CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?

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DJ111 16-01-2010 10:53 - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Möglicherweise ist die ganze CO2 Hysterie in Wirklichkeit mehr Auswirkung als Ursache der Klimaerwärmung. Nach Ansicht von u.a. Prof. Ripl von der UNI Berlin ist die eigentliche Ursache der Klimaerwärmung die zunehmende Degradierung der Böden. Durch die heute üblichen Bewirtschaftungsweisen sind Böden lange Zeit im Jahr unbedeckt. Ausserdem wird durch die intensive Bodenbearbeitung sehr viel Humus wegoxydiert. Das bewirkt eine stärkere Erwärumung der Böden (durch fehlenden Bewuchs und die dunklere Färbung des Bodens) und damit auch größere Temperaturunterschiede, was wiederum stärkere Winde bewirkt. Ausserdem verhindern hohe Temperaturen den Aufbau der Wolken bzw. deren Abregnen... Das ganze bewirkt dann durch den massiven Abbau der organischen Substanz in den Böden weltweit einen massiven CO2-Eintrag in die Luft. Üblicherweise würde die Natur ja einem höheren Kohlensäuregehalt in der Luft mit verstärktem Pflanzenwachstum begegnen. Das ist aber andererseits nicht möglich, weil das ja durch die falsche Bewirtschaftung verhindert wird ... nur mal einfach ein bissl beschrieben ...

... was sagt Ihr zu dieser Sichtweise der Dinge ...?

Hier noch ein kleines Filmchen wo dieses Thema besser beschrieben wird, als ich es kann:
http://www.youtube.com/watch?v=JoU6trzUFq4
http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Ripl


walterst antwortet um 16-01-2010 11:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Ich war glaube ich vor 3 Jahren bei einem Vortrag von dem Ripl und hab irgendwo noch die UNterlage dazu.

Ganz schlüssig war das ganze für mich nicht und das Publikum wurde ein wenig überfahren von den termini technici (stimmt das so?), ohne das das bemerkt wurde.

So weit ich mich erinnere, ging es vor allem auch um Fragen des Wasserhaushaltes, wobei die Konsequenzen einer Bewirtschaftungsänderung nicht angesprochen wurden.
Nämlich: Stopft Eure Drainagen wieder zu.
Wenn ich mal über die UNterlage stolpere, mehr dazu.

Ich glaube, Ripl-Vorträge sind sogar als Download irgendwo auffindbar. Bitte selber suchen.


milcherzeuger antwortet um 16-01-2010 11:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Hallo

Ja so ist es, deshalb strebe ich auch ganzjährige Bodenbedeckung an und bearbeite den Boden nur auf Saattiefe.

War erst vor kurzem auf einer LK Versammlung wegen des Frühjahrsanbau und muss sagen es ist noch sehr viel zu tun damit wir wieder in die richtige Richtung wirtschaften.

mfg seppl.



alfalfa antwortet um 16-01-2010 11:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
meinem Verständnis nach sowohl Ursache als auch Auswirkung als auch.

Glaube das das Thema sehr Komplex ist und immer sehr Differenziert zu betrachten ist.
Dennoch ein paar Dinge die sicher nicht unwesentlich sind im Bezug auf den Klimawandel.

1. CO2 ist nur ein Hilfsausdruck für Klimaerwärmende- Stoffe, für die Landwirtschaft an Sich liegt die größere Verantwortung im Ausstoß von CH4 (Methan), welches das Ozon vielfach höher Schädigt, durch die entstehende Kettenreaktion beim Abbau dieser Moleküle in höheren Schichten. Methan wird vor allem durch bzw. in hoher Dosis von Kühen produziert, dh. konsequenterweise desto mehr GVE deto höher die erzeugte Belastung.

2. Die Landwirtschaft ist aber auch die einzige Branche die effektiv etwas gegen den Klimawandel unternimmt. Einen wesentlichen Beitrag leistet hier die Gründlandwirtschaft bzw. jede Art von Ackerwirtschaft die Humus aufbaut, da Humus ja bekanntlich sehr viel C hat. dh. jede Art von Bewirtschaftung wie etwa Pfluglose bewirtschaftung, ganzjährige Bodenbedekung oder auch Rottemist oder Kompostproduktion haben positive Auswirkungen.
Gülle hingegen baut Humus ab.

3. Mineraldüngung insbesondere N, das sehr energieintensiv produziert wird, braucht einen hohen Einsatz an Energie, das wiederum über Umwege Klimaaustöße fördert.

In Summe wäre es insbesondere für Bio-Bauern sicher Interessant einen Zugang zu den CO2 Zertifikaten zu haben, da sie mit Ihrer wirtschaftsweise einen Klimafreunlichen-Beitrag leisten, der auf diesem Wege abgegolten werden könnte. (gilt nicht für alle Bio- Bauern)

Ich möchte noch anmerken, dass ich mir über die Nachteile aller erwähnten Methoden bewusst bin und ich kein Bewirtschaftungssystem bewerten wollte.



DJ111 antwortet um 16-01-2010 18:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Ich halte den ganzen Zertifikathandel sowieso für Schwachsinn. Ausser, dass man wieder ein paar Leute die zu lange in die Schule gegangen sind und jetzt keine sinnvolle Tätigkeit finden, zu Verwaltungs- und Begutachtungszwecken einen Arbeitsplatz verschafft.

Ich bin mir sicher, dass Erdöl und sonstige Fossile soweit gefördert und genutzt werden, bis durch Knappheit eine Verteuerung entsteht und dann massiv eingeschränkt wird.
Wenn irgendwer ernsthaft glaubt, dass die ganze Menschheit freiwillig darauf verzichtet, der glaubt wahrscheinlich ans Christkind auch noch.
Also ist es zweckmäßig sich mit der CO2-Bindung im Boden, der Entwicklung alternativer Antriebe, sowie einem generellen Umstrukturierung unserer Konsumgesellschaft zu beschäftigen.
Aber die Leute davon zu überzeugen, dass das schwarze Zeug da unten bleiben muss halte ich für ein zweckloses Bemühen.
Es stellt sich vielleicht noch die Frage, wer wie viel davon verbraucht, bevor es so teuer wird, dass für manche Verwendung jedenfalls unrentabel ist und das wird dann doch nicht mehr ewig dauern.

CO2 ist ja grundsätzlich fürs Pflanzenwachstum förderlich. Das Potential sollten wir endlich gscheit zu nutzen beginnen!



DJ111 antwortet um 17-01-2010 11:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
... das Thema wär mir eigentlich wichtiger als der Haider-schmarrn ...


biolix antwortet um 17-01-2010 11:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Das stimmt DJ, da wäre vieles wichtiger....
Aber das "Potential Nutzen" das kann nciht dein Ernst sein, wir "Nutzen" es schon viel zu viel, Regenwaldabholzung etc., bei uns Humuszehrende Fruchtfolgen siehe Maisdiskusion etc....

Wird mal Zeit über etwas anderes Nachzudenken als " ordentlich Ausnutzen".. ;-))

lg biolix


alfalfa antwortet um 17-01-2010 11:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Glaub das der Zertifikatshandel schon an Sinn macht wenn er Weltweit betrieben wird. Durch die Tatsache, dass man Zertifikate braucht, die man von anderen Firmen erwerben kann, ist die Kalkulation schon eine andere.
1. Die Zertifikate gerwährleisten, dass der Ausstoß nicht mehr wird (etwa wie ein Kontigent)
2. Sobal die Firma zertifikate kaufen müssen, die Aufgrund der Nachfrage hoch im Preis sind, zahlen sich Filteranlagen etc. eher aus
3. Firmen die Zertifikate nicht brauchen, weil Sie aufgrund einer neuen Technik viel weniger Produzieren, können Zertifikate die sie nicht brauchen verkaufen.
Desto teurer die Zertifikate (hohe Nachfrage) desto umweltwirksamer sind sie. Prinzipiell machts mehr Sinn als Regularien, die man durch Standortverlegungen immer wieder umgeht.

Was das Thema CO2 und Pflanzen betrifft so geb ich dir vollkommen recht, vor allem C4 Pflanzen wie etwa der Mais profitieren besonders von einer hohen CO2 belastung. Es gibt diverse Studien, die genau das Bestätigen. dh. für C4- Plfanzen entwickelt sich die Umwelt zum Positiven.

Viel wichtiger für Landwirtschaft an Sich ist das Thema CH4, dass mit Steigerung der Tierbestände durch steigenden Fleischkonsum weltweit, stark zunimmt.

Alfalfa



biolix antwortet um 17-01-2010 11:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Danke alfaalfa, sehe ich genau so, inkl. eien Chance für die BäuerInnen die wirklich Zukunftsfähig ihren Boden und z.b. ihren Wald bewirtschaften, und da ist ein zukünftgiger Ausgleich mit "Plus Zertifikaten" sicher möglich...

lg biolix


DJ111 antwortet um 17-01-2010 11:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
@ biolix:
Ich meine schon, dass es wichtig ist, das Potential der Pflanzen zu nutzen.
Allerdings nicht in dem Sinn, dass ich alles bei der Ernte abfahre!
Es soll möglichst viel auf der Fläche wachsen um Kohlenstoff binden zu können. Ein Teil wird als Ernte abgefahren.
Global brauchen wir ja doch eine leistungsfähige Landwirtschaft, wenn geht auch bio. Wir müssen einen Weg finden, wie wir aus unseren Flächen entsprechende erträge für Ernährung und anderes zu erwirtschaften und zusätzlich noch Pflanzenrückstände o.ä. auf der Fläche belassen bzw. zusätzlich einbringen um den C-Gehalt erhöhen zu können.
Ich halte es nicht für sinnvoll, das ganze zu trennen. D.h. auf einer Fläche wird Wald gepflanzt , stillgelegt und alles mögliche gemacht um C-bindung zu schaffen und auf der anderen Fläche wird Vollgas gewirtschaftet und gehackt und alles mögliche um Boden weiter zu degradieren.
Ziel MUSS es sein, alles auf der gleichen Fläche zu schaffen, weil alles andere unsinnig ist!


alfalfa antwortet um 17-01-2010 11:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Ja die Frage is aber dennoch wie man soetwas umsetzen kann:
Positiv ist nur wenn man mehr hineinträgt als man herausnimmt.

Wald: ist im wesentlichen nur eine Bindung auf Zeit (50-100 Jahre) dann wir abgeholzt und das Holz wieder verbrant, der Walt wächst wieder nach und bindet wieder- das ist zwar Co2 Neutral aber nicht positv (auch wenn mans als Bauholz benutzt wirds, baut es sich irgendwann von selbst ab oder wird verbrannt)

Acker: Wer solls Kontrollieren ob dein Humusgehalt gestiegen ist oder ned. Bearbeitung mit dem Pflug bzw. Mineral- oder Gülledüngung sind dem Humusaufbau nicht förderlich.

Wiesen: Hier gehts wohl noch am besten vorrausgesesetzt wieder keine Mineral und Gülledüngung. Jedoch haben Betriebe mit Wiesen oft wieder Kühe die mit CH4 auch einen wesentlichen Beitrag leisten zur global warming.

Dessen Argumemte gibt es noch viele mehr, wiest siehst is es ned so einfach, Fakt ist aber sicher das die Bio- Betriebe mit Tendenz zu Kompost, geringen GVE zahlen, Pfluglose- Bearbeitung, verzicht auch Mineraldünger sicher die besseren Karten haben.

Alfalfa


DJ111 antwortet um 17-01-2010 11:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Tja, Fakt is aber auch, dass wir uns eine globale, extensive LW nicht leisten können. Also werden wir veruschen müssen auf hohem Niveau zu arbeiten und das alles zu vereinigen.
Gute Ansätze sind meiner Ansicht nach auch Agroforstgeschichten, deren Potential meiner Meinung nach unterschätzt werden.
Fakt ist nun mal, dass ich nur durch starkes Wachstum viel C binden kann. Deshalb scheiden gar zu extensive Gschichten sowieso von vorn herein aus.
Die Denkrichtung kann nur diese sein, wie man das umsetzen kann, wird sich zeigen. Letztendes wird es wohl in Richtung Bio gehen, aber intensiv!


biolix antwortet um 17-01-2010 12:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
DJ bitte , warum könne wir uns eine "extensive LW" Weltweit nicht leisten ?
Und was heist "extensiv" ? Wir müsen uns eine ZUKUNFTSFÄHIGE LW leisten, weil sonst werden wir irgendwann gar ncihts mehr haben ! oder DJ ?
Wir könnten mit der jetzigen schon alle Ernähren, und bei Ernähurngsumstellung auch mit biol. LW...
Nur was wird weiter und weiter Propagiert ? Welt weit ? Alle "müssen" bald immer mehr und mehr Essen und so vefschwenderisch werden wie wir, anstatt Fehler zu erkennen und ander Wege einzuschlagen, siehe Fruchtfolgen Mais auf MAis. wirds noch Intensiever, die GVOs sollens möglich machen.. do kommt nicht mehr C in den Boden.. mit merh Agroerngie doch auch nicth DJ, Biogasgülle ?

lg biolix


p.s. siehe neueste Entwiklcung, wir hatten in der LW schon Minus 14,3 Proznet CO2 seit 1990. heute sind wir auf -10% zurückgefallen. aber alles wird besser... ;-(((((
traurig, und nciht Zuklunftsfähig !



alfalfa antwortet um 17-01-2010 12:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Auf das Thema Ernährung vs. Umweltschutz bin ich ja gar nicht eingegangen.
Bin eh bei dir, falls man alle Möglichkeiten zur C02- Reduktion ausschöpfen will, bewegen wir uns sicher in eine extensive Richtung. Das wir uns das in wenigen Jahren wohl schon nicht mehr leisten können in großen Räumen nichts zu tun, zeigt der beispielsweiser der Ankauf von tausenden ha in Afrika durch Nestle (im guten Teil von Afrika). Die einzigen 2 Kurven in der Landwirtschaft die wie aus dem Bilderbuch sind, sind folgende:
1. der jährliche Verbrauch an Nahrungsmittel (linear bis leichte ansätze von exponential steigend)
2. für die LW vernichtete Fläche wegen Verbauung, zu wenig Wasser, Errosion etc.

Hohes Wachstum bindet sicher schneller CO2 (nicht jedoch andere Klimaschädigende Stoffe) wird jedoch ebenfalls über den Konsum/ Verbrauch wieder freigegeben. dh. man konnte zwar kurzfristig mehr binden, jedoch wird dann halt mehr freigegeben.
Eine intensive Bewirtschaftung die mehr CO2 bindet als sie durch die Produktion benötigt mit allen eingesetzten Hilfsstoffen (inkl. Diesel, Mineraldünger, Transport- und Verarbeitungsweg) unabhängig ob Bio oder ned, ist für mich kaum vorstellbar.
Das beste Bsp. ist wohl der Raps, der in Summe unabhängig von der CO2 Bildung pro ha mehr Energie brauch als in Form von Diesel gewonnen wird.

Du hast eh recht, man wird in Zukunft mehr Nahrungsmittel brauchen, wenn nichts schlimmes passiert (hoffentlich) und das mit einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, die nicht nur CO2 neutral ist sondern CO2 in der Luft abbaut. Tja, wennst a gute Idee hast könntes jetzt reich werden.
Aber solange es der Welt egal ist bringt uns der beste Weg in Europa nichts oder nicht viel. Dennoch irgendwer muss anfangen.
lg


DJ111 antwortet um 17-01-2010 12:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Mit "intensiv" meine ich starkes Wachstum und nicht aufwandsintensiv!

Möglichst permanente und lebendige Bodenbedeckung, Denn nur wo was grünes ist wird C aus der Luft aufgenommen.
Es gibt ja Untersuchungen - leider hab ich die genauen Zahlen grad nicht bei der Hand - aber die größten TS-Erträge/ha sind eindeutig in Agroforstkulturen zu erzielen! Und wenn ich da 40 t TS je ha und Jahr erezugen kann, werden auch entsprechende C-Mengen gebunden. Wenn ich dann davon nur einen Teil als Ernte abfahre sehe ich das ganze sowohl als intensiv als auch nachhaltig und C-aufbauend im und am Boden!
Es ist ja das CO2 und der N in der Luft ausreichend vorhanden, es geht nur um die richtige Umsetzung!!!!

Weg von Energie und betriebsmittelintensiven Monokulturen hin zu Pflanzengemeinschaften.
Und von Raps und Biogas aus pflanzlichen Aufwüchsen halt ich sowieso nix!

Aber eine gewisse Intensität werden wir wohl haben müssen, sonst können wir die Ernährung sicher nicht bewerkstelligen!


DJ111 antwortet um 17-01-2010 12:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Ach ja: Veränderung beginnt im Kopf!
Was denkbar ist, ist meist auch machbar!

Wenn wir nur darauf warten, dass uns jemand ein fertiges Konzept vorlegt, vielleicht auch noch hoch gefördert, werden wir lange darauf warten!
Neuentwicklungen sind immer noch von irgendwelchen Querdenkern gekommen, die mit der Situation unzufrieden waren!

Man müsste es schaffen, ein paar solche Querdenker auf einen Haufen zusammenzuholen und mal intensiv ganz neue Wege überlegen.
Bei allem gebührenden Respekt den ich vor Biobauern und auch Biolix habe:
Bei so Bioveranstaltungen kann man schon auch manchmal auf sehr eingeschränkte Horizonte stossen ... Wenn ich mir da so veganische Ökofreaks anschau, die das ganze aus irgendwelchen grün-religiösen Gründen betreiben, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass von denen was konstruktives kommen kann, genau so wenig wie von den intensiven Konvis, die sich nix anderes vorstellen können!
Aber es gibt auch sehr weitblickende Geister - da wie dort - und mit denen gemeinsam werden wir weiterkommen.


biolix antwortet um 17-01-2010 13:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Alfa alfa wo warst du immer, bin voll bei dir, ganz besonder bei deinem ganz letzten kleinen Satz .. ;-)))

Ja DJ es ist so wie es alfaalfa schreibt, das stärkere Wachstum bleibt immer "Neutral" wenn wir es nachher nutzen.. udn wenn wirs wieder übernutzen schlägts ins Gegenteil..

WEr hat die das von Agroforst erzählt ?
Da ist auf Grund der "Offenheit " der Fläche die ersten 5-6 Jahre ein starker Humusabbau, und erst dann ein leichter Aufbau, und nun wird das ganz auch intensiviert leider...
Wann ist die Nutzung bie Kurzumtriebsflächen bereits wieder genutzt...

Wir in Ö haben genug Waldfläche, jetzt mach ma auf den Äckern wieder das ? und gleichzeitig sagen wir müssen intensivieren ?

passt alles ncith zusammen, da mach ich lieber gshceite Fruchtfolgen udn Zukunftsfähige Biolandwirtschaft weiter.. ;-)))

lg biolix


DJ111 antwortet um 17-01-2010 16:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Anscheinend bist du bei Agroforst nicht ganz bei dem was es heißt!

Da sind nicht die üblichen Kurzumtriebsflächen gemeint, sondern dass in 15 - 25 m Abstand - je nach Baumart und Arbeitsbreiten der Maschinen - Baumreihen für Energie- oder Wertholznutzung gepflanzt werden.
Hat zwar auf den ersten Blick etwas Nachteile durch Beschattung und so, aber auf dem 2. ist es nix anderes als eine Mischkultur mit etwas höhern "Pflanzen" Durch die Mehrjährigkeit bilden Bäume ja tiefe Wurzeln aus, die Nährstoffe aus tiefen Bodenschichten aufschließen können, die die wenigsten anderen erreichen können.
Du wirst ja sicher wissen, dass eine Mischung verschiedener Pflanzen auf der Fläche durch verschiedene Wurzeltiefen nur vorteilhaft ist. Bei Begrünungen ist das ja allgemein bekannt.
Das macht ja unter anderem auch ein Sepp Braun, der dir sicher ein Begriff sein wird.
Mit offener Fläche hat das im übrigen gar nix zu tun!
Nix für ungut, aber schau mal was Agroforst leisten kann, und dann red ma weiter.
Ich will ja nicht behaupten, dass das die Lösung aller Probleme ist, aber jedenfalls eine gute Variante.




biolix antwortet um 17-01-2010 16:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Hallo DJ !


Den Sepp Braun kenne ich gut, schon mehrmals geroffen und "Fachgesimpelt".. ;-))

Aber diese Art udn weise kannst du dir das vorstellen, wenn wir heute alleine um Windschutzgürtel diskutieren die alle 300 m kommen sollen ?

Und hast du schon eine angelegt alel 15 m ?

Schau deine "engstirnigen Bios" da oben, ahb erst jetzt gelesen, haben wenigstens schon einen großen SChritt geschafft, udn 95% haben kapiert das es nur mit dem Boden geht und einer ordentlichen Fruchtfolge, also waren sie schon sehr Innovativ, sind auch viele viele gute und ehem intensiv wirtscahftende Konv. dabei, und das ist gut so... ;-)))

Aber wir erleben hier gerade im Forum, eher "engstirnige Konvies", und das scheint eher so zu sein.. ;-)))

lg biolix


Tyrolens antwortet um 17-01-2010 17:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Alle 15 m ist dann doch bissl knapp. da kommst dann grad und grad noch mit dem Drescher durch.

Gab unlängst einen recht netten Bericht, wonach unsere Region mit zunehmender Semiarridität zur N2O Senke wird.


DJ111 antwortet um 17-01-2010 22:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Da hat wohl wer a bissl zu viel mit die großen Maschinen gespielt ;-)

Wennst mir jetzt noch sagen kannst was du mit "Semiarridität" meinst, wär ich dir doch dankbar ...


Tyrolens antwortet um 17-01-2010 22:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Semiaridität = Niederschlag kleiner gleich Verdunstung in 6 bis 9 Monate im Jahr.

Also auf gut deutsch: Noch etwas trockener als im hintersten Weinviertel.


DJ111 antwortet um 18-01-2010 08:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
@ Tyrolens: Ok, dann hätt ich noch eine Frage: Was genau meinst du mit "unsere Region" und warum soll die zur Lachgassenke werden ...? Durch anaerobe Vorgänge im Boden oder Eintrag von aussen oder wie ...?

Aber anscheinend sind wir soweit gleicher Meinung, dass der gestörte Wasserhaushalt schon ein massiver Faktor ist ...

@ Biolix: Ich kann mir das gut vorstellen. Bin grad dabei, sowas zu planen, wobei die Fragen noch die biesten Abstände bzw. die geeignetste Baumart sind.


alfalfa antwortet um 18-01-2010 08:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Also wenn ich das mit Agroforstkulturen richtig verstehe beziehn die sich auf zb. Miskantus oder Weide für Hackschnitzel und dergleichen.

Angenommen wir lassen wesentliche Fakten der Welternährung mal bei Seite und konzentrieren uns auf die Schwarz- Weiß Frage was muss ich tun um in Summe ein + bei meinem Humus Aufbau zu bekommen und als wesentliche C- Quelle im Boden auch mehr C speichern kann als jetzt drinnen is.
Den höchsten Anteil an Huminstoffen die die Grundlage für den Ton-Humus-Komplex darstellen findet man in Wiesen bzw. im Wald (kommt logischerweise auch auf dei Lage, Neigung etc. an), dann kommen meist erst die guten Acker.
Soweit so gut, wenn man sich vorstellt das alles was man vom Feld wieder abtransportiert um zu fütern, Nahrungsmittel zu erzeugen oder zu verbrennen werden alle Inhaltsstoffen also auch das C in irgendeinerweiße direkt oder indirekt irgendwann wieder freigegeben- ist also weder gut noch schlecht für das Klima- weil ja auf dieser Fläche wieder das gleiche nachwächst- dh. hohe Erträge binden zwar kurzfristig mehr Co2 geben dafür aber auch mehr wieder ab- also in Summe auch CO2 neutral

Im Boden wird permanent Humus Auf und Abgebaut- jegliche Art von Bodenbearbeitung zerstört den Humuskomplex, genauso wie humuszehrende Düngung sprich Mineral und Gülle ebenso wie zb. viel Silomais oder Zucherrübe in der Fruchtfolge. Will man jetzt in unserer Schwarz- Weiß Frage, Humus aufbauen wär zb. ein Eoo- Dyn System mit eingeschlägertem Trivolium als Vorfrucht und Kompostmist ideal. (Rotte und Kompostmist tragen zum Humusaufbau bei). Jede Art von Zwischenfrucht, Erntereste sind sicher ein guter Ansatz werden aber nur einen Teilerfolg bringen wenn man mit dem Pflügen das Aggregat wieder zerstört. Davon abgesehen kann man den Humusgehalt nicht hoch genug einschätzen, weil er bei Regen wie ein Schwamm wirkt und ein vielfaches an Wasser aufnehmen kann und so er Errosion vorbeugt bzw. auch wesentlicher Nährstoffrücklagen in pflanzenverfügbarer Form bindet.

Is jetzt Schwarz weiß gedacht, mir bewusst das es nicht so einfach ist , ich wesentliche Aspekte der Welternährung nicht berücksichtigt haben. Wobei man zur steigenden Nachfrage auch sagen muss, dass es wesentliche nicht genutze Kapazitäten gibt auf der Welt. Ebenso wie das wir in Eurpa nur bedingt Einfluss nehmen auf die Welternährung und der zumindest von an economic point of view eher ein negativer ist.
Agroforstkulturen gegen wohl in die richtige Richtung im Sinne unseres Humusaufbaus, sind aber sicher nicht das Maximum des Möglichen.
Weitere wichter Asspekt der hier sicher zu Erwähnen ist, ist die extrem Energie aufwendige N- Erzeugung (Haber-Bosch) die halt über Umwege viel C02 freisetzt (da weltweit die wenigste Energie aus Wasserkraft kommt). Ich darf hier noch anmerken das die Fragen nach einer optimalen Fruchtfolge mit N-binder und Zwischenfrucht keine Frage des Biolandbaues sind sonder die der Preiselastizität des Mineral insbesondere des N- Düngers.

Falls ich den Eindruck erweckt haben sollte, dass nur Extensivierung und Biolandbau der Schlüssel zum Erfolg sind so war das nicht meine Absicht, bin nur von der Schwarz- Weiß Frage ausgegangen.

lg Alfalfa


Tyrolens antwortet um 18-01-2010 09:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
DJ, unsere Region = Mitteleuropa.
N2O wird gebunden, weil es im Boden eben keinen anoeroben Prozesse gibt, sondern aerobe. Man ist eigentlich davon ausgegangen, dass die N2O Freisetzung (Denitifikation) auf Null sinkt. Es kam dann aber sogar zur Bildung einer N2= Senke.


Alfalfa, ein Agroforst ist dann doch etwas anderes. Alle 30 m eine Baumallee und dazwischen Acker, das ist Agroforst.

Eco-Dyn ist im wesentlichen ein Grubber mit Sämöglichkeit. Was daran ideal sein soll, verstehe ich nicht, wo es Direktsämaschinen gibt, die mehr als 80% der Ernterückstände an der Bodenoberfläche belassen, ohne Säschlitze zu überlockern oder sonst irgendwie den Gas/Wasseraustausch zu stören.

Auch ein Wald muss gut geführt werden, damit er das leistet, was man sich von ihm verspricht. Kannst zu uns kommen und dir ein paar nette Fichtenwälder ansehen. Humusgehalt im Boden = Null. Mineralboden, dann kommt gleich Mull. Aber kein Humus im eigentlichen Sinn.

Das Haber-Bosch-Verfahren ist ca. für 1,5% des Weltenergieverbrauches verantwortlich. Ist nicht viel, auch nicht wenig, aber angesichts der Vorteile, die Stickstoff mit sich bringt absolut vertretbar, sofern man weiß, wie mit Stickstoff umzugehen ist (Effizienz kann bei richrigem Einsatz um mind. 30% gesteigert werden)


DJ111 antwortet um 18-01-2010 11:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
@tyrolens: Kannst du mir erklären, inwieweit die Lachgasbindung im Boden schädlich oder auch nicht ist ...?
Ausser dem ist die Denitrifikation meines Wissens aber die Umwandlung von Nitrat in N2 - also Luftstickstoff uns Sauerstoff ... oder?

@ alfalfa: Tja, agrofrorst ist tatsächlich ewas ganz anderes, als du dir da vorstellst. Kannst ja mal bei google nachschauen.
trifolium heißt ja eigentlich nur dreiblättrig, aber ich nehme mal an, du hast damit eine Kleeart gemeint ;-)


DJ111 antwortet um 18-01-2010 14:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
... noch mal zurück zum eigentlichen Thema ...
... hab da doch ein Filmchen gefunden zum Thema Kopenhagen, Co2, Wasser und so ..

http://www.youtube.com/watch?v=r4EuTC1M3P0

... scheinen mir doch nachvollziehbare Argumente zu sein ...


Tyrolens antwortet um 18-01-2010 17:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Umgekehrt ist es. Die N2O-Bindung im Boden ist ein großer Vorteil!

Denitrifkation ist die Freisetzung von N2O in die Atmosphäre in Folge der Spaltung von NO3 in unter anderem O durch Bakterien (die diesen O zum atmen nutzen) unter anaeroben Verhältnissen.




DJ111 antwortet um 18-01-2010 17:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
So, jetzt hab ich aber mal nachgelesen. Auch bei Wikipedia steht, dass die Denitrifikation die Umwandlung von NO3 (Nitrat) in N2 (Luftstickstoff) und O2 (Luftsauerstoff) sinngemäß ist ...


Tyrolens antwortet um 18-01-2010 18:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
Hallo,

das ist verkürzt dargestellt.

Der Prozess sieht komplett so aus: NO3 -> NO2 -> N2O -> N2


http://www.lfu.bayern.de/wasser/daten/grundwasser_stoffeintrag_messdaten/pic/stickstoffkreislauf_gr.jpg


DJ111 antwortet um 18-01-2010 21:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
CO2-Anstieg doch nur Auswirkung und nicht Ursache..?
ok. Dann bitte noch Erklärung zur "N2-Senke" N2 ist ja flüchtiger Luftstickstoff ... wie soll sich der im Boden länger halten ...?


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