmenden Alter des Grases nicht mehr so glücklich, d. h. sie wollen schon gar nicht mehr zum Futterbarren, und die Milchmenge ist auch dementsprechend. Daher meine Frage (bin ja auch erst seit Anfang 2010 Bäurin): Kann ich nicht das ganze Jahr Silo und Heu, meinetwegen eine kleine Menge junges Gras verfüttern, überhaupt wenn sich die Ballen vom Vorjahr vor der Stalltür stapeln oder muß ich auch mitjammern, daß die Ludervieher das Einfutter nicht fressen?

Noch eine schüchterne Frage, ich weiß, das ist etwas heikel, aber wieviel Kraftfutter kriegt so eine normale 25 Liter Kuh, wir geben derzeit das Kuhkorn vom Lagerhaus, ist das schlau, oder gibt´s was g´scheiteres, bin für alle Tipps dankbar!

lg Muttl



kraftwerk81 antwortet um 08-06-2010 10:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
schon mal daran gedacht einen Facharbeiterkurs zu besuchen? Wär für einen Neueinsteiger. 1. Interessant und Du würdest betrieblich sicher davon profitieren!

Sicher kann das ganze Jahr Silo und Heu gefüttert werden. Liegt halt in der Strategie des Betriebs. Grünfutter ist halt in der Regel das billigste Futter mit den geringsten Nährstoffverlusten. Wenn man's optimal machen will gehört da halt auch eine "Eingrasmethode" dazu, halt sehr früh anfangen damit man dann nicht das überständige Zeug aufbrauchen muss sonder gleich beim 2. Schnitt weitermachen kann.



verleihnix antwortet um 08-06-2010 10:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Hallo

natürlich kann man ohne bedenken nur silage im sommer füttern. man spart sich damit etwaige probleme mit der zellzahl bei der futterumstellung.

bei uns ist die winteration 60% silomais und 40% grassilage von zwei verschiedenen ballen (erster und zweiter oder dritter schnitt)

im sommer bleibt die anteile gleich, es wird aber nur mehr ein ballen gefüttert weil es keine nacherwärmung gibt.
zusätzlich kommt noch gras dazu. wenn das gras jünger ist fressens lieber und wir gehen mit den siloballen ein bischen zurück um nicht immer soviel wegschmeissen zu müssen.
wenn du deinen damen genug auswahl bietest kommen sie öfters zum trog.

bei uns bekommen die Damen (Rasse Holstein) bei hoher milchleistung bis zu 12 kg kraftfutter pro tag (zwei sorten kraftfutter + mineralstoff) und zusätzlich noch eine schaufel gemahlenen mais pro fütterung

Ich weiß nicht welche rasse bei dir im stall steht, aber ich denke so um die 5 bis 6 kg wird reichen.


du solltest auch darauf achten dass es im stall nicht zu warm wird weil die futteraufnahme bei hohen temperaturen stark abnimmt und somit auch die milchmenge. (abkühlung durch beregnungssytem oder ventilator)

mfg


muttl antwortet um 08-06-2010 11:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Lieber Kraftwerk 81!

Den von dir angepriesenen Facharbeiterkurs hab ich bereits 1998 gemacht, weil´s ja damals für meine Schwiegerleute ach so wichtig war!
Nur leider haben sie uns dann erst 2006 am Papier übergeben und 2010 durften wir nach zähen Verhandlungen endlich selber ans Werk gehen und wirtschaften. Für Neuerungen oder Fragen ist sowieso kein Verständnis bei unseren Oldies zu erwarten, daher hab ich mir erlaubt, im Forum um Tipps zu bitten!


pillma antwortet um 08-06-2010 11:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Hallo muttl!

Sicher kannst du im Sommer auch Silo und Heu füttern. Im Sommer wenn Gras gefüttert wird füttern wir auch immer etwas Heu dazu (je nach dem wie alt das Gras ist). Unsere Damen schmeckt zurzeit das alte Gras auch nicht besonders, darum werde ich jetzt alles heuen und vorübergehend bis der zweite Schnitt zum eingrasen soweit ist Siloballen füttern. Ich füttere auch wenns länger regnet und sehr nass ist Siloballen weil das Gras dann meistens sehr verschmutzt ist.

Gruß Markus


kraftwerk81 antwortet um 08-06-2010 11:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
@muttl,

"weil´s ja damals für meine Schwiegerleute ach so wichtig war!" - daran wird's wohl liegen - Interessiert hat's Dich damals ws. nicht? Scheinbar interessierts Dich aber jetzt, es gibt auch Single-Kurse zum Thema Fütterung.

Oder sollte das eigentliche Thema wieder mal um Schwiegerdrachen gehen?



walterst antwortet um 08-06-2010 13:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
@muttl

kraftwerk hat aus Deiner Fragestellung den Schluss gezogen, dass Deine Kenntnisse in Fütterungsfragen stark ausbaufähig sind und deswegen zu einem KUrs geraten. Ich rate Dir das auch.
Es ist Dir mit ein paar einzelnen "Tips" nicht unbedingt geholfen, wenn der gesamte Ablauf nicht passt und Du nicht erkennen kannst, welche Überlegungen und physiologischen Grundlagen hinter den Tips stehen.
Wenn dann sowieso schon Konfliktstoff zu Hause vorhanden ist und Du mit Tips daherkommst, die auch mal danebengehen können, dann geht es doppelt ins Auge.

alles Gute

walter


muttl antwortet um 08-06-2010 13:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Danke an die Berufskollegen von Euch, die mir wirklich helfen wollen, und alle die hinter meiner Frage ein psychologisches, "Schwiegerdrachen"mäßiges oder sonstiges tiefgreifendes Problem vermuten, muß ich leider enttäuschen, uns geht´s gut!




Peter06 antwortet um 08-06-2010 15:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Hallo!
Das Problem der Verfütterung von Grünfutter an Milchkühen liegt hauptsächlich beim richtigen Vegetationszeitpunkt. Hier über eine längere Zeit eine gleichmässige Qualität anzubieten, ist sehr schwierig. Trotzdem gibt es sehr erfolgreiche Eingrasbetriebe, die einfach ein gutes Feldfutter-Management betreiben, und damit tolle Leistungen aus dem Grundfutter erreichen. Allein nur mit Dauerwiese funktioniert das nicht, da Du bis zum nächsten Aufwuchs zu lange "überständiges" Futter vorlegen musst, das auch immer schlechter gefressen wird. Am besten bewährt hat sich die Mähweide, natürlich ist auch hier eine gute Einteilung notwendig, damit die Milchkuh stets junges und nährstoffreiches Gras aufnehmen kann. Sehr gut in der Praxis der Sommerfütterung bewährt hat sich ein Mix aus Weidegang oder hochwertigem Eingrasfutter und der Stallfütterung mit Silage und/oder Heu. Alles was Du an Grundfutternährstoffen in den Pansen bringst, kannst Du an "Kuhkorn" einsparen.
Krame einmal Deine Kurskenntnisse hervor und mach eine grobe Nährstoffbilanz Deines Grundfutters, schau Dir das Verhältnis Eiweiss/Energie an, gleiche dort aus, wo es notwendig ist. Dann kommen jene Kraftfuttergaben zum Einsatz, die aus dem Zellulosefresser Rindvieh einen Getreidesaumagen machen, ach Entschuldigung, ich bin etwas abgeschweift......
Interessant auch, dass die Experten von weiter oben keine besseren Meldungen hervorschieben....

Viel Erfolg und übernimm nicht kritiklos althergebrachtes Denken, und schau auch ruhig von erfolgreichen Kollegen mal was ab.........

Wünscht und empfiehlt
Peter


Schweiz antwortet um 08-06-2010 19:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Hallo

Bin auch eingraser. Am Vormittag gibts Weide und am Nachmittag Gras im Stall. Wichtig ist die Zufütterung von Heu und bei mir noch Luzerne und Stroh zur Rohfaserversorgung. Dann wird noch mit wenig Rapsschrot und Soja und mit erwas mehr Mais und Gerste ergänzt. Durch die Rohfaserergänzung ist es mir möglich 2 - 3 Wochen altes Gras zu weiden und 4 -5 Wochen altes Gras einzugrasen. Funktioniert bestens. Wenig Weidereste und wenig Krippenreste.
So erreiche ich Tagesmilchmengen von durchschnittlich 30 kg und mehr.
Voraussetzung man hat einen Rythmus beim Eingrasen, dass immer entsprechendes Futter vorhanden ist. Wichtig ist auch, dass es keine Mäusehaufen gibt. Aber das ist ja bei der Futterkonservierung auch wichtig..........

Gruss aus der Schweiz


179781 antwortet um 09-06-2010 22:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fütterung im Sommer
Ich kenne deine Voraussetzungen nicht. Wenn du ausreichend arrondierte Flächen hast, dann bietet sich von April bis Nov. Weidehaltung an. Dafür wurde die Kuh eigentlich von der Natur "erfunden" und bestens dafür ausgerüstet mit Frontmähwerk, Gülleverteiler usw.natürlich alles selbstfahrend. Die Kuh in den Stall zu sperren und selbst das Futter zu holen und den Mist wieder hinauszukarren, ist eigentlich eine grandiose Schnapsidee. Wenn du die richtige Strategie zur Beweidung einsetzt hast du auch die Voraussetzungen für gute Milchleistung. Du kannst etwa davon ausgehen, dass der Nährstoff-Ertrag von (richtig geführter) Weide bei Energie gleich und bei Eiweiß höher ist, wie bei Mähnutzung. Bei Silagebereitung musst du sogar noch Silierverluste abziehen.
Es gibt zu dem Thema allerhand an Informationen, recht gut drauf sind da die Leute in Gumpenstein. Ich würde dir empfehlen, Vorträge und Weidetage zum Thema Vollweidehaltung zu besuchen.

Ich weiß schon, dass das nicht überall geht. Wenn jemand z, B. nur zersplitterte Grundstücke hat, oder lauter Moorwiesen der hat mit Weide ein Problem und wer die absolute Höchstleistung an Milch herausholen will schaft das auch im Stall leichter.

Gottfried



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