Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner

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50plus 17-01-2010 17:59 - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
Bauern hängen wie eh und je am Tropf

Die Landwirtschaft ist müde. Man steckt in einer schwierigen Zeit. Vor zwei Jahren schien ihr alle Zukunft zu gehören. „Wir sind wieder wer“, hieß es. Daran richteten sich die Bauern, die so lange auf gute Preise gewartet hatten, wieder auf. Hoffnungen sprießten allerorten, Pläne wurden gemacht. Alles schien möglich.

Und dann das tiefe Tal, das alle Pläne und Träume zunichte machte. Der große Preisrutsch. Erst bei Milch, dann bei Getreide, schließlich auch bei Fleisch. Große Enttäuschung, Wut zuweilen, Hilflosigkeit.

Man musste zur Kenntnis nehmen, dass man wieder dort stand, wo man immer schon stand. Vielleicht sogar noch ein bisschen schlechter. Weniger als 25 Cent für ein Kilogramm Milch, acht, neun Cent für ein Kilogramm Getreide – das gab es noch nie.

Und was vielleicht noch schlimmer wiegt: Hoffnungen, auf die die Bauern nach zahllosen schwierigen Jahren immer gesetzt hatten, zerplatzten. Statt dessen hat sich Ernüchterung breit gemacht. Der Einstieg in die Biospriterzeugung, jahrzehntelang die Hoffnung gerade im Getreidebau? Der Preisverfall war deswegen um keinen Cent geringer. Die Qualitätsschiene, auf die Österreichs Landwirtschaft immer so stolz ist, auf die Markenprogramme und die Gütesiegel? Da hielt, genau besehen, auch nicht alles so, wie immer erwartet wurde. Die Konsumenten griffen in Scharen zu den billigen Eigenmarkenprodukten, die der Handel flugs in die Regale presste. Selbst Bio kam gehörig unter Druck.

Jetzt ist der Schwung wieder weg, und die Landwirtschaft muss erkennen, dass sie wie eh und je am Tropf hängt. Denn von den Preisen kann kein Bauer leben, nicht beim Hoch vor zwei Jahren und jetzt schon gar nicht. Dementsprechend groß ist die Abhängigkeit von Direktzahlungen. Sie machen bei einem durchschnittlichen Betrieb knapp 25 Prozent der Betriebseinnahmen aus. Das ist fast so viel, wie den Bauern laut Grünem Bericht unter dem Strich als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft bleiben. Ein ganzer Wirtschaftszweig ist – alles in allem – nichts anderes als ein Nullsummenspiel. Und bei dem scheint nichts mehr zu gehen.

„Was nun?“, ist die Frage. Die Meriten aus der Vergangenheit, die bisher im internationalen Vergleich relativ gute Lage der heimischen Bauern zählen da wenig.

Die Agrarpolitik jedweder Couleur steckt ebenso wie die Bauern in einer schweren Krise. Sie hat größte Probleme, den Bedürfnissen der österreichischen Landwirtschaft gerecht zu werden.

Das ist derzeit zugegebenermaßen schwierig, aber es ist kein Grund, die Politik aus ihrer Pflicht zu entlassen. Sonntagsreden und Beteuerungen sind zu wenig. Und erst recht Taschenspielertricks wie das Milchpaket aus 2008, das den Bauern gleich mehrmals als Maßnahme gegen die Milchkrise verkauft wurde. Ohnehin nur 25 Mill. Euro schwer, wird das Geld aber erst heuer fließen. Ebenso die fünf Millionen aus dem 280-Millionen-Milchkrisenpaket der EU, der einzigen finanziellen Hilfestellung im größten Krisenjahr der Landwirtschaft seit Jahrzehnten. Für die Getreidebauern gab es nicht einmal das, sondern nur die vage Idee, Krisenlager aufzubauen – ein Polit-Almosen sozusagen.

Was den Bauern seit Monaten aufgetischt wird, sind Beteuerungen, alte Hüte und magere Erklärungen. Bemühtheit bestenfalls. Und das, während eine Illusion nach der anderen – wie eingangs skizziert – an der Wirklichkeit zerbröselt.

Landwirtschaft heute ist nicht mehr die Landwirtschaft der fünfziger und sechziger Jahre. Die Bauern sind den Märk-ten ausgesetzt. Das Umfeld hat sich total verändert. Die Gesellschaft hat immer weniger Lust zu zahlen, vor allem nicht für agrarpolitische Schrebergärten.

Und allem zum Trotz verweigert man sich in der Landwirtschaft einer ehrlichen Diskussion. In der Agrarpolitik und auf den Bauernhöfen.

Zuweilen hat man den Eindruck, als ergehe man sich in gegenseitiger Hilflosigkeit. Müde geworden vom Kampf um Anerkennung für die Arbeit und um bessere Preise sucht man lieber Zuflucht in alten Stehsätzen, Erklärungen und Beteuerungen. Und tut sich vor allem Leid. Die einen, die Bauern, so zuweilen der Eindruck, hören am liebsten, wie schlecht es ihnen geht und die anderen, die Agrarpolitiker, wie gut sie trotzdem sind.

Sie sollten aufhören damit und sich der Realität stellen.

Aber da ist sehr wenig Offensivgeist. Da sind vor allem kaum junge Bauernvertreter mit neuen Ideen. Und wenn schon jung, dann werden sie im Sinne der Partei- oder Kammer-Disziplin meist angehalten, das zu trommeln, was die Alten seit 20, 30 Jahren trommeln – und nicht durchbrachten, obwohl die politische Konstellation in unserem Land, zumindest was die Vertretung der Bauern betrifft, seit zwei Jahrzehnten so gut ist wie nirgendwo sonst.

Wirklich neue Wege will man aber nicht einmal diskutieren und schon gar nicht Tabus brechen. Dabei sind die Annahmen und Leitsätze, auf denen hierzulande die Agrarpolitik basiert, durchaus zu hinterfragen. Ist die heimische Landwirtschaft wirklich so gut, wie man gerne glaubt? Die Produktionsweise? Sind die Produkte so einzigartig? Sind sie überhaupt die richtigen? Gar nicht zu reden vom Thema Strukturpolitik, das Bauern wie Agrarpolitikern ein Gräuel zu sein scheint. Da klammert man sich da wie dort lieber an überholte Ziele und sagt eher: „Das erledigt sich sowieso von selbst“.

Dies freilich könnte bald auch der ganzen österreichischen Landwirtschaft widerfahren, wenn sie sich keinen Ruck gibt. Bauern und Agrarpolitik können es sich ganz einfach nicht leisten, müde zu sein. Und sie können es sich schon gar nicht leisten, vor der Realität die Augen zu verschließen. Nicht jetzt, wo in Europa die agrarpolitischen Weichen völlig neu gestellt werden, die öffentlichen Haushalte, von denen die Landwirtschaft so sehr abhängt, überall krachen und damit auf die Landwirtschaft Herausforderungen zukommen, wie es sie möglicherweise noch nie gegeben hat.

Raiffeisenzeitung, 7. Jänner 2010 Hans Gmeiner

Dieser Beitrag beschreibt die "Situation der Bauern" ganz genau, finde ich. Aber mir fehlen Lösungsvorschläge, ist der Herr Gmeiner vielleicht auch ratlos?

lg
50pus



walterst antwortet um 17-01-2010 18:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
Ich kenn mich langsam gar nicht mehr aus.
Der Realität stellen soll sich die Landwirtschaft.
Ja welche Realität denn?
Ist das jährlich neue Zweitauto breite Realität oder die 20% Einkommensminus auf niedrigem Niveau?
Sind die Preisstürze jetzt erst Realität, wo sie auch der Herr Gmeiner mitbekommt, oder waren sie schon Realität, als sich die von Gmeiner hingestellten "Suderer" über die Zahlen auf ihren Abrechnungen öffentlich beschwert haben? Oder waren die niedrigen preise schon Realität, als sie auf dem Reißbrett der Agrarreform konstruiert wurden und Bauerngruppen dagegen Sturm gelaufen sind?

Soll sich Gmeiner zuerst selbst entscheiden, was die Realität ist.

JUnge Agrarpolitiker will er haben.
Ja woher denn nehmen?
Die folgen ja schon Gmeiners Rat aus einem alten Artikel - Love it, change it or leave it, und sind mit Nebenerwerb, Strukturwandel oder Betriebsaufgabe beschäftigt.
Sich daneben noch Kämpfen mit den Altfunktionären zu stellen, ist wirklich nicht jedermanns/jederfraus Sache. Meine Hochachtung jedem, der es sich antut.


Haa-Pee antwortet um 17-01-2010 21:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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gmeiner trommelt wie eh und je die selbe leier,die leier der ratlosigkeit ohne konstruktive lösungsansätze oder zukunftsprognosen.

das sind keine neuen phrasen und erkenntnisse die er aufstellt.

meiner meinung nach löst sich das problem wirklich von selbst in form der überalterung der landwirte selbst!
durchschnittsalter in der EU knapp über 50zig! als in dem alter in dem die post und öbb bediensteten scharrenweise in rente gehen.....

es hängen nicht nur die landwirte am tropf der steuerzahlen im prinzip hängt die mehrheit der bevölkerung an sozialtransferzahlungen je zu einem drittel des haushaltseinkommen.

landwirte halt zu 100 prozent.

meine these ist dass 140000 betriebe sofort die rollbalken herunter lassen müssten allein schon wg der unrentablen struktur und grössenaustattung!

dann verbleiben 7000 profilandwirte jenseits der 100 ha die jetzt schon fast die hälfte der landwirtschaftlichen kulturfläche bewirtschaften.

unrentable berggebiete grünlandgebiete sofort aufforsten
keine innerbetrieblichen transferzahlungen vom nebenerwerb,der pension, ect in den betrieb.
vollkostenrechnung mit wirklichem arbeitsaufwand und kosten
baulandumwidmungen sofort anstatt jahrzehnterlanger substanzabbau durch landwirtschaftliche tätigkeit.

betriebe unterhalb 40 ha eigenfläche sofort verpachten

landwirtschaft nicht mehr im deckmantel der pauschalierung sondern regulär mit finanzamt besitz in stiftung um aus der haftung zu kommen(rentiert sich nur bei betrieben über 40 ha eigenfläche)

fremdarbeitskräfte und wirtschaften mit fremdkapital im hohen ausmass wie jeder andere betrieb auch!

und die die dabei durchkommen weil österreich muss "beackert" werden die haben garantiert eine goldene zukunft!

der rest sollte sich bitte schleunigst von ihrem steckenpferd und der volkssubventionierung(tierärtze ,pharma.kammern,beamte,kontrollstellen,tgd verwaltungsapparat ect) durch versklaverei der eigenen arbeitskraft in der landwirtschaft trennen!

das ist der weg der zukunft,das gesülze über die bäuerlichen familienbetriebe wg ihrer stabilität ect beruht eben aus der bescheiden der teilweise unentgeltilch arbeitenden bewirtschafter!






tiroler antwortet um 17-01-2010 22:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
hallo haapee!
glaubst Du eigentlich auch daran was Du da alles schreibst ? das es auch soweit kommt ?
mfg. Heinz


Dragster antwortet um 17-01-2010 22:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
Hallo

Wer die Artikel ganz 100dert nimmt ist falsch beraten. Der Scheisser kassiert für den Artikel wenn er veröffentlich wird, da muss man schon ganz brisant alles aufschneiden und ausschmücken.

Viele Zeitungen = viel Mist.


Moarpeda antwortet um 17-01-2010 22:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
@haapee

der zug fährt schon lange in die richtung, welche du beschreibst - das bedeutet aber noch lange nicht, dass er auch dort ankommt.
tsunami, finanzkrise, kriege und haiti zeigen uns, das die zukunft auch nicht mehr das ist, was sie einmal war :-(( ;-)).

unrentable berggebiete grünlandgebiete sofort aufforsten, habe ich hier auch schon einmal vorgeschlagen.
im gegensatz zu den anderen entwicklungen, würde ich das positiv sehen - wald ist immer gut.




ANDERSgesehn antwortet um 17-01-2010 23:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner

... ein förderbares benachteiligtes gebiet, kann nur eines sein, dass auch einmal rauskommt. also sind 10 förderungsjahre auch genug, alles andere ist sinnloses geldentwerten!

gute n8
ANDERSgesehn.




schellniesel antwortet um 17-01-2010 23:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
@haapee
Schau mal über den Tellerand!

Musst gar nicht so weit schauen! Du sagts das Betrieb unter 40Ha eigengrund verpachten sollen! Naja ich sehe das anders iun unseren Breiten!
Ich sage das sind die einzigen Betriebe die Ohne den Tropf auskommen wenn sie es geschickt anstellen!
Schau mal nach Deutschlands Osten! Ehemalige Genossenschaften die zu Ags wurden mit jenseits der 2000Ha und 10t weizen/ha Ackerschläge die Meist unsere Betriebsgrößen bei weitem Übersteigen, können sich die Laufenden Kosten bei den Preisen kaum leisten! Große technik heist auch Großes Kapital in die Maschinen stecken und das nicht alle 15 jahre sondern in Funf jahren muss der Furhpark ab bezahlt sein bzw der Neue Finanziert werden!
Und die Arbeiten so wirtschaftlich das es da kaum noch potential gibt! Totsünde wenn da ein Drescher im stehen abbunkert selbst beim Andreschen wird da so gefahren das die Drescher nicht stehen belieben müssen!

Die sind aber auf den Weg weg von der spezialisierung hin zur Vielfalt. Mehrere Betreibszweige erstellen die einerseits die Tierhaltung samt ackerbau und teilweise auch energie produktion beinhalten!
Wenn davon gar nix mehr Trägt so wie es derzeit aussieht geht es den richtig großen auch schlecht!
Größe ist nicht alles!

Wenn du auf einen Ha nix verdienst dann verdient man auch auf 1000 nix!
Nur die Laufenden Kosten sind auf 1000ha nicht mehr so leicht Überschaubar!
Mfg schellniesel





Moarpeda antwortet um 18-01-2010 08:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
@schellniesel

größe ist nicht alles
und wenn die frei werdenden arbeitskräfte zur produktion eingesetzt werden, könnte dem zug noch schneller der dampf ausgehen.

dass dieser zug wegen energiemangel bald auf einem abstellgleis zwischen brennesseln steht ist die wahrscheinlichste variante, da brauchen wir gar keine katastrophen.


Christoph38 antwortet um 18-01-2010 08:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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So schwer ist es doch gar nicht für die Jungen mit Ideen, Tatendrang, Visionen und Schaffenskraft. Sie erben eine Landwirtschaft, haben dadurch ein gewisses Kapital, sperren die Landwirtschaft zu und bauen sich mit ihrem Engagement einen Betrieb auf, wo sie genug Geld verdienen um ihre Ideen umsetzen zu können.

Ein junger Mann aus dem Nachbardorf und Hoferbe, betreibt gemeinsam mit seiner Freundin eine Skihütte. Seine Milchkühe melkt der Vater, solange er noch kann, danach kommen die Kühe weg. Seine Kraft steckt er dort rein, wo es was bringt.

Wieso sollte er die Superübermilch entwickeln, den Spezialgesundkäse etc, wenn die Preisbildung dem Schema nicht kostendeckender Normalpreis plus max. 30% entspricht, bei höheren Kosten ?


Hirschfarm antwortet um 18-01-2010 08:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@haapee
Endlich einmal einer der die Wahrheit sagt.


gruenlandfan antwortet um 18-01-2010 10:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Dass es junge Bauern gibt, die durchaus positiv in die Zukunft blicken, zeigt ein Beitrag in der heutigen Kleinen Zeitung. Dort sagt ein 25jähriger weststeirischer Landwirt:
"Es gibt Anzeichen, dass es wieder aufwärts geht." Er selbst und sein Betrieb seien jedenfalls gerüstet. Mit dem Bau eines modernen Laufstalls wurden Effizienz und Qualität verbessert. "Wir sparen uns Zeit und Kosten und auch die Tiere fühlen sich wohler. Die jährliche Milchliefermenge konnte so fast verdreifacht werden."

Was allerdings der in dem gleichen Beitrag zitierte Deutschlandsberger Landwirtschaftskammer-Obmann Karl-Heinz Knaß sagt, dürfte doch ein wenig zu optimistisch sein. Er meint angesprochen auf den Jungbauern: "Anhand dieses Vorzeigebetriebes sieht man, wo die Entwicklung hingeht. Die Zeit der Mischbetriebe ist vorbei, die größte Chance liegt in der Spezialisierung und Veredelung." Das nach dem EU-Beitritt ausgebrochene Bauern-Sterben sei nun so gut wie vorbei. "Die Zahl beginnt sich zu festigen. Vor allem in den höher gelegenen Gebieten."

Wie seht ihr das?

Nachzulesen unter http://www.kleinezeitung.at/steiermark/deutschlandsberg/deutschlandsberg/2268581/milchbauern-sehen-wieder-licht.story


kraftwerk81 antwortet um 18-01-2010 12:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ haapee,

Ein harter Schnitt. Das Problem dabei ist aber nicht dass die Bauern so viel Förderung verbrauchen sondern dass das eigentlich keine Landwirtschaftsförderung ist, sondern eine reine Wirtschaftsförderung. Die wenigsten Bauern horten daheim das Geld sondern es wird sofort wieder investiert und sehr viele nachgelagerte Bereiche leben davon. Wennst den Bauern (besonders den Kleinen) den Saft abdrehst wird sich das unproportional stärker auf die Gesamtwirtschaft auswirken. Ich würd mal vorhersagen dass das nicht funktionieren wird. Aber schaun ma mal, so wie's sich entwickelt gibt's sowieso kaum noch Hofnachfolger und dann wird's früher oder später so kommen.


Haa-Pee antwortet um 18-01-2010 12:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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richtig kraftwerk lies meinen beitrag da wurde die "volksubvention" beschrieben so wie du das meinst.
die förderungen sind im prinzip ein durchlaufposten der dann bei den tierärzten,pharma,chemie,den kontrollorganen,den kämmeren,dem fortschrittlichen landwirt,der bauwirtschaft,dem lagerhaus ,den versicherungen ect wieder zur verfügung gestellt wird.

faktum ist eben dass AN der landwirtschaft teilweise blendend verdient wird aber die jenigen direkt in der landwirtschaft bei weitem nicht auf ihre ihnen zustehende entlohnung kommen und eigenkapitalverzinsung kommen.

es fehlen im durchschnitt auf das "soll" einkommen 40-70 prozent!
ausser einige grosse gut organisierte dauerkulturbetriebe und marktfruchbetriebe erreichen ihr SOLL einkommen(2009 aber auch nicht!)

ich für meinen teil steige in den nächsten jahren gleitend aus der tierhaltung aus und mit dem angelegten geld werden fischteiche für den sportanglerbund und betreubares wohneinheiten für senioren gebaut falls die gemeinde der umwidmung positiv gesinnt ist (ausser ein paar neidhammeln der gemeinde der meinung sind der soll "kia möchn")

wie gesagt in der klassischen landwirtschaft wirds wenn die förderungen ab 2013 garantiert noch weniger werden sehr eng !



Haa-Pee antwortet um 18-01-2010 12:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@schellniesel

den tellerrand kenne ich sehr gut war immer wieder in holland,belgien,osteuropa,rumänien,ukraine,polen,und vorallem deutschland unterwegs.

deine beschreibung der lage zeigt von einer gewissen unkenntnis deinerseits der materie ,dass verzeihe ich dir aber auf grund deines alters.

dass grossbetriebe im osten deutschland unrentabel sind so würde ich das nicht sehen im gegenteil die haben teilweise renditen von denen du mit deinem 10ha betrieb nur träumen magst!
schon mal etwas von fixkostendegression gehört?
das einzige problem dass sie haben sind eben höhere opportunitätskosten (fremdlöhne,zinsen dgl..)

das selbe funktioniert auch bei dir in der stmk.
der grosse ackerbau mit 80 ha verdient wenn er nicht ein "vollkoffer" ist garantiert das doppelte am Ha als sein kollege mit 20 Ha
weil er einfach seine geräte usw besser auslasten kann ,günstiger betriebsmittel einkauft,günstigere sozialversicherungsbeiträge hat ect!
das sind fakten die darfst und sollst du nicht übersehen und ich sage dir das aus erfahrung da ich eine zeitlang buchführungsergebniss daten gesammelt und ausgewertet habe!(lbg grüner bericht)


Moarpeda antwortet um 18-01-2010 13:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Wir, die wir guten Willens sind,
geführt von Ahnungslosen,
versuchen, für die Undankbaren
das Unmögliche zu vollbringen.

wir haben so viel mit so wenig
so lange versucht, dass wir jetzt
qualifiziert sind, fast alles mit
fast gar nichts zu bewerkstelligen.



50plus antwortet um 18-01-2010 13:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
@Moarpeda

Mit diesem Spruch hätte der Gmeiner völlig recht, ich fürchte aber, er ist so abgehoben, dass er ihn ironisch gemeint hat.

lg
50plus


schellniesel antwortet um 18-01-2010 22:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@haapee
Hab das ja nicht so gemeint das die AGs in Ostdeutschland unrentabel sind! Von deren Finanzkraft würde ich nichteinmal zu träumen wagen!
Nur heuer hat kein Betriebszweig wirklich große renditen abgeworfen! Aber im gegensatzt zu Unseren "großen" in der Stmk haben die nicht draufgezahlt!
Aufgrund der großen Flächenleistungen und Erträgeund deren Arbeitsweisen! Doch können wir in Österreich oder STMk mit unseren 80ha betrieben konkurieren?
Denn die größte Konkurrenz ist nicht nebenan sie ist weltweit!!!


Was Wirtschaftsweise unserer 40-80ha bauern angeht kann ich in Sachen Wirtschaftlichkeit den meisten noch was Lernen! Kling überheblich doch manchmal denke ich mir schon meinen teil!
Nicht umsonnst fahren bei uns Traktoren mit der Aufschrift herum "Man gönnst sich ja sonnst nix"
Sagt doch schon einiges aus!
Mfg schellniesel


Moarpeda antwortet um 19-01-2010 09:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
@schellniesel

genau: "Denn die größte Konkurrenz ist nicht nebenan sie ist weltweit!!!"

die diskussionen werden hier manchmal so geführt als wäre österreich mit geschlossenene grenzen umgeben.

auch bezüglich der bauernvertreter ist es so, diese pappkameraden können ja kaum etwas bewirken - ausser freundlich aus den zeitungen schauen ;-)))

geschlossenen grenzen wären ohnehin das beste, dann könnten wir in jeder hinsicht politik für die österreicher machen.



kraftwerk81 antwortet um 19-01-2010 10:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
die "Pappkameraden" legen die Rahmenbedingungen fest - warum haben wir in Ö immer höhere Auflagen und teurere Vorgaben als im Ausland?


sturmi antwortet um 19-01-2010 12:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
"warum haben wir in Ö immer höhere Auflagen und teurere Vorgaben als im Ausland? "
@kw81
Grüne Tier- u. Umweltschützer kämpfen jahrein-jahraus gegen die konv. Landwirtschaft...daher haben wir eben diese hohen Standards und Auflagen....
MfG Sturmi



walterst antwortet um 19-01-2010 14:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
danke Sturmi für den HInweis, dass die Grünen im Parlament die Mehrheit haben und bei den Handelsketten die Macht besitzen, über Markenpolitik die Richtlinien und Auflagen vorzugeben.
Das habe ich nicht gewusst.
Mich wundert nur, dass die Grünen mit ihrem Geld aus den Handelketten die schwarze Parteizeitung sponsern.


kraftwerk81 antwortet um 19-01-2010 14:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Raiffeisenzeitung: Hans Gmeiner
@ sturmi,

Die Grünen und Umweltschützer gibt's auch wo anders aber dort lassen sich vielleicht die "Agrarvertreter" nicht so leicht kaufen.


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