Milchpreissystem der Tirol Milch

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zenzl 05-02-2010 20:29 - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
Habe gerade das neue Milchpreissystem der Tirol Milch gelesen.
In den milchstarken Monaten -8% in den milchschwachen Monaten +8%.
Mochte mal einen Bauern sehen der da im Dezember was herausbekommt.
Wie gehts euch damit . Wie wird bei den anderen Molkereien gegen die hohen Anleiferungsschwankungen vorgegangen.
Finde es eine Frechheit der durch unfähige Manager endstandene Schaden jetzt die Bauern durch solche Aktionen bezahlen sollen.


walterst antwortet um 05-02-2010 20:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
TIROL MILCH
reg.Gen.m.b.H.

MILCHPREISMODELL 2010

Der Grund für das neue Milchpreismodell 2010 liegt darin, dass es erklärtes Ziel der Tirol Milch ist, als Anreiz für mehr Milchanlieferung in den anlieferungsschwachen Monaten im Herbst einen höheren Milchpreis zu zahlen.
Da es viel schwieriger geworden ist, den Milchpreis im Voraus so zu planen, sollte dieses Modell dem erklärten Ziel der Tirol Milch näher kommen!


und so funktioniert es:

a) Der Milchpreis wird unterjährig wie bisher vom Vorstand beschlossen und so auch monatlich ausbezahlt. Dabei wird der Milchpreis rein nach Markt- und Ertragslage festgesetzt.

b) Am Jahresende werden die 12 monatlichen Milchpreise laut Milchgeldanlageblatt zusammengezählt und diese Summe durch 12 dividiert. Daraus ergibt sich ein Jahresdurchschnittsmilchpreis.

c) Die monatlichen Milchpreise werden danach nach folgendem Schema korrigiert und endgültig festgesetzt:
- Jahresdurchschnittsmilchpreis für Jänner, Juni, Juli und Dezember
-  Jahresdurchschnittspreis abzüglich 8% für Februar bis Mai
-   Jahresdurchschnittspreis plus 8% für August bis November

d) In einer Jahresabrechnung wird bei jedem Lieferanten die Differenz zwischen unterjährig laufendem Monatsmilchpreis laut Anlageblatt und dem endgültigen monatlichen Milchpreis mit der gelieferten Monatsmilchmenge multipliziert.Die sich daraus ergebenden Monatsbeträge werden summiert und in einem Betrag in der Dezembermilchgeldabrechnung gutgeschrieben bzw. belastet. Inhaltsstoffe, Milchqualität und Sortenzuschläge haben auf die Jahresabrechnung keinen Einfluss - diese Faktoren sind mit den laufenden monatlichen Milchgeldabrechnungen endgültig erledigt.

e) Bei dauerhaftem Abnehmerwechsel (Kündigung) erfolgt die Jahresabrechnung in der Monatsabrechnung für jenen Monat, in dem letztmalig Milch an Tirol Milch geliefert wird. Der Durchschnittsmilchpreis wird in diesem Fall aus den bis zur Einstellung der Milchlieferung angefallenen Monatsmilchpreisen des laufenden Kalenderjahres ermittelt.


Die Abrechnung kann am angefügten Beispiel nachvollzogen werden!
Die angegebenen Werte sind nur Annahmen und können für weitere Berechnungen geändert werden.


Innsbruck, im Jänner 2010



tiroler antwortet um 05-02-2010 23:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
hallo walterst !

laut auskunft der TM ist die überlieferung in den schwächeren monaten
auch zum problem worden.versandmilch ist ein verlust geschäft worden .für
überlieferter milch wäre nur mehr 10 cent bezahlt worden.um nicht zu überliefern
mußten wir im dezember ca 12.000 kg leasen.wir hätten im letzten jahr nach dem
neuen Berechnungsmodell 2009 ca.75,-- Euro weniger milchgeld bekommen.

mfG Heinz



Christoph38 antwortet um 06-02-2010 09:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
Das System ist für die Tirolmilch bestimmt nicht schlecht.
Zuerst wird von Marktlage, Beschluss etc. gefaselt, dann ein kompliziertes Modell aufgebaut, wo sich keiner mehr auskennt.
Damit hat es beinahe schon wissenschaftlichen Status, dass der Preis für den Bauern ganz schlicht und einfach weniger geworden ist.

Mein Eindruck ist der einer Preissenkung, die man durch ein kompliziertes Modell zu verstecken versucht.

Aber nachdem viele Milchbauern sowieso Masochisten sind, wird das Modell sicher durchgehen. ;-)


tiroler antwortet um 06-02-2010 10:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
@hallo Christoph 38 !

anscheinend schon besachlossene sache.wurde am 30.12.2009 bei der versammlung
beschlossen.

mfG Heinz


helmar antwortet um 06-02-2010 11:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
Hallo Christoph......du schreibst Masochisten........traust dich was anders nicht?
Mfg, helmar; Helga Marsteurer


cowkeeper antwortet um 06-02-2010 11:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
Das ganze hat natürlich den grandiosen "Vorteil", dass der Milchpreis vor Jahresende kaum vergleichbar ist, oder nur mit enormen Aufwand (und dann nicht endgültig, weil eine Änderung des Auszahlungspreises im letzen Monat sich auf das ganze Jahr zurückschlägt)

Meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit:

Nix wie weg!! (Wenn sie die Milch ja eh nicht brauchen- andere freuen sich darüber und können dir am Ende des Jahres nicht den milchpreis von vor 11 Monaten wieder wegnehmen).

lg cowkeeper



joholt antwortet um 06-02-2010 12:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
Nicht nur bei der TM sonder in fast allen tiroler milchverarbeitenden betrieben wird dieses system durchgezogen.
Der pauschale verechnungszuschuss wird sicher auch angehoben werden müssen:-((((
mfg


ccma antwortet um 06-02-2010 12:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
Hallo Miteiander.
Bin selber Tm- Lieferant. Ich glaube daß das neue Modell auch nicht die Lieferschwankung verbessert. Unsere Manager sollten sich besser Gedanken machen, wie sie mit der Anlieferungsschwankung umgehen. Die Schwankung wird immer sein (Alpung, Herbstkalbung), die werden sie in 100 Jahren nicht wegbringen, sie wird sogar noch schlechter, wenn immer mehr große Lieferanten, die das ganze Jahr gleichmäßig liefern sich der Liefergemeinschaft (IG Milch) anschließen. Die Dummen sind dann wir "Kleinen", die für den Erhalt der Milchviehalmen beitragen.


walterst antwortet um 06-02-2010 12:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchpreissystem der Tirol Milch
Ich hab grad beim Schubladen ausmisten die Einladung zur Generalversammlung 1968 und das Mitteilungsblatt der Genossenschaft in die Hände bekommen, wo über die "Wintermilchpreisstützung 1968" geschrieben wird und das Problem der LIeferschwankung, das man damit besser in den Griff kriegen will............


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