Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?

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  03-11-2009 08:12  Christoph38
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Ich bin schon gespannt ob unsere Beamten auch bei den laufenden Gehaltsverhandlungen ihren "Anteil am Wirtschaftswachstum" einfordern bzw. ob sie heuer aus Solidarität darauf verzichten.



  03-11-2009 09:35  Moarpeda
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
wie schon einmal festgestellt könnte man einen großteil der beamten mit rucksäcken voller tennisbälle im gebirge spazierengehen lassen ohne das uns etwas abgeht.

neuseeland war ein gutes beispiel dafür.

  03-11-2009 10:27  franz3
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Lieber Moarpeda
Als Sohn eines Bauern und heute Beamter kenne ich beide Seiten.
Ich glaube man müßte unterscheiden welcher Beamter man ist, ich bin seit fast 30 Jahren Briefträger und muß meine 700 Haushalte jeden Tag anfahren. Leider sehen das die meisten Leute nur bei schönen Wetter den bei Regen.Wind und Schnee sieht man nur wenige auf der Straße da warten die meisten im Trockenen auf ihre Post. Will mich nicht
beklagen meine nur man müßte unterscheiden bevor man alle in einen Topf wirft.
noch einen schönen Tag
franz 3

  03-11-2009 18:59  Bauernprofi
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Ich bin für die sofortige Umsetzung der Leistungsbezogenen Bezüge für Beamte. Wie ich erfahren habe, gibt es schon in Deutschland Behörden und Institute, wo es praktikabel umgesetzt wurde.
In Österreich hätten dann auch einige Leitungsträger im Beamtentun die Chance ihr Gehalt entsprechend aufzubessern. Aus Solidarität müssten die Bremser / Faulenzer ein bisschen aufgeben. Aber auch die Freundlwirtschaft oder Parteibuch könnten in Frage gestellt werden... und ob das die Beamten oder Politiker wollen - Diese Frage sollte Ihr euch selber beantworten!


  03-11-2009 19:50  Kallo
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Mir ist ein schlafender Beamter lieber als ein aktiver! Den ein Sclafender richtet keinen Schaden an! Oder wollt ihr noch mehr Bürokratie, die von den "aktiven" Beamten verursacht wird?

  03-11-2009 20:08  u99
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Wenn Ihr Euch schon beklagt, was sollen wir dann tun? Bei uns in Frankreich haben wir doppelt soviele Beamte wie Ihr in Oesterreich. Wir schlagen sogar die Deutschen, unglaublich. Bei uns nennt man das Gasfabrik (Usine à gaz). Die sind hauptsächlich auf Papier fixiert, nicht nur in der Landwirtschaft. Ausserdem kann man keinem kündigen, ausser man kann nachweisen, dass jemand kriminel ist und Geld entwendet oder jemand sexuell belästigt. Wenig oder gar nicht arbeiten gilt nicht als Grund. Das allerwichtigste ist, dass man als Bürger diese Papiere richtig ausfüllt, dann ist alles gut auch wenn man in der Praxis beispielsweise als Landwirt alle Bäche abbrennt mit Round up obwohl das schwer verboten ist. Das merkt keiner. Rundum's hiesige Landwirtschaftsamt sind alle Bäche abgespritzt, war eben ein trockener Sommer.
Gleichwohl möchte ich natürlich nicht alle in den selben Topf werfen, auch bei uns gits einige, die gut und seriös arbeiten, vor allem die Pöstler, dies ist kein Witz.
mfg.

  03-11-2009 20:26  Talbauer
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Hallo Maorpeda!

Ich war 15 Jahre als Beamter beschäftigt. Gehörte in diesen Bereich nicht zu den Spitzenverdienern aber auch nicht zu den Schlechten. Hatte am Schluß einen A2/4 Posten (Matura ist für einen solchen Posten Pflicht!).
Ich bin froh, daß ich nicht mehr im öffentlichen Dienst arbeiten muß. Bin freiwillig in die Landwirtschaft zurückgekehrt. Habe heute einen buchführungspflichtigen Milchviehbetrieb.
Habe in den letzten Jahren (Seit 2000) in der Milchviehhaltung ein besseres Einkommen gehabt als früher als Beamter. Im heurigen Jahr schaffe ich es nicht ganz. Aber in der Landwirtschaft sind wir Unternehmer. Als Unternehmer bin ich selbst verantwortlich für mein Einkommen.

Ich kann Herrn Neugebauer gut verstehen, wenn er entsprechend Lohnforderungen stellt. Es gibt nehmlich im öffentlichen Dienst genug Leute, welche weniger als € 1300 netto bei einem Dienstverhältnis von 40 Wochenstunden verdienen.

Weiters mußte ich früher feststellen, daß gute Leute immer wieder von der Privatwirtschaft abgeworben wurden. Dies hat immer sehr leicht funktioniert, weil die Entlohnung für diese Leute meistens eine Verdoppelung war.

Weiters möchte hier noch hinzufügen, das zum öffentlichen Dienst nicht nur der klassische Bürobeamte gehört, sondern hier gehört auch dazu die öffentlichen Müllabfuhren, die Bauhofarbeiter der Gemeinden ( welche z. B.: im Winter dafür Sorgen, dass die Straßen ordentlich geräumt und gestreut werden), Schulwarte, Reinigungspersonal in Alten- und Pflegeheimen, Reinigungspersonal bei den Ämtern, usw. Diese Leute gehören sicher nicht zu Spitzenverdienern!

  03-11-2009 20:28  Felix05
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Hallo,

hier eine wahre Begebenheit bei der es sich zwar nicht um einen Beamten, aber um einen Angestellten im öffentlichen Dienst handelt:

Im letzten Sommer mußte ich an einem Vormittag von der Firma aus noch unbedingt ein Auto zulassen, es ging auf Mittag, ich los, wie ein geölter Blitz!
Halb zwölf war ich am Landratsamt und am Schalter.
Der freundliche Sachbearbeiter meinte: "Jetzt müssen w i r uns aber beeilen."
Er legte auch sofort los und unterhielt sich dabei mit mir. Ich erfuhr, dass dieser Tag sehr stressig für ihn war, er nicht mal rechtschaffen zu seiner Brotzeit gekommen ist und sich nun riesig auf seinen drei wöchigen Urlaub freut.
Ich freute mich mit (weil´s so zügig voran ging)

Er gab mir einen Zettel mit der Autonummer drauf und sagte: "Du kannst derweil die Schilder prägen lassen, ich mach das Papierzeug schon fertig."

Ich kam wieder...alles fertig. Man dachte ich, so schnell ging´s noch nie.

Wir sahen die Papiere durch, er wurde blasser. Ich dachte: das wird der Stress sein und bekam Mitleid. Was war geschehen, das einen deutschen Sachbearbeiter dermaßen schwitzen lies?

Computermäßig war alles in Ordnung. Da...das Objekt der Tücke:
Der dämliche Stempel neben dem Dienstsiegel. Wir schrieben den 30. Juni.
Mein gestresster Freund hatte den Stempel schon auf seinen ersten Arbeitstag nach dem Urlaub vorgedreht.
Nicht mal zum Essen war er diesen Vormittag gekommen, aber der Stempel war vorbereitet, dass nötigte mir Respekt und ein bissel Neid ab.

Respekt vor der deutschen Gründlichkeit.
Neid, weil er nach drei Wochen ganz genau weiß, dass er wieder an diesem Arbeitsplatz sitzen und ihn so vorfinden wird, wie er ihn verlassen hat.
Nicht mal sein Werkzeug (Stempel) würde angetastet werden.

In der freien Wirtschaft .........undenkbar.

Übrigens das Datumsproblem war schnell gelöst:
handschriftliche Änderung mit einem weiteren Dienstsiegel und Unterschrift und gut:

Wir lachen heute manchmal beide noch drüber, meine damaligen Gedanken habe ich ihm aber nie mitgeteilt.

Gruß, Lutz!


  03-11-2009 22:50  Bauernprofi
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Hallo Talbauer - Deine Geschichte hört sich an, als wenn Du zu den glücklichen Frühpensionierten gehört hast und nun im zweiten Werdegang durchstartest oder?

  04-11-2009 09:07  Talbauer
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Hallo Bauernprofi!

Mit 35 Jahren und keinen gesundheitlichen Problemen bekommt man keine Pension.
Mein gesamtes Einkommen stammt jetzt aus der Landwirtschaft.

Ich bin aus Überzeugung in die Landwirtschaft zurückgekehrt.



  04-11-2009 09:28  Moarpeda
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
ich halte wie gesagt auch "nur" einen großteil der beamten für überflüssig.

es wir wohl keiner widersprechen, wenn ich behaupte, das wir überverwaltet sind,
hinzurechen muß man, wieviele computer dazu eingesetzt werden um uns zu verwalten.

wie hat sich die menschheit ohne ausufernde bürokratie überhaupt entwickeln können ? ;-))

wer lust hat lese das "parkinsonsche gesetz"



  04-11-2009 12:26  Fallkerbe
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
Hallo,

Vieleicht sind ja die überflüssigen Beamten genau wie die überflüssigen Kleinbauern eine Maßnahme vom AMS um die Arbeitsmarktdaten zu schönen. Komisch, das es bei den einen recht sein soll, egal wieviel der spass kostet und wie ineffektiv es ist, und bei den andern solls nicht recht sein.

Zitat:
es wir wohl keiner widersprechen, wenn ich behaupte, das wir überverwaltet sind, hinzurechen muß man, wieviele computer dazu eingesetzt werden um uns zu verwalten. wie hat sich die menschheit ohne ausufernde bürokratie überhaupt entwickeln können ? ;-))
Zitat ende

Ich wäre auch sehr dafür, den Staat viel schlanker zu machen.
Weniger Steuern, mehr Eigenverantwortung. Der Staat schafft sich damit abhängigkeiten, wenn er aus der Rechten Tasche das Geld rausnimmt und es dann nach seinen Vorstellungen wieder verteilt. Das alles schafft unnötigen Verwaltungsaufwand un der Kostet Geld.
Wer aber alle 3 wochen nach einer neuen Ausnahmeregelung, einem geschützten Markt, einer neuen Förderung und einer neuen Lagermanagement und Exportstützungen jammert, der sollte sich nicht über den (dadurch geschaffenen) Verwaltungsaufwand wundern.


mfg

  04-11-2009 22:39  Moarpeda
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
man könnte die überflüssigen beamten zum scheibtruhen fahren einsetzen und würde sich eine menge gastarbeiter ersparen.

der ersparte papierkrieg wäre gigantisch und die ersparte zeit bei uns untertanen auch.

ein befreundeter steuerberater stöhnte immer unter der last der neuen verordnungen, welche auch ein fachman nicht mehr durchauen kann.

ich habe einmal eine quellfassung in meinem wald gemacht, wobei kein einziger bauem gefällt werden musste.
bei drei ämtern musste ich aufkreuzen und alle mussten ihren sanktus dazugeben (natürlich nicht gratis)

  05-11-2009 11:37  Hirschfarm
Beamte: Anteil am Wirtschaftswachstum ?
@Fallkerbe
Da gibts aber schon noch einen kleinen Unterschied. Der Kleinbauer produziert was und investiert wieder und bekommt vom Staat vielleicht 5000€.
Der Papiertigerbeamte ist Schriftgelehrter und kostet 40000€.