Schlachtschweine-Klassifizierung: Hinhaltetaktik der deutschen Schlachter verärgert Mäster
Drei Monate vor der Anwendung der neuen Schätzformeln für die Schlachtschweineklassifizierung in deutschen Schlachthöfen wissen die Landwirte immer noch nicht, wie die Abrechnungsmasken im Herbst aussehen werden.
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Neue Formeln für Schlachtschweineklassifizierung gelten ab 4. Oktober
Während die Mastschweine, die nach den neuen Masken abgerechnet werden, schon lange in der Mast sind, steht weiterhin nur eins fest: Das Datum für die Umstellung der Schätzformeln, der 4. Oktober. Angesichts dieser Lage kritisierte der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Dr. Torsten Staack, am vergangenen Donnerstag eine Hinhaltetaktik der Fleischverarbeiter. "Wir können den Landwirten momentan nur empfehlen, technische Hilfsmittel für eine bessere Sortierung zu nutzen", sagte Staack mit Blick auf Systeme zur Auswertung der eigenen Schweine- und Schlachtdaten. Er warnte die Konzerne davor, wieder reine Abzugsmasken vorzulegen.
ISN: Mindestens 50 Prozent der Tiere sollten in den Normbereich fallen
Nur fünf bis zehn Prozent der abgelieferten Tiere werden laut ISN-Angaben derzeit als sogenannte Normschweine abgerechnet, die in den Optimalbereich der Abrechnungsmasken passen. Dagegen wendet sich Staack. "Man muss mindestens eine Normalverteilung annehmen können, so dass wenigstens die Hälfte der Tiere im Normbereich liegt", betonte der ISN-Geschäftsführer. Er hält sich mit einer Bewertung der zwei für die neue Maske vorgelegten Westfleisch-Modelle angesichts der laufenden Berechnungen noch zurück, zeigt sich aber erst einmal erfreut darüber, dass das Unternehmen nun etwas präsentiert hat.
Schweineerzeuger wollen mehr Transparenz und Verständlichkeit
Eine zentrale Forderung der ISN für die neue Maske lautet vor dem Hintergrund der kritisierten Abzüge im bisherigen System auf mehr Transparenz und Verständlichkeit. Zudem sollen nicht zuletzt vor dem Hintergrund der hohen Futtermittelkosten niedrigere Schlachtgewichte belohnt werden. "Das letzte Kilogramm Fleisch erkaufen wir sehr teuer", sagte Staack mit Blick auf die Schlachtgewichte (Quelle: agrarheute.com).
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