Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise

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walterst 01-04-2008 15:44 - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise

(Top Agrar)

Vor dem Hintergrund der hohen Lebensmittelpreise werden die Rufe nach einem Kurswechsel in der gemeinsamen Agrarpolitik zunehmend lauter.

Einen Wechsel der Politik forderte vergangene Woche z.B. der ehemalige EU-Agrarkommissar Dr. Franz Fischler. "Wir können den Herausforderungen von morgen nicht mit einer Politik von gestern begegnen", mahnte Fischler. Die derzeit angespannte Versorgungslage sei die größte Nahrungsmittelkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Ernährungssicherheit und Umweltschutz seien die wichtigsten öffentlichen Güter und müssten weltweit in Einklang gebracht werden. Fischler appellierte im Namen des Brüsseler Forums zur Zukunft der Landwirtschaft außerdem zu einer Abkehr von der EU-Biospritpolitik. Die EU-Verpflichtungen bezüglich Biotreibstoffen stünden nicht im Einklang mit den letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen, sagte Fischler. Biogene Kraftstoffe der ersten Generation trieben die Lebensmittelpreise in die Höhe und gefährdeten die Ernährungssicherheit armer Familien. Außerdem hätten sie die Neigung, die Wasser-, Boden- und andere Umweltressourcen zu strapazieren sowie bei einer unnachhaltigen Produktionsweise die Treibhausgasemissionen zu erhöhen.
Fischler wandte sich auch gegen Bestrebungen, die hohen Lebensmittelpreise als Gelegenheit zur Kürzung der Agrarbeihilfen zu nutzen. Die Bereitstellung von öffentlichen Gütern wie die Pflege der Landschaft und der Artenschutz geschehe nicht allein über den Markt.

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AMA33 antwortet um 01-04-2008 18:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Fischler hat ein System eingeführt wo man Stierprämien bekommt obwohl der Stall schon
drei Jahre leer steht!! Unter Fischler war die Getreidepreise unterem Hund. Es kann
von mir aus noch mehr Biosprit produziert werden. Die Leute soll was zahlen für ihre
Lebensmittel . Sind die Lebensmitel nichts wert so ist der Bauer nichts wert.!!!

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erich78 antwortet um 01-04-2008 20:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Wen die Energie im Weizen gleich teuer wie im Heizöl ist, dann ist meiner Meinung nach der Weizen noch immer wesentlich zu billig.

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Christoph38 antwortet um 02-04-2008 08:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Ja ich bin auch 1000% davon überzeugt, dass es eine Versorgungskrise gibt. Wohin man kommt sind die Lebensmittelgeschäfte leergeräumt. Hamsterkäufe finden statt.
Gestern auf der Strasse wurde ich von einer Bande überfallen und meiner Leberkäsesemmel beraubt.
Wann kommen eigentlich die Lebenmittelmarken ?
Was tut die Politik gegen 100% Inflation im Monat bei Grundnahrungsmitteln.

Weite Kreise der Bevölkerung sind bereits so abgemagert, dass sie kaum mehr arbeiten können.
Die Krise hat schon alle Lebensbereiche erfasst oder schaut eine echte Krise anders aus ?


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theres antwortet um 02-04-2008 09:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Hallo Christoph,
bin ich froh, dass ich schon vor Jahren bei Sepp Holzer im Lungau war, er hatte damals schon diverse Möglichkeiten gezeigt, wie die Fläche vermehrt werden kann.
Sandsäcke an die Wände, um dort Gemüse anpflanzen zu können, Hochbeete, Hübelbeete usw.
Wenn ich nur dran denke, wieviele Jahre Nahrungsmittel vernichtet worden sind, verächtlich behandelt, verworfen wurden- dann frag ich mich nur, wie kurzfristig das Denken geworden ist.
Jetzt soll aus dem Boden das Maximum herausgeholt werden, aber er bekommt nichts zurück und mit dem Mangel im Boden wird der Mangel an Nahrung erst gefördert.
Aber wir haben vorgesorgt, Hochbeete, die Fensterbänke sind voller lebensmittel erzeugenden Jugpflanzen, Keimlinge für den Salat, ein Komposthaufen, EM und Bokhasi.
Die Südwände voller Wein- und wärmeliebenden Obstbäume, statt Blütensträucher Johannisbeeren und sonstige Beerensträucher, Bauerngarten mit Gemüse und Blumen-
und unsere Landwirtschaft - besonders den Hofdünger sehr liebevoll zu behandeln.
Ich warte nur darauf, dass es Vorschriften gibt, wieviel pro Kuh und Hektar erzeugt werden muss- und auch dazu die Vorschrift, welchen Dünger, welche Pflanzensorten und die Segnungen der Gentechnik, die aus normalen Pflanzen dann gleich die eiermilchlegende Wollmichsau macht.
Aber heute ist nicht mehr der 1. April.


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iderfdes antwortet um 02-04-2008 10:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Hallo,

also eines muss man ganz klar sagen. Solange Lebensmittel unter der Inflationsrate steigen, werden sie nicht teurer! Und längerfristig sind sie das bei weitem nicht.

Außerdem würde mich interessieren, wie es überhaupt möglich sein soll, dass bei steigenden Löhnen, steigenden Preisen für Energie, für Maschinen und für alles (!) gerade Lebensmittel nicht teurer werden sollen. Entweder die Preise werden steigen oder sie müssen eben staatlich gestützt werden. Andere dauerhaft Lösungen gibt es nicht.

sg

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Gourmet antwortet um 02-04-2008 15:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
@theres

Beim Sepp Holzer in Ramingstein? Hat er Dir nicht auch gezeigt, wie man jahrelang Klärschlamm auf der eigenen Fläche unterbringt und dann auf bio tut? So wie er es gemacht hat? War sicher interessant!

Auf der Homepage vom Holzer gibt es übrigens ein Foto zusammen mit dem „Erfinger“ des Grander-Wassers.
Es ist schon interssant, scheinbar braucht es nur einen älteren Mann mit Vollbart und irgendwelche „Weisheiten“ die niemand nachvollziehen kann. Und schon melden sich jede Menge Freiwilliger die für jeden Blödsinn auch noch viel Geld zahlen ohne jemals nachzufragen.

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theres antwortet um 02-04-2008 18:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Hallo gourmet,
mir hat der liebe Gott auch so etwas wie ein kritisches Gehirn und einen Hausverstand mitgegeben. Ich brauch auch nicht, irgendwen anzuhimmeln oder abzuwerten, sondern ich nehm diese graue Masse über den Augen zum selbständigen Denken her.
Dass mit der Verknappung der fossilen Energie und dem derzeitigen Verbrauch die Flächen für Ernährung und Energie nicht reichen werden, da brauch ich nur 2 und 2 zusammenzählen.
Und vor allem- wir haben die ganze Zeit den Humus abgebaut, er fehlt uns jetzt für die Ertragsteigerung, die eben nicht nur alleine mit Mineraldünger zu leisten ist.
Wenn du mit dem Wort Bio so ein Problem hast, kann ich dir auch nicht helfen, ich hab mich bisher nie hinter irgendwelchen Idelogien versteckt, sondern selbst sehr genau hingesehen.
Wenn wir so weitermachen, mit dem Energieverbrauch, der Energieverschwendung- bei Energie und Nahrungsmittel, dann wird es kanpp.
Die stiegenden Energiekosten verteuern die Lebensmittel, aber weil das ja nicht sein darf, müssen sie um jeden Preis billig blieben. Da brauch ich nicht allzuviel Phantasie, wer da die Zeche bezahlt.


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Gourmet antwortet um 02-04-2008 20:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
@theres
Ich habe mein Gehirn nicht vom „lieben Gott“, sondern es hat sich ziemlich sicher ganz normal entwickelt, wie bei jedem Lebewesen das den Weg von der befruchteten Eizelle zum erwachsenen Individuum genommen hat.
Bei der Energie sind wir ja einer Meinung. Ich glaube, Energie sollten wir in Zukunft direkt aus jenen Bereichen gewinnen, die wir nicht in Lebensmittel umwandeln können (Sonnenenergie, Wasserkraft, Wind, Kernenergie, ...). Deshalb glaube ich, dass die Energiegewinnung auch in Zukunft abseits der Landwirtschaft stattfinden wird.
Die Sache mit dem Humusabbau nehme ich Dir nicht ganz ab. Gut, ich kenne mich nicht wirklich im Ackerbau aus und bei uns im Grünland ist das kein Thema. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass die Ackerbauern weniger Ertrag hätten als vor Jahrzehnten, eher mehr als früher. Also kann der Boden nicht so schlecht geworden sein.
Ich habe mit Bio kein Problem. Meine Einstellung ist, wenn es was nutzt und mehr Geld in die Kasse der Bauern bringt, ist es mir recht. Solange ich nicht gezwungen werde, bio zu kaufen. Hier haben andere ein Problem mit dieser meiner Einstellung, besonders jene, für die Bio eine Art Religion ist und nicht nur ein Mittel zur Sicherung des Einkommens.

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helmar antwortet um 02-04-2008 21:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Bio.....eine "Religion", lieber Gourmet? Aber andererseits, haben andere Wirtschaftsformen auch so eifrige Propheten....eher selten.
Mfg, helmar

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Haa-Pee antwortet um 02-04-2008 21:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
habe auch diesen fischler kommentar im top agrar gelesen und kann nur sagen der war völlig unnötig.

die lebensmittelpreise machen immer weniger vom haushaltseinkommen aus den grössten teil "fressen" die wohnungskosten,verkehr usw....

und mir kommt vor die mentalität ist schon wie zu kaisers zeiten der sagte "jeder muss sich schweinefleisch leisten können"....

wie christoph38 sehr treffend und sarkastisch schrieb habe ich zb heute beim einkaufen keine grosse "not" der bevölkerung bemerkt...

in den 70ziger jahren hat ein ökonom den ausspruch getätigt der weizenpreis wird nie unter seinem heizwert sinken und damit könnte derjenige durchaus recht gehabt haben.

meiner meinung wird noch zu wenig in biospritschiene gepumpt weil wenn die flächen vom "osten" in "moderne" produktion kommen ist wahrscheinlich gleich mal wieder überschuss produktion und ich frage mich dürfen landwirte mit ihre arbeit ihren investitionen ihrem risiko anscheinend nur auf "hilfsarbeiter" niveau verdienen anders kann man den fischler kommentar nicht bewerten der übrigens sich am "eu trog" so richtig voll "gefressen"hat.........(bin ihm aber nix neidig nur ich hab im bekanntenkreis eine frühere sekretärin von ihm in brüssel und die meinte er war ein enorm "spinnerter Hund"....)

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sturmi antwortet um 02-04-2008 21:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fischler sieht EU in einer Nahrungsmittelkrise
Hallo Gourmet!
Ich merke bei mir nichts von einem Humusabbau! Durch den gezielten Einsatz von Spurenelementen, regelmäßigen Zwischenfruchtanbau, der Homogenisierung der Schweinegülle und Saatgutzuchtfortschritte sind Erträge von 9000 kg/ha bei Weizen z.b. keine Seltenheit mehr und das bei 150 kg N/ha!
Das der politische Beimischzwang von Bioethanol bzw. Biodiesel sich als Sackgasse erweisen könnte wird immer offensichtlicher. Ich bin auch für den Ausbau von Sonnenenergie, Wasserkraft, Wind und Holz- statt Kernenergie! Leider wird von der Bunderegierung nichts getan um diese alternativen Energien ausreichend zu fördern. Es grüßt Wirtschaftsminister Bartenstein und dessen Lobbys von der Erdöl- und Stromwirtschaft!
MfG Sturmi








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