Rinder automatisch füttern
Das Füttern beansprucht 20 % der Arbeitszeit im Milchviehstall. Zahlreiche Firmen haben Techniken entwickelt, die Arbeitszeit einsparen sollen. Wir haben uns einen Überblick verschafft.
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Selbstfahrer
Zu den mobilen Systemen der automatischen Fütterungstechnik zählen die selbstfahrenden Futterwagen. Der „Robot Multi Feeder“ der Firma Cormall fährt und füttert vollautomatisch. Der Roboter wird über einen zwei bis drei Zentimeter in den Boden eingelassenen Induktionsdraht und einen Sensor gesteuert. Mehrere stationäre Mischbehälter beschicken automatisch den Verteilwagen über Dosierwalzen. Der mit einem Dieselmotor betriebene „Multi Feeder“ wirft das Futter wahlweise rechts oder links aus. Sein Fassungsvermögen beträgt 2,2 oder drei Kubikmeter. Mit zwei Radialbürsten kann das Futter jederzeit nachgeschoben werden.
Schienengeführte Futterwagen
Bei schienengeführten Fütterungswagen handelt es sich um einen Futterbehälter mit Wiegeeinrichtung, der an einer Schiene hängt. Die Stromversorgung ist über Akkus, Schleppkabel oder eine Versorgungsschiene mit Schleppkontakten sichergestellt. Die Steuerung (Häufigkeit der Futtervorlage, Rationszusammensetzung etc.) erfolgt meist über einen Prozessrechner direkt am Futterbehälter. Die Beschickung findet hier an stationären Vorrats- oder Mischbehältern in der Nähe des Futtertischs statt. Im Allgemeinen sind bei schienengeführten Systemen Verteil- und Futtermischwagen zu unterscheiden.
Der „FS 1600“ von DeLaval ist den Futterverteilwagen zuzuordnen. Ein stationärer Mischbehälter befüllt ihn mit der fertiggemischten Ration. Die Steuerung des «FS 1600» erfolgt über das Alpro-Kontrollsystem, die Stromversorgung mittels Akkus. Das Fassungsvermögen liegt bei 1,6 m³. Damit sind insgesamt zehn automatische Futterfahrten möglich. Wiegestäbe erfassen die Ausgabemenge und steuern damit die Geschwindigkeit des Futterwagens. Er wird automatisch über Lichtschranken gesteuert wieder beschickt.
Kosten variieren stark
Die Anschaffungskosten liegen je nach System und Ausstattung in der EU zwischen 70.000 und 170.000 Euro. Bei diesen Aufwendungen bleibt unberücksichtigt, dass bei konsequenter Umsetzung ein Verzicht auf Futterdurchfahrten möglich wird. Die gesamten Ergebnisse der Untersuchung finden Sie im ART-Bericht 710 "Automatische Fütterung von Rindvieh" unter www.art.admin.ch.
Autoren: Franz NYDEGGER und Anne GROTHMANN, Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART (CH)
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