22-04-2008 17:05  Blaster78
Circo Virus Impfung
Wann wird in Österreich endlich mit der flächendeckenen Circo-Impfung begonnen?
Österreich verfügt über eine klein struktuierte Landwirtschaft, und wir brauchen einen einheitlichen Gesundheitssatus, der nur über solche Impfprogramme zustande kommen kann.
Denn ich glaube, wenn nicht bald damit begonnen wird,steht die Ö-Ferkelproduktion vorm aus und damit auch 1000de von kleineren landwirtschaftlichen Famielenbetrieben!
Der Ferkelmarkt ist zurzeit in Österreich in einer swchweren Krise.(1.85 € (-10 cent) tendenz fallend)
Die Ferkelringe und die Händler können die Mäster, nach langem Erzählen von besseren Preisen, nicht mehr Motivieren.
Ich weiß schon das sich ein Mäster leichter tut als Produzent, beim Stall zusperren, aber das soll ja nicht sein. Es muß der Produzent genau gleich leben können wie der Mäster und das wird nur Funktionieren wenn,ein einheitlicher Gesundheitsstatus da ist, sonst werden die Mäster auf Alternativen zurück greifen. Aber das wird der Ö-Ferkelproduktion und dan AMA- GS nicht Helfen! LG


  23-04-2008 11:02  HansPeter_Baeck
Circo Virus Impfung
Servus Blaster78,

Das Thema Schutzimpfung gegen Circovirus Infektionen beschäftigt uns schon seit einiger Zeit. Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe innerhalb des VÖS gegründet die sich intensiv mit der Problematik auseinandersetzt.

Ich bin der Meinung dass das Thema Gesundheitsstatus wie Du es anführst sicher differenziert betrachtet werden muss. Wir haben in Österreich in den Jahren seit dem EU Beitritt die Tendenz, dass sich die Betriebe sehr unterschiedlich entwickelt haben. Es wurden mit den wachsenden Beständen zwangsläufig Management- und Hygienemaßnahmen verbessert und so hat sich das Ferkelmaterial hinsichtlich des Gesundheitsstatus unterschiedlich entwickelt.

In Betrieben, die Infektionsketten unterbrechen sinkt zwangsläufig der Erregerdruck und die Ferkel werden weniger mit Krankheiten konfrontiert. Für die herkömmliche Ferkelvermittlung wurden mit Beginn dieser Entwicklung die Karten neu gemischt und grundsätzlich war ein Umdenken notwendig. Ich kann mich noch gut erinnern wie wir die ersten Reklamationen von Ferkelpartien bekamen die gemischt aufgestellt wurden und Ausfallraten zeigten die bis dahin eher ungewöhnlich waren.

Nach einer eingehenden Analyse dachten wir zuerst auch daran den Gesundheitsstatus vermarktungstechnisch zu vereinheitlichen wurden aber bald von der Realität der Strukturen eingeholt. Der nächste Ansatz war der Versuch Impfprogramme zu erstellen um eine Risikominimierung zu betreiben. Nur stellte sich bald die Fragen mit was und gegen was wir impfen sollten da die Betriebe sehr unterschiedlich im Erregerprofil waren. Die Erfolge waren eher bescheiden. Man könnte sogar sagen, dass wir uns damals die „Impfstoffgläubigkeit“ gründlich abgewöhnt haben und betriebsspezifische Schemata beziehungsweise die Änderung der Vermarktungswege bevorzugen.

Seit längerem sind wir dazu übergegangen dass wir Vermarktungspyramiden mit den Betrieben bilden. In der Steiermark befinden sich mittlerweile mehr als die Hälfte der über die Ferkelvermarktung gelieferten Tiere in Direktbeziehungen und die Tendenz ist weiterhin steigend. Wenn wir Probleme mit einzelnen Ferkelpartien haben versuchen wir mit dem Betrieb und seinem Tierarzt zu reagieren, diese Praxis hat sich bis jetzt ganz gut bewährt, eine 100%ige Lösung oder ein Patentrezept kann es dann aber auch nicht immer geben.

Aus der oben angeführten Erfahrung mit Impfprogrammen glaube ich, dass es schwer möglich ist mit Impfungen einen Gesundheitsstatus zu vereinheitlichen. Weiters ist es auch so dass sich dieser auch wieder sehr rasch ändern kann. Flächendeckend ist auch immer so eine Sache für sich. Es gibt Betriebe für die die Impfung passt beziehungsweise notwendig ist, für die Mehrzahl der Betriebe wird sie, abgesehen von den Kosten und dem eventuellen Vermarktungseffekt, eher wenig bringen.

Aus Deutschland wurden im letzten Jahr vermehrt Partien von Erzeugergemeinschaften angeboten die geimpft waren. Hier war es aber eher das Marktargument welches die dortigen Verantwortlichen dazu bewegt haben, was sie auch mehr oder weniger offen gesagt haben. Es ist ihnen aber auch trotz dieser Impfung nicht gelungen das schwierige letzte Jahr anstandslos zu bewältigen. Es zeigte sich dass man mit einer Impfung ein Problem auch nicht immer in den Griff bekommt.

Wir setzen uns aber sicher mit diesem Thema sehr intensiv auseinander um Entwicklungen nicht zu verschlafen und eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten zu finden. Zu gegebener Zeit werde ich gerne über neue Entwicklungen berichten.


Mit freundlichen Grüßen
Bäck Hans-Peter




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