Zahlen wir zu wenig Steuern ?

Antworten: 10
chili 01-04-2010 12:39 - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Laut AK ,Gewerkschaft und SPÖ zahlen wir eindeutig zuwenig!

AK: Abgabensystem in der Landwirtschaft ungerecht
Utl.: Weiterführung der Einheitswerte als Grundlage der bäuerlichen Sozialversicherung verfassungswidrig =

Wien (OTS) - "Das Abgabensystem in der Landwirtschaft ist nicht
gerecht und geht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer",
sagt Otto Farny, Steuerexperte der Arbeiterkammer und weiter,
"außerdem benachteiligt dieses System Kleinbauern und bevorzugt
Großbauern." Die Abgaben eines Landwirts werden in der Regel auf
Basis der Einheitswerte seiner Grundstücke bemessen. Das gilt nicht
nur für die Grundsteuer, viel wichtiger sind die
Sozialversicherungsbeiträge der Bauern, die sich ebenfalls davon
ableiten. Auch knüpft die Pauschalierung der Einkommensteuer an die
Einheitswerte an. Die Hauptfeststellung der Einheitswerte ist zum
letzen Mal 1988 erfolgt. Sie sollte heuer wieder erfolgen, doch wird
sie durch einen Begutachtungsentwurf des Finanzministeriums auf den
Sankt Nimmerleinstag verschoben. Dadurch wird aber ein
verfassungswidriger Zustand festgeschrieben.
Der Verfassungsgerichtshof hat in seinem Erkenntnis zur
Erbschaftssteuer festgestellt, dass die Einheitswerte nicht den
Realwerten entsprechen und deshalb eine Steuer auf dieser Basis nicht
gerecht erhoben werden kann. "Der Verfassungsgerichtshof hat nicht
befunden, dass die Erbschaftssteuer verfassungswidrig ist, sondern er
hat ausgesprochen, dass die bestehenden Einheitswerte keine Basis für
eine vernünftige Besteuerung sind. Es ist deshalb verfassungswidrig
beispielsweise die Sozialversicherungsabgaben auf dieser Basis zu
erheben", so Farny.
Jedes Sozialversicherungssystem beruht darauf, dass es eine
Valorisierung nicht nur der Leistungen, sondern auch der
Beitragsgrundlagen gibt. Bei den ArbeitnehmerInnen liegt diese
Valorisierung darin, dass die Bruttolöhne herangezogen werden, die
jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz steigen. Mit der ständigen
Verschiebung der Hauptfeststellung der Einheitswerte wird dieser
Mechanismus in der Landwirtschaft aber außer Kraft gesetzt. "Dadurch
wird bewirkt, dass die Allgemeinheit die Defizite in der bäuerlichen
Pensionsversicherung zu immer größeren Teilen tragen muss. Das ist
nicht gerecht und muss dringend geändert werden", betont Farny.
Immerhin muss die bäuerliche Pensionsversicherung zu 79,5 Prozent
über Bundesbudgetmittel finanziert werden (im Allgemeinen
Sozialversicherungsgesetz (ASVG) sind es hingegen 17 Prozent). Der
Beitragssatz bei den Bauern beträgt lediglich 15 Prozent (ASVG: 22,8
Prozent).
Sozialversicherungsbeiträge wirken im Allgemeinen regressiv, das
heißt sie belasten kleine Einkommen relativ stärker als größere. Bei
ArbeitnehmerInnen, PensionistInnen und Unternehmen wird dieser Effekt
durch eine progressiv wirkende Einkommensteuer neutralisiert. In der
Landwirtschaft wird die Einkommensteuer über den Weg der
Pauschalierung de facto ausgeschaltet. Insgesamt entrichtet die
Landwirtschaft nur rund 35 Millionen Euro Einkommensteuer. Laut
Grünem Bericht sind dabei die Einkommen aus der Landwirtschaft seit
Inkrafttreten der letzten Einheitswertänderung um 108 Prozent
gestiegen, die Einnahmen aus der Einkommensteuer nur um 30 Prozent.
Dadurch wird das Abgabensystem in der Landwirtschaft extrem ungerecht
- innerhalb der Landwirtschaft zu Lasten der Klein- und
Nebenerwerbsbauern. "Aber auch gegenüber den Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern ist dieser Zustand nicht mehr akzeptabel. Gerade in
Zeiten einer erheblichen Wirtschaftskrise kann sich nicht eine
gesamte Berufsgruppe der Einkommensbesteuerung entziehen", so Farny.
Das hat auch Auswirkungen auf einkommensabhängige Beihilfen wie etwa
die Studienbeihilfe. Weil kein nennenswertes steuerliches Einkommen
besteht bekommen Kinder aus der Landwirtschaft, auch wenn diese
wirtschaftlich sehr ertragreich ist, die höchsten Beihilfen. Diesen
Zustand nun praktisch ohne Ablaufdatum zu verlängern ist untragbar.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 42 14
olivia.weiss@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at




ALADIN antwortet um 01-04-2010 12:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Da ist leider viel Wahres dabei.


biolix antwortet um 01-04-2010 12:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Warum leider ? ;-))))

endlich einmal dazu stehen wie das System läuft und wer davon profitiert....

lg biolix


Christoph38 antwortet um 01-04-2010 13:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Noch mehr ist falsches dabei bzw wird verzerrt dargestellt, damit das politisch gewünschte Ergebnis rauskommt.

Im Bereich der Sozialversicherung wird zwar an die gleichbleibenden Einheitswerte angeknüpft, die Bemessungsgrundlage aber jährlich valorisiert.
Aus meiner Sicht also von der AK eine glatte Unwahrheit verbreitet.

Das Verhältnis von Einkommen und Besteuerung wird mit einem statischen Trick verzerrt:
Bauer A verdient 3,
Bauer B verdient 17
Bauer C verdient 10
Durchschnitt 30/3= 10

Nach 5 Jahren hat A das Handtuch geworfen, den Hof bewirtschaftet jetzt C.
Bauer B verdient 16
Bauer C verdient 12
Durchschnitt 28/2 = 14

Der statistische Einkommenszuwachs/Bauer beträgt 40%. Tatsächlich ist die Summe des Einkommens gesunken.




Neuer antwortet um 01-04-2010 19:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Und warum glaubt ihr, setzen sich LWK und SVB so stark für die Beibehaltung des Einheitswertsystems ein?

Ich wage zu behaupten, dass die Berechnung vor allem der SVB Beiträge nach dem Einheitswert für die SVB ein besseres Geschäft ist, als wenn nach tatsächlichem Einkommen berechnet werden würde. Denn "große" und ertragsstarke pauschalierte Betriebe (EHW bis 65.000) zahlen ohnehin schon nach der Höchstbeitragsgrundlage ein. Und bei den kleineren und mittleren ergäbe sich durchwegs ein geringerer SV Beitrag, weil die Einkommen aus der LW, wie wir leider alle wissen, in keiner Sparte berauschend sind.

Einkommenssteuer steht auf einem anderen Blatt. Hier würde der Finanzminister sehr wohl von einer Aufhebung des EHW Systems profitieren.


schoosi antwortet um 01-04-2010 20:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
genau,

und darum muß jeder Vollerwerbler in den Nebenerwerb wechseln, denn dann darf ( MUSS) jeder nicht doppelt sondern 2 mal zahlen und der Pepi Pröll reibt sich wieder die Hände!


Tyrolens antwortet um 01-04-2010 20:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Christoph, deine Rechnung impliziert aber, dass Bauer B und C vorher nicht ausgelastet waren und somit ohne gröbere Investitionen oder Anstellung von Fremd-AK den Betrieb A mitbewirtschaften konnten. Wen dem so ist darf man sich über das schlechte Einkommen nicht aufregen. Wer nur halbtags arbeitet verdient halt auch nur die Hälfte. ;)


Bulldogbauer antwortet um 01-04-2010 21:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Glaube nicht, dass das Aus der Pauschalierung das Ende des Bauernstandes bedeuten würde.
Hätte auch einige positive Aspekte wie genaue Aufzeichnungen für jeden Betrieb, sowie mehr Steuergerechtigkeit innerhalb der LW. Betriebe welche wenig verdienen würden auch dann nicht in die Steuerpflicht kommen, und warum soll dort wo etwas verdient wird nicht auch Steuer bezahlt werden wie es überall üblich ist.


iderfdes antwortet um 02-04-2010 11:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
Warum die Aussagen von Farny Unsinn sind, ist einfach erklärt:

Bei der vom Verfassungsgerichtshof kritisierten Berechnung geht es um den tasächlichen Wert eines Grundstückes, bei der Berechnung der SVB-Beiträge geht es um das Einkommen. Ich zahl ja auch nicht Steuern für mein Geld am Sparbuch, sondern nur für die Zinsen. Nicht für das, was ich habe, sondern für das, was ich bekomme. Mehr als die Hälfte der unselbständig Erwerbstätigen zahlen gar keine Einkommenssteuer, weil sie weniger als 11 000 im Jahr verdienen, diese Regelung gilt auch für Bauern, das Einkommen wird mit 39 % des EHW berechnet, abzüglich Ausgedinge und SV-Beiträge. Für viele Betriebe ist diese Berechung zutreffend. Aber gewisse Vereine glauben wohl noch immer, es würden jährlich tausende Betriebe zusperren, weil sie anscheinend schon genug Geld verdient haben und der Großteil einem Nebenerwerb nachgehen, weil ihnen so fad ist.
Die Bruttolöhne steigen zwar stetig, die Einkommen in der Landw. pro ha gerechnet, nicht.

Warum zahlt der Staat immer mehr für die SVB? Weil es immer weniger Bauern gibt!!!!!!!!
Das ist die wahre Antwort.
Und nicht, weil die Pensionen so hoch, oder die Beiträge so niedrig wären.
Auf jeden Einzahler kommt schon mehr als ein Pensionsbezieher!!!
Der Beitragssatz ist um ein Drittel niedriger, die Bauernpensionen sind aber bei weitem die niedrigsten, halb so hoch wie bei anderen.

Und vielleicht sollte man einmal berechnen, wie viel die Landwirtschaft dem Staat allein im Jahr an Mwst. bringt.

Ich möcht mich dem Bulldogbauer anschließen, dass das Aus der Pauschalierung für die meisten gar keine Änderung bringen würde. Der Punkt ist aber, dass es dadurch einen riesigen Verwaltungsaufwand gäbe, welcher der öffentlichen Hand viel kosten, aber wenig bringen würde, weil es eben diese Freigrenze von 11 000 Euro gibt.


Josefjosef antwortet um 03-04-2010 12:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zahlen wir zu wenig Steuern ?
man sollte auch bedenken, dass die großen Jahresfehlbeträge der ö- bäuerlichen Sozialvers. daraus resultieren, dass sie für ärztl. Leistungen für Bauern wesentlich mehr an die Ärzte zu zahlen hat, als zb. die ö- Gebietskrankenkasse für einen Arbeiter.
Das kann bei einzelnen Leistungen bis zum 3, oder 4 fachen sein.
Da muß man sich schon fragen, ob das noch normal ist.
Die Ärzte sind natürlich nicht bereit, die gleichen Tarife bei allen zu akzeptieren.
Sie sind ja nicht blöd und stechen die Kuh ab, die am meisten Milch gibt.
mit den Bauernd....n kann mans ja machen!



lejo40er antwortet um 04-04-2010 07:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Höheres Honorar f.Ersatzzahn einer Prothese.
Ist mir gerade vorige Woche passiert.
Aufzahlung als SVB vers. 68.50.-Euro
laut Arzt bei ASVG ca.43.-Euro



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