Landwirt Weblog - Indianerlandwirt

Benutzername: Indianerlandwirt

Geschlecht: männlich

Mein Betrieb:
Forst
30 - 40 ha

Eigenschaften:
Hobbies: Das Tagebuch des Indianerlandwirten
Motto: Indianerlandwirtschaft -Die Natur fördern

Mähtod: Über das Sterben in unseren Wiesen 19-May-2012 09:06

Mähzeit ist immer auch eine Sterbenszeit. Nicht nur die Kitze der Rehe sind gefährdet, auch Junghasen. Ich habe eine PS-schwächeres Modell von einem Traktor. Der ist niedrig und ich kann gut in die Wiese hineinsehen, außerdem kann ich nur langsamer mähen. Einige Berufskollegen auf ihren 130 PS Traktoren sind da schnell unterwegs und weit weg vom Boden. So konnte ich letztes Jahr ein Kitz retten, und heuer zwei Junghasen. Ich entdeckte sie und versuchte sie zu fangen. Aber diese kleine Tiere sind unglaublich schnell und machten immer wieder einen Haken. Aber ich trieb sie aus der Wiese und außerhalb der Gefahr. Da war ich froh.
Kitze kann man oft retten, wenn man nicht zu früh mäht, den Maizeit ist schon Kitzzeit. Und wenn man am Abend vor dem mähen mit etwas Lärm durch die Wiese stapft, werden auch die Tiere vergrämt. Auch in der Mitte der Wies zu beginnen hilft die Kitze aus der Wiese zu treiben. Meist mähen wir Bauern vom Rand aus.
Doch noch andere Tiere sterben. Das sind meist Insekten wie unsere Bienen. Die werden durch Mähaufbereiter zerquetscht oder durch die rotierenden Geräte (Rotormähwerk, Kreiselheuer, Kreiselschwader, Rasenmäher, Motorsense) zerschlagen. Ein Massentod in die Zehntausede. An einen schönen Nachmittag zur Vollblüte sind allein tausende Bienen und mehr auf eine Hektar (Fussballfeld) bei der Arbeit. Auch die kann jeder Schonen durch mähen am Vormittag und Abend bzw. bei Mahd außerhalb der Blütezeit. Und überlegenswert ist auch der Rückschritt zum Messermähwerk und Sense. Da rettet jeder Leben.

Die System Gülle macht Geld und vergewaltigt die Erde 18-May-2012 18:18

Um Geld zu machen haben Menschen das System Gülle entwickelt. Zuerst baut der Mensch einen aufwendigen Stall mit Güllekeller und Güllesilo. Die Tiere stehen auf Spaltenböden wo ihr Harn und Mist durchfällt und im darunterliegenden Güllekeller zu einem flüssigen Brei wird. Da wäre dann die Gülle. Für viele Tierhalter eine enorme Arbeitserleichterung im Stall, da sie hier kaum noch Hand anlegen müssen. Der Spaltenboden ist leider nicht besonders Tierfüße-freundlich. Auch sind sie viel intensiver ihren eigenen Fäkalien ausgesetzt. Tagein, tagaus.
Über Güllekeller und Güllesilo kommt die Gülle in das Güllefaß, womit es auf die Felder und Wiesen kommt. Die großen Gespanne mit Traktor und Faß ersetzten den Miststreuer und das Jauchenfass. Mit diesen System kann nun ein Mensch sehr viel mehr Tiere halten und Geld machen.
Damit die Gülle auch ihr volle Nahrung (Stickstoff) gut weitergeben kann, wurde Gülle meist mit Monokultur-Mais kombiniert. Diese Pflanze macht aus der HarnScheiße enorme Pflanzenmasse und Körnerertrag. Aber auch die Kunstwiesen passen hervorragend in diesem System. Eine Magerwiese (Blumenreich) wird selten gedüngt, eine Fettwiese regelmäßig. Aber eine Kunstwiese ist voll von Super-Gräsern, die extrem gut wachsen und bis zu sechs Mal je nach Klima gemäht werden können. Sie ist deshalb ein Kunstwiese, da die Gräser mittels Maschinen eingesät werden. Und das wird dann auch alle Jahre wiederholt, den dieses Gras kommt nie zu Ausreife und wirft Samen. Manche dieser Gräser überleben nicht mal unseren Frost. Und neben die Super-Gräser kommt dann noch der Ampfer vor. Ein Kraut der von den vielen Stickstoff extrem gut lebt, aber kein Futterwert für die Tiere darstellt. Dieser Ampfer wird dann jedes Jahr vergiftet. Sonst wird eines tages aus der Kunstwiese eine Ampfer-Monokultur.
Das System Gülle vergewaltigt die Böden. Die Masse an Gülle können nur von Partner wie Mais in Monokultur und Kunstwiesen sehr gut verdaut werden. Diese Partner produzieren dann wieder sehr viel Futter für die Tiere. Ein unnatürlicher Kreislauf. Er funktioniert, aber hinterlässt mehr Müll als uns lieb ist. Stickstoff-Düngung bis der Boden nichts mehr aufnehmen kann und wir Nitrat (Stickstoff) im Grundwasser bzw. Meer haben. Ein Übermaß an Methangasse entduften in unserer Luft und sind dann Klimakiller. Eine Landschaft mit Monokultur-Mais und Kunstgras, die nur mit Hilfe von Gift gegen Tiere und Pflanzen aufrecht erhalten werden kann. Auch sind Maisacker und Kunstwiese kein Lebensraum für wildlebende Pflanzen und Tiere. Unsere Artenvielfalt stirbt. Tiere die auf Spaltenböden leben und Gülleluft einatmen. Weiters schafft das System Gülle eine Abnahme von Humus im Boden (Acker) Humus ist ein CO² Speicher ist und hält damit das Klima stabil. Das System Gülle findet man am Berg und meistens im Tal, in der Biolandwirtschaft und in den modernen Betrieben. Das System Güle macht Geld und vergewaltigt unsere Erde.

Der Esel schützt das Schaf 08-May-2012 21:47

In Kärnten haben wir einen Eselpark, der konnte sich über einen außerordentlichen Zuwachs erfreuen. Ein Miniaturesel kam zur Welt. Die Schulterhöhe ist 52 cm. Also der ist wirklich klein. War selbst dort. Ist wirklich herrlich.
Die Haus-Esel sind eine eigene Art und stammen alle vom Afrikanischen Esel ab. Von den Ur-Wildtieren gibt es nur noch an die 100 Stück in Äthiopien und Somalia. Dort wo es jetzt so lange nicht geregnet hat. Hoffentlich gibt es die noch länger und sterben nicht wie andere Wildtiere aus. Verwilderte Hausesel findet man aber noch auf der ganzen Welt. In Australien gibt es sehr viele, in den USA an die 6000 Stück.
Vor 6000 Jahren haben sie im Ägypten angefangen den Esel einzufangen und zu Nutzen. Er trug die Lasten, erbrachte Fleisch, Eselsmilch. Sein Leder konnte als Papier genutzt werden. Und bei den Schafen hielt er die Wölfe, Füchse und Schakale ab. Er hat ein natürliches Abwehrverhalten gegen „Hundeartige“ Angriffe. Die bekommen einen Tritt mit dem Huf. Er ist ein Herdenschutzesel. Das wäre eine Methode die Schafherden auf unseren Almen zu schützen. Und ökologisch auch, da sie wie Schafe Gras fressen.
Heute wissen wir nur noch wenig mit ihm anzufangen. Und schon sinken die Bestände und dann wird es diese Tiere einfach nicht mehr geben. Der Vorteil vom Esel ist, der er härtere Hufe hat als Pferde. Also für den Bergeinsatz war er das bessere Modell. Auch brauchte er weniger Nahrung als Pferde, da er nun mal kleiner ist. Gut in Steppengebiete. In den regenreichen Gebieten, wie unser nördliches Europa, tut er sich schwer, seine Hufe werden durch die Feuchtigkeit rissig. Wer ihn also hier halten will, muss viel Fußpflege machen.

Der Wolf hegt das Wild und schützt so die Bäume 30-Apr-2012 14:12

Der Wolf ist ein Familientier. Ein Rudel besteht aus den Elterntieren, den Wolfskinder des letzten Jahres und den Kindern des Heurigen Jahres. Nach zwei Jahren muss der junge Wolf das Rudel (Inzucht) verlassen. So ein Rudel beansprucht an die 300 km² als Revier; ist weniger Wild da, kann das Revier auch 1000 km² groß sein. Die Wolfs- Reviergröße wäre eine Größe für die Wilddichte.
Reviere sind strenge Grenzen. In Kärnten gäbe es dann an die 30 Reviere. Bei einer Vollbesiedlung kämen wir auf 180 Wölfe oder so. So ein Rudel erwandert pro Tag 10 % seines Revieres. Damit haben die Wildtiere 10 Tage Ruhe. Sie erbeuten Hirsche, Rehe, Wildschweine, Wildschafe, Steinböcke, Hasen, Kaninchen, Mäuse, unbeaufsichtigte Schafe, Haushunde, Hauskatzen, bei Hunger Ass und Abfälle, jedoch auch Heidelbeeren, Brombeeren, Wildobst, Hagebutten, Insekten und Gräser. Er tötet seine Beute durch Biss in die Kehle. Damit durchtrennt er die Schlagader. Im Grunde wie der Fleischhacker.
Als Berufsjäger hat der Wolf dem menschlichen Jäger einiges voraus. Vor allem in der Hege. Die Beute sind meist schwächere und kranke Tiere, die nicht über den Winter kommen. Durch seine Anwesenheit wird das Wild vorsichtiger und verbeisst-schält die Bäume weniger. Doch durch die Hege wird das Wild auch gestärkt. Größere und stärkere Tiere bewohnen den Wald.

Eine Schwalbe macht keine Sommer, aber den Erst-Frühling 24-Apr-2012 22:15

Da habe ich mich gefreut. Gerade bei der Stallarbeit... und da ein vertrautes Geräusch. Die erste Schwalbe ist aus ihrem Winterurlaub zurück. Sie hat sich an einem extra für die Vögel angebrachten Nagel, beinahe an der Decke, ausgesucht. Und so hockte sie dort.
Wo meine Schwalben im Winter sind, weiß ich nicht genau. Aber das muss ich auch nicht. Sind ja Zugvögel. Sie kommen zu mir zurück.
Meine Schwalbe ist eine Rauchschwalbe, denn nur die brüten in Inneren von Gebäuden. Sie sind auch leicht zu erkennen an den langen, tief gegabelten Schwanzspitzen. Ihr Markenzeichen. Die Mehlschwalbe dagegen brütet außerhalb von Gebäuden und hat einen ganz schwach gegabelten Schwanz.
Am Himmel könnte man in bestimmten Gegenden auch den Mauersegler sehen. Aber bei Übung ist sie schnell von einer Schwalbe zu unterscheiden. Der Mauersegler ist etwas größer und hat eine dunklen Bauch, die Schwalbe dagegen einen hellen. Außerdem hat der Mauersegler sichelförmige Flügel.
Nachhören könnt ihr die Vögelchen auf vogelstimmen.de. Für uns Landwirte sind die Schwalben echte Partner. Sie vertilgen die Stallfliegen und das ist sehr angenehm für Kuh und Kalb.

Sepp Holzers Jagdhütte 12-Apr-2012 21:57

Ich habe die Bücher von Sepp Holzer-Permakultur gelesen. In keinem beschrieb er die Ausübung der Jagd. Doch in einem seiner Bücher befindet sich eine Hofskizze und darauf ein Jagdhaus. Und ich kenne nur Jäger, die ein Jagdhaus aufstellen.
Der größte Teil seines Areals sind Almgarten und Streuobstflächen. Das sind unzählige Hochstamm-Obstbäume, die natürlich wachsen. Als Hochstamm und ungeschnitten erbringen sie in manchen Jahren sehr viel Obst, alternieren und lassen dann auch Jahre aus. Das ist auf jeden Fall kein Tafelobst. Zu viele Arbeitskräfte würden die mühsame Arbeit am Hochstamm zu teuer machen. Es ist Wirtschaftsobst für Saft, Most und Schnaps. Einer meiner Nachbarn von mir macht auch Most und Schnaps in größerem Stil. Der hat immer viele Helfer und auch dementsprechende Anlagen für die Vermarktung.
Letztens sammelt auch ich Birnen zum einmaischen. Da fielen mir auf einigen Früchten Biss spuren von Tieren auf. Wildtiere lieben Obst. Und so fördert man auch auf unglaubliche Weiße den Wildtierbestand, wenn man sie nicht (oder nur zum Teil) einsammelt. Die Tiere haben dann den ganzen Winter zum fressen und als Jäger braucht man nur bei den Bäumen zu warten. So ist Holzers Hof ein Jagd-Paradies. Überall sind diese Obstbäume bis hinauf auf die Alm.

Auch Schnee und Frost entscheidet, welche Landwirtschaft geführt wird 12-Apr-2012 21:55

In Kärnten hatten wir 2011 zwei Schneefälle im Oktober. Zuerst hat es die Lagen bis 1000 Meter Seehöhe erwischt. Dann bis ca. 700 m. Das Problem war, das viele Laubbäume noch Blätter getragen haben, der Herbst war sehr sommerlich. Und viele Obstbäume haben jetzt unter der Schneelast gelitten. Viele Äste sind bei den großen Bäumen gebrochen. Einige der jungen und frisch gesetzten Bäume haben sich mit der ganzen Krone gebogen und sind letztens abgebrochen. Ich war zwar unterwegs den Schnee von den belaubten Bäumen runter zu beuteln, aber bei einer Maroni war ich zu spät. Die war abgebrochen. Sie hatte ein tolles Kleinklima, aber der Nachteil ist, dass dann auch länger Laub drauf ist und ein früher Schneefall zur Katastrophe führt. Und diese Schneebrüche, auch wenn sie nur alle 15 Jahre stattfinden, sind ein finanzieller Schaden der Jahrzehnte Arbeit vernichten kann. Ich verstehe sehr gut warum die großen Obstanlagen in Gegenden sind, die vor Frost und Schnee besser geschützt sind. Oder nur sehr selten betroffen sind. Da dachte ich auch an die heutige Meinung von Forstfachleuten Laubbäume zu forcieren. In bestimmten Höhenlagen haben Ahorn, Esche und Co. dasselbe Problem. Junge Bäume mit Laub trifft es noch härter. Für Obstbäume gilt das auch.
Garten- und Obstbau passt einfach in Gebiete wo es keinen späten Frost (keine Fruchtbildung) und keine sehr frühen/späten Schneefälle gibt. In sehr rauen Lagen passen einfach die Wiese mit Viehzucht und der (Nadel)-Wald. Da ist jedes Jahr konstant Ertrag. Ein Betrieb in Berglage, der allein auf Obst setzt, hat immer wieder Jahre ohne Einkommen.So hat sich die Menschheit immer am Klima und Wetter orientiert und die dort bestmögliche Landwirtschaft eingerichtet.

Das Rätsel der Baumgrenze 12-Apr-2012 21:53

Seit 25 Jahren beschäftigt mich der Wald und ich versuche ihn zu verstehen. Und obwohl ich Forstwirtschaft in der Schule gelernt habe, wusste ich nicht wirklich warum es eine Baumgrenze in den Bergen gibt. Erst ein kleiner Bericht, den ich in der Zeitung Profil gelesen habe, klärte mich auf.
Im Grunde setzt sich überall auf der Erde der Wald von Natur aus durch, wo es ausreichend Wasser gibt. Also sehr viele Gras- und Ackerlandschaften sind nur durch den Menschen geschaffen worden. Und der Wald schafft auch ein feuchteres Klima. Darum sind dann auch so manche Wüste und Steppe durch uns Menschen geschaffen worden. Doch warum wächst jetzt kein Baum im Hochgebirge?
Die Kälte ist dafür verantwortlich. Im holzigen Gewebe der Bäume ist Xylem. Das sorgt dafür, das Wasser selbst bei hohen Minusgraden im Zellinneren flüssig bleibt. Unterstützt wird Xylen von Zucker und Aminosäuren die als Frostschutzmittel wirken. Ist es aber, wie im Hochgebirge, sehr kalt treten bei den Bäumen Embolien auf. In der "Wasserleitung" des Baumes treten Luftblasen auf und unterbrechen den Wassertransport. Der Baum vertrocknet von innen aus und stirbt. Das passiert bei Laubbäumen früher als bei Nadelbäumen.

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