Wellness im Abferkelstall - was heißt das?

Tierwohl wird in der modernen Nutztierhaltung immer wichtiger. Im Abferkelstall kann durch einfache Maßnahmen der Komfort für Sau und Ferkel verbessert werden. Die Palette reicht von der Fütterung über die Bodengestaltung bis hin zur freien Abferkelung.
In der Abferkelbucht können viele Maßnahmen getroffen werden, um das Wohlbefinden von Sau und Ferkel zu verbessern.
In der Abferkelbucht können viele Maßnahmen getroffen werden, um das Wohlbefinden von Sau und Ferkel zu verbessern.
Dass sich der Abferkelbereich weiterentwickelt, ist nichts Neues. Vor dem Einsatz des Kastenstandes im Abferkelstall war die freie Abferkelung Standard. Der Kastenstand verbesserte die Ferkelverluste und setzte sich deshalb schlagartig durch. 2012 ist man mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Diskussion um den sogenannten „Ferkelschutzkorb“, die das Jahr 2011 prägte, ist uns allen noch zu gut in Erinnerung. Die Volksanwaltschaft wollte das sofortige Verbot des Kastenstandes in der Abferkelbucht durchsetzen. Sowohl in Österreich als auch in anderen EU-Ländern wird vermehrt die Forderung laut, den Tierkomfort im Abferkelstall zu verbessern. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) und die Bauförderung Landwirtschaft (BFL) haben deshalb die EuroTier 2012 genutzt, um das Special „Wellness im Abferkelstall“ zu thematisieren. Es geht aber nicht nur um die Haltung mit oder ohne Kastenstand, auch in puncto Fütterung, Tränke, Bodengestaltung, Beschäftigungsmaterial und so weiter kann der Landwirt der Sau und den Ferkeln im Abferkelstall mehr Wohlbefinden bieten. Nicht umsonst soll das Tierwohl verbessert werden: Mehr Wohlergehen schafft höhere Leistungsbereitschaft.

Fütterung optimieren
Gerade im Zeitraum der Geburt spielt die richtige Fütterung der Sau eine wesentliche Rolle. Sollte die Sau nicht gefressen haben, oder findet der Landwirt Futterreste im Trog, sollten diese gerade in den Tagen rund um die Geburt entfernt werden, sodass die Sau frisches Wasser und Futter zur Verfügung hat. Kranke Sauen fressen oft schlecht bis gar nicht, auch hier sollte der Landwirt darauf achten, dass kein altes Futter im Trog ist. Aber nicht nur im Trog ist Sauberkeit wichtig. Die Fallrohre über dem Trog verkleben schnell mit Futterresten, die verderben und auch mit Schimmel oder dergleichen belastet sein können. Achtet der Landwirt darauf, die Fütterungsrohre, Volumendosierer und dergleichen regelmäßig zu reinigen, bedeutet das auch eine Steigerung des Wohlbefindens für die Sau. Auch die Hygiene im Silo spielt eine Rolle. Der Silo sollte regelmäßig fachmännisch gereinigt werden.
Hygiene darf auch beim Futtermittel Wasser nicht vergessen werden. „Stehendes Wasser ist Problemwasser“, ist Reinhard Schulte Sutrum von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfahlen überzeugt. Deshalb sollen Stichleitungen vermieden werden. In Kreisleitungen bildet sich nicht so schnell ein Biofilm. Schmeckt das Wasser aufgrund von Eisen, Kalk oder Biofilm nicht gut, nehmen die Sauen weniger Wasser auf. Das kann zu gesundheitlichen Problemen bei Ferkeln und Sauen führen. Auch wenn sich die Schweine stark anstrengen müssen, um genügend zu saufen, kann das dazu beitragen, dass zu wenig Wasser aufgenommen wird.

Weitere interessante Tipps und Themen können Sie in der Ausgabe 23/2012 des Fortschrittlichen Landwirts nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.

Bewerten Sie jetzt: Wellness im Abferkelstall - was heißt das?
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
articleview;12640
veröffentlicht: 20.11.2012 22:21