Raps-Bestellung 2007
Aus den Ernteergebnissen ist eine Auswertung und Beurteilung neuer Sorten und Produktionsmaßnahmen noch nicht möglich. Die ersten Ergebnisse lassen trotzdem erkennen, dass einige grundlegende Fehler abgestellt werden müssen, will man die Chancen nutzen, die der Raps in Zukunft bieten wird.
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Wenn wir bei 100 % Ertragsleistung 4000 kg/ha Raps ernten, bedeuten 4 % Ertragseinbußen eine Ertragsminderung von 160 kg oder 40 €, wenn man 25 € je 100 kg ansetzt. Dem steht eine Dieseleinsparung von maximal 4 l gleich 4 € gegenüber.
Pflug oder Grubber?
Ob die tiefe Lockerung mit dem Pflug oder Grubber erfolgt, hängt in erster Linie davon ab, ob es mit dem Grubber gelingt, das Stroh soweit aus dem Saathorizont herauszuhalten, dass der Feldaufgang und die Jugendentwicklung nicht behindert werden. Das erfordert in der Regel eine zumindest zweimalige Bearbeitung, bei hohen Strohmengen sogar eine dreimalige Bearbeitung.
Zum anderen ist es eine Frage der Verunkrautung, ob Pflügen besser ist als Grubbern. Geht es uns um die Bekämpfung von Trespen oder anderer Gräser, dann können diese mit dem Pflug am einfachsten ausgeschaltet werden.
Anders sieht es mit Ausfallraps aus. Dieser wird durch den Pflug vergraben bzw. aus früheren Jahren wieder nach oben geholt.
Ausfallraps kostet Ertrag
Je höher der Anteil des Ausfallrapses im Herbst, umso schlechter waren die Erträge: 25 % Ausfallraps im Herbst kosten zwischen 5 und 8 % Ertrag, 50 % Ausfallraps zwischen 12 und 20 %.
Die erste Maßnahme muss sein, mit einem flach arbeitenden Gerät (Striegel, Flachgrubber, Dynadrive, Wiesenegge oder -striegel, Walze) die Rapsschoten auszueinander zu riebeln und in den Boden zu drücken, damit wenige mm Regen, sogar Tau ausreichen, um die Körner ankeimen zu lassen.
Ist der Raps aufgelaufen, muss er spätestens im 4-Blattstadium etwas tiefer eingearbeitet oder abgespritzt werden. Der aufgelaufene Raps darf sich nicht weiter entwickeln, um die Übertragung von Krankheiten auf Nachbarrapsbestände, die gerade auflaufen, zu vermeiden.
Wichtig: Stabwalzen weglassen, dafür schwere Walze nach jeder - auch noch so flachen - Stoppelbearbeitung, um das Auflaufen des Ackerfuchsschwanzes und des Ausfallgetreides zu begünstigen. Damit wird auch vermieden, dass sich der aufgezogene Boden mit Wasser vollsaugt.
Wenn Sie diese drei Gesichtspunkte
·pH-Wert
·ausreichend tiefe Lockerung
·Ausfallraps reduzieren
berücksichtigen, dazu
·das Saatbett optimal herrichten
·den Raps nicht zu dicht, d.h. nicht mehr als
-30 - 40 Körner/m² bei früher Saat (Liniensorten mit wenigstens 12 Blätter im Herbst)
-50 - 60 Körner/m² bei später Saat (Liniensorten mit maximal 8 Blätter im Herbst),
-40 - 50 Körner/m² bei später Saat (Hybridsorten)
säen,
·das Saatgut nicht tief (max. 2 - 3 cm) ablegen,
·Unkräuter konsequent bekämpfen, ohne den Raps zu schädigen,
·Schädlinge, zB Erdfloh ab 4-Blattstadium bekämpfen und
·den Raps vor Winter nicht hungern lassen, vor allem an die notwendige Borversorgung denken,
·evtl. Azole im Herbst einsetzen, um die Überwinterung zu sichern,
dann können Sie beim Rapsanbau mit dem Rest der Welt konkurrieren.
Autor: Dr. Hansgeorg SCHÖNBERGER, N.U. Agrar, Schackenthal (NU-Agrar.de)
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